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Paul Smart (* 23. April 1943 in Eynsford, Kent) ist ein ehemaliger britischer Motorradrennfahrer und gilt als Vorreiter des Hanging Off (engl.: „Sich in die Kurve legen“).

Paul Smart
Paul Smarts Ducati 750 Imola Desmo, er selbst auf dem Foto dahinter
Nation: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich

KarriereBearbeiten

Smart begann seine Laufbahn Ende der 1960er nach dem Besuch der Rennschule des TT-Fahrers Chas Mortimer zunächst auf Bultaco, bevor er zu Honda wechselte. Erste Erfolge fuhr er bei Straßenrennen in der 125er- und 250er-Klasse ein. Von 1970 bis 1972 trat Smart in der Motorrad-Weltmeisterschaft auf Yamaha an. In der 250er-, der 350er- und der 500er-Klasse konnte er immer wieder Erfolge einfahren, jedoch kein einziges Grand-Prix-Rennen gewinnen.[1]

Erfolge für DucatiBearbeiten

Für die Fans der italienischen Marke Ducati wurde Smart durch den Sieg beim 200-Meilen-Rennen von Imola zur Ikone. Auf der Ducati 750 GT, die mit großem Werbeaufwand an den Start gebracht worden war, siegte er völlig überraschend vor seinem Teamkollegen Bruno Spaggiari. Dabei stellte er auch einen neuen Rundenrekord auf.[2] Dass Smart auf Ducati vor den dominierenden Marken – wie Norton mit Phil Read oder MV Agusta mit Giacomo Agostini – ins Ziel fuhr, begeisterte die 70.000 Zuschauer und die Presse.

Wie stark Smart quasi als moderner Mythos mit der Marke verbunden ist, zeigt die Tatsache, dass im Jahr 2006 ein auf 2.000 Stück limitiertes Motorrad, die Paul Smart 1000 LE, nach ihm benannt wurde. In der Firmengeschichte wurde diese Auszeichnung zuvor nur 1979 Mike Hailwood mit der Ducati 900 Mike Hailwood Replica und 2002 Carl Fogarty mit der Monster S4 Fogarty zuteil.

FahrstilBearbeiten

Aus Angst vor Stürzen begann sich Smart in den frühen 1970er Jahren aktiv mit dem Oberkörper in die Kurve hineinzulegen, um das Motorrad aufrechter zu halten. Sein Landsmann und Schwager Barry Sheene perfektionierte Smarts Fahrstil schließlich zum Hanging Off. Smart gilt als Wegbereiter dieses den Rennsport bis heute beherrschenden Fahrstils.[3]

PrivatBearbeiten

Nach seinem Rückzug aus dem Rennsport Mitte der 1970er Jahre führte Smart Motorradgeschäfte in seiner Heimat Kent und trat als Segler in Erscheinung. Er ist seit 1971 mit der Schwester des Rennfahrers Barry Sheene verheiratet. Sein Sohn Scott Paul Smart trat ebenfalls als Rennfahrer, überwiegend in der nationalen Superbikemeisterschaft, in Erscheinung.

StatistikBearbeiten

Jahr Klasse Maschine Rennen
1970 250 cm³ Yamaha Ulster Grand Prix1
1970 - Triumph Bol d’Or
1971 350 cm³ Yamaha North West 200
1972 Ducati 200-Meilen-Rennen von Imola

1Lauf im Rahmen der Motorrad-Weltmeisterschaft

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Paul Smart. Motorrad, Ausgabe 22/2005. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 5. Juni 2014; abgerufen am 5. September 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorradonline.de
  2. Paul Smart. ducati.de. Abgerufen am 5. September 2015.
  3. Knieschleifen - Wer hat's erfunden? PS - Das Motorradmagazin, Ausgabe 04/2010. Abgerufen am 4. September 2015.