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Universitätsklinikum Frankfurt

Krankenhaus in Frankfurt/Main
Universitätsklinikum Frankfurt
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Trägerschaft Körperschaft des öffentlichen Rechts
Ort Frankfurt am Main
Bundesland Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 5′ 41″ N, 8° 39′ 40″ OKoordinaten: 50° 5′ 41″ N, 8° 39′ 40″ O
Ärztlicher Direktor Jürgen Graf
Versorgungsstufe Maximalversorgung
Betten 1.497
Mitarbeiter ca. 4.301 Voll- und Teilzeitbeschäftigte
davon Ärzte rund 1.152
Zugehörigkeit Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Gründung 1914
Website kgu.de
Zentralbau 2007
Senckenbergische Pathologie mit Kapelle 2008

Das Universitätsklinikum Frankfurt ist das Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (KGU) in Frankfurt am Main und ist damit eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Es befindet sich am Theodor-Stern-Kai in den Stadtteilen Niederrad und Sachsenhausen-Nord.

KennzahlenBearbeiten

 
Forschungs- und Laborgebäude 2005

Das Krankenhaus besteht seit 1914, dem Gründungsjahr der Universität. Von 4055 Mitarbeitern sind 1050 Ärzte bzw. Wissenschaftler und 1380 Pflegekräfte. Jährlich werden etwa 47.000 stationäre und 220.000 ambulante Patienten versorgt. 3.872 Studenten stehen 15 Hörsäle zur Verfügung.[1] Schulen und Weiterbildungsmöglichkeiten für Krankenpflege und technische Assistenten in der Medizin sind angeschlossen.[2] Mit einer Kapazität von 1488 Betten ist es, nach Anzahl der Betten, das viertgrößte Krankenhaus in Hessen nach dem Klinikum Kassel, dem Klinikum Fulda und dem vereinigten Universitätsklinikum Gießen und Marburg. Die früheren „Städtischen Kliniken Offenbach“ (heute Sana Klinikum Offenbach) wurden 2010 auf 926 Betten reduziert. Orthopädische Patienten werden in einem eigenständigen Krankenhaus versorgt, der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim, die auf einen 1909 in Wiesbaden gegründeten „Verein für Krüppelfürsorge“ zurückgeht.[3]

EinrichtungenBearbeiten

Das Universitätsklinikum Frankfurt beherbergt 25 medizinische Kliniken und Institute sowie weitere 25 Forschungsinstitute.[4] Es ist eines der deutschen Transplantationszentren und bietet eine Sonderisolierstation für die Behandlung von hochinfektiösen Patienten. Seit Mitte der 1980er Jahre werden HIV-infizierte Patienten behandelt und die Erkrankung AIDS erforscht.[5] Das Krankenhaus ist auf eine MANV-Situation vorbereitet und führte 2009 eine diesbezügliche Übung durch.[6]

Klinik- und InstitutsgebäudeBearbeiten

 
Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des Neubaus von 2007[7]

Die Kliniken wurde im Pavillonstil errichtet. Mit einer Fläche von rund 460.000 Quadratmetern ist das Gelände des Universitätsklinikums etwa so groß wie die Frankfurter Altstadt. In den 1970er Jahren kamen weitere Gebäude und ein langgestreckter, die Anlage dominierender Zentralbau hinzu. Kompakte, prozessoptimierte Bauten ermöglichen kurze Wege für Patienten, Personal und Material; die Gebäudetechnik hat sich weiterentwickelt.

2004 wurden ein neues Hörsaalgebäude und ein „Forschungsturm“ in Betrieb genommen. Darauf folgte Ende 2007 eine Erweiterung des Zentralbaus, die die zentrale Notaufnahme, bildgebende Diagnostik, die Operationsabteilung und eine Intensivstation beherbergt. Auf dem Dach ist ein Hubschrauberlandeplatz eingerichtet. Die Sanierung des Zentralbaus und seiner Fassade war 2011 fertiggestellt worden, weitere Baumaßnahmen folgten.[8]

BaumaßnahmenBearbeiten

Neben den oben beschriebenen, bereits fertiggestellten Um- und Neubauten verfolgt das Universitätsklinikum einen weitreichenden Umbauplan. Ziel dessen ist es, die Kliniken, klinischen Institute und klinischen Zentren räumlich näher zusammenzubringen und somit Synergieeffekte nutzen zu können. Außerdem wird im Zuge dessen eine Modernisierung und Anpassung an die Auslastung des Klinikums umgesetzt. Der Umbau wird vom Dezernat 4, Bauliche Entwicklung, der Uniklinik gemeinsam mit dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen umgesetzt.[9]

Aktuell erfolgt der Bau eines neuen Wirtschaftsgebäudes, in welchem eine Kantine, eine Küche und Seminarräume untergebracht werden sollen, und eines neuen Eltern-Kind-Zentrums. In letzterem sollen die Geburtshilfe und die Neonatologie, welche sich aktuell am anderen Ende des Klinikgeländes befinden, näher mit der Kinderklinik verbunden werden. Auch soll hier ein neonatologisches Versorgungszentrum mit Intensivstation der höchsten Klassifizierungsstufe (Level-1-Zentrum) entstehen.[10]

Des Weiteren wird aktuell an das Haupthaus (Haus 23), an der Main-abgewandten Seite, ein großer Anbau realisiert.[11] In diesem soll die Zentralisierung der Kliniken weiter vorangebracht werden (beispielsweise durch Umzug der Klinik für Neurologie) und außerdem die OP- und Intensivkapazitäten des Klinikums ausgebaut werden. Dazu entstehen mehrere neue Normalstationen, eine Intensivstation und ein weiterer OP-Bereich mit acht Sälen, inklusive eines so genannten Hybrid-OPs.[12]

Das neue Audimax mit Platz für 550 Studierende wurde 2016 fertiggestellt.[13] Zum Wintersemester 2017/18 konnten erstmals neue Erstsemester in dem Hörsaal begrüßt werden. Ebenfalls wurde 2016 das so genannte "Medicum" fertiggestellt, in dem das Dekanat des Fachbereichs, Prüfungs- und Seminarräume sowie eine komplette Simulationsklinik (inklusive Stationsbetten, einem OP-Saal und themenspezifischen Übungsräumen, wie einem "Messie-Raum") untergebracht sind.[14] Betrieben wird die Simulationsklinik vom Frankfurter interdisziplinären Simulationstraining, kurz "FIneST".[15]

KontroversenBearbeiten

Der Spiegel berichtete im Dezember 2018 von Unregelmäßigkeiten in der nuklearmedizinischen Therapie bei Prostatakrebsleiden.[16] Laut dem Artikel seien Patienten systematisch mit einem neuartigen Therapieansatz behandelt worden (PSMA-Therapie). Die Behandlung sei entgegen den Empfehlungen des klinikeigenen Tumorboards und nicht im Einklang mit den medizinischen Leitlinien erfolgt. Die Klinik wies die Vorwürfe zurück, außerdem sei der in dem Artikel erwähnte Oberarzt schon länger nicht mehr für das Universitätsklinikum tätig.[17]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Das Universitätsklinikum Frankfurt in Zahlen. Abgerufen am 27. Februar 2019.
  2. Website der Universitätsklinik. Abgerufen am 29. September 2010.
  3. www.orthopaedische-uniklinik.de Klinikgeschichte
  4. Website der Universitätsklinik. Abgerufen am 30. September 2010.
  5. Traurige Bilanz. In: Der Spiegel. Nr. 33, 1986 (online).
  6. Pressemitteilung vom 12. November 2009
  7. http://www.helipad.org/app/default.asp?padId=712
  8. Website der Universitätsklinik. Abgerufen am 9. März 2015.
  9. Website des Dezernat 4 - Bauliche Entwicklung der Uniklinik Frankfurt. Abgerufen am 7. Januar 2019.
  10. Eltern-Kind-Zentrum Universitätsklinikum Frankfurt | h2s. Abgerufen am 7. Januar 2019.
  11. Universitätsklinikum Frankfurt - Haus 23 DEF. Abgerufen am 7. Januar 2019.
  12. Universitätsklinikum Frankfurt - Haus 23 DEF - OP-Bereich. Abgerufen am 7. Januar 2019.
  13. Universitätsklinikum Frankfurt - Audimax Haus 22A. Abgerufen am 7. Januar 2019.
  14. Universitätsklinikum Frankfurt - Medicum Haus 10A. Abgerufen am 7. Januar 2019.
  15. Goethe-Universität Frankfurt The patient died, but we can try again - 1. Abgerufen am 7. Januar 2019.
  16. Kristina Gnirke, Nicolai Kwasniewski: PSMA-Therapie gegen Prostatakrebs: Das Geschäft mit der Hoffnung. In: Spiegel Online. 20. Dezember 2018 (spiegel.de [abgerufen am 7. Januar 2019]).
  17. Deutscher Ärzteverlag GmbH, Redaktion Deutsches Ärzteblatt: Ärger um Therapie von Krebspatienten am Universitätsklinikum... 20. Dezember 2018, abgerufen am 7. Januar 2019.