Heinz Hoenig

deutscher Filmschauspieler

Heinz Hoenig (* 24. September 1951 in Landsberg am Lech) ist ein deutscher Schauspieler und Schlagersänger. Seinen Durchbruch hatte er 1981 als Funkmaat Hinrich in Wolfgang Petersens Das Boot. Dieter Wedel besetzte ihn u. a. in seinen Mehrteilern Der große Bellheim (1992), Der Schattenmann (1995), Der König von St. Pauli (1998) und Die Affäre Semmeling (2002). Neben seiner Mitwirkung in über 140 Film- und Fernsehproduktionen wirkte er in zahlreichen Theaterinszenierungen.

Heinz Hoenig, 2018

LebenBearbeiten

Frühe Jahre und TheaterBearbeiten

Heinz Hoenig kam als Sohn eines Kranführers zur Welt und wuchs in Harlingerode, einem Stadtteil von Bad Harzburg im Landkreis Goslar, am Harz auf, machte eine Schlosserlehre, arbeitete als Silberschmied, Tischler, Imbiss-Mitarbeiter und als Streetworker für das Antidrogenprojekt Release in Berlin. Nach einem Gastