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Division 1 Féminine 2012/13

39. Ausspielung der französischen Frauenfußballmeisterschaft

Die Saison 2012/13 der Division 1 Féminine war die 39. Ausspielung der französischen Frauenfußballmeisterschaft seit der offiziellen Anerkennung des Frauenfußballs durch die FFF, den Fußballverband Frankreichs, im Jahr 1970 und der ersten Austragung in der Saison 1974/75. Die Division 1 Féminine genannte Spielklasse wurde im reinen Ligamodus in einer aus einer einzigen Gruppe bestehenden, zwölf Teams umfassenden, landesweiten höchsten Liga ausgetragen.

Vorjahresgewinner waren die Frauen von Olympique Lyon, die ihren Titel erneut verteidigen konnten und damit ihre insgesamt siebte Meisterschaft gewannen, wodurch OL alleiniger französischer Rekord-Titelträger wurde.

Inhaltsverzeichnis

Qualifikation und AustragungsmodusBearbeiten

Für die Teilnahmeberechtigung wurde ausschließlich das Abschneiden der Frauschaften in der Vorsaison berücksichtigt; qualifiziert waren die neun bestplatzierten Teams der Vorsaison sowie drei Aufsteiger, die jeweils ihre Gruppe der Division 2 Féminine als Tabellenerste beendet hatten. Somit starteten folgende zwölf Teilnehmer in diese Saison:

Die Meisterschaft wurde in einer doppelten Punkterunde ausgespielt, in der jeder Teilnehmer in Heim- und Auswärtsspiel gegen jeden anderen antrat. Es galt die auch im französischen Amateurfußball bis ins 21. Jahrhundert hinein übliche „modifizierte Drei-Punkte-Regel“ mit vier Punkten für einen Sieg, zwei für ein Unentschieden und einem für eine auf dem Spielfeld errungene Niederlage; bei Punktgleichheit gab zunächst der direkte Vergleich und bei Erforderlichkeit anschließend die bessere Gesamt-Tordifferenz, falls auch dann noch Gleichheit bestand, gegebenenfalls die höhere Zahl erzielter Treffer den Ausschlag. Am Ende der Saison mussten die drei Tabellenletzten absteigen, die für die kommende Spielzeit durch drei Aufsteiger – die Siegerinnen der drei Gruppen der zweiten Division – ersetzt wurden.

Die französischen Meisterinnen sowie die Zweitplatzierten der Division 1 Féminine qualifizierten sich für den Frauen-Europapokalwettbewerb der folgenden Spielzeit.

Ergebnisse, Tabelle und SaisonverlaufBearbeiten

FCF
Arr
EA
Gui
FF
Iss
FCF
Juv
Oly
Lyo
HSC
Mon
SG
Par
AF
Rod
AS
StÉ
FC
Tou
FC
Ven
FFA
Yze
Arras FCF 1:1 2:1 3:4 0:6 0:3 1:4 0:2 0:2 2:2 2:0 4:1
En Avant Guingamp 7:0 4:2 0:2 1:5 1:6 1:1 2:0 0:1 3:0 1:0 2:0
FF Issy 1:1 0:2 0:4 0:8 1:3 0:2 0:1 0:2 4:2 1:4 2:2
Juvisy FCF 6:0 3:1 9:1 0:4 2:0 0:2 0:0 4:0 6:0 4:0 3:0
Olympique Lyon 13:1 3:0 9:0 2:0 6:2 3:0 8:0 5:0 7:0 13:0 3:0
HSC Montpellier 7:0 1:1 8:0 0:1 0:4 1:1 7:0 1:1 2:1 6:0 1:0
Paris Saint-Germain 6:0 5:0 2:0 2:1 0:1 3:1 5:0 4:1 3:0 11:0 3:0
AF Rodez 5:1 4:0 1:0 0:3 0:3 0:2 0:4 1:1 4:1 0:2 2:4
AS Saint-Étienne 1:1 4:0 2:0 0:5 0:3 0:2 0:5 2:0 5:1 3:0 2:2
FC Toulouse 0:2 1:2 3:4 0:5 1:11 0:5 0:6 1:1 1:0 0:0 1:5
FC Vendenheim 2:2 1:4 2:1 0:3 0:7 1:4 0:3 0:1 0:0 1:1 1:4
Yzeure Allier Auvergne 2:0 3:2 1:1 1:0 0:8 0:3 0:3 3:2 0:0 3:1 3:0
Pl. Frauschaft Sp G U V Tore Diff. Pkte.
1. Olympique Lyon (TV) 22 22 0 0 132:05 88
2. Paris Saint-Germain 22 18 2 2 75:10 78
3. Juvisy FCF 22 16 1 5 65:16 71
4. HSC Montpellier 22 14 3 5 65:23 67
5. Yzeure Allier Auvergne 22 9 4 9 34:44 53
6. AS Saint-Étienne 22 8 6 8 27:35 52
7. EA Guingamp 22 9 3 10 35:43 49a
8. AF Rodez 22 7 3 12 24:49 46
9. Arras FCF (N) 22 4 5 13 23:76 39
10. FC Vendenheim 22 3 4 15 14:74 35
11. FF Issy (N) 22 2 3 17 19:74 31
12. FC Toulouse (N) 22 1 4 17 17:81 29
a Guingamp wurden vom Verband drei Punkte abgezogen. Den Grund dafür geben weder footofeminin.fr noch der Fußballverband auf seiner Webseite an.[1]

Zwei Vereine machten vor dem Saisonstart auf dem Transfermarkt besonders von sich reden. Lyons Präsident Jean-Michel Aulas hatte angekündigt, dass der Etat für den Frauenbereich ebenso zurückgefahren werden müsse wie der der Männer; diese Entscheidung bedeutete für Olympiques Fußballerinnen eine Reduzierung von zuletzt 5[2] auf 3,5 Millionen Euro, womit ihnen zum ersten Mal seit Jahren nur noch der zweitgrößte Saisonetat der Liga zur Verfügung stand. Allerdings umfasste der Kader immer noch 21 Nationalspielerinnen aus sieben Ländern (siehe unten). Den größten Etat wies mit rund 4,5 Millionen Euro Paris Saint-Germain auf. PSG hatte sportlich erst 2009/10 zu den Spitzenteams Lyon, Juvisy und Montpellier aufschließen können und war 2011 Vizemeister geworden. Zu dieser Saison investierten die neuen katarischen Eigentümer des Hauptstadtvereins erstmals auch in ihren Frauenkader einen nennenswerten Betrag, verpflichteten Nationalspielerinnen aus Schweden (Asllani), Deutschland (Krahn, Bresonik) und den USA (Horan, Heath), holten aus Lyon die costa-ricanische Sechserin Shirley Cruz Traña, aus Rodez Frankreichs dritte Nationaltorfrau Karima Benameur sowie als Trainer den Lyoner „Meistermacher“ von FC und Olympique, Farid Benstiti.[3]

Die Meisterschaft allerdings gewann erneut Lyon, und das auf beeindruckende Weise: OL war nicht nur zum zweiten Mal nach 2010/11 absolut verlustpunktfrei geblieben, sondern die Frauen verbesserten auch den Liga-Torrekord, den sie gerade erst im Vorjahr auf 119 Treffer erhöht hatten, noch einmal um beträchtliche 13 „Buden“, was einem Mittelwert von 6,0 Toren pro Spiel entsprach. Tabellenzweiter und damit auch Champions-League-Teilnehmer wurde Paris, das gegen die beiden anderen Verfolgerteams insgesamt drei Siege sowie ein Unentschieden erreicht hatte und sich – anders als Juvisy und das insbesondere vor eigenem Publikum mit nur sechs Siegen relativ schwache Montpellier – auch ansonsten keinen Ausrutscher leistete.
Im von Rang fünf bis Rang acht reichende Tabellenmittelfeld hatte sich Yzeure durchgesetzt; die Frauen aus der Auvergne verloren nur drei ihrer elf Heimspiele.

Alle drei Aufsteiger kämpften gegen den sofortigen Wiederabstieg, wobei aber nur Arras diesen verhindern konnte – zu Lasten der Elsässerinnen aus Vendenheim. Zusammen mit den Spielerinnen aus Issy-les-Moulineaux und mehr noch den Ex-Meisterinnen aus Toulouse waren sie selbst den Mittelfeldteams nicht gewachsen, was sich bei allen vieren auch an der katastrophalen Tordifferenz (zwischen –53 für Arras und –64 für Toulouse) zeigte. Zur folgenden Saison kehrten aus der Division 2 Féminine mit dem FCF Hénin-Beaumont und der ASJ Soyaux zwei langjährige Ligaangehörige zurück; begleitet wurden sie von der AS Muret, die 2011/12 schon einmal eine Saison erstklassig gespielt hatten und seinerzeit mit den beiden anderen Aufsteigern abgestiegen waren.

Die Spielerinnen des MeistersBearbeiten

Trainer Patrice Lair hatte folgende Fußballerinnen in seinem Saisonkader (in Klammern die Zahl der Punktspieleinsätze):[4]

Olympiques 132 Treffer erzielten Schelin 24, Abily, Le Sommer je 20, Tonazzi 17, Thomis 12, Otaki 10, Dickenmann, Henry je 5, Franco 4, Bussaglia, Nécib, Renard je 3, Georges und Rapinoe je 2; dazu kamen zwei gegnerische Eigentore.

Erfolgreichste TorschützinnenBearbeiten

Die meisten Treffer erzielten:[5]

Pl. Name Team Tore
1. Schweden  Lotta Schelin Lyon 24
2. Camille Abily Lyon 20
Eugénie Le Sommer Lyon 20
4. Hoda Lattaf Montpellier 19
5. Laura Bouillot Yzeure 18
6. Schweden  Kosovare Asllani Paris 17
Vereinigte Staaten  Lindsey Horan Paris 17
Laëtitia Tonazzi Lyon 17
9. Marie-Laure Delie Montpellier 15
10. Gaëtane Thiney Juvisy 13
11. Élodie Thomis Lyon 12
12. Deutschland  Linda Bresonik Paris 11
Camille Catala Juvisy 11
14. Japan  Ami Otaki Lyon 10
15. Julie Machart Juvisy 9

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Anmerkungen und NachweiseBearbeiten

  1. siehe die Abschlusstabelle bei fff.fr
  2. France Football vom 21. Juni 2011, S. 15
  3. France Football vom 11. September 2012, S. 14
  4. Olympiques Saisonaufgebot bei footofeminin.fr
  5. Torjägerinnenliste bei footofeminin.fr