Indopazifik

Großregion aus dem nördliche Indischen Ozeanund dem westlichen Zentralpazifik und Nebenmeeren

Indopazifik ist die Bezeichnung einer aus dem nördlichen Indischen Ozean, dem westlichen Zentralpazifik und einigen Nebenmeeren bestehenden Großregion einschließlich ihrer Inselwelt. Im eingeschränkten Sinne wird die Bezeichnung Indopazifik auch lediglich für die Meere und Länder Südostasiens verwendet.[1]

Karte des Indopazifik

Der Begriff wird hauptsächlich in der Meeresbiologie und Ichthyologie[2] verwendet, da diese Meere für viele Arten ein von Madagaskar bis Japan und die Südsee reichendes zusammenhängendes Verbreitungsgebiet bilden.[3] (Siehe zum Beispiel Nachthaie, Sousa-Delfine, Indopazifischer Großer Tümmler, Dugongs, Fahnenschwanz-Seenadeln, Korallenfische[4]). Der Indopazifik beherbergt auch eine reiche Mangrovenflora.

Sinnvoll ist der Begriff auch in der Sprachwissenschaft, da sich der Raum Indopazifik weitgehend mit dem Verbreitungsgebiet der austronesischen Sprachen deckt. Daneben umfasst er die Verbreitungsgebiete der Papua-Sprachen und der andamanischen Sprachen. Die nikobaresischen Sprachen gehören geographisch ebenfalls zum Indopazifik, sind aber linguistisch den austroasiatischen Mon-Khmer-Sprachen zuzuordnen.

Mittlerweile wird der Begriff aufgrund der veränderten Konstellation in der internationalen Politik auch in den Strategischen Studien angewendet.[5] In diesem Zusammenhang wurde er erstmals im Jahr 2007 von Shinzō Abe anlässlich eines Auslandsbesuches in Indien verwendet. Danach hielt der Begriff Einzug in den außenpolitischen Diskurs von Indien, Japan und Australien. Während der Präsidentschaft von Barack Obama rückte der Indopazifik als amerikanisches Interessengebiet durch den Bestseller Monsoon: The Indian Ocean and The Future of American Power von Robert D. Kaplan zunehmend in den Blickpunkt.[6]

Die Fregatte Bayern der Deutschen Marine soll 2021 in den Indopazifik entsendet werden.[7] Zudem plant die Luftwaffe für das Jahr 2022 mit Kampf- sowie Tankflugzeugen die Teilnahme an einer größeren Übung in Australien.[8]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Definition
  2. Meerwasser-Lexikon, abgerufen am 5. Jan. 2012
  3. Diamantklapperschlange Biologie-Lexikon (Memento vom 30. August 2010 im Internet Archive), abgerufen am 5. Jan. 2012
  4. Dieter Eichler, Robert F. Myers: Korallenfische Indopazifik. Jahr, Hamburg 1997, ISBN 3-86132-225-0.
  5. Felix F. Seidler: Maritime Machtverschiebungen im Indo-Pazifischen Raum: Geopolitische und strategische Trends. (PDF; 590 kB) Institut für Sicherheitspolitik CAU Kiel, archiviert vom Original am 22. August 2013; abgerufen am 31. Januar 2013.
  6. Van Jackson: America’s Indo-Pacific Folly: Adding New Commitments in Asia Will Only Invite Disaster. In foreignaffairs.com, 12. März 2021, abgerufen am 18. März 2021.
  7. Johannes Leithäuser, Berlin: Präsenz im Indo-Pazifik: Deutschland entsendet Fregatte in ostasiatische Gewässer. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 14. Juni 2021]).
  8. Lt Gen Ingo Gerhartz: German Air Force chief: The service is undergoing upgrades to meet future challenges. 11. Januar 2021, abgerufen am 14. Juni 2021 (amerikanisches Englisch).