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Die Division 2 Féminine oder kurz D2F ist die zweithöchste Spielklasse im französischen Frauenfußball. Sie wurde 1992 eingerichtet und trug bis 2002 die offizielle Bezeichnung Championnat National 1 B (N1B).

Sie war von Beginn an in zwei oder drei unter regionalen Gesichtspunkten zusammengesetzte Staffeln mit einer unterschiedlichen Zahl teilnehmender Mannschaften aufgeteilt. Die jeweiligen Staffelsieger qualifizieren sich für den Aufstieg in die Division 1 Féminine. Die bestplatzierten Teams dieser Gruppen spielten zudem bis 2008 nach Abschluss der Punkterunde den Zweitligameister aus. Rekordmeister mit drei Titeln ist der FC Vendenheim.

Wie die erste untersteht auch die zweite Division organisatorisch und sportrechtlich dem Landesverband FFF.

Geschichte, Austragungsmodus und RegularienBearbeiten

Parallel mit der Einrichtung einer landesweiten ersten Frauenliga, der N1A, zur Saison 1992/93 schuf die FFF auch einen kurz N1B genannten Unterbau. Dieser umfasste von 1992 bis 2002 drei Zehner-, von 2002 bis 2008 zwei Zehner-, von 2008 bis 2010 zwei Zwölfer-, von 2010 bis 2016 drei Zwölfer- und ab 2016 wieder nur noch zwei Zwölfergruppen. Als die N1A 2002 in Division 1 Féminine umbenannt wurde, wurde auch die Bezeichnung der zweiten Liga entsprechend zu Division 2 Féminine angepasst.

Innerhalb der jeweiligen Gruppe gilt die Rundenturnierform, das heißt, jeder Teilnehmer spielt je einmal zuhause und auswärts gegen jeden anderen. Bis einschließlich 1994/95 galt die Zwei-, dann die Drei-Punkte-Regel. Von 1998/99 bis 2015/16 gab es, anders als in den meisten anderen europäischen Frauenligen, für einen Sieg vier Punkte; ein Unentschieden wurde mit zwei statt einem Punkt belohnt. Selbst für eine Niederlage gab es einen Punkt, sofern das Spiel ausgetragen und nicht am Grünen Tisch entschieden wurde. 2016/17 ist die FFF für die nationalen Frauenspielklassen, also auch die D2F, wieder zur Drei-Punkte-Regel zurückgekehrt. Eine weitere französische Besonderheit besteht darin, dass bei Punktgleichheit zwischen zwei oder mehr Teams als erstes Platzierungskriterium die Ergebnisse aus den direkten Aufeinandertreffen herangezogen werden und erst danach die Tordifferenz beziehungsweise die Anzahl der erzielten Treffer in sämtlichen Partien.

Auch die Zahl von Ab- und Aufsteigern zwischen erster und zweiter Liga variierte: bis 2002 wechselten jeweils drei Frauschaften die Liga, 2002/03 bis 2010 nur noch je zwei (Ausnahme: am Ende der Saison 2006/07 wegen des Ausscheidens von CNFE Clairefontaine ebenfalls drei), 2010/11 bis 2016 wieder drei und ab 2016/17 wieder je zwei.
Von 1992/93 bis einschließlich 2007/08 folgte zum Saisonabschluss noch eine einfache Punktrunde zur Ermittlung des Zweitligameisters, auf Französisch Tournoi final genannt. Daran nahmen die drei Gruppensieger beziehungsweise – in den Saisons, in denen die zweite Liga in nur zwei Staffeln ausgetragen wurde – die jeweils beiden bestplatzierten Teams je Gruppe teil. Seit 2008/09 gibt es keine solchen Entscheidungsspiele mehr, sondern diesen Titel erhält der Gruppensieger mit der höchsten Punktzahl. Da von 2002/03 bis 2007/08 in dieser Meisterrunde zugleich die beiden Aufsteiger ermittelt wurden, bestand die Möglichkeit, dass statt eines der Gruppensieger ein Zweitplatzierter aufstieg; dies war in vier der sechs Saisons auch tatsächlich der Fall (siehe das Kapitel Übersicht der Spielzeiten weiter unten).

