Schönsreuth

Stadtteil von Lichtenfels

Schönsreuth ist ein Stadtteil der oberfränkischen Stadt Lichtenfels im Landkreis Lichtenfels.

Schönsreuth
Koordinaten: 50° 9′ 22″ N, 11° 1′ 37″ O
Höhe: 283 m ü. NHN
Einwohner: 166 (8. Feb. 2016)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 96215
Vorwahl: 09571
Bauernhaus
Bauernhaus

GeografieBearbeiten

Das Dorf im Banzer Stiftsland liegt etwa drei Kilometer nordwestlich von Lichtenfels in einer Talmulde am Fuß des Banzer Berges. Der Stöppachsgraben und der Heinachsbach fließen durch den Ort.

GeschichteBearbeiten

Schönsreuth wurde im Jahr 1195 erstmals urkundlich erwähnt, als der Bamberger Bischof Otto dem Kloster Banz Neubrüche in „Scewinsruit“ bestätigte. Die nächste Nennung von Schönsreuth folgte 1225 mit „Hermann de Schewensruoth“ als Zeugen für den Würzburger Bischof Hermann.[2]

Im Jahr 1801 lag Schönsreuth im Territorium des Hochstifts Bamberg, das die hohe Zent besaß. Der Ort war Bestandteil des zu Kloster Banz gehörigen Stiftslandes. Die Dorf-, Gemeinde-, Lehen- und Vogteiherrschaft gehörte dem Kloster. Kirchlich war das Bistum Würzburg, vertreten durch den Altenbanzer Pfarrer, zuständig. Es gab ein Gemeindehaus, elf mit Haus und Stadel bebaute Sölden und zwei Tropfhäuser.[2]

Im Jahr 1818 hatte Schönsreuth 131 Einwohner und wurde mit dem Nachbarort Kösten zu einer Landgemeinde zusammengefügt.[1] 1862 folgte die Eingliederung des Dorfes in das neu geschaffene bayerische Bezirksamt Lichtenfels. 1875 zählte Schönsreuth 183 Einwohner und 66 Gebäude. Die katholische Kirche stand im 5,5 Kilometer entfernten Altenbanz und die katholische Schule im 1,5 Kilometer entfernten Stetten.[3] 1900 umfasste die Landgemeinde Kösten eine Fläche von 508,96 Hektar, 400 Einwohner, von denen 394 katholisch waren, und 75 Wohngebäude. 180 Personen lebten in Schönsreuth in 31 Wohngebäuden. Das Dorf war dem Kirchensprengel der evangelischen Kirche in Herreth zugeordnet.[4] 1925 lebten in dem Dorf 186 Personen in 32 Wohngebäuden. Schönsreuth gehört seitdem sowohl zum Kirchensprengel der katholischen als auch evangelischen Pfarrei in Lichtenfels. Die Schule war damals in Kösten.[5] 1950 hatte der Ort 221 Einwohner und 33 Wohngebäude.[6] Im Jahr 1970 zählte der Ort Schönsreuth 193 Einwohner[7] und 1987 207 Einwohner sowie 57 Wohngebäude.[8]

Am 1. Januar 1975 wurde Schönsreuth in die Stadt Lichtenfels eingegliedert.[1]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Mühle

In der Bayerischen Denkmalliste sind für Schönsreuth vier Baudenkmäler aufgeführt.

Die Schönsreuther Mühle, eine ehemalige Klostermühle, wurde erstmals im Jahr 1229 im Rahmen der Anlage von Fischteichen genannt. 1704/1705 ließ der Banzer Abt Kilian Düring, nach Erlaubnis durch den Bamberger Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn, die Mühle errichten.[2] Der zweigeschossige Walmdachbau mit einem Fachwerkobergeschoss ist mit der Jahreszahl „1844“ bezeichnet.

WeblinksBearbeiten

Commons: Schönsreuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c lichtenfels.de
  2. a b c Dieter George: Lichtenfels; Der Altkreis. Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Oberfranken. Band 6: Lichtenfels. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2008, ISBN 978 3 7696 6862 9. S. 134 f.
  3. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1078, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  4. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1073 (Digitalisat).
  5. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1108 (Digitalisat).
  6. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 958 (Digitalisat).
  7. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 163 (Digitalisat).
  8. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 317 (Digitalisat).