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Texingtal
Wappen Österreichkarte
Wappen von Texingtal
Texingtal (Österreich)
Texingtal
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Melk
Kfz-Kennzeichen: ME
Hauptort: Texing
Fläche: 32,5 km²
Koordinaten: 48° 3′ N, 15° 19′ OKoordinaten: 48° 2′ 50″ N, 15° 19′ 20″ O
Höhe: 370 m ü. A.
Einwohner: 1.661 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 51 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3242
Vorwahl: 02755
Gemeindekennziffer: 3 15 51
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Texing 24
3242 Texingtal
Website: www.texingtal.at
Politik
Bürgermeister: Gerhard Karner (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
17
2
17 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Texingtal im Bezirk Melk
BerglandArtstetten-PöbringBischofstettenBlindenmarktDorfstettenDunkelsteinerwaldEmmersdorf an der DonauErlaufGolling an der ErlaufHofamt PrielHürmKilbKirnberg an der MankKlein-PöchlarnKrummnußbaumLeibenLoosdorfMankMarbach an der DonauMaria TaferlMelkMünichreith-LaimbachNeumarkt an der YbbsNöchlingPersenbeug-GottsdorfPetzenkirchenPöchlarnPöggstallRaxendorfRuprechtshofenSt. Leonhard am ForstSt. Martin-KarlsbachSt. OswaldSchollach (Niederösterreich)Schönbühel-AggsbachTexingtalWeitenYbbs an der DonauYspertalZelking-MatzleinsdorfNiederösterreichLage der Gemeinde Texingtal im Bezirk Melk (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Die Ortschaft Texing vom Walzberg aus gesehen
Die Ortschaft Texing vom Walzberg aus gesehen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Texingtal ist eine Gemeinde mit 1661 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Melk in Niederösterreich.

GeografieBearbeiten

 
Blick von der Grüntalkogelhütte auf St. Gotthard

Texingtal liegt im Mostviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 32,45 Quadratkilometer. 39,18 Prozent der Fläche sind bewaldet. Durch die Gemeinde fließt die Mank.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 22 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Altendorf (189)
  • Bach (50)
  • Fischbach (32)
  • Großmaierhof (63)
  • Haberleiten (43)
  • Hinterberg (59)
  • Hinterholz (24)
  • Hinterleiten (19)
  • Kleinmaierhof (46)
  • Mühlgraben (53)
  • Panholz (26)
  • Plankenstein (73)
  • Reinöd (94)
  • Rosenbichl (47)
  • Sankt Gotthard (150)
  • Schwaighof (161)
  • Sonnleithen (18)
  • Steingrub (161)
  • Straß bei Texing (28)
  • Texing (347)
  • Walzberg (7)
  • Weißenbach (57)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Fischbach, Plankenstein, Sonnleithen, St. Gotthard, Steingrub, Texing und Weißenbach.

NachbargemeindenBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum.

Das Tal ist fruchtbar und waldreich und es gibt genügend Wasser. Es wurde wahrscheinlich von germanischen Stämmen besiedelt, worauf die Endung -ing im Ortsnamen hinweist.

Historisch belegt ist die Besiedlung ab der Römerzeit. Bis zum Ende des 3. Jahrhunderts wurde es von den Römern verwaltet. Das Hinterland des Limes musste die an der Donau stationierten Soldaten mit Lebensmitteln versorgen und die wichtigen Verbindungsstraßen instand halten. Der Wanderweg Römerweg soll so eine römische Straße gewesen sein, ebenso der Güterweg Straß. Ab dem 9. Jahrhundert wurde das Gebiet christianisiert.

Schriftlich erwähnt werden die drei Orte erst wieder am Ende des 11. Jahrhunderts. Damals wurden sowohl in Texing als auch in Plankenstein Burgen gebaut. Die Burg von Texing[2] gehörte den Herren von Tessingen. Sie gab dem Ort seinen Namen. Von dieser Burg, in der Nähe des Hauses Schafferhof gelegen, kann man nur mehr den Platz erkennen, auf dem sie einst stand.

Die Burg Plankenstein hat eine wechselvolle Geschichte zu erzählen. Erbaut von denen zu Plancinstain, beherbergte sie eine mächtige Familie, die bis ins 16. Jahrhundert die Gerichtsbarkeit weit über das Tal hinaus innehatte.

An diese Zeit erinnern noch Namen wie Galgenkogel und Horrathöh (Hochradhöhe). Der letzte Plankensteiner – der Lange Hans – starb ohne Erben. Ab dieser Zeit wechselten die Besitzer mehrmals.

Zwischen den Burgen gab es Burgstallberge. Das waren befestigte Bauernhöfe, die die Verteidigung des Tales unterstützen sollten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Burg der sowjetischen Armee als Unterkunft. Danach verfiel sie, bis sie 1976 von Architekt Peter Trimbacher erworben und in langjähriger mühevoller Arbeit restauriert wurde. Heute ist die Burg ein Seminarhotel und ein beliebter Ort für Hochzeiten.