Es gab in der Division 2 immer mindestens zwei Absteiger je Zweitligagruppe, die durch die entsprechende Anzahl von Aufsteigern aus der Drittklassigkeit ersetzt wurden, zeit- und teilweise auch durch Relegationsmatches. Diese Mischform kommt ab 2016/17 wieder zum Tragen, wenn die Tabellen-11. und -12. der beiden D2F-Gruppen direkt absteigen und die Zehntplatzierten ihren Klassenverbleib gegen Drittligisten verteidigen müssen.[1]
Von 2002 bis 2010 existierte eine dritte Liga, an der auch zweite Mannschaften (B-Teams) von Erstdivisionären teilnahmeberechtigt waren; in die zweite Liga konnten diese aber nie aufsteigen. Davor und erneut seither bilden die regionalen Gruppen der Division d’Honneur die dritthöchste Ligenstufe. 2014/15 gab es auf diesem Niveau 19 Staffeln (ohne Korsika und Frankreichs überseeische Gebiete), aus denen die 24 besten Frauschaften (19 DH-Meister plus die fünf punktbesten Tabellenzweiten) nach Abschluss ihrer Punkterunde im sogenannten Championnat Interrégional (CIR) in sechs Vierergruppen mit Hin- und Rückspielen um die Aufstiegsplätze in die D2F spielten, die den CIR-Gruppensiegern zustanden.

Der Zuschauerzuspruch bei Zweitligapartien liegt erwartungsgemäß noch deutlich unter dem der Division 1. So wird eine Zahl von rund 300 Besuchern bei einem nordfranzösischen Nachbarschaftsderby in der Saison 2015/16 bereits als überdurchschnittlich bewertet.[2]

Im französischen Pokalwettbewerb sind die Zweitdivisionäre zur Teilnahme verpflichtet. Derzeit (2016/17) greifen sie im Vierundsechzigstelfinale (1er tour fédéral) in das Geschehen ein.

Übersicht der SpielzeitenBearbeiten

Gr. = Zahl der Gruppen, Teiln. = Zahl der teilnehmenden Frauschaften

Saison Gr. Teiln. Gruppensieger/Aufsteiger(a) Meister Besonderes(b)
1992/93 3 30 CS Blanc-Mesnil, Stade Quimper, OS Monaco OS Monaco
1993/94 3 30 Paris SG, US Orléans, Toulouse OAC Toulouse OAC
1994/95 3 30 AS Saint-Memmie, Le Mans UC, SC Caluire Saint-Clair SC Caluire Saint-Clair
1995/96 3 30 USO Bruay, ESOF La Roche, Celtic Beaumont ESOF La Roche
1996/97 3 30 AS Saint-Quentin, Stade Quimper, E. Montpellier Le Crès Montpellier Le Crès
1997/98 3 30 US Orléans, CBOSL Angers, SC Caluire Saint-Clair SC Caluire Saint-Clair
1998/99 3 30 Ol. Saint-Memmie, Stade Quimper, FC Félines Saint-Cyr Olymp. Saint-Memmie
1999/00 3 30 SC Schiltigheim, ES Cormelles, Celtic Marseille SC Schiltigheim
2000/01 3 30 Paris SG, EC Tours, SC Caluire Saint-Clair Paris SG
2001/02 3 30 USO Bruay, Stade Quimper, FCF Monteux USO Bruay Den D1-Platz von Monteux, dem Dritten der Meisterrunde, nahm CNFE Clairefontaine ein.
2002/03 2 20 FCF Hénin-Beaumont, USCCO Compiègne FCF Hénin-Beaumont t.f.: FCF Monteux, US Orléans
2003/04 2 20 FC Vendenheim, FCF Condé-sur-Noireau FC Vendenheim t.f.: SC Schiltigheim, FC Tours
2004/05 2 20 USCCO Compiègne, ESOF La Roche USCCO Compiègne t.f.: FCF Monteux, Le Mans UC
2005/06 2 20 FCF Condé-sur-Noireau, Stade Saint-Brieuc FCF Condé-sur-N. t.f.: RC Saint-Étienne, US Le Puy
2006/07 2 20 FC Vendenheim, RC Saint-Étienne, AC Évreux(c) FC Vendenheim t.f.: Olympique Saint-Memmie
2007/08 2 20 FCF Condé-sur-Noireau, FCF Nord-Allier Auvergne FCF Nord-Allier Auv. t.f.: CPBB Rennes, FCF Monteux
2008/09 2 24 ESOF La Roche, AS Montigny-le-Bretonneux ESOF La Roche La Roche 77, Montigny 74
2009/10 2 24 Le Mans UC, AF Rodez Le Mans UC Le Mans 80, Rodez 75
2010/11 3 36 FC Vendenheim, ASJ Soyaux, AS Muret FC Vendenheim Vendenheim 83, Soyaux 75, Muret 75
2011/12 3 36 Arras FCF, FF Issy, FC Toulouse FC Toulouse Toulouse 81, Arras 75, Issy 71
2012/13 3 36 FCF Hénin-Beaumont, ASJ Soyaux, AS Muret FCF Hénin-Beaumont Soyaux 83,[3] Hénin-Beaumont 78, Muret 78
2013/14 3 36 AS Algrange, FF Issy, ASPTT Albi ASPTT Albi Albi 83, Algrange 80, Issy 73
2014/15 3 36 VGA Saint-Maur, ESOF La Roche, FF Nîmes MG VGA Saint-Maur Saint-Maur 88, La Roche 78, Nîmes 75
2015/16 3 36 FC Metz, Girondins Bordeaux, Olympique Marseille Olympique Marseille Marseille 84, Metz 77, Bordeaux 77
2016/17 2 24 OSC Lille, FCF Val d’Orge OSC Lille Lille 53, Val d’Orge 51
2017/18 2 24 FC Metz, FCO Dijon FC Metz Metz 23, Dijon 20
2018/19 2 25(d) Stade Reims, Olympique Marseille Stade Reims Reims 23, Marseille 19
(a) Gruppensieger, die dennoch nicht aufstiegen, sind in dieser und der „Besonderes“-Spalte kursiv dargestellt.
(b) Von 2002/03 bis 2007/08 werden in dieser Spalte die weiteren Teilnehmer der Meisterschafts- und Aufstiegsrunde, dem Tournoi final bzw. t.f., genannt, von 2008/09 bis einschließlich 2016/17 die Gesamtpunktzahlen der Gruppensieger. Ab 2017/18 wird für die Ermittlung des D2-Meisters nur noch die Punktzahl zugrunde gelegt, die die beiden Gruppensieger gegen die Teams auf den Plätzen 2 bis 6 der Abschlusstabelle erzielt haben.[4]
(c) Der AC Évreux als Dritter des Tournoi final ersetzte CNFE Clairefontaine, nachdem der Fußballverband dieses Team wieder aus dem Ligabetrieb zurückgezogen hatte.
(d) Die AS Pierrots Vauban Strasbourg hatte sich unmittelbar vor Saisonbeginn auf dem Sportgerichtsweg die Teilnahme erstritten, so dass eine der D2F-Gruppen in dieser Spielzeit aus 13 Frauschaften bestand.

Mit drei Zweitligameisterschaften ist der FC Vendenheim der erfolgreichste Verein; je zweimal gewannen der SC Caluire Saint-Clair, ESOF La Roche und der FCF Hénin-Beaumont diesen Titel. Als einzigem Klub gelang es 2014/15 der VGA Saint-Maur, die Maximalpunktzahl von 88 zu erreichen. Dagegen gilt der FCF Monteux als der Pechvogel der Division 2, denn die Südfranzösinnen standen zwischen 2002 und 2008 viermal auf dem Sprung in die höchste Liga, davon zweimal als Gruppensiegerinnen. Aber 2002 bestimmte die FFF angesichts der bevorstehenden ersten französischen Weltmeisterschaftsteilnahme, dass anstelle des Drittplatzierten der Meisterrunde die Auswahl des Nachwuchsleistungszentrums Centre technique national Fernand-Sastre in der Division 1 spielen sollte, die bis dahin gar nicht am Ligabetrieb teilgenommen hatte. Im Jahr darauf scheiterte Monteux im Tournoi final als Gruppensieger ebenso wie 2005 und 2008 als Gruppenzweiter.

Torschützenköniginnen

Die entsprechenden Statistiken liegen bisher noch nicht für den gesamten Zeitraum vor.[5] Die Einordnung der Spielerinnen hierunter wird D2-Gruppen-übergreifend vorgenommen; ausgenommen davon ist die Saison 2018/19, in der die Gruppen eine unterschiedlich hohe Zahl von Teilnehmern und somit von Spielen aufwiesen.

Saison Platz 1 Nächstbeste
2006/07 Corinne Lebailly (FC Vendenheim), 25 Stéphanie de Revière (CS Aulnat), 13
2007/08 Lilas Traïkia (ASPTT Albi), 21 Gaëtane Thiney (USCCO Compiègne), 20
2008/09 Marine Augis (FC Tours), 25 Coralie Lenot (US Gravelines), 23
2009/10 Sarah Palacin (Issy FF), 25 Virginie Couillard (FCF Condé-sur-Noireau), 18
2010/11 Fanny Tenret (AS Muret), 25 Gwenaëlle Migot (FCF Condé-sur-Noireau), 20
2011/12 Sandra Maurice (FC Toulouse), 28
Gwenaëlle Migot (Issy FF), 28
Lilas Traïkia (ASPTT Albi), 24
2012/13 Fanny Tenret (AS Muret), 35 Alexandra Moziyan (FAF Marseille), 25
2013/14 Valérie Gauvin (FC Toulouse), 32 Julie Wojdyla (AS Algrange), 25
2014/15 Marlyse Ngo Ndoumbouk (VGA Saint-Maur), 43 Laury Jesus (Claix FF), 26
2015/16 Sarah Cambot (Girondins Bordeaux), 24
Laury Jesus (Claix FF), 24
Laura Bouillot (FCO Dijon), 23
Sandrine Brétigny (Olympique Marseille), 23
2016/17 Jana Coryn (OSC Lille), 24 Mélissa Gomes (VGA Saint-Maur), 22
2017/18 Marlyse Ngo Ndoumbouk (AS Nancy), 28 Valerie Sanderson (FC Metz), 18
Meryll Wenger (FC Metz), 18
2018/19 Gruppe A: Mélissa Gomes (Stade Reims), 19
Gruppe B: Kelly Gago (AS Saint-Étienne), 20
Gruppe A: Ashley Clark (Le Havre AC), 14
Gruppe B: Sandrine Brétigny (Grenoble Foot), 14

Die aktuelle SaisonBearbeiten

Rodez AF
FC Nantes
FF Issy
FC Bergerac
Stade Brest
US Saint-Malo
US Orléans
VGA
Saint-Maur
ASPTT Albi
FC Montauban
Toulouse FC
ESOF
La Roche
Gruppe A (2019/20)
RC Saint-
Denis
Arras FCF
Le Havre
AC
Lille OSC
FC Ven-
denheim
SC Amiens
AS Nancy
FF Yzeure
Grenoble Foot
OGC Nizza
AS Saint-Étienne
FC Thonon Évian
Gruppe B (2019/20)

In der Saison 2018/19 setzten sich die beiden Gruppen wie folgt zusammen (Absteiger aus der D1 sind mit A, Aufsteiger aus der dritten Liga mit N hinter dem Vereinsnamen gekennzeichnet):

Gruppe A

Croix Blanche OSL Angers, Arras FCF, Stade Brest, FF Issy, ESOF La Roche, Le Havre AC (N), US Orléans (N), Stade Reims, CPBB Rennes (N), Racing Saint-Denis (N), US Saint-Malo, VGA Saint-Maur

Gruppe B

ASPTT Albi (A), FCF Croix de Savoie Ambilly, Grenoble Foot, Olympique Marseille (A), ESAP Metz, FC Montauban, AS Nancy, AS Portet CR (N), AS Saint-Étienne, AS Pierrots Vauban Strasbourg (N),(d) FC Toulouse, FC Vendenheim, FF Yzeure Allier Auvergne

Am Ende stiegen Reims und Marseille in die D1F auf, Rennes, Angers, Portet, Metz und Strasbourg direkt in die dritte Liga ab; Saint-Denis und Toulouse mussten in der Relegation um den Klassenerhalt spielen, was beiden gelang.

Zur Saison 2019/20 kommen die Erstliga-Absteiger OSC Lille und AF Rodez sowie die Aufsteiger SC Amiens, FC Nantes, FC Bergerac und OGC Nizza neu hinzu. Die Frauen von Croix de Savoie Ambilly schlossen sich dem FC Thonon Évian an. Der Verband hat diesmal die beiden Gruppen regional verändert zusammengesetzt. Als erster Spieltag ist der 8. September 2019, als letzter (22.) der 7. Mai 2020 festgelegt worden.[6]

WeblinksBearbeiten

Nachweise und AnmerkungenBearbeiten

  1. siehe die Beschlüsse der FFF zum Übergang von drei auf zwei Gruppen bei footofeminin.fr, veröffentlicht am 21. Juni 2015
  2. nach dem Spielbericht vom 1. Oktober 2015 über die Partie Arras FCF gegen OSC Lille bei footofeminin.fr
  3. Footofeminin.fr nennt auf der unter Weblinks angegebenen Übersichtsseite Hénin-Beaumont als Meister, weil die beiden Spiele der Nordfranzösinnen in ihrer Gruppe gegen FAS Herblay nach deren vorzeitigem Ligarückzug als nicht ausgetragen gewertet wurden. Somit haben sie 78 von 80 möglichen Punkten (entsprechend 97,5 %) erreicht, während Soyaux mit 83 von 88 Punkten auf lediglich 94,3 % gekommen ist.
  4. Neuregelung der Meister-Ermittlung ab 2017/18 im Artikel „Der FC Metz ist Zweitliga-Meister“ vom 1. Mai 2018 bei footofeminin.fr
  5. Saisonweise Angaben in dieser Tabelle nach dem unter Weblinks genannten Liga-Palmarès bei footofeminin.fr.
  6. Zweitliga-Terminkalender 2019/20 bei footofeminin.fr