Radio New Zealand

öffentlich-rechtliche Hörfunkanstalt Neuseelands

Radio New Zealand (auf Māori Te Reo Irirangi o Aotearoa) ist die öffentlich-rechtliche Hörfunkanstalt Neuseelands. Sie wurde 1995 gegründet und produziert zwei landesweite und ein internationales Radioprogramm. Außerdem überträgt Radio New Zealand auf Mittelwelle und im Internet die Debatten des Neuseeländischen Parlaments.

Funkturm-Piktogramm der Infobox
Radio New Zealand
Senderlogo
Hörfunksender (öffentlich-rechtlich)
Empfang Satellit, UKW, MW, Internet
Sendestart 1995
Sprache englisch, māori
Sitz Wellington, NeuseelandNeuseeland Neuseeland
Sendeanstalt RNZ
Liste von Hörfunksendern
Website

Die Rundfunkanstalt hat ihren Sitz in Wellington. Finanziert wird sie durch die unabhängige Agentur NZ On Air, die Medieninhalte fördert. Diese wird wiederum vollständig aus staatlichen Steuermitteln finanziert. Im Jahr 2009/10 waren 32,842 Millionen NZD als Förderung für Radio New Zealand vorgesehen.[1]

GeschichteBearbeiten

Erste Hörfunksendungen gab es in Neuseeland während des Ersten Weltkriegs, als in Rarotonga ein Sender in Betrieb genommen wurde, über den auch die Meldung über den Waffenstillstand 1918 verbreitet wurde.[2] Die ersten regulären Radiosender konnten seit 1922 in den größeren Städten für einige Stunden wöchentlich gehört werden.[3]

Der öffentliche Rundfunk in Neuseeland hat seine Wurzeln im Jahr 1925, als die Regierung ein Gesetz erlassen hatte, das der zwei Jahre zuvor gegründeten Radio Broadcasting Company (RBC) über einen Zeitraum von fünf Jahren Gebühren von den Radioverkäufern im Land für jedes verkaufte Gerät zubilligte. Dies wurde unter die Bedingung gestellt, dass ein nichtkommerzielles Rundfunksystem mit mindestens vier Stationen weiter ausgebaut würde. Damit war dies der direkte Vorläufer des heutigen National Radio. Die Erlöse aus diesen Abgaben waren jedoch so ungenügend, dass 1931 ein der Regierung unterstelltes Rundfunkdirektorium eingerichtet wurde, welches jedoch weiterhin von Lizenzgebühren abhängig war. Im Jahre 1936 richtete die erste Labour-Regierung des Landes den National Broadcasting Service (Nationalen Rundfunkdienst) als eine Regierungsbehörde ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das System zum New Zealand Broadcasting Service (NZBS) umorganisiert und im Jahre 1962 endete der Status als Regierungsbehörde mit der Einrichtung der New Zealand Broadcasting Corporation (NZBC)

Gesendet wurde zu Anfang in den vier großen Städten des Landes: Auckland, Wellington, Christchurch und Dunedin, die Sendungen führten aber auch zu einer stärkeren Annäherung von Stadt und Land, weil nun alle Bürger die gleichen Sendungen hören konnten. Gesendet wurde damals vor allem Musik. Seit 1927 gab es auch Nachrichten und einen abendlichen Wetterbericht, der sich vor allem an die Landwirte richtete. Der Schulfunk begann 1931 mit regelmäßigen Sendungen.[4]

Mit dem Radio New Zealand Act 1995, auch Broadcasting Act genannt, wurde Radio New Zealand von 1995 an als Einzelunternehmen im Staatsbesitz errichtet, das für die verschiedenen Rundfunkprogramme National, Concert und Radio New Zealand Pacific (bis April 2017:[5] Radio New Zealand International) verantwortlich ist.[6]

Im Februar 2020 erklärte das für den öffentliche Rundfunk zuständige Ministerium, man habe die Unternehmensberatungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers beauftragt, ein Konzept für „ein neues öffentliches Medienhaus als unabhängigem Multiplattform- und Multimediabetrieb“ zu erstellen. RNZ und TVNZ sollen durch eine Neugründung ersetzt werden. Kommerzielle TV-Sender kritisierten TVNZ dafür, seine Programme mehr und mehr als Werbeumfeld zu gestalten und damit die Lage am wegbrechenden Werbemarkt noch zu verschärfen.[7]

ProgrammeBearbeiten

 
Radio New Zealand House - Sendezentrum in Wellington

Radio New Zealand National sendet einen Mix aus Informationen, Talk, Features, Hörspielen und Musik. Bei der Musik ist ein Anteil von mindestens 33 % an neuseeländischen Produktionen vorgeschrieben.

Radio New Zealand Concert sendet vor allem klassische Musik, teilweise auch Jazz und Weltmusik. Der Musikanteil im Programm liegt bei 85 Prozent.

AM Network ist ein Netz an Mittelwellensendern, betrieben von RNZ im Auftrag des Neuseeländischen Parlaments. Die Sender versorgen beide Inseln flächendeckend, übertragen alle Parlamentssitzungen und werden in der freien Zeit an einen christlichen Anbieter vermietet.[8]

Radio New Zealand Pacific (RNZ Pacific, bis April 2017:[5] Radio New Zealand International, RNZI) ist der neuseeländische Auslandsdienst. Er sendet Nachrichten zu Neuseeland sowie den pazifischen Raum betreffende Themen. Gesendet wird der Dienst in Englisch und Pazifischen Sprachen auf Kurzwelle (Rangitaiki). Daneben werden die Sendungen über Satellit sowie per Livestream und als Podcast im Internet weltweit verbreitet.[9]

WeblinksBearbeiten

Commons: Radio New Zealand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. NZ On Air Statement of Intent (SOI) 2009-2012. (PDF 864 kB) 2009, archiviert vom Original am 8. Februar 2013; abgerufen am 28. Dezember 2015 (englisch).
  2. Wireless station established in Rarotonga. New Zealand History Online, 1. November 2010, abgerufen am 5. Juni 2011 (englisch, Bericht aus dem Poverty Bay Herald vom 20. April 1918).
  3. 1922 key events. First radio stations on the air. New Zealand History Online, 21. Juni 2010, abgerufen am 5. Juni 2011 (englisch).
  4. Nancy Swarbrick: Rural media: Radio. In: Te Ara - the Encyclopedia of New Zealand. Ministry for Culture & Heritage, 24. November 2008, abgerufen am 28. Dezember 2018 (englisch).
  5. a b About RNZ Pacific. Radio New Zealand, abgerufen am 6. Januar 2019 (en-nz).
  6. Radio New Zealand Act 1995. In: New Zealand Legislation. Parliamentary Counsel Office, 25. September 1995, abgerufen am 7. Februar 2010 (englisch).
  7. Völlige Rundfunk-Umstrukturierung in Neuseeland (16. November 2019); Work has resumed on RNZ-TVNZ merger, briefing to minister confirms (15. Dezember 2020)
  8. RNZ : AM and FM Frequencies. Abgerufen am 6. Februar 2021 (en-nz).
  9. How To Listen. Radio New Zealand, 28. Oktober 2018, abgerufen am 28. Dezember 2018 (englisch).

Koordinaten: 41° 17′ 6″ S, 174° 46′ 27″ O