Hohenwarth (Landkreis Cham)

Gemeinde im Landkreis Cham

Hohenwarth ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Cham. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hohenwarth
Hohenwarth (Landkreis Cham)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hohenwarth hervorgehoben

Koordinaten: 49° 12′ N, 12° 56′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Cham
Höhe: 506 m ü. NHN
Fläche: 24,22 km2
Einwohner: 1917 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 93480, 93479
Vorwahl: 09946
Kfz-Kennzeichen: CHA, KÖZ, ROD, WÜM
Gemeindeschlüssel: 09 3 72 135
Gemeindegliederung: 19 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 3
93480 Hohenwarth
Website: www.hohenwarth.de
Bürgermeister: Xaver Gmach[2]
Lage der Gemeinde Hohenwarth im Landkreis Cham
Lohberg (Bayern)LamArrachHohenwarth (Landkreis Cham)GrafenwiesenNeukirchen beim Heiligen BlutEschlkamFurth im WaldGleißenbergArnschwangBad KötztingRimbach (Oberpfalz)BlaibachWaldmünchenTreffelsteinTiefenbach (Oberpfalz)RötzSchönthal (Oberpfalz)Weiding (Landkreis Cham)ChamerauMiltachWillmeringStamsriedPösingZandtTraitschingChamerauRundingCham (Oberpfalz)PemflingWaffenbrunnSchorndorf (Oberpfalz)MichelsneukirchenRodingWalderbachReichenbach (Landkreis Cham)Rettenbach (Oberpfalz)Falkenstein (Oberpfalz)Zell (Oberpfalz)Wald (Oberpfalz)TschechienLandkreis SchwandorfLandkreis RegenLandkreis Straubing-BogenLandkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild
Ehemalige Schlosskapelle.jpg

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Bayerischen Wald im Tal des Weißen Regens auf einer Höhe von 506 m ü. NN zwischen dem Hohen Bogen (1079 m) nördlich und dem Kaitersberg (1133 m) südlich.

GemeindegliederungBearbeiten

Es gibt 19 Gemeindeteile:[3]

Es gibt die Gemarkungen Ansdorf, Gotzendorf und Hohenwarth. Seit Auflösung der Gemeinde Gotzendorf (1. Januar 1972) wird die Gemarkung Gotzendorf mit der Nachbargemeinde Rimbach geteilt.

GeschichteBearbeiten

 
Hohenwarth um 1846

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Hohenwarth wird zum ersten Mal um 1180 in einer Urkunde des Klosters Reichenbach erwähnt. Nach 1280 war das Gebiet im Besitz der Hohenwarther. 1402 entstand eine geschlossene Hofmark mit vielen Rechten, ebenfalls ist erstmals eine Kirche erwähnt. In der Mitte des Jahrhunderts wurde eine Burg erbaut, die um 1550 aber schon Ruine war.

Hans der Hohenwarther übergab Anfang des 15. Jahrhunderts den Besitz an das Kloster Rott. Etwas später fiel Hohenwarth an die Notthafft, von denen es 1549 die Eyb erwarben. 1589 ließ Ludwig von Eyb die jetzige alte Kirche bauen.

Die Hofmark ging im 17. Jh. an die Kädinger, dann die Reittorner, vorübergehend die Gemmel und schließlich an die Poyßl über. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde von etwa 1650 bis 1655 das Schloss Hohenwarth gebaut. 1818 entstand die heutige politische Gemeinde. 1848 wurde das Patrimonialgericht aufgehoben. Das Schloss, zuletzt im Besitz der Hafenbrädl, ging in bürgerliche Hände über.

19. und 20. JahrhundertBearbeiten

Im Jahr 1860 wurde die 1922 zur Pfarrkirche erhobene Kirche St. Johannes erbaut. Von 1978 bis 1980 war die Gemeinde Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Grafenwiesen.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständige Gemeinde Ansdorf und Teile der Gemeinde Gotzendorf eingegliedert.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 2124 auf 1912 um 212 Einwohner bzw. um 10 %.

  • 1961: 1854 Einwohner
  • 1970: 1904 Einwohner
  • 1987: 2129 Einwohner
  • 1991: 2236 Einwohner
  • 1995: 2207 Einwohner
  • 2000: 2182 Einwohner
  • 2005: 2101 Einwohner
  • 2010: 2008 Einwohner
  • 2015: 1887 Einwohner
  • 2020: 1921 Einwohner
 
Das Rathaus von Hohenwarth

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit Juli 2003 Franz Xaver Gmach. Er wurde zuletzt am 15. März 2020 mit 87,6 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt.

GemeinderatBearbeiten

Bei der Wahl am 15. März 2020 erreichten die Wahlvorschläge von CSU-FWG und der Wählergruppe „Bürger der Großgemeinde“ jeweils sechs Sitze[5]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot auf grünem Dreiberg zwischen zwei silbernen Kirchtürmen mit blauen Spitzdach ein goldener Zinnenturm.“[6]

Wappenführung seit 1982.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Pfarrkirche St. Johannes
  • Die Pfarrkirche Sankt Johannes Baptist wurde 1860 bis 1862 im neugotischen Stil erbaut und besitzt eine reiche neugotische Ausstattung. An den Seitenwänden zieht sich um den Hochaltar herum in Fensterhöhe ein gemalter Teppich.
  • Die alte Kirche (Schlosskapelle bzw. Friedhofskapelle) wurde 1589 fertiggestellt. Von der spätgotischen Anlage blieb nur der Chor erhalten. Sie hat einen barocken Altar des frühen 18. Jahrhunderts, aus dem auch einige Grabsteine stammen.
  • Die Hussitenkapelle hat ihren Ursprung möglicherweise in der Zeit der Hussitenkriege.
  • Das Schloss, heute Schlossgaststätte Vogl, entstand auf der Grundlage eines Vorgängerbaues in den Jahren 1650 bis 1655. Die Anlage besteht aus vier Flügeln um einen Hof. Die Brauerei wurde 1969 aufgegeben.
  • „Heigl-Linde“, Naturdenkmal aus dem 30-jährigen Krieg. Unterschlupf des Michael Heigl, genannt der Räuber Heigl, vor seinen Verfolgern.

BodendenkmälerBearbeiten

Siehe: Liste der Bodendenkmäler in Hohenwarth (Landkreis Cham)

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

2017 gab es in der Gemeinde 222 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 749 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 527 Personen größer als die der Einpendler. 41 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 28 landwirtschaftliche Betriebe; von der Gemeindefläche wurden 587 Hektar landwirtschaftlich genutzt.

Im Ortsteil Simpering befindet sich ein neues Gewerbegebiet.

Der Ort Hohenwarth ist ein staatlich anerkannter Erholungsort mit 17 gewerblichen und privaten Betrieben; die Statistik von 2017 weist sieben Betriebe mit zehn und mehr Gästebetten aus, die 43.429 Übernachtungen verzeichneten.

VerkehrBearbeiten

StraßenverkehrBearbeiten

Hohenwarth liegt an der Staatsstraße 2138, die von Lam nach Bad Kötzting führt (zwischen Arrach und Grafenwiesen).

EisenbahnverkehrBearbeiten

Hohenwarth liegt an der Bahnstrecke Lam – Bad Kötzting – Cham, die von der Oberpfalzbahn betrieben wird; auf dem Gebiet von Hohenwarth liegen die Haltepunkte Hohenwarth sowie Hohenwarth Campingplatz.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindertageseinrichtung mit 67 Plätzen und 61 Kindern (Stand 1. März 2018)
  • Grundschule Hohenwarth-Grafenwiesen mit 79 Schülern in vier Klassen (Schuljahr 2018/19)[7]

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Heinrich Brandl (* 22. Juli 1885 in Simpering; † 13. Dezember 1951 in Bad Kötzting), Politiker (BVP), Reichstagsabgeordneter
  • Oswald Fritz (1900–1963), Heimatschriftsteller und Rektor in Hohenwarth

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Hohenwarth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bürgermeister und Gemeinderäte. Gemeinde Hohenwarth (Landkreis Cham), abgerufen am 22. August 2020.
  3. Gemeinde Hohenwarth in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 3. August 2020.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 499
  5. Gemeinderatswahl 2020, abgerufen am 15. August 2020
  6. Eintrag zum Wappen von Hohenwarth (Landkreis Cham) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  7. Grundschule Hohenwarth-Grafenwiesen in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 15. August 2020.