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Scott Morrison

amtierender und 30. Premierminister von Australien
Scott Morrison 2014

Scott John Morrison (* 13. Mai 1968 in Waverley, New South Wales) ist ein australischer Politiker der Liberal Party of Australia. Nach dem Rücktritt von Malcolm Turnbull als Parteivorsitzender und Premierminister wurde Morrison am 24. August 2018 zum neuen Parteivorsitzenden gewählt und noch am selben Tag als Premierminister vereidigt.[1][2]

Inhaltsverzeichnis

Frühes LebenBearbeiten

Morrison ist der jüngste Sohn von John Morrison, eines Polizisten aus Sydney,[3] und seiner Frau Marion, geborene Smith. Er hat einen älteren Bruder namens Alan. Er besuchte die Sydney Boys High School und studierte anschließend Wirtschaftsgeographie an der University of New South Wales. Verheiratet ist er mit Jenny, geborene Warren. Beide lernten sich kennen, als sie 16 Jahre alt waren,[4] und heirateten im Alter von 21 Jahren. Mit seiner Frau hat er zwei gemeinsame Töchter.[5][6]

BerufBearbeiten

Nach seinem Studium arbeitete Morrison bis 1995 im Property Council als politischer Entscheidungsverantwortlicher und wurde anschließend stellvertretender Verwaltungschef der Australian Tourism Task Force. Zwei Jahre lang arbeitete er im Tourism Office. 1989 ging er nach Neuseeland und wurde dort Direktor des neugegründeten Office of Tourism and Sport. Diesen Posten verließ er nach einem Jahr und kehrte auch nach Australien zurück. Dort bekleidete er mehrere Ämter in der Politik und in der Tourismusbranche.

PolitikBearbeiten

Morrison kandidierte im Wahlkreis Cook bei der Parlamentswahl am 24. November 2007,[5] erhielt 58,35 % der Wählerstimmen und zog als Abgeordneter ins Repräsentantenhaus (das Unterhaus des australischen Parlaments) ein. 2010 erhielt er 57,88 Prozent der Stimmen, 2013 60,35 Prozent und 2016 58,35 Prozent.[7]

Bei seiner Antrittsrede im Jahr 2007 betonte er, dass mit seinem Mandat nun auch die Aborigines des Gweagal-Clans aus dem Dharawal-Stamm mit ihren Rechten und Anliegen im Parlament vertreten seien.[6]

Als Abbott im September 2013 Premierminister wurde, berief er Morrison zum Minister für Einwanderung und Grenzschutz (Minister for Immigration and Border Protection). Damit zählte auch die Operation Sovereign Borders zu seinen Aufgaben (siehe auch Migrations- und Asylpolitik Australiens). Am 23. Dezember 2014 bildete Abbott sein Kabinett um; Morrison wurde Sozialminister (Minister for Social Services) und hatte dieses Amt bis zum 21. September 2015. Anschließend wurde er Schatzkanzler (Treasurer) Australiens in der Regierung unter Malcolm Turnbull.

Nachdem Meinungsumfragen im Juli und August 2018 etwa ein Jahr vor der turnusmäßig anstehenden Parlamentswahl schlechte Werte für die Regierung des amtierenden Premierministers Turnbull erbracht hatten, revoltieren seine innerparteilichen Kritiker, insbesondere im konservativen Flügel der Liberal Party. Am 21. August 2018 gewann Turnbull nur relativ knapp eine innerparteiliche Kampfabstimmung gegen seinen Herausforderer Peter Dutton. Das knappe Ergebnis spornte seine Kritiker noch weiter an, die einen Wechsel an der Führungsspitze forderten, und am 24. August 2018 erklärte Turnbull schließlich seinen Rücktritt. Zu seinem Nachfolger im Amt des Premierministers wurde Morrison gewählt.[8]

Er wird dem gemäßigten Spektrum seiner Partei zugerechnet.[1] Er gilt als Pragmatiker, vertritt in Einzelfragen aber deutlich konservativere Positionen als sein Vorgänger Turnbull. Beispielsweise sprach er sich im Jahr 2017 gegen die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe aus und in der Migrationspolitik vertritt er kompromisslos eine harte Stop-the-boats-Linie mit Einwanderungshaft.[8]

Religiöse HaltungBearbeiten

Scott Morrison wuchs in seiner Familie nach den Regeln der Uniting Church in Australia auf. Später war er ein Anhänger der Pfingstbewegung. Heute steht er der Horizon Church nahe, einer evangelischen Glaubensrichtung. Morrison betonte, dass er einen starken Glauben habe, was sich auch darin zeige, dass sich der Kinderwunsch der Eheleute mit In-vitro-Fertilisation nach jahrelangen Fehlversuchen erfüllt habe.[6] Die erste Tochter kam nach 18 Jahren Ehe auf die Welt.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Scott Morrison – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Australiens Regierungschef Malcolm Turnbull tritt zurück. In: Zeit Online. 24. August 2018, abgerufen am 24. August 2018.
  2. Scott Morrison als neuer australischer Premier vereidigt. In: faz.net. 24. August 2018, abgerufen am 24. August 2018.
  3. Der Tagesspiegel, 25. August 2018, S. 6.
  4. Der Tagesspiegel, 25. August 2018, S. 6.
  5. a b Deborah Snow: Scott Morrison's relentless rise to power. In: smh.com.au (Sydney Morning Herald). 29. April 2016, abgerufen am 25. August 2018 (englisch).
  6. a b c Nick Bryant: Scott Morrison: So Who the Bloody Hell Are You?, auf themonthly.com (Februar 2012)
  7. https://results.aec.gov.au
  8. a b Scott Morrison is new Australian PM as Malcolm Turnbull ousted. In: BBC News. 24. August 2018, abgerufen am 24. August 2018 (englisch).