Panzerbataillon

Ein Panzerbataillon (abgekürzt PzBtl) ist ein etwa 500 Soldaten umfassender, vollbeweglicher, mit Kampfpanzern ausgerüsteter Verband, dessen Auftrag im klassischen Gefecht der verbundenen Waffen (neu: Operation verbundener Kräfte) darin besteht, feindliche Panzertruppen in allen Gefechtsarten bei Tag und bei Nacht zu bekämpfen.

Gliederung PzBtl in der Heeresstruktur IV: Stabs- und Versorgungskompanie und 3 Panzerkompanien (á 13 KPz.) mit je drei Panzerzügen (á 4 KPz).
Gliederung gemischtes PzBtl in der Heeresstruktur IV
PzBtl im Jahr 1980

ZusammensetzungBearbeiten

Ursprünglich waren die Panzerbataillone der Bundeswehr mit 54 Kampfpanzern, drei Bergepanzern und mehreren gepanzerten anderweitigen Hilfsfahrzeugen ausgestattet.

  • 1./ Stabs- und Versorgungskompanie – 3 Kampfpanzer (Kommandeur, stellv. Kommandeur, ein Umsteigefahrzeug), drei Bergepanzer, drei Hotchkiss San, sechs Hotchkiss cargo, sechs MTW M113
  • 2./ Panzerkompanie – 15 Kampfpanzer in drei Zügen plus dem Chefpanzer und ein Umsteigefahrzeug
  • 3./ Panzerkompanie – 15 Kampfpanzer in drei Zügen plus dem Chefpanzer und ein Umsteigefahrzeug
  • 4./ Panzerkompanie – 15 Kampfpanzer in drei Zügen plus dem Chefpanzer und ein Umsteigefahrzeug

Die Allgemeine Grundausbildung (AGA) fand Quartalsmäßig reihum in den Kampfkompanien statt, deren Panzer in diesem Zeitraum stillgelegt waren. Die Spezialisten für die Stabs- und Versorgungskompanie wurden nach der AGA herausgefiltert und in die 1. Kompanie versetzt. Mit Ausnahme der Übergänger zur Stabs- und Versorgungskompanie blieb das Personal der Kampfkompanien daher vom ersten bis zum letzten Tag der Dienstzeit zusammen.

Im heutigen Friedensgrundbetrieb besteht das Panzerbataillon der Bundeswehr aus einer Stabs- und Versorgungskompanie, drei Panzerkompanien und einer Einsatzunterstützungskompanie. Im Einsatz erfolgt häufig eine Unterstellung eigener Einheiten unter die Führung von Verbänden anderer Truppengattungen. Eine Verstärkung mit Panzergrenadier-, Artillerie-, Flugabwehr- oder Pionierkräften ist die Regel.

Geführt wird das Panzerbataillon im Regelfall durch einen Stabsoffizier im Dienstgrad Oberstleutnant. Seine Stehzeit als Kommandeur des Bataillons beträgt üblicherweise drei Jahre.

Das Panzerbataillon der Bundeswehr ist im Regelfall mit 44 Kampfpanzern des Typs Leopard 2 ausgerüstet. Sie befinden sich in folgenden Einheiten:

  • 1./ Stabs- und Versorgungskompanie – zwei Leopard 2 sowie zwei Bergepanzer Büffel im Instandsetzungszug.
  • 2./ Panzerkompanie – vierzehn Leopard 2 (zwei in der Kp-Führungsgruppe, in drei Zügen je vier)
  • 3./ Panzerkompanie – vierzehn Leopard 2 (zwei in der Kp-Führungsgruppe, in drei Zügen je vier)
  • 4./ Panzerkompanie – vierzehn Leopard 2 (zwei in der Kp-Führungsgruppe, in drei Zügen je vier)

5./ Einsatzunterstützungskompanie – keine Panzerfahrzeuge.

Panzerbataillone der BundeswehrBearbeiten

Die Bundeswehr verfügt momentan über vier aktive Panzerbataillone:

Nach einem Beschluss von Anfang 2015 wurde neu aufgestellt:

Zudem das teilaktive Gebirgspanzerbataillon 8 in Pfreimd mit zwei aktiven Kompanien.

Nach einem Beschluss von Ende 2018 wurde neu aufgestellt:

  • Panzerbataillon 363 in Hardheim (unterstellt der 10. Panzerdivision) Indienststellung Oktober 2019[2]

Nach Umsetzung der Standortentscheidungen vom 2. November 2004 bestanden folgende Panzerbataillone:

Das Panzerbataillon 33 wurde in ein Panzergrenadierbataillon umgegliedert, das Panzerbataillon 413 in ein Jägerbataillon.

Weitere fünf Panzerbataillone sind mit Gerät als Reserve eingelagert (Ergänzungstruppenteil).

FußnotenBearbeiten

  1. Gemeinsames Panzerbataillon. In: Süddeutsche Zeitung, 17. März 2016, S. 6.
  2. Das gepanzerte Herz wird größer und digital. Abgerufen am 7. Dezember 2018.

WeblinksBearbeiten