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Valérie Gauvin Anfang 2013

Valérie Gauvin (* 1. Juni 1996 in Sainte-Clotilde) ist eine französische Fußballspielerin. Die Torjägerin spielt aktuell beim Montpellier HSC und gilt als eines der größten Offensivtalente im Frauenfußball Frankreichs.

Inhaltsverzeichnis

VereinskarriereBearbeiten

Valérie Gauvin wurde in einem Stadtteil von Saint-Denis auf La Réunion geboren,[1] kam aber bereits in sehr jungen Jahren mit ihren Eltern nach Festlandsfrankreich. Dort schloss sie sich bald dem Football Club aus ihrem damaligen Wohnort Mirande an; im 25 km entfernten Auch besuchte sie zunächst eine weiterführende Schule. Mit gerade eben 12 holte sie der Toulouse FC in sein Nachwuchszentrum in Blagnac, wo sie die mit Abstand jüngste Fußballerin war.[2] Beim Téfécé wurden die Fähigkeiten der Stoßstürmerin gefördert und auch höheren Orts erkannt; als sie noch für die C-Jugend spielberechtigt war, war sie bereits Stammspielerin in der A-Jugend-Elf (heutzutage meist U-19 genannt) des Vereins, und der Landesverband FFF berief sie ab 2012 regelmäßig in seine U-16- und U-17-Auswahlmannschaften (siehe den Abschnitt weiter unten). Schon in der Saison 2012/13 bestritt sie zudem die Hälfte aller Erstligapartien mit Toulouses Frauenteam – sie debütierte im Oktober 2012 in einem Spiel beim FC Vendenheim –[3] und nach dessen Abstieg in die zweite Liga (2013) auch dort 20 der 22 Punktspiele. Dabei wurde sie mit 32 Treffern Torschützenkönigin der Division 2 und zur besten Spielerin der Süd-Gruppe gewählt. Bei der U-19 wurde sie 2013/14 nur noch in drei Begegnungen aufgeboten – aber darin erzielte sie gleich 19 Tore.[4]

2014 wechselte Gauvin zum Montpellier HSC, einem der vier französischen Spitzenklubs, wo es ihr anfänglich schwer fiel, sich durchzusetzen.[5] Dennoch brachte sie es in ihrem ersten Jahr dort auf 13 Ligaspiele, und obwohl sie lediglich dreimal in der Startelf stand, erzielte sie sieben Treffer. Ebenso brachte sie es im Landespokalwettbewerb bei drei Einsätzen auf vier Torerfolge. Seit der Spielzeit 2015/16 bildet sie beim MHSC gemeinsam mit der nahezu gleich jungen Marie-Charlotte Léger ein enorm torgefährliches Duo, das es an den ersten drei Spieltagen bereits auf zusammen sieben „Buden“ gebracht hat.

Von Haus aus Rechtsfuß, verfügt die 1,73 m große Strafraumstürmerin[1] über ein „exzellentes Kopfballspiel und ist zudem insbesondere auch mit Distanzschüssen erfolgreich“. Die aufgrund ihrer Treffsicherheit von Medien und Mitspielerinnen auch „Ronalda“ oder „Kleiner Ronaldo“ genannte Valérie Gauvin hat 2015 in Montpellier ein Studium aufgenommen.[2]

StationenBearbeiten

  • Football Club Mirande (2003–2008, als Kind)
  • Toulouse Football Club (2008–2014, in Jugend- und Frauenteams)
  • Montpellier Hérault SC (seit 2014)

NationalspielerinBearbeiten

Valérie Gauvin hat für zwei französische Jahrgangsauswahlteams gespielt. Für den jüngeren B-Jugend-Jahrgang (U-16) stand sie im Frühsommer 2012 bei fünf Länderspielen in der Mannschaft – unter anderem beim U-16-Nordic Cup – und erzielte darin drei Treffer.[6] Mit der U-17 bestritt sie zwischen September 2012 und März 2013 unter Trainerin Angélique Roujas und deren Nachfolger Guy Ferrier neun Spiele, sechs davon in den ersten beiden Runden der Europameisterschaft; hierbei traf sie sogar gleich neunmal für die Französinnen. Ihre regelmäßige Sturmpartnerin war dort Marie-Charlotte Léger.[7]

Doch trotz ihrer beeindruckenden Trefferquote fand Gauvin in der U-18/U-19 keine Berücksichtigung. Dies hing einerseits damit zusammen, dass sie 2013/14 mit Toulouse nur in der zweiten Division spielte und im Jahr darauf bei Montpellier Anlaufschwierigkeiten hatte. Zum anderen setzte Trainer Gilles Eyquem bei der U-19-Europameisterschaft 2013, als Frankreich den Titel gewann, im Angriff auf Clarisse Le Bihan und Kadidiatou Diani und bei der EM 2015 auf Léger, Delphine Cascarino und Gauvins Klubkameradin Sakina Karchaoui. Für die U-20-WM 2016 wurde sie nachnominiert, bestritt dabei fünf Spiele – überwiegend als Einwechselspielerin und ohne eigenen Torerfolg – und wurde Vizeweltmeisterin.

Dafür wurde die Studienanfängerin von Jean-François Niemezcki, der zugleich auch Trainer der B-Nationalfrauschaft ist, bei der Sommer-Universiade im Juli 2015 in der französischen Universitätsauswahl eingesetzt. Sie bestritt in Südkorea sämtliche sechs Spiele und machte mit ebenso vielen Treffern ihrem Ruf alle Ehre. Im lange offenen Finale gegen Russland wurde sie erst in der 50. Minute eingewechselt, erzielte 18 Minuten später das vorentscheidende 1:0 (Footoféminin überschrieb seinen Spielbericht „Valérie Gauvin bricht den Bann“), und eine Viertelstunde später lenkte eine gegnerische Abwehrspielerin einen ihrer Kopfbälle zum 2:0-Endstand ins eigene Tor.[8]

Im September 2015 nominierte Nationaltrainer Philippe Bergeroo Valérie Gauvin überraschenderweise für zwei Spiele der A-Nationalelf nach; darin blieb sie dann aber noch ohne Einsatz,[5] wurde einen Monat später aber erneut berufen und debütierte für die letzten 20 Minuten des Freundschaftsspiels gegen die Niederlande. Bergeroo bescheinigte ihr anschließend „enormes Talent“, kritisierte aber gleichzeitig ihre Lässigkeit, die es zu überwinden gelte.[9]

Im April 2016 stand sie in Frankreichs „zweitem Anzug“ gegen Serbiens A-Elf in der Startformation und erzielte den Treffer zum 2:0-Endstand.[10] Für den Istrien-Cup 2017 fand sie wieder Berücksichtigung im Aufgebot von Frankreich B; bei diesem Turnier gelangen ihr drei Tore. Da auch im Verein ihre Leistungskurve nach oben zeigte, nominierte Bergeroo-Nachfolger Olivier Echouafni Valérie Gauvin in seinen Europameisterschaftskader 2017, wenn auch nur als eine von sechs Reservistinnen. Nach diesem Turnier löste Corinne Diacre Echouafni ab, und sie setzte die Stürmerin sogar wiederholt in Frankreichs Startelf ein – knapp zwei Jahre nach Gauvins Debüt bei den Bleues. 2019 wurde sie in den französischen 23er-Kader zur WM im eigenen Land berufen.

In ihren bisher 21 A-Länderspielen hat Valérie Gauvin elf Treffer erzielt; darunter war ein Hattrick im Frühjahr 2018 gegen Nigeria. (Stand: 12. Juni 2019)

PalmarèsBearbeiten

  • Gewinn der Sommer-Universiade 2015
  • D2F-Torschützenkönigin 2013/14

WeblinksBearbeiten

Anmerkungen und NachweiseBearbeiten

  1. a b nach Gauvins Datenblatt auf der Seite des Montpellier HSC
  2. a b nach dem Interview mit Valérie Gauvin in La Dépêche du Midi vom 15. April 2014
  3. nach der Liste der Einsätze der TFC-Spielerinnen 2012/13 bei footofeminin.fr
  4. siehe den Saisonartikel 2013/14 auf der Vereinsseite des TFC
  5. a b nach dem Interview mit Gauvin vom 16. September 2015 bei L’Équipe
  6. siehe die Übersicht ihrer U-16-Spiele für Frankreich bei footofeminin.fr
  7. siehe die Übersicht ihrer U-17-Spiele für Frankreich bei footofeminin.fr
  8. siehe den Endspielbericht mit längerem Video vom 13. Juli 2015 bei footofeminin.fr
  9. Artikel „Bergeroo: Vor dem gegnerischen Tor muss man Killerinstinkt zeigen“ vom 25. Oktober 2015 bei footofeminin.fr
  10. Spielbericht Frankreich B gegen Serbien A vom 8. April 2016 bei footofeminin.fr