Im Zuge der NÖ. Kommunalstrukturverbesserung wurden 1971 die Gemeinden Texing, St. Gotthard und Plankenstein zur Gemeinde Texingtal zusammengefasst.[3]

Kriege

Während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung wurde das ganze Tal in arge Mitleidenschaft gezogen. Die Bevölkerung flüchtete in die Burg Plankenstein. Als Fluchtwege dienten unterirdische Gänge, deren Eingänge der Ururgroßelterngeneration noch bekannt waren.

Die Burg wurde drei Wochen lang vergeblich belagert. Die Türken ließen eine Kanone zurück, die sie in Budapest erobert hatten. Diese Kanone diente bis nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zum Böllerschießen und wurde dann von einem in Geldnot geratenen Besitzer an die Schallaburg verkauft. An diese schweren Zeiten erinnert ein Türkensäbel im Opferstock der Kirche in Texing.

Bei Aushubarbeiten für ein Bauernhaus in St. Gotthard wurden Kanonenkugeln gefunden. Auch die Franzosenkriege zeigten Wirkung im Tal. Im Ortsteil Steingrub gibt es eine Kapelle, unter der französische Soldaten begraben sein sollen.

Der wohl bekannteste Bewohner des Texingtales war der Kanzler des Ständestaates Engelbert Dollfuß. Er wurde am 4. Oktober 1892 im Haus Groß Maierhof 1 geboren. Als er ein Jahr alt war, heiratete seine Mutter in den Nachbarort Kirnberg. Das Haus ist weitgehend im Originalzustand erhalten. Im Jahr 1998 richtete die Gemeinde darin das Dollfuß-Museum ein.[4]

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Schweinzberg bombardiert, da sich hier die Trasse der II. Wiener Hochquellenwasserleitung befindet.

Pfarren

Die Pfarren von Texing und St. Gotthard wurden Anfang des 13. Jahrhunderts gegründet. Die Pfarrkirche von Texing ist dem Hl. Bartholomäus geweiht. Die ursprünglich gotische Kirche wurde durch Brände und während des zweiten Türkenkrieges mehrmals zerstört und danach im barocken Stil renoviert. Die Pfarre wurde bis Ende des vorigen Jahrhunderts von Patronatsherren verwaltet. Das Patronat erlosch erst durch den Verkauf der letzten Kirchengründe.

Die Kirche von St. Gotthard wurde vom bayrischen Kloster Altaich gegründet und ist dem Hl. Abt Godehard geweiht. Zur Zeit der Gründung gab es in der Kirche eine Quelle, der wundertätige Wirkung zugeschrieben wurde. Die Dankbarkeit jener, denen dort ein Wunder widerfuhr, äußerte sich in Grundschenkungen und anderen wertvollen Zuwendungen, weshalb die Kirche im Volksmund bald „Goldene Kirche“ genannt wurde. Auch die Herren von Plankenstein waren ihr sehr verbunden. Im alten Pfarrhof sind Dokumente und Bilder ausgestellt, die sich mit der interessanten Geschichte der Kirche befassen. Die Quelle liegt jetzt etwas unterhalb der Kirche und wird von einem kleinen Brunnenhaus mit Inschrift geschützt.

Nachdem die Zustände im Schloss unerträglich geworden waren, hatte man 1948 beschlossen eine neue Kirche und einen Pfarrhof zu errichten. Die Pfarre von Plankenstein hielt ihre Gottesdienste bis 1952 in der Burgkapelle. In diesem Jahr wurde die neu erbaute Kirche der „Hl. Maria Schnee“ geweiht. Die Kirchen von St. Gotthard und Plankenstein sind auch heute noch beliebte Wallfahrtskirchen. Die Pfarren St. Gotthard, Plankenstein und Texing befinden sich mittlerweile in einem Pfarrverband.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung für die Gemeinde Texingtal liegen bei der Statistik Austria für die Jahre ab 1869 vor.[5] Nach dem Ergebnis der letzten Volkszählung 2016 hatte die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt 1.612 Einwohner.

Datum Einwohner
1869 1.378
1880 1.353
1890 1.380
1900 1.341
1910 1.343
1923 1.383
1934 1.602
1939 1.488
1951 1.397
1961 1.327
1971 1.429
1981 1.409
1991 1.488
2001 1.538
2011 1.597
2016 1.612

PolitikBearbeiten

BW
 
Bürgermeister Gerhard Karner, 2013

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP, und 2 SPÖ.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 18 ÖVP, und 1 SPÖ.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP, und 2 SPÖ.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP, und 2 SPÖ.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP, und 2 SPÖ.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP, und 2 SPÖ.[6]
Bürgermeister
  • 1992–2015 Herbert Butzenlechner (ÖVP)
  • seit 2015 Gerhard Karner (ÖVP)

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 55, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 138. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 687. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,51 Prozent.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Texingtal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Eintrag über Texing auf NÖ-Burgen online – Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg
  3. Ortsprospekt von Texingtal von 2012, Seite 2, abgerufen am 29. April 2019
  4. Markus Glück: Dollfuß-Museum: Zum 20. Jubiläum kritisch beleuchtet. Niederösterreichische Nachrichten, 3. März 2018.
  5. Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde Texingtal (PDF; 36 kB)
  6. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Texingtal. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 4. März 2019.