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Das Institut für Bienenkunde in Oberursel (Taunus) ist eine Forschungseinrichtung der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Sie verknüpft universitäre Grundlagenforschung zur Honigbiene mit praktischer Bienenhaltung.

GeschichteBearbeiten

Gegründet wurde das Institut 1937, in der Zeit des Nationalsozialismus, von der Polytechnischen Gesellschaft mit Hugo Gontarski als erstem Leiter. Der mit der Universität Gießen geschlossene Kooperationsvertrag endete mit dem Tod Gontarskis im Jahre 1963. Seit 1964 wird das Institut für Bienenkunde gemeinsam mit der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main unterhalten. Als ehemaliger SA-, SS- bzw. NSDAP-Angehöriger konnte der neue Leiter Friedrich Ruttner erst 1975 eine Berufung an die Universität Frankfurt als Professor für Zoologie am Fachbereich Biologie erhalten.[1] Unter Ruttner wurden intensive Forschungskontakte mit Wissenschaftlern und Bienenzüchtern aus aller Welt gepflegt. In Folge kam es 1976 dann zur unbeabsichtigten Einschleppung der ersten Varroamilben in Deutschland durch Oberurseler Forscher.[2] Nikolaus Koeniger wurde 1981 Nachfolger Ruttners nach dessen Emeritierung. 2008 erfolgte mit der Renovierung des Instituts auch die Aufnahme neurobiologischer Forschung und Lehre und die Berufung Bernd Grünewalds als neuer Leiter.

ForschungsschwerpunkteBearbeiten

Aktuelle Forschungsschwerpunkte der Einrichtung sind:

Daneben erfolgt die Aufklärung der Öffentlichkeit über die ökologische und wirtschaftliche Bedeutung von Honigbienen in Form von Vorträgen und Führungen.

InstitutsleiterBearbeiten

  • Hugo Gontarski (1938–1963)
  • Friedrich Ruttner (1964–1981)
  • Nikolaus Koeniger (1981–2007)
  • Bernd Grünewald (2008–)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Steffen Rückl: Ludwig Armbruster. Ein von den Nationalsozialisten 1934 zwangspensionierter Bienenkundler der Berliner Universität. Berlin 2015. S. 53.
  2. Friedrich Ruttner, Wolfgang Ritter: Das Eindringen von Varroa jacobsoni nach Europa im Rückblick. In: Allgemeine Deutsche Imkerzeitung. Bd. 14, Nr. 5, 1980, S. 130–134.