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GeografieBearbeiten

Pösing liegt in der Planungsregion Regensburg.

GeschichteBearbeiten

 
Pösinger Faustkeil
 
Tüllenbeil aus der Bronzezeit

NamensherkunftBearbeiten

Im Lauf der Jahrhunderte veränderte sich der Ortsname von Besinga (896), Pesinge (1194), Pesingen (1243), Pesing (1301) über Poysing (1484) zu Pösing (ab 1499).

Vor- und FrühgeschichteBearbeiten

Die ersten Menschen in der Umgebung von Pösing dürften sich bereits seit der Altsteinzeit aufgehalten haben. Dies belegen Funde wie Jagdwaffen und Opfersteine in den umliegenden Ortsteilen.

Erste BelegeBearbeiten

Mittelalter (Zeit bis 1500)Bearbeiten

Der Ort gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Wetterfeld des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

  • Erste Brücke im 13. Jahrhundert.
  • Ortsadel: Engelschalk von Pesingen, Dienstmann des Klosters St. Emmeram in Regensburg (1190); Ulrich von Pösing (1240), Geschlecht der Pösinger Edelleute erlischt (1324).

NeuzeitBearbeiten

Bekannt ist Pösing auch durch den Fund eines Faustkeils (Riß-Würm-Zwischeneiszeit, vor ca. 100.000 Jahren) am 11. Oktober 1961 auf dem Gemeindegebiet: "Faustkeil von Pösing". Er besteht aus honigfarbenen Quarzit, wie es hier im Fluss vorkommt. 1957 Fund eines Tüllenbeils aus der Bronzezeit im Fluss Regen.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs im April 1945 begann die Deportation der KZ-Häftlinge aus dem KZ Flossenbürg in das KZ Dachau. Ein Todesmarsch führte Häftlinge von Flossenbürg, Rötz über Diebersried nach Pösing. Wer nicht mehr gehen konnte oder flüchten wollte, wurde von den Wachsoldaten erschossen. Die völlig erschöpften Leute wurden von SS-Männern mit Hunden und Waffen getrieben. Von Diebersried nach Pösing wurden 597 tote Häftlinge gefunden.[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 749 Einwohner
  • 1970: 887 Einwohner
  • 1987: 870 Einwohner
  • 1991: 929 Einwohner
  • 1995: 961 Einwohner
  • 2000: 971 Einwohner
  • 2005: 976 Einwohner
  • 2010: 979 Einwohner
  • 2015: 988 Einwohner

ReligionenBearbeiten

Anfang 2011 waren 91,6 % der Bevölkerung Pösings katholisch, 6,9 % evangelisch und 0,5 % gehörten anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an.[3]

Römisch-katholische Kirche
Die Katholiken gehören zur Pfarrei in Stamsried, die dem Bistum Regensburg zugeordnet ist. Im Ort gibt es das katholische Kuratbenefizium St. Vitus.

Evangelisch-Lutherische Kirche
Die evangelischen Christen in Pösing gehören der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde in Roding an.

Politik und VerwaltungBearbeiten

 
Gemeinde Pösing, früher Schulhaus

GemeindegliederungBearbeiten

Pösing hat zwei Ortsteile[4]:

Es gibt nur die Gemarkung Pösing.

BürgermeisterBearbeiten

Amtierender Erster Bürgermeister

Bürgermeister ist Edmund Roider (CSU)

Zweiter und Dritter Bürgermeister

Zweiter Bürgermeister ist Klaus Kores

GemeinderatBearbeiten

  • CSU – Parteifreie: 4 Sitze
  • Freie Wähler – Christliche Wählergemeinschaft Pösing: 4 Sitze

Vollständiges Wahlergebnis der Kommunalwahl 2014 poesing.de[5]

WappenBearbeiten

Blasonierung: In Blau ein silberner Wellenbalken, der von einem schmalen roten Zickzackbalken belegt ist; oben eine goldene Krone, unten ein goldener Faustkeil. Das Wappen ist seit 1982 in Gebrauch.

Die Krone weist darauf hin, dass Pösing altes Königsgut war. Das weiße Wellenband versinnbildlicht den Regen. Der rote Zickzackbalken gibt einen Hinweis auf verschiedene Adelsgeschlechter, die in Pösing eine Rolle spielten. Der Faustkeil dokumentiert eine Besiedelung in Pösing schon vor 100.000 Jahren.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kirche St. Vitus Pösing
 
Marienkapelle in Langwald
 
Kalvarienkapelle auf dem Pösinger Bierl
 
Kapelle „Unschuldige Kinder - der stumme Schrei“
 
Neuer Spielplatz Pösing
 
Neues Feuerwehrhaus Pösing
 
Open Air Bühne
 
Naturschutzgebiet Regentalaue

Bis an die Ortsgrenze von Pösing geht die „Regentalaue“, ein seit Jahrzehnten geschütztes Gebiet, das am 22. Januar 2010 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Die „Regentalaue“ erstreckt sich bis nach Cham und ist mit 1427 ha das mit Abstand größte Naturschutzgebiet in der Oberpfalz.

BauwerkeBearbeiten

In Pösing befinden sich eine Reihe von Baudenkmälern.

Profane BauwerkeBearbeiten

  • „altes“ Schulhaus, errichtet 1838, heute Gemeinde Pösing.

Kirchen und KlösterBearbeiten

  • Katholische Pfarrkirche St. Vitus
Erste Kirche erbaut ca. 1000, zweite Kirche ca. 1530, im Dreißigjährigen Krieg fast vollständig zerstört, dritte Kirche zwischen 1730 und 1750. Im Jahre 1750 wurde von den Bierbrauereheleuten Schneider aus Pösing das Benefizium Pösing gestiftet. 1820 Bau einer Orgel. 1899 Renovierung der Kirche. Am 25. Januar 1901 wurde das Benefizium Pösing in ein Kuratbenefizium umgewandelt (durch Allerhöchste Entschließung von Prinzregent Luitpold). 1908 Kauf einer neuen Orgel mit acht Registern. 1921/22 erfolgte die Verlängerung des Kirchenschiffes um 56 Meter nach Westen. Die Sakristei wurde vom Turm in einen Anbau an der Südseite verlegt. Am 21. Januar 1996 erfolgte die Einweihung der neuen Orgel. Kirchenpatron ist der Hl. Vitus, die beiden Altarfiguren sind die weiteren böhmischen Nationalheiligen Wenzel und Sigismund.
  • Kalvarienbergkapelle
Stiftung der Kapelle mit Kreuzweg 1822 durch die Gastwirtswitwe Walburga Schreiber. Gründung des "Verein zum Erhalt der Bierlkapelle" 2008, Renovierungsbeginn 2009
  • Marienkapelle
Ortsteil Langwald, Bau 1961–1962, Einweihungsfeier 1962
  • Kapelle „Unschuldige Kinder - der stumme Schrei“
Bau und Einweihungsfeier 2008

In der näheren UmgebungBearbeiten

Sehenswürdigkeiten
Geotope in der Nähe von Pösing:

Unter Pösing verläuft der Pfahl, eine sehr harte Gesteinsschicht. Dadurch ist hier eine natürliche Furt durch den Regen gegeben.

Sport und VereineBearbeiten

  • FSV Pösing e. V. 1958
590 Mitglieder, Abteilungen: Fußball, Karate, Eisstock, Tennis, Turnen
  • Schützenverein „Gemütlichkeit“ 1924
150 Mitglieder
  • Sport-Kegel-Club Regental Pösing e. V.
  • Fischereiverein Pösing e. V.
  • Modellfluggruppe Roding-Pösing

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Juni: Johannifeuer auf dem „Bierl“
  • Juli: Pösinger Open Air auf dem „Bierl“
  • Dezember: Christkindlmarkt im Ortskern
  • In Pösing findet jedes Jahr ein großes Open Air statt. Auf dem „Bierl“, dem Berg, von dem aus man das ganze Regental überblickt, treffen sich jährlich am 3. Juliwochenende ca. 3000 Fans, die den Sommer und die Musik feiern. Veranstalter ist der Musik- und Kulturverein Pösing e. V., der auch den Rest des Jahres einige Veranstaltungen organisiert.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 239 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 354. Sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Bauhauptgewerbe gab es zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 21 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 479 Hektar, davon waren 242 Hektar Ackerfläche.

VerkehrBearbeiten

Das Dorf liegt direkt am Regen. Der Bau der Brücke erfolgte 1890.

Die B 85 führt in unmittelbarer Nähe am Ort vorbei. Sie ist eine der Hauptrouten aus Tschechien. Seit Jahren ist das Verkehrsaufkommen immer stärker geworden. Am 5. Dezember 2007 wurde der vierspurige Ausbau zwischen Cham und Untertraubenbach für den Verkehr freigegeben.

Pösing besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Schwandorf–Furth im Wald.

Bildung und WissenschaftBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten St. Marien: 50 Kindergartenplätze mit 73 Kindern (Stand: 1999), Fertigstellung des Kindergartenanbaus mit Kinderkrippe 2012
  • Schule: zwei Klassen mit 51 Kindern (Stand: 2009); drei Klassen mit 69 Kindern (Stand: 2007)

MedienBearbeiten

Es erscheint die Donau-Post, eine Lokalausgabe des Straubinger Tagblatts, das Bayerwald-Echo, eine Lokalausgabe der Mittelbayerischen Zeitung sowie jeweils Mittwochs die Chamer Rundschau, eine Wochenzeitung der MZ.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

SonstigesBearbeiten

  • Pösing hat eine Ortsrufanlage. Dies ist eine Lautsprecheranlage für Durchsagen an das Dorf.

LiteraturBearbeiten

  • 1100 Jahre Pösing, 895–1995. Herausgeber: Gemeinde Pösing
  • Langwald 1947–1997. Herausgeber: Siedlungsgemeinschaft Langwald e. V.

QuellenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pösing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien