Panzergrenadierbrigade 13

deutsche Organisation

Die Panzergrenadierbrigade 13 war ein Großverband des deutschen Heeres mit Sitz des Stabes zuletzt in der Spilburg-Kaserne in Wetzlar.

Panzergrenadierbrigade 13
PzGrenBrig 13 —
X

Verbandsabzeichen Panzergrenadierbrigade 13

Verbandsabzeichen
Aktiv 1959 bis 
31. März 1994[1]
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr Kreuz.svg Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Kreuz.svg Heer
Typ Panzergrenadierbrigade
Unterstellung Verbandsabzeichen 5. Panzerdivision (Bundeswehr) 5. Panzerdivision
Stabssitz Wetzlar[1]

GeschichteBearbeiten

Vorgeschichte als Kampfgruppe in der Heeresstruktur 1Bearbeiten

Zur Einnahme der Heeresstruktur 1 wurde zum 1. August 1956 die Panzerkampfgruppe B 5 mit Standort des Stabes auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr bei Grafenwöhr neu aufgestellt.[2][2] Die Panzerkampfgruppe B 5 unterstand der 5. Panzerdivision.[3] Die Kampfgruppe B 5 gliederte sich im August 1956 in folgende Truppenteile:[A 1]

Im März 1957 verlegte der Stab der Kampfgruppe B 5 von Grafenwöhr in die Spilburg-Kaserne nach Wetzlar.[2] Das Panzergrenadierbataillon 15 und das Panzerbataillon 15 verlegten 1957 in die Nachrichten-Kaserne in Wetzlar.[1]

Heeresstruktur 2Bearbeiten

Zur Einnahme der Heeresstruktur 2 wurde die Panzerkampfgruppe B 5 1959 in die Panzergrenadierbrigade 13 umgegliedert.[2] Ende 1959 bestand die Panzergrenadierbrigade 13 aus:

  • Stabskompanie
  • Panzerpionierkompanie 130 (Aufstellung 1. November 1959 aus Teilen Panzerpionierbataillon 5)
  • Panzerjägerkompanie 130 (Aufstellung 1. April 1959 aus 3. / Panzerjagerbataillon 5)
  • Panzergrenadierbataillon 131 (Aufstellung 1. April 1959 aus den Grenadierbataillonen 2 in Marburg und 351 in Hammelburg)
  • Panzergrenadierbataillon 132
  • Panzergrenadierbataillon 133 (früher Panzergrenadierbataillon 15)
  • Panzerbataillon 134 (aus Teilen des Panzerbataillons 15)
  • Feldartilleriebataillon 135 (ehemals III. / Artillerieregiment 5, ab 6. November 1956 in Grafenwöhr)
  • Versorgungsbataillon 136 (Aufstellung 14. Februar 1959 aus Teilen des Quartiermeisterbataillons 5)

Die Panzergrenadierbrigade 13 wurde der 5. Panzerdivision in Diez als deren „erste“ Brigade unterstellt. Höhepunkt in der Geschichte der Brigade war die Truppenparade vor dem französischen Staatspräsidenten de Gaulle und Bundeskanzler Adenauer im Juni 1962 in Mourmelon in Frankreich.

Heeresstruktur 3Bearbeiten

Im Herbst 1972 erfolgte eine weitere Umgliederung. Das Versorgungsbataillon 136 schied aus der Brigade aus und wurde das Versorgungsbataillon der 5. Panzerdivision. Seine 3. und 4. Kompanie verblieben als selbständige Einheiten unter der Bezeichnung Instandsetzungskompanie 130 und Nachschubkompanie 130 in der Brigade.

Der frühere Bundesverteidigungsminister Georg Leber besuchte 1972 als ersten Großverband des Heeres die Brigade und wurde 1978 mit einer Truppenparade der Panzergrenadierbrigade 13 vom Heer verabschiedet.

Heeresstruktur 4Bearbeiten

In der Heeresstruktur 4 wurde das Panzergrenadierbataillon 131 in Panzergrenadierbataillon 132 umbenannt. Das alte Panzergrenadierbataillon 132 in Schwarzenborn wurde dazu unter der neuen Bezeichnung Panzergrenadierbataillon 152 der Panzerbrigade 15 unterstellt. Das Panzergrenadierbataillon 131 wurde am 1. Oktober 1981 neu aufgestellt. Dieses Bataillon war ein gemischtes Bataillon aus der Panzertruppe und Panzergrenadieren. Außerdem war dieses Bataillon im Frieden nur teilaktiv, d. h. gekadert. Die Brigade umfasste im Herbst 1989 in der Friedensgliederung etwa 3150 Soldaten.[4] Die geplante Aufwuchsstärke im Verteidigungsfall betrug rund 3550 Soldaten.[4] Zum Aufwuchs war die Einberufung von Reservisten und die Mobilmachung von nicht aktiven Truppenteilen vorgesehen.[4] Zum Ende der Heeresstruktur 4 im Herbst 1989 war die Brigade weiter Teil der 5. Panzerdivision und gliederte sich grob in folgende Truppenteile:[4][5][A 2]

AuflösungBearbeiten

Die Panzergrenadierbrigade 13 wurde 1994 aufgelöst.

KommandeureBearbeiten

Die Kommandeure der Panzergrenadierbrigade 13 waren (Dienstgrad bei Kommandoübernahme):[2]

Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung
12. Brigadegeneral Heinrich Holl 1. April 1989 31. März 1994
11. Brigadegeneral Rainer Thiel 27. September 1984 31. März 1989
10. Brigadegeneral Rolf Hüttel 28. September 1982 26. September 1984
09. Oberst Ernst Klaffus 28. März 1980 28. September 1982
08. Oberst Kurt Graf von Schweinitz 1. Oktober 1978 28. März 1980
07. Oberst Lutz Moek 1. Oktober 1977 30. September 1978
06. Brigadegeneral Horst Scheibert 1. Oktober 1970 30. September 1977
05. Oberst Hans-Joachim Danckworth 17. März 1967 30. September 1970
04. Brigadegeneral Hasso Viebig 1. Oktober 1966 16. März 1967
03. Oberst Wendt von Sierakowski 1. Oktober 1962 30. September 1966
02. Brigadegeneral Paul Jordan (Offizier) 15. August 1959 1. Oktober 1962
01. Oberst Gerd Ruge 1. September 1956 15. August 1959

VerbandsabzeichenBearbeiten

Die Blasonierung des Verbandsabzeichens für den Dienstanzug der Angehörigen der Panzergrenadierbrigade 13 lautete:

Silbern bordiert, im blauen, mit goldenen Schindeln bestreuten Schild ein goldener rotbewehrter und rotgezungter Löwe.

Das Verbandsabzeichen ähnelte dem Wappen des Hauses Nassau. In oder zumindest unweit des Gebiets der ehemaligen Provinz Hessen-Nassau waren die Truppenteile der Division disloziert. Die Verbandsabzeichen der Division und der unterstellten Brigaden waren bis auf die Borde identisch. In der Tradition der Preußischen Farbfolge erhielt das Verbandsabzeichen der Panzergrenadierbrigade 13 als „erste“ Brigade[A 3] der Division einen weißen Bord.

Da sich die Verbandsabzeichen der Brigaden der Division nur geringfügig unterschieden, wurde stattdessen gelegentlich auch das interne Verbandsabzeichen des Stabes bzw. der Stabskompanie pars pro toto als „Abzeichen“ der Brigade genutzt. Es zeigte neben einer 13 einen gekrönten Adler ähnlich wie im Wappen der Stadt Wetzlar. Die schwarz-rote Tingierung des Wappens entsprach ebenfalls der Farbgebung des Stadtwappens.

AnmerkungenBearbeiten

  1. Für interne Verbandsabzeichen wurde erst etwa Mitte der 1980er Jahre offiziell eine Tragegenehmigung erteilt. Sie sind daher nicht dargestellt. Die aufgezählten Truppenteile oder die in ihrer Tradition stehenden „Nachfolger“ könnten jedoch inoffiziell bereits wappenähnliche Abzeichen geführt haben bzw. ab Mitte der 1980er Jahre offiziell erhalten haben. Verbandsabzeichen für Großverbände wurden erst in der Heeresstruktur 2 in die Truppe eingeführt.
  2. Dargestellt sind die internen Verbandsabzeichen, für die bis etwa Mitte der 1980er Jahre eine Tragegenehmigung offiziell erteilt wurde. Nicht aktive Truppenteile (Geräteinheiten, teilaktive, gekaderte) sind kursiv dargestellt.
  3. „Erste“ Brigade: Panzergrenadierbrigade 13 (=weißer Bord). „Zweite“ Brigade: Panzerbrigade 14 (=roter Bord). „Dritte“ Brigade: Panzerbrigade 15 (=gelber Bord).

LiteraturBearbeiten

  • Uwe Walter: Von Wölfen, Leoparden und anderen Raubtieren. Die Geschichte des Heeres der Bundeswehr in Hessen und den angrenzenden Bundesländern. 2. Auflage. Books on Demand, Norderstedt 2017, ISBN 978-3-8482-2645-0 (124 S., 1. Teil neu überarbeitet).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Standortdatenbank der Bundeswehr in der Bundesrepublik Deutschland sowie den von der Bundeswehr genutzten Übungsplätzen im Ausland. In: Webseite des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes. Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Militärgeschichtliches Forschungsamt, abgerufen am 17. Februar 2020 (Es sind aus technischen Gründen keine Direktlinks auf einzelne Suchanfragen oder Suchergebnisse möglich. Bitte das „Suchformular“ nutzen, um Informationen zu den einzelnen Dienststellen zu recherchieren).
  2. a b c d e f g h Referat MA 3: BArch BH 9-13/Panzergrenadierbrigade 13. In: Rechercheanwendung invenio. Präsident des Bundesarchivs, 2004, abgerufen am 17. Februar 2020.
  3. Referat MA 3: BArch BH 8-5/5. Panzerdivision. In: Rechercheanwendung invenio. Präsident des Bundesarchivs, 2013, abgerufen am 7. März 2020.
  4. a b c d O. W. Dragoner (Hrsg.): Die Bundeswehr 1989. Organisation und Ausrüstung der Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland zum Ende des Kalten Krieges. 4. Auflage. 2.1 – Heer. Heeresamt. I. Korps. II. Korps. III. Korps, Februar 2012 (167 S., relikte.com [PDF; 747 kB; abgerufen am 21. Februar 2020] Erstausgabe: 2009, Übersicht über die Schriftenreihe bei Relikte.com).
  5. Uwe Walter: Die Strukturen und Verbände des deutschen Heeres. 1. Auflage. Teil 1., I. Korps : (1956-1995). Edition AVRA, Berlin 2017, ISBN 978-3-946467-32-8, S. 104 (260 S.).

Koordinaten: 50° 33′ 6,1″ N, 8° 28′ 44,4″ O