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Wald (Oberpfalz)

Gemeinde in Landkreis Cham, Oberpfalz

GeographieBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Wald gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Wetterfeld des Kurfürstentums Bayern. Das Kloster Reichenbach konnte seine hier von jeher umstrittenen Niedergerichtsrechte über einschichtige Untertanen seit dem 17. Jahrhundert nicht mehr durchsetzen.

20. und 21. JahrhundertBearbeiten

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges im April 1945 begannen die Todesmärsche von KZ-Häftlingen aus dem KZ Flossenbürg in das KZ Dachau. Zwei Häftlinge, die fliehen konnten, versteckten sich bis Kriegsende im Bräukeller bei Süssenbach. Dieser diente zu damaliger Zeit als Luftschutzbunker. Die Bevölkerung in Süssenbach versorgte sie mit Essen. Bei einem Häftling handelte es sich um den Niederländer Timo Pols, der nach dem Krieg von den Amerikanern als Sprecher der Gemeinde eingesetzt wurde.[3]

In den letzten Jahrzehnten hat die Gemeinde im Rahmen der Dorferneuerung zahlreiche Projekte durchgeführt.

EingemeindungenBearbeiten

Im Jahr 1945 oder 1946 wurden Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Buchendorf und Tiefenbach eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kam Mainsbauern hinzu. Siegenstein und Süssenbach folgten am 1. Januar 1972.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 1939 Einwohner
  • 1970: 2043 Einwohner
  • 1987: 2339 Einwohner
  • 1991: 2470 Einwohner
  • 1995: 2640 Einwohner
  • 2000: 2721 Einwohner
  • 2005: 2797 Einwohner
  • 2010: 2835 Einwohner
  • 2015: 2842 Einwohner

ReligionenBearbeiten

Wie in der gesamten Oberpfalz ist auch in Wald der größte Teil der Bevölkerung römisch-katholisch.

Römisch-katholische Kirche

Im Gemeindegebiet gibt es die katholische Seelsorgeeinheit Wald-Zell. Sie ist dem Bistum Regensburg zugeordnet.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat besteht aus 14 Gemeinderäten und dem Ersten Bürgermeister. Die Kommunalwahlen 2014 brachten folgendes Ergebnis:

  • CSU: 9 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • Parteilos: 1 Sitz

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Hugo Bauer (CSU)

2. Bürgermeister Rudolf Zimmerer (CSU) und 3. Bürgermeisterin Karin Hirschberger (CSU).

WappenBearbeiten

Blasonierung: In Silber über grünem Dreiberg, aus dem drei rote Flammen schlagen, ein aus dem linken Schildrand hervorbrechender golden gezungter roter Drache, der in den Fängen einen bewurzelten grünen Nadelbaum hält. Das Wappen ist seit 1982 in Gebrauch.

Paten- und PartnerschaftenBearbeiten

  • Gemeinde Eitzing – Oberösterreich
  • Gemeinde Wald – Hohenzollern/B.-Württemberg
  • Patenkompanie – Arnulfs-Kaserne Roding

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Zur Gemeinde Wald gehört der Ortsteil Schönfeld, eine Gemarkung mit drei landwirtschaftlichen Anwesen und einer gut erhaltenen romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert, Sankt Ägidius.

Theater

Die Theatergruppe "Walder Komödienstadl" ist im Jahr 2000 aus einem Stammtisch heraus entstanden. Geleitet wird die Gruppe von Reinhard Hof, der zum zehnjährigen Jubiläum das Theaterstück "Die rechte Hand des Teufels" geschrieben hat.

KirchenbautenBearbeiten

 
Wehrkirche St. Ägidius Schönfeld
  • Pfarrkirche St. Laurentius Wald
  • Expositurkirche St. Jakobus Süssenbach
  • Burgkapelle Siegenstein
  • Wehrkirche St. Ägidius Schönfeld
  • Heiligbrünnl

Sport und VereineBearbeiten

In der Gemeinde gibt es ein vielfältiges Vereinsleben und den Sportverein SSV Rossbach-Wald, der über zahlreiche moderne Sportanlagen verfügt. Die Freiwillige Feuerwehr Wald sowie die Feuerwehren der Ortsteile sorgen für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe.

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Die Gemeinde Wald verfügt als Kleinzentrum über eine ausreichende ärztliche Versorgung und ist Standpunkt von landwirtschaftlichen Betrieben sowie Dienstleistungs-, Handwerks- und Handelsunternehmen. Die Gemeinde hat mehrere Baugebiete ausgewiesen und bietet Möglichkeiten für die Ansiedlung von Gewerbebetrieben.

Die Gemeinde hat einen Slogan: "Zukunft wagen, Wurzeln schlagen".

Wichtige Ziele von Wald liegen derzeit bei Investitionen in regenerative, umweltfreundliche Energie, energiesparende Technik, der Weiterentwicklung der Infrastruktur sowie in der Breitbandversorgung.

Arbeitsgemeinschaft Vorderer Bayerischer WaldBearbeiten

Am 8. Januar 2007 wurde die Arbeitsgemeinschaft Vorderer Bayerischer Wald, kurz «AG Vorwald» genannt,[5] gegründet. Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, die Region in touristischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht zu fördern und zu stärken. Mitglieder dieser Gemeinschaft sind die Gemeinden Altenthann, Bernhardswald, Brennberg, Falkenstein, Michelsneukirchen, Rettenbach, Wald, Wiesenfelden, Zell und die Stadt Wörth an der Donau. Überdies alle Heimat-, Tourismus- und Fremdenverkehrsvereine dieser Gemeinden.

TourismusBearbeiten

Die Gemeinde setzt vor allem auf Urlaub auf dem Bauernhof. Es gibt zahlreiche Fremdenpensionen und Gasthöfe.

BildungBearbeiten

  • Grund- und Hauptschule

Vor Ort unterrichten die Volkshochschule und Landkreismusikschule.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

  • Kindergarten
  • Mehrzweckhalle
  • Gemeindebücherei
  • Kläranlagen
  • Wertstoffhof

MedienBearbeiten

In der Gemeinde erscheint das Bayerwaldecho, eine Lokalausgabe der Mittelbayerischen Zeitung sowie das Regensburger Wochenblatt, eine Ausgabe der Wochenblatt Verlagsgruppe.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Mit der Gemeinde verbundenBearbeiten

  • Harald Grill (* 1951), Schriftsteller, lebt seit 1978 mit seiner Familie in Wald

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111204/201947&attr=OBJ&val=938
  3. Bräukeller faszinierte die Besucher Artikel der Mittelbayerischen Zeitung - Karin Hirschberger. Abgerufen am 24. Juni 2016.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 559.
  5. Arbeitsgemeinschaft Vorderer Bayerischer Wald [1], abgerufen am 26. Dezember 2014.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Wald (Oberpfalz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien