Schwanewede

Gemeinde im Landkreis Osterholz in Niedersachsen

Schwanewede ist eine nord-nord-westlich von Bremen gelegene Einheitsgemeinde im Landkreis Osterholz in Niedersachsen. Einige Ortsteile befinden sich direkt an der Unterweser.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schwanewede
Schwanewede
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schwanewede hervorgehoben

Koordinaten: 53° 14′ N, 8° 36′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osterholz
Höhe: 15 m ü. NHN
Fläche: 132,22 km2
Einwohner: 20.329 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 154 Einwohner je km2
Postleitzahl: 28790
Vorwahlen: 04209, 0421, 04296
Kfz-Kennzeichen: OHZ
Gemeindeschlüssel: 03 3 56 009
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Damm 4
28790 Schwanewede
Website: www.schwanewede.de
Bürgermeister: Christina Jantz-Herrmann (SPD)
Lage der Gemeinde Schwanewede im Landkreis Osterholz
BremenBremenLandkreis CuxhavenLandkreis OldenburgLandkreis Rotenburg (Wümme)Landkreis VerdenLandkreis WesermarschAxstedtGrasbergHambergenHolsteLilienthalLübberstedtOsterholz-ScharmbeckRitterhudeSchwanewedeWorpswedeVollersodeKarte
Über dieses Bild
Topografie und Gemeindegliederung von Schwanewede

GeographieBearbeiten

NachbargemeindenBearbeiten

Schwanewede grenzt im Westen an die Weser (westlich davon der Landkreis Wesermarsch), im Norden an die Hagener Ortsteile Sandstedt, Uthlede und Wulsbüttel (im Landkreis Cuxhaven), im Osten an die Stadt Osterholz-Scharmbeck und an Ritterhude (beide Landkreis Osterholz) sowie im Süden an die Bremer Stadtteile Blumenthal, Vegesack und Burglesum.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Schwanewede besteht neben dem gleichnamigen Kernort mit etwa 9932 Einwohnern aus weiteren elf Ortschaften (Stand: 30. Juni 2007),[2] die sich teilweise in weitere Ortsteile untergliedern:

  • Aschwarden (402 Einwohner) mit den Ortslagen Bruch und Hassel
  • Beckedorf (1413 Einwohner) mit den Ortslagen Fredeholz, Rosenbusch, Sandfurt, Schwankenfurt, Vollershagen und Wölpsche
  • Brundorf (380 Einwohner) mit den Ortslagen Lilkendey und Karlshorst
  • Eggestedt (186 Einwohner)
  • Harriersand (78 Einwohner) mit der Ortslage Wilhelmsplate
  • Hinnebeck (265 Einwohner) mit der Ortslage Hinnebeckerfurt
  • Leuchtenburg (1321 Einwohner) mit der Ortslage Holthorst
  • Löhnhorst (908 Einwohner) mit der Ortslage Hohehorst
  • Meyenburg (1507 Einwohner) mit den Ortslagen Damm, Mühlengrund, Brakland und Großer Kamp
  • Neuenkirchen (3423 Einwohner) mit den Ortslagen Göspe und Stellerbruch
  • Rade (238 Einwohner) mit der Halbinsel Fährplate

Während der westliche Teil der Gemeinde – die Ortsteile Neuenkirchen, Rade und Aschwarden – entlang der Weser aus Marschland mit Grünlandnutzung besteht (der Osterstader Marsch), finden sich östlich davon Geestlandschaften, die von größeren Waldgebieten eingenommen werden (Düngel und Garlstedter Heide). Die 6 km² große und über 11 km lange Weserinsel Harriersand gehört seit der Gebietsreform 1974 zu Schwanewede. Sie ist eine der längsten Flussinseln Europas und hat einen Sandstrand.

Ortsteile der Ortschaft SchwanewedeBearbeiten

Der Kernort besteht aus den folgenden Ortsteilen: Brink, Dreienkamp, Flachsberg, Hamfähr, Hünenstein, Kerkhop, Klippenei, Köhlhorst, Koppelsberg, Kreienmoor, Langenberg, Lehmhorst, Metjensande, Reitberg, Schukamp, Siethlandswehr, Trenthöpen, Vorberg und Voßhall.

GeschichteBearbeiten

Werkzeuge jungsteinzeitlicher Siedler wurden in der Schwaneweder Gemarkung gefunden und aus der Bronzezeit (um 1800 v. Chr.) sind einige Hügelgräber im Gemeindegebiet erhalten geblieben. Die Hügelgräber in der Neegenbargsheide liegen nördlich von Schwanewede.[3] Der Name Schwanewede wurde 1203 erstmals urkundlich als Personenname erwähnt. Weiter zurück datieren die Ersterwähnungen von Aschwarden (1105) und Rade (1100). Später wurden Hinnebeck 1236, Beckedorf 1260, Eggestedt 1273 und Brundorf im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort Schwanewede gehörte lange Zeit zum Amt Blumenthal und kam mit diesem zusammen 1932 zum Landkreis Osterholz. 1929 wurden die Dörfer Schukamp und Lehmhorst nach Schwanewede eingemeindet.

Im Oktober 1943 wurde in dem Heidegebiet zwischen Neuenkirchen und Schwanewede das KZ Farge errichtet.

In Schwanewede wurde 1958 ein Standort der Bundeswehr eingerichtet. Neben der Lützow-Kaserne bestand mit der Weser-Geest-Kaserne ein weiterer Standort. In Eggestedt befand sich ein Munitionsdepot und eine Schießanlage. Seitdem waren in Schwanewede neben dem Panzergrenadierbataillon 323, dem Panzerbataillon 324 und dem Panzerartillerielehrbataillon 325 auch andere Artillerie- und Instandsetzungsverbände der Panzergrenadierbrigade 32 stationiert. Im Zuge der Truppenreduzierung wurden diese Verbände aber aufgelöst.

Bis 2006 waren in Schwanewede nach der Verlegung und Auflösung der anderen Truppenteile Teile des Sanitätsregimentes 12 stationiert. Ab 2007 waren in der Lützow-Kaserne Teile des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst (Kdo SES) beheimatet. Neben den drei Kommandoeinheiten, der Versorgungsunterstützungskompanie und der Sanitätsausbildungskompanie wurde hier auch der Stab des Kommandobereiches Follow-On-Forces (KdoBer FOF) untergebracht. Am 26. Oktober 2011 wurde die Schließung des Standortes Schwanewede im Zuge der Bundeswehrreform bis 2013 bekannt gegeben. Im Zuge der 2013 angepassten Realisierungspläne zum Stationierungskonzept wurde die Schließung des Standortes auf das 3. Quartal 2015 angesetzt.

Ab dem 16. September 2015 wurde die frühere Lützow-Kaserne in Schwanewede vorübergehend als Flüchtlingsnotunterkunft verwendet. Künftig soll das Gelände teilweise mit Wohnbebauung belegt werden.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Aschwarden, Beckedorf, Brundorf, Eggestedt, Hinnenbeck, Leuchtenburg, Löhnhorst, Meyenburg, Neuenkirchen und Rade sowie die östlich der Weser gelegenen Gebietsteile der Städte Brake (Unterweser) und Elsfleth (beide im Landkreis Wesermarsch) eingegliedert.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 
Einwohnerentwicklung von Schwanewede von 1961 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
Jahr* Einwohner
1961 13.221
1968 15.160
1973 16.392
1978 17.415
1983 17.512
1988 16.772
1993 17.504
Jahr Einwohner
1998 18.433
2003 19.842
2008 20.061
2010 19.904
2012 19.540
2015 21.040
2017 20.142

* 1961 am 6. Juni, dem Tag der Volkszählung, mit den später eingemeindeten Orten[4]; ab 1968 jeweils am 31. Dezember[5]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat der Gemeinde Schwanewede besteht aus 32 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 15.001 und 20.000 Einwohnern.[6] Die 32 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Ebenfalls stimmberechtigtes Mitglied des Rates ist der Bürgermeister.

Die Ergebnisse der vergangenen drei Kommunalwahlen führten zu folgenden Sitzverteilungen:

Kommunalwahl SPD CDU GRÜNE FDP* Wähler-gemeinschaft Gesamt
10. September 2006 16 9 2 2 3 32 Sitze
11. September 2011 13 10 4 1 4 32 Sitze
11. September 2016 12 11 3 2 4 32 Sitze

* 2016: FDP / Die Linke

Die nächste Kommunalwahl zum Gemeinderat findet 2021 statt.

BürgermeisterBearbeiten

Hauptamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Schwanewede ist seit dem 1. Januar 2021 Christina Jantz-Herrmann (SPD).[7]

Ehemalige BürgermeisterBearbeiten

als Bürgermeister (Zweigleisigkeit)
  • 1974–1996: Johann Holler (Wählergemeinschaft Schwanewede)
als Bürgermeister (Eingleisigkeit)
  • 1996–2001: Johann Holler (Wählergemeinschaft Schwanewede)[8]
  • 2001–2020: Harald Stehnken (SPD)
  • Seit 2021: Christina Jantz-Herrmann (SPD)

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde Schwanewede zeigt einen weißen Schwan auf blauem Grund.[9]

FlaggeBearbeiten

Die Flagge der Gemeinde ist blau-weiß und zeigt das Gemeindewappen.[9]

PartnerschaftenBearbeiten

Schwanewede ist im Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen vertreten.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Schwanewede im 17. Jahrhundert noch mit der Schreibweise „Swanewedel“

MuseenBearbeiten

Im Ortsteil Beckedorf wird seit 1996 das Beckedorfer Schmiedemuseum vom gleichnamigen Förderverein betrieben. Es widmet sich vor allem dem Schmiedehandwerk im 19. Jahrhundert und befindet sich in der 1812 gegründeten „Wildhackschen Waldschmiede“. Neben einer voll funktionsfähigen Schmiede mit Esse, Blasebalg und historischen Werkzeugen werden Dokumente, Werkzeichnungen und Schmiedeerzeugnisse ausgestellt. Das kleine Museum ist außer an Feiertagen jeden Freitagnachmittag geöffnet und kann zudem nach Terminabsprache besichtigt werden.[10]

Seit 2007/2008 betreibt der Heimatverein Neuenkirchen e. V. in einer historischen Baracke, die sich auf dem Gelände der 2004 aufgelösten Weser-Geest-Kaserne der Bundeswehr bzw. des ehemaligen Marinegemeinschaftslagers, Marinehospitals und Evangelischen Hospitals Neuenkirchen in der Neuenkirchener Heide befindet, die museale Einrichtung Baracke Wilhelmine (Dokumentations- und Lernort Baracke Wilhelmine). Das von der Gemeinde geförderte Ausstellungsprojekt dokumentiert in Form eines kleinen regionalen Museums die Geschichte der Nutzung des Geländes und ist zugleich eine Gedenkstätte an die Zwangsarbeiter des NS-Arbeitslagers sowie die Opfer des KZ Farge bzw. des Baus des U-Boot-Bunkers Valentin in Bremen-Rekum. Ein gesonderter Ausstellungsbereich befasst sich mit dem Thema „Lebensborn“ und dem ehemaligen Lebensborn-Heim „Haus Friesland“ im Herrenhaus Hohehorst auf Gut Hohehorst bei Löhnhorst.[11]

Der Verein Geschichtslehrpfad Lagerstraße/U-Boot-Bunker Valentin e. V. betreibt in Schwanewede-Neuenkirchen das Ausstellungsprojekt und Museum Baracke 27.[12]

BauwerkeBearbeiten

 
St.-Johannes-Kirche Schwanewede
  • Michaelskirche in Neuenkirchen, ein barocker Bau von 1768 mit romanischem Turm von 1192
  • St.-Luciae-Kirche in Meyenburg, erbaut 1857 mit Turm von 1752 und separater barocker Friedhofskapelle
  • St.-Nicolai-Kirche in Aschwarden-Bruch, um 1235 erbaut
  • Wassermühlen in Meyenburg (errichtet 1856) und Neuenkirchen-Göspe (errichtet 1868)
  • Windmühle am Weserdeich in Aschwarden (doppelstöckiger Galerieholländer, 1896 errichtet)
  • Schafstall in Brundorf (ein im 17. Jahrhundert errichteter und unlängst restaurierter Fachwerkbau mit Feldsteinsockel)
  • Niedersachsenhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert im Dorfkern von Meyenburg
  • Mausoleum am Spreeken nahe der Ortslage Koppelsberg, neugotischer Backsteinbau, errichtet um 1860 als Erbbegräbnis der Familie v.d. Wisch[13]
  • Rittergut Wersebe in Meyenburg: Erstmals 1309 erwähnt als Wasserburg, Privatbesitz
  • Ehemaliges Landgut Albrecht in Leuchtenburg mit Herrenhaus und Park (Albrechts Park). Der Bremer Kaufmann Hermann Hegeler erwarb ein ca. 40.000 m² große Areal und ließ 1868 ein Herrenhaus errichten im Stil der nordenglischen Lowther Castle. 1905 kaufte Carl Albrecht – dem Großvater des späteren niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht – das Anwesen, gab die Gutswirtschaft auf und verbesserte die Ausgestaltung des Parks. Die Familie Albrecht veräußerte den Besitz 1971. Die Lufthansa übernahm das Herrenhaus mit ca. 23.000 m² Gelände u. a. zur Unterbringung der Lufthansaschüler. Das Herrenhaus Leuchtenburg wird seit ein paar Jahren als Hotel geführt.
  • Herrenhaus Hohehorst auf Gut Hohehorst in Löhnhorst: 1928/29 vom Großindustriellen G. Carl Lahusen als Land- und Sommersitz seiner Familie errichtet; zur Zeit des Nationalsozialismus Lebensborn-Heim Friesland und später Krankenhaus, bis 2014 Drogentherapiezentrum, inzwischen Privatbesitz eines Bremer Bauunternehmers.[14]

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • An jedem 1. Mai findet beim Beckedorfer Schmiedemuseum ein „Schmiedefest“ statt.
  • 1. Mai Mühlenfest an der Aschwardener Windmühle
  • Am ersten Sonntag im Oktober gibt es den karnevalsartigen Umzug zum Erntedankfest.
  • 3. Oktober Bauern- und Kunsthandwerkermarkt an der Aschwardener Mühle
  • Seit 2009 findet das Open-Air Festival Rock den Deich statt, in dessen Rahmen mehr oder weniger bekannte Bands auftreten.[15]
  • Anfang November findet der überregionale Musiker-Flohmarkt statt.

InfrastrukturBearbeiten

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

  • Rathaus Schwanewede, Damm 4
  • Hallenbad an der Waldschule in Schwanewede und Freibad Neuenkirchen
  • Gemeindebüchereien Schwanewede, Ostlandstraße 34 und Neuenkirchen, Landstraße 80

BildungBearbeiten

SozialeinrichtungenBearbeiten

  • Kindergärten
    • Butjer in Beckedorf
    • KiGa Meyenburg
    • Dreienkamp, Posener Straße und Worpsweder Straße in Schwanewede
  • Krankenhäuser: Nächstgelegene Akutkrankenhäuser sind das Klinikum Bremen-Nord und das Kreiskrankenhaus Osterholz.

KirchenBearbeiten

  • Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Johannes, Ostlandstraße
  • Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Luciä, Meyenburger Damm 11
  • Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Magni, Unter den Linden 24
  • Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde, Landstraße 71, Neuenkirchen
  • Römisch-katholische Kirchengemeinde St. Ansgar, Hannoversche Straße, Schwanewede

FriedhöfeBearbeiten

  • Jüdischer Friedhof Schwanewede
  • Evangelischer Friedhof der St.-Johannis-Kirche
  • Neuer Evangelischer Friedhof am Spreeken nahe dem Mausoleum
  • Lagerfriedhof in Meyenburg

SportBearbeiten

Überregional bekannt ist die Handballsportgemeinschaft Schwanewede/Neuenkirchen sowie die beiden Kunstradsportvereine RS Niedersachsen Schwanewede und RV Vorwärts Neunkirchen und der SV Grün-Weiß Beckedorf mit der Abteilung Rhythmische Sportgymnastik.

In Schwanewede gibt es ein Hallenbad an der Waldschule und ein Freibad in Neuenkirchen. Daneben existieren drei Tennisanlagen und vier Schützenhallen.[16] Auf einem 400 m² großen Parkplatzgelände der ehemaligen Weser-Geest-Kaserne in Neuenkirchen wurde außerdem ein Skateranlage eingerichtet.

Teilweise auf Gemeindegebiet liegt der Golfplatz Bremer Schweiz.

FeuerwehrBearbeiten

Die Freiwillige Feuerwehr Schwanewede hat 10 Ortsfeuerwehren.

  • Feuerwehren mit Grundausstattung: Aschwarde, Brundorf, Eggestedt, Hinnebeck, Löhnhorst, Rade
  • Stützpunktfeuerwehren: Leuchtenburg, Meyenburg, Neuenkirchen
  • Schwerpunktfeuerwehren: Schwanewede
  • Jugendfeuerwehr in Leuchtenburg, Neuenkirchen und Schwanewede
  • Kinderfeuerwehr Schwanewede

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Im interkommunalen Gewerbepark „A 27“ im Ortsteil Brundorf (gemeinsam mit Osterholz-Scharmbeck, Stadtteil Heilshorn), knapp 1,5 km östlich der Autobahnabfahrt, befindet sich unter anderem ein Warenzentrallager der Einzelhandelskette Lidl, die Zentrale des Abfallfahrzeugherstellers FAUN Umwelttechnik und bis zur Insolvenz 2011 eine von zwei Europaniederlassungen des Fahrzeugpanzerers Centigon.

In Eggestedt besteht ein Tagebaubetrieb (Kiestagebau).

VerkehrBearbeiten

 
Streckenverlauf der Bahnstrecke Bremen-Farge–Bremen-Vegesack mit der Station „Klinikum Bremen-Nord/Beckedorf“ (etwas rechts der Bildmitte)

Die Gemeinde liegt an der Autobahn 27 zwischen Bremen und Bremerhaven, die Anschlussstelle „Schwanewede“ hat die Nummer 14.

Die Bahnstation Klinikum Nord/Beckedorf an der Bahnstrecke Bremen-Farge–Bremen-Vegesack befindet sich im Ortsteil Beckedorf. Von hier verkehren Elektrotriebwagen der NordWestBahn als Linie RS1 der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen nach Bremen-Farge und Bremen-Vegesack – außerhalb der Hauptverkehrszeit weiter nach Bremen Hauptbahnhof und Verden (Aller). Die lange von der Bundeswehr genutzte Marinebahn endete im Schwaneweder Ortskern an der Ostlandstraße.

Das Busliniennetz in der Gemeinde wird vom Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) betrieben, wozu das Unternehmen BSAG (Bremer Straßenbahn AG) zählt, und das Regional Busunternehmen "Weser-Ems-Busverkehr GmbH", was am 31. Juli 2017 die Linienkonzessionen im gesamten LK Osterholz-Scharmbeck, Hambergen, Schwanewede und alle weiteren Ortschaften gewonnen hat. Seit dem 31. Juli 2017 fahren alle privaten Busunternehmen für den Weser-Ems Bus im Auftrag, außer der Buschmann Busbetrieb, der am 31. Juli 2017 ihre Firma schließen musste. Anbindungen bestehen in die umliegenden Gemeinden, in die Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck und nach Bremen.

Schwanewede wird durch Buslinien der Bremer Straßenbahn AG sowie Buslinien anderer Unternehmen des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen (VBN) versorgt:

  • Buslinie 94: Schwanewede–Blumenthal–Vegesack–Grohn–Lesum–Burg–Marßel-(Gröpelingen)
  • Buslinie N94 (Nachtlinie): Schwanewede–Blumenthal
  • Buslinie 95 (nur in der Hauptverkehrszeit): Bockhorn–Lüssum–Vegesack–Grohn–Lesum–Burg–Gröpelingen
  • Buslinie 677: Vegesack–Aumund-Hammersbeck—Beckedorf–Schwanewede–Uthlede
  • Buslinie 650: Osterholz-Scharmbeck—Schwanewede—Neuenkirchen
  • Buslinie N61 (Nachtlinie): Hagen(PAM PAM)—Schwanewede—Blumenthal—Aumund—Vegesack

Das Radwegenetz in Schwanewede ist etwa 140 km lang.[16]

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Friedrich Hashagen (1841–1925), lutherischer Theologe und Hochschullehrer, gebürtig aus dem Ortsteil Leuchtenburg.
  • Wilfried Wolters (1891–1969), lutherischer Theologe und Landessuperintendent von Celle, war gebürtig aus dem Ortsteil Meyenburg.
  • Volker Kühn (* 1948), Künstler, gebürtig aus dem Ortsteil Neuenkirchen.

Mit Schwanewede verbundenBearbeiten

  • Wilko Jäger (* 1939), Lehrer und Schulleiter im Ruhestand sowie Heimatkundler, Autor und Fotograf; war jahrzehntelang Schulleiter im Ortsteil Meyenburg und lebt dort.
  • Hellmut Lange (1923–2011), Schauspieler, lebte Jahrzehnte im Ortsteil Leuchtenburg.
  • Nina Müller (* 1980), ehemalige Handballspielerin der Frauen Handballnationalmannschaft, hat 12 Jahre lang beim HSG Schwanewede/Neuenkirchen gespielt.
  • Finn Lemke (* 1992), aktiver Handballspieler beim TBV Lemgo, begann in Schwanewede mit Handballsport
  • Christina Jantz-Herrmann (* 1978), ehemalige Bundestagsabgeordnete, aufgewachsen in Schwanewede

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Schwanewede – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle A100001G: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2020 (Hilfe dazu).
  2. Zahlen von der Seite schwanewede.de: Daten und Fakten (Memento des Originals vom 1. Juli 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schwanewede.de
  3. schwanewede.de: Geschichte (Memento des Originals vom 1. Juli 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schwanewede.de
  4. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 243.
  5. LSKN-Online
  6. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 22. November 2014
  7. Gabriela Keller: Neue Bürgermeisterin in Schanewede - Jantz-Herrmann gewinnt. Weser-Kurier, Die Norddeutsche, 13. Dezember 2020, abgerufen am 4. Januar 2021.
  8. Gabriela Keller: Ex-Bürgermeister Johann Holler ist tot - Ein Leben für das Gemeinwohl. Weser-Kurier, Die Norddeutsche, 18. Februar 2014, abgerufen am 4. Januar 2021.
  9. a b Hauptsatzung der Gemeinde Schwanewede, abgerufen am 22. November 2014
  10. Website des Beckedorfer Schmiedemuseums.
  11. Website des Dokumentations- und Lernorts Baracke Wilhelmine.
  12. Website des Vereins Geschichtslehrpfad Lagerstraße/U-Boot-Bunker Valentin e. V..
  13. Harald Steinmann: Ein Mausoleum in Schwanewede. In: Heimat-Rundblick. Geschichte, Kultur, Natur. Nr. 112, 1/2015 (Frühjahr 2015). Druckerpresse-Verlag, ISSN 2191-4257, S. 14–15.
  14. https://www.weser-kurier.de/region/die-norddeutsche_artikel,-privater-eigentuemer-riegelt-gut-hohehorst-ab-_arid,1947385.html
  15. http://www.rockdendeich.de/
  16. a b komsis.de: Standortprofil Gemeinde Schwanewede