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Isle of Wight Festival

britisches Rockfestival
1970: Man geht davon aus, dass über 600.000 Zuschauer dabei waren.

Isle of Wight Festival steht für drei Rock-Festivals in den Jahren 1968, 1969 und 1970 – aber auch für eine Reihe neuerer Musik-Veranstaltungen ab dem Jahr 2002. Sie alle fanden auf der dem britischen Festland südlich vorgelagerten Isle of Wight statt. Das Festival des Jahres 1970 ist zweifellos das bekannteste und weitaus größte; seine beiden Vorgänger gerieten darüber fast in Vergessenheit. Das Festival wurde früher vielfach als „Europas Woodstock“ bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Isle of Wight Festival 1968Bearbeiten

Das erste Isle of Wight Festival mit etwa 20.000 Besuchern fand am 31. August und 1. September 1968 auf dem Hell Field der Ford Farm bei Godshill auf der Isle of Wight statt. Die Attraktionen waren:

Isle of Wight Festival 1969Bearbeiten

Das zweite Festival am 30. und 31. August 1969 war bereits wesentlich größer als sein Vorgänger. Die Besucherzahl wird mit etwa 150.000 angegeben. Die Liste der Bands und Künstler (in alphabetischer Reihenfolge) ist auch heute noch beeindruckend:

Isle of Wight Festival 1970Bearbeiten

Das mit Abstand größte und sicherlich auch chaotischste Isle of Wight Festival war das von 1970. Es fand vom 26. bis zum 30. August auf dem Gelände der East Afton Farm statt und profitierte vermutlich von den Informationen über das damals bereits legendäre Woodstock-Festival im Jahr zuvor. Im Guinness-Buch der Rekorde wurde geschätzt, dass zwischen 600.000 und 700.000 Menschen an dem Festival von 1970 teilnahmen. Genaue Zahlen liegen jedoch nicht vor, da das Festival-Gelände so gelegen war, dass auch nicht-zahlende Zuschauer das Musikprogramm von den unmittelbar neben dem durch einen Doppelzaun abgetrennten Areal gelegenen Dünenkämmen aus noch leidlich verfolgen konnten. Trotzdem geht man aufgrund der damals zusätzlich verkauften Fährpassagen zur Kanalinsel davon aus, dass das IoW-Festival 1970 das vielleicht bestbesuchte Festival in der Geschichte der Rock-Musik gewesen sein könnte.

Das Festival wurde zeitweise von Zuschauern aus der sogenannten Desolation Row (das Gelände unmittelbar hinter dem doppelten Sichtschutzzaun) gestört, die verlangten, die Veranstaltung zu einem free festival mit Gratis-Einlass zu erklären. Die Veranstalter beharrten jedoch auf dem Eintrittspreis von 3 Pfund, da sie zu diesem Zeitpunkt die abzudeckenden Kosten „(point of break even)“ noch nicht eingenommen hatten. Besonders im Dokumentarfilm Message to Love (1997) des Amerikaners Murray Lerner werden diese Ereignisse ausführlich thematisiert, auch wenn sie von der überwiegenden Mehrheit der Zuschauer nicht wahrgenommen wurden. In seinem 2016 erschienenen Buch The Last Great Event – with Jimi Hendrix & Jim Morrison kritisiert Veranstalter Ray Foulk wiederholt die von Lerner erst 27 Jahre später „manipulierte Sichtweise“ auf das Geschehen.

Die einzige Gruppe, die wegen mehrfacher Verzögerungen letztendlich nicht auftreten konnte, war Mungo Jerry. Neben dem offiziellen Festival fand eine Alternativ-Veranstaltung mit den Bands Hawkwind und Pink Fairies statt.

Das offizielle Festival-Programm lautete:

  • 26. August 1970

Judas Jump, Kathy Smith, Rosalie Sorrels, David Bromberg, Redbone, Kris Kristofferson, Mighty Baby

  • 27. August 1970

Gary Farr, Supertramp, Andy Roberts Everyone, Howl, Black Widow, Groundhogs, Terry Reid, Gilberto Gil

  • 28. August 1970

Fairfield Parlour, Arrival, Lighthouse, Taste, Tony Joe White, Chicago, Family, Procol Harum, The Voices of East Harlem, Cactus

  • 29. August 1970

John B. Sebastian, Shawn Phillips, Lighthouse, Joni Mitchell, Tiny Tim, Miles Davis, Ten Years After, Emerson, Lake and Palmer, The Doors, The Who, Sly & the Family Stone, Melanie

  • 30. August 1970

Good News, Kris Kristofferson, Ralph McTell, Heaven, Free, Donovan, Pentangle, The Moody Blues, Jethro Tull, Jimi Hendrix, Joan Baez, Leonard Cohen, Richie Havens

Isle of Wight (Rock Island) Festival 2002Bearbeiten

Nach 32 Jahren Pause wurde das Festival im Jahre 2002 wiederbelebt, zunächst noch unter dem Namen Rock Island. Es findet mittlerweile im Seaclose Park außerhalb von Newport statt. Das jetzige Festivalgelände hat nichts mehr mit der früheren Lokalität zu tun.

  • 3. Juni 2002:

The Charlatans, Robert Plant (Strange Sensation), Ash, Starsailor, Hundred Reasons, The Coral, The Bees, Johnny 4, DNA Doll

Besucherzahl: 35.000

Isle of Wight Festival 2003Bearbeiten

Isle of Wight Festival 2004Bearbeiten

Isle of Wight Festival 2005Bearbeiten

Isle of Wight Festival 2006Bearbeiten

Isle of Wight Festival 2007Bearbeiten

Isle of Wight Festival 2008Bearbeiten

Isle of Wight Festival 2009Bearbeiten

Isle of Wight Festival 2010Bearbeiten

Isle of Wight Festival 2011Bearbeiten

VideosBearbeiten

  • Isle Of Wight Festival 1970; ca. 137 Minuten; erschienen 1995. (Später wurde auch noch eine DVD unter dem Namen Message to Love – the Isle of Wight Festival – THE MOVIE [DD 5.1; Doku ca. 120 Minuten; Konzert ca. 90 Minuten] veröffentlicht.)
    • Jimi Hendrix Experience – Message to Love. The Who – Young Man Blues. Free – All Right Now. Taste – Sinner Boy. Tiny Tim – There’ll Always Be an England. John B. Sebastian – Red Eye Express. Ten Years After – Can’t Keep From Cryin’. The Doors – When the Music’s Over. The Moody Blues – Nights in White Satin. Kris Kristofferson – Me and Bobby McGee. Joni Mitchell – Woodstock, Big Yellow Taxi.
    • Miles Davis – Call It Anything. Leonard Cohen – Suzanne. Emerson, Lake and Palmer – Pictures at an Exhibition. Jimi Hendrix Experience –- Machine Gun, Voodoo Child (Slight Return). Joan Baez – Let It Be. Jethro Tull – My Sunday Feeling. The Doors – The End. Jimi Hendrix Experience – Foxy Lady. The Who – Naked Eye.
    • Family – Weaver’s Answer. Taste – Gambling Blues. Emerson, Lake and Palmer – Blue Rondo à la Turk. Jimi Hendrix Experience – Purple Haze.
  • The Who – Live at the Isle of Wight Festival 1970 (2000) 85 Minuten.
  • Jimi Hendrix – Blue Wild Angel – Live at the Isle of Wight (2004) 154 Minuten.
  • Jethro Tull – Nothing Is Easy: Live at the Isle of White 1970 (2005) 80 Minuten.
  • Emerson Lake & Palmer – The Birth Of A Band – Isle of Wight Festival – Sat August 29th 1970 (2006) 67 Minuten.
  • The Moody Blues – Threshold Of A Dream – Live at the Isle of Wight Festival 1970 (2009) 79 Minuten.

LiteraturBearbeiten

  • Brian Hinton: Message To Love? The Isle of Wight Festival, 1968–1969–1970. Castle Communications, 1995.
  • The Last Great Event – with Jimi Hendrix & Jim Morrison (über das Festival von 1970), Ray Foulk (Veranstalter), Medina Publishing, 2016, Hardcover ISBN 978-1-909339-58-3, Softcover ISBN 978-1-909339-57-6.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Isle of Wight Festival – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien