Panzerbrigade 15

Die Panzerbrigade 15 „Westerwald“ war eine Brigade der 5. Panzerdivision mit letztem Sitz des Stabes in Koblenz und Stationierungsraum im Westerwald. Die Brigade wurde 1993 aufgelöst. Die Brigade wird oft auch als „Westerwaldbrigade“ bezeichnet.

Panzerbrigade 15
„Westerwald“[1]
PzBrig 15 —
X

Verbandsabzeichen Panzerbrigade 15

Verbandsabzeichen
Aktiv 1959 bis 
25. Juni 1993[1]
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr Kreuz.svg Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Kreuz.svg Heer
Typ Panzerbrigade
Unterstellung Verbandsabzeichen 5. Panzerdivision (Bundeswehr) 5. Panzerdivision
Stabssitz Koblenz[1]
Spitzname „Westerwaldbrigade“

GeschichteBearbeiten

Vorgeschichte als Kampfgruppe in der Heeresstruktur 1Bearbeiten

Zur Einnahme der Heeresstruktur 1 wurde die Panzerkampfgruppe C 5 zum 1. April 1957 mit Standort des Stabes in der Flak-Kaserne in Koblenz neu aufgestellt.[1] Zur weiteren Aufstellung gab die Panzerkampfgruppe A 5 Ende 1957 Führungspersonal an die Panzerkampfgruppe C 5 ab.[2] Die Aufstellung der Panzerkampfgruppe C 5 wurde spätestens März 1958 abgeschlossen.[3] Die Panzerkampfgruppe C 5 unterstand der 5. Panzerdivision.[3]

Heeresstruktur 2Bearbeiten

Zur Einnahme der Heeresstruktur 2 wurde 1959 die Panzerkampfgruppe C 5 in die Panzerbrigade 15 umgegliedert.[2][3][1] Sie wurde der 5. Panzerdivision in Diez unterstellt. Zur Brigade gehörten zunächst:

Die selbstständigen Kompanien waren alle in Westerburg oder Rennerod stationiert.

Heeresstruktur 4Bearbeiten

In der Heeresstruktur 4 wurde das Panzergrenadierbataillon 152 durch Umgliederung und Umbenennung des Panzergrenadierbataillons 132 der Panzergrenadierbrigade 13 neu aufgestellt. Unterstellt war zunächst auch das Feldersatzbataillon 157. 1988 wurde der Brigade der Ehrenname „Westerwald“ verliehen.

Die Brigade umfasste im Herbst 1989 in der Friedensgliederung etwa 2900 Soldaten.[4] Die geplante Aufwuchsstärke im Verteidigungsfall betrug rund 3300 Soldaten.[4] Zum Aufwuchs war die Einberufung von Reservisten und die Mobilmachung von nicht aktiven Truppenteilen vorgesehen.[4] Zum Ende der Heeresstruktur 4 im Herbst 1989 war die Brigade weiter Teil der 5. Panzerdivision und gliederte sich grob in folgende Truppenteile:[4][5][A 1]

Heeresstruktur 5 bis zur AuflösungBearbeiten

1991 wurde das Panzerartilleriebataillon 155 (Lahnstein) außer Dienst gestellt. Die Auflösung der Brigade folgte zum 25. Juni 1993.

KommandeureBearbeiten

Folgende Kommandeure führten die Brigade (Dienstgrad bei Kommandoübernahme):[2]

Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung
14 Oberst Axel Bürgener 22. März 1991 1993
13 Oberst Hans-Peter von Kirchbach 1. Oktober 1989 21. März 1991
12 Oberst Dieter Stöckmann 1. April 1986 30. September 1989
11 Oberst Eckhard Stuart 1. April 1985 31. März 1986
10 Oberst Werner von Scheven 21. Juli 1982 31. März 1985
9 Brigadegeneral Günter Kriebel 1. Oktober 1976 20. Juli 1982
8 Brigadegeneral Werner Lange 1. Oktober 1974 30. September 1976
7 Oberst Eckart Afheldt 1. Oktober 1971 30. September 1974
6 Oberst Dr. Günter Kießling 1. Oktober 1970 30. September 1971
5 Brigadegeneral Hans-Heinrich Klein 1. April 1968 30. September 1970
4 Brigadegeneral Hermann Büschleb 1. Oktober 1965 31. März 1968
3 Oberst Fritz Fechner 1. Oktober 1962 30. September 1965
2 Oberst Gerlach von Gaudecker 1. Februar 1959 30. September 1962
1 Oberst Max Sperling 1. September 1957 31. Januar 1959

VerbandsabzeichenBearbeiten

Die Blasonierung des Verbandsabzeichens für den Dienstanzug der Angehörigen der Panzerbrigade 15 lautete:

Gold bordiert, im blauen, mit goldenen Schindeln bestreuten Schild ein goldener rotbewehrter und rotgezungter Löwe.

Das Verbandsabzeichen ähnelte dem Wappen des Hauses Nassau. In oder zumindest unweit des Gebiets der ehemaligen Provinz Hessen-Nassau waren die Truppenteile der Division disloziert. Die Verbandsabzeichen der Division und der unterstellten Brigaden waren bis auf die Borde identisch. In der Tradition der Preußischen Farbfolge erhielt das Verbandsabzeichen der Panzerbrigade 15 als „dritte“ Brigade[A 2] der Division einen gelben Bord.

Da sich die Verbandsabzeichen der Brigaden der Division nur geringfügig unterschieden, wurde stattdessen gelegentlich auch das interne Verbandsabzeichen des Stabes bzw. der Stabskompanie pars pro toto als „Abzeichen“ der Brigade genutzt. Es zeigte einen Löwen in ähnlicher Haltung aber anderer Tingierung als im Verbandsabzeichen und eine stilisierte Darstellung der Festung Ehrenbreitstein[A 3].

AnmerkungenBearbeiten

  1. Dargestellt sind die internen Verbandsabzeichen, für die bis etwa Mitte der 1980er Jahre eine Tragegenehmigung offiziell erteilt wurde. Nicht aktive Truppenteile (Geräteinheiten, teilaktive, gekaderte) sind kursiv dargestellt.
  2. „Erste“ Brigade: Panzergrenadierbrigade 13 (=weißer Bord). „Zweite“ Brigade: Panzerbrigade 14 (=roter Bord). „Dritte“ Brigade: Panzerbrigade 15 (=gelber Bord).
  3. Vgl. Bild „Koblenz im Buga-Jahr 2011 - Festung Ehrenbreitstein 45.jpg“.

LiteraturBearbeiten

  • Uwe Walter: Von Wölfen, Leoparden und anderen Raubtieren. Die Geschichte des Heeres der Bundeswehr in Hessen und den angrenzenden Bundesländern. 2. Auflage. Books on Demand, Norderstedt 2017, ISBN 978-3-8482-2645-0 (124 S., 1. Teil neu überarbeitet).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Standortdatenbank der Bundeswehr in der Bundesrepublik Deutschland sowie den von der Bundeswehr genutzten Übungsplätzen im Ausland. In: Webseite des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes. Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Militärgeschichtliches Forschungsamt, abgerufen am 17. Februar 2020 (Es sind aus technischen Gründen keine Direktlinks auf einzelne Suchanfragen oder Suchergebnisse möglich. Bitte das „Suchformular“ nutzen, um Informationen zu den einzelnen Dienststellen zu recherchieren).
  2. a b c Referat MA 3: BArch BH 9-15/Panzerbrigade 15 –Westerwald–. In: Rechercheanwendung invenio. Präsident des Bundesarchivs, 2004, abgerufen am 17. Februar 2020.
  3. a b c Referat MA 3: BArch BH 8-5/5. Panzerdivision. In: Rechercheanwendung invenio. Präsident des Bundesarchivs, 1994, abgerufen am 17. Februar 2020.
  4. a b c d O. W. Dragoner (Hrsg.): Die Bundeswehr 1989. Organisation und Ausrüstung der Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland zum Ende des Kalten Krieges. 4. Auflage. 2.1 – Heer. Heeresamt. I. Korps. II. Korps. III. Korps, Februar 2012 (167 S., relikte.com [PDF; 747 kB; abgerufen am 21. Februar 2020] Erstausgabe: 2009, Übersicht über die Schriftenreihe bei Relikte.com).
  5. Uwe Walter: Die Strukturen und Verbände des deutschen Heeres. 1. Auflage. Teil 1., I. Korps : (1956-1995). Edition AVRA, Berlin 2017, ISBN 978-3-946467-32-8, S. 104 (260 S.).

Koordinaten: 50° 22′ 25,1″ N, 7° 38′ 3″ O