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Penzendorf (Schwabach)

Stadtteil von Schwabach, Bayern, Deutschland

Penzendorf ist ein Ortsteil der mittelfränkischen kreisfreien Stadt Schwabach.

Penzendorf
Stadt Schwabach
Koordinaten: 49° 19′ 37″ N, 11° 3′ 47″ O
Höhe: 320–330 m ü. NHN
Fläche: 3,03 km²
Einwohner: 1425 (25. Mai 1987)[1]
Bevölkerungsdichte: 470 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91126
Vorwahl: 09122

GeographieBearbeiten

Das Kirchdorf liegt am Mittellauf der Rednitz im Osten des Schwabacher Stadtgebiets. Im Süden liegt das Waldgebiet Graben.[2]

GeschichteBearbeiten

Penzendorf war wohl im 9./10. Jahrhundert zur Verteidigung des Rednitzübergangs angelegt worden und entwickelte sich langsam talaufwärts. Die unregelmäßige Blockgemenflur verweist auf dieses hohe Alter.[3] Der Ort lag verkehrsgünstig an der Rednitzterrassenstraße, die bereits in vorkarolingischer Zeit angelegt wurde und von Fürth nach Weißenburg führte, und an einer Altstraße aus der Zeit der Karolinger, die von Schwabach nach Altdorf führte.[4]

1253 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt, als ein gewisser „Friedrich de Bencendorf“ eine klösterliche Schenkung bezeugte.[5] Das Bestimmungswort des Ortsnamens kann der Personenname „Benco“ oder die Pflanzenart Binsen sein.[6] Der Ort war ursprünglich ganz im Besitz des Klosters Ebrach, kam dann aber nach und nach in Besitz der Burggrafschaft Nürnberg. Im burggräflichen Urbar von 1410 werden als Besitz 2 Höfe, 4 Halbhöfe, 1Gütlein und 1 Seldengütlein angegeben. Im Urbar von 1434 werden 5 Güter und 4 Seldengüter angegeben, die nunmehr der Markgrafschaft Ansbach unterstanden und 1 Hof, der dem Kloster Ebrach unterstand. 1732 gab es laut den Oberamtsbeschreibungen von Johann Georg Vetter in Penzendorf 13 Haushalte, von denen 12 Anwesen dem Fürstentum Ansbach (Kastenamt Schwabach: 11, Spital Schwabach: 1) unterstanden und 1 Anwesen dem Amt Katzwang des Klosters Ebrach.[5]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Penzendorf 17 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Schwabach inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: 16 Anwesen dem Fürstentum Ansbach (Kastenamt Schwabach: 15, Spital Schwabach: 1) und 1 Anwesen dem Amt Katzwang des Klosteramtes Ebrach. Neben den Haushalten gab es noch das Hirtenhaus, das ein kommunales Gebäude war.[7] 1802 gab es im Ort 16 Haushalte, von denen 15 dem Oberamt Schwabach unterstanden und 1 dem Amt Katzwang.[8]

1806 kam Penzendorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Katzwang, Sektion II gebildet, zu dem auch Penzendorf zählte. 1818 wurde die Ruralgemeinde Penzendorf gebildet, zu der die Orte Limbach und Nasbach gehörten. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schwabach und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Schwabach (1920 in Finanzamt Schwabach umbenannt). Ab 1862 wurde Penzendorf vom Bezirksamt Schwabach (1938 in Landkreis Schwabach umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Schwabach und kam ab 1880 zum Amtsgericht Schwabach.[9] Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 8,349 km².[10]

Von 1947 bis 1952 war Penzendorf Sitz des Regierungsflüchtlingslagers III. des Landkreises Schwabach, wodurch viele Vertriebene und Flüchtlinge in den Ort kamen. In der Folgezeit stieg Penzendorfs Einwohnerzahl rasch an.

Am 1. Januar 1956 wurden Limbach und Nasbach nach Schwabach eingemeindet, wodurch sich die Gebietsfläche auf 3,027 km² verringerte.[11] Am 1. Juli 1972 wurde schließlich Penzendorf im Zuge der Gemeindegebietsreform nach Schwabach eingegliedert.[12]

BaudenkmälerBearbeiten

  • Bergstr. 1: Ehemaliges Bauernhaus
  • Pfannenstiel 2: Bauernhof
  • Rennweg 4: Ehemaliges Schulhaus

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Penzendorf

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 336 306 326 330 366 324 358 361 390 365 355 336 377 390 420 383 400 614 909 1406 1550 1580 583 1156
Häuser[13] 49 49 60 55 64 75 194 112
Quelle [14] [15] [16] [16] [17] [16] [18] [16] [16] [19] [16] [16] [20] [16] [16] [16] [21] [16] [16] [16] [10] [16] [11] [22]

Ort Penzendorf

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 161 164 195 184 177 185 187 482 583 1156 1425
Häuser[13] 21 25 27 32 36 62 112 356
Quelle [14] [15] [17] [18] [19] [20] [21] [10] [11] [22] [1]

ReligionBearbeiten

Der Ort war ursprünglich in die Stadtkirche St. Johannes und St. Martin (Schwabach) gepfarrt.[7] Heute hat Penzendorf zwei Gotteshäuser: die 1952 erbaute evangelische Kirche St. Lukas, an die ein Kindergarten angegliedert ist, und die römisch-katholische Kirche St. Elisabeth, die zur Schwabacher Gemeinde St. Sebald gehört.

VereineBearbeiten

  • Freiwillige Feuerwehr Schwabach-Penzendorf
  • SV Eintracht Penzendorf 1962, Sportverein
  • Xangsverein Penzendorf-Schwarzach, Gesangsverein (www.xangsverein.selfhost.eu)
  • Die Kärwaboum und Kärwamadli, Ausrichter der jährlichen Kirchweih
  • Freundeskreis "Pfanna"
  • Jugendtreff Penzendorf e. V.

VerkehrBearbeiten

Der Ort ist über die Bundesautobahn 6 und die Bundesstraße 2 an den Fernverkehr angeschlossen. Die Staatsstraße 2239 führt nach Schwabach bzw. nach Neuses. Ein Gemeindeverbindungsstraße führt nach Igelsdorf zur Staatsstraße 2409.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 324 (Digitalisat).
  2. Penzendorf im BayernAtlas
  3. F. Eigler, S. 224.
  4. F. Eigler, S. 57; W. Ulsamer (Hrsg.), S. 418.
  5. a b F. Eigler, S. 222ff.
  6. W. Ulsamer (Hrsg.), S. 418.
  7. a b F. Eigler, S. 412.
  8. J. K. Bundschuh, Band 4, Sp. 320.
  9. F. Eigler, S. 478f.
  10. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1126 (Digitalisat).
  11. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 825 (Digitalisat).
  12. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 568.
  13. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  14. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 8 (Digitalisat). Für die Gemeinde Penzendorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Limbach (S. 55) und Nasbach (S. 62).
  15. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 237 (Digitalisat).
  16. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 184, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  17. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1087, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  18. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1253, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  19. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1188 (Digitalisat).
  20. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1260 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1298 (Digitalisat).
  22. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 167 (Digitalisat).