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GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Miltach liegt im Bayerischen Wald im Gebiet der Regensenke.

Die bergige Gegend bietet interessante Wanderrouten und liegt nicht weit entfernt vom Skigebiet des Großen Arbers. Prägend für das Erscheinungsbild der Gemeinde sind aber auch die beiden Fließgewässer, der Regen und der Perlbach, die in Miltach zusammenfließen.

GemeindegliederungBearbeiten

Miltach hat 26 Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Allmannsdorf, Altrandsberg, Eismannsberg, Kreuzbach, Miltach und Oberndorf. Kursiv dargestellte Gemeinden werden mit Nachbargemeinden geteilt.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Miltaha wurde erstmals im Jahr 1070 erwähnt. Um das Jahr 1100 gehörte es den Grafen von Bogen und im ausgehenden 12. Jahrhundert den Markgrafen von Cham. Im Jahr 1307 wurde Miltach an Konrad von Chamerau verpfändet, 1321 besaßen es die Sattelbogen.

 
Miltach um 1900

1463 war Miltach wieder landesfürstlich. Im Löwlerkrieg wurde der Ort 1492 durch die Aufständischen geplündert, ebenso im September 1504 während des Landshuter Erbfolgekrieges durch böhmisch-pfälzisches Kriegsvolk. Schloss Miltach entstand vermutlich um das Jahr 1600 unter Justinian von Peilnstein.

1650 erwarb der Neukirchner Pfleger Johann Wilhelm von Leiblfing das Schloss und die Hofmark Miltach. 1679 wurden erstmals die Schönprunner als Besitzer auf Schloss Miltach erwähnt.

Miltach gehörte von da an den Freiherren von Schönprunn. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark. Auch das zur Gemeinde Miltach zählende Altrandsberg bildete eine geschlossene Hofmark (Freiherren von Leoprechting). Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

19. und 20. JahrhundertBearbeiten

1820 wurde dem Geschlecht der Schönprunner die Errichtung eines Patrimonialgerichts II. Klasse für Miltach gestattet. Bis zur Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit 1849 blieben die Schönprunner die Hofmarksherren in Miltach.

Die Besitzer des Schlosses wechselten seither mehrmals. Von 1871 bis 1875 gehörte es dem Schriftsteller Maximilian Schmidt. Seit 1979 ist es im Besitz der Familie Schleyerbach und dient unter anderem für Ausstellungen und Musikveranstaltungen.

EingemeindungenBearbeiten

  • Am 1. Februar 1963 wurde die Gemeinde Allmannsdorf aufgelöst. In der Folge wurden die Ortsteile Allmannsdorf und Obergschaidt in die Gemeinde Eismannsberg eingegliedert, die Ortsteile Untergschaidt und Wimbach kamen zur Gemeinde Kreuzbach.[3]
  • Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Altrandsberg, Oberndorf und aus der aufgeteilten Gemeinde Kreuzbach die Ortsteile Anzenberg, Höhenried und Dietersdorf, nicht aber der namensgebende Ortsteil Kreuzberg sowie die erst 1963 eingegliederten Ortsteile Untergschaidt und Wimbach (diese drei Orte wurden zeitgleich in die Gemeinde Blaibach umgegliedert) in die Gemeinde Miltach eingegliedert.[3]
  • Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Eismannsberg mit den Ortsteilen Eismannsberg, Allmannsdorf und Obergschaidt nach Miltach eingegliedert.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 1832 Einwohner
  • 1970: 1885 Einwohner
  • 1987: 2211 Einwohner
  • 1991: 2296 Einwohner
  • 1995: 2305 Einwohner
  • 2000: 2351 Einwohner
  • 2005: 2372 Einwohner
  • 2010: 2308 Einwohner
  • 2015: 2295 Einwohner

PolitikBearbeiten

Gemeinderat und BürgermeisterBearbeiten

Im Gemeinderat sitzen 14 ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger. Die Gemeinderatswahl am 16. März 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 68,9 % zu folgendem Ergebnis:

Partei Stimmenanteil Sitze
CSU/Freie Wählergemeinschaft 26,1 % 4
Freie Wählergemeinschaft Altrandsberg 27,0 % 4
Unabhängige Wählergemeinschaft 18,3 % 2
Christliche Wählergemeinschaft 13,2 % 2
Wählergemeinschaft Oberndorf 15,3 % 2

Bürgermeister ist Johann Aumeier (Freie Wählergemeinschaft Altrandsberg).

WappenBearbeiten

Blasonierung: Gespalten von Silber und Blau; über gesenktem Wellenbalken in verwechselten Farben vorne ein schwarzes Schildchen, darin ein wachsender goldener Schöpfbrunnen, hinten ein durch eine rechte Stufe von Silber und Schwarz geteiltes Schildchen. Das Wappen ist seit 1982 in Gebrauch.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Seit einigen Jahren hat die Gemeinde einen Partnerort, Rathewalde (ein Ortsteil von Hohnstein), zu dem sie gute Kontakte pflegt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Pfarrkirche St. Martin hat romanische Turmuntergeschosse und einen spätgotischen Chor. Das Langhaus wurde 1975 ausgebaut. Die Ausstattung stammt größtenteils aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im Chor sind Reste spätgotischer Fresken erhalten, ebenso ein farbig gefasstes Schnitzrelief um 1480, das den Tod Marias darstellt, sowie eine spätgotische Figur der hl. Barbara.

 
Die Pfarrkirche St. Martin

Die Friedhofskapelle auf dem teilweise von mittelalterlichen Mauern umschlossenen Friedhof wurde um 1720 neu aufgebaut. An der Straße nach Kötzting steht die kleine Maria-Hilfkapelle von 1780.

Schloss Miltach wurde um 1600 auf der Grundlage eines Vorgängerbaues aus dem 12. Jahrhundert erbaut. Das vierflügelige Schloss Altrandsberg geht ebenfalls auf das 12. Jahrhundert zurück und entstand in seiner heutigen Form im 16. und 17. Jahrhundert. Die beiden Schlösser in Miltach und Altrandsberg sind nach Sanierungen in einem hervorragenden Zustand. Neben den Ausstellungen finden dort regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt, die regen Zuspruch finden.

Bekannt ist die Gemeinde Miltach auch für den Martiniritt im November, der bisher über 180-mal abgehalten wurde und an dem sich über 200 Reiter mit festlich geschmückten Pferden beteiligen.

BesonderheitenBearbeiten

Die Vereine bieten zahlreiche Sport- und Freizeitmöglichkeiten an. Der FC Miltach mit über 1000 Mitgliedern zählt sowohl im Fußball (Bezirksliga Oberpfalz Süd) als auch im Tischtennis (1. Bezirksliga) und vielen anderen Sparten zur sportlichen Elite im Landkreis Cham.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Weit über die Ortsgrenzen hinaus haben einige Vertreter der einheimischen Wirtschaft und Dienstleister Bedeutung, wie z. B. die Schaumwaffelfabrik Beier, die Holzspielwarenfabrik Nemmer, eine Bildgießerei, die Seniorenbetreuung Grassl-Stoiber oder auch eine Tierklinik.

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft fünf, im produzierenden Gewerbe 353 und im Bereich Handel und Verkehr 36 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 135 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 756. Im verarbeitenden Gewerbe gab es sechs, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 68 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1058 Hektar, davon waren 356 Hektar Ackerfläche und 697 Hektar Dauergrünfläche.

VerkehrBearbeiten

Miltach liegt an der B 85 zwischen den Städten Cham und Viechtach.

Der heute eingleisige Miltacher Haltepunkt liegt an der Bahnstrecke Cham–Lam, 19 Minuten Fahrzeit von Cham entfernt. Die Züge der Oberpfalzbahn bedienen diesen zweistündlich.

In früheren Jahren war der Bahnhof sechsgleisig und trug bis in die 1980er Jahre den inoffiziellen Beinamen „größter Nebenbahnbahnhof Bayerns“. Hier endete die Bahnstrecke Straubing–Miltach bis 1995. Damit stellte die Gemeinde einen Knotenpunkt im Eisenbahnverkehr des Bayerischen Waldes dar. Diese Bahnstrecke wurde bis 1997 demontiert und zu einem Radweg zwischen Miltach und Bogen umgebaut.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • zwei Kindergärten: 98 Kindergartenplätze mit 59 Kindern
  • eine Volksschule (Grund- und Teilhauptschule): 23 Lehrer und 399 Schüler

Sonstige InfrastrukturBearbeiten

Als Kleinzentrum verfügt Miltach über weitere Einrichtungen:

Mehrzweckhalle, Sportanlagen (Fußball-, Tennisplätze), Apotheke, Arzt, Zahnarzt, Tierarzt (und Tierklinik), Seniorenbetreuung, Psychotherapeutische Praxis, sowie Bus- und Zugverbindungen in die nächsten Städte.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Amtlich benannte Ortsteile der Gemeinde Miltach
  3. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 499.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 644.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Miltach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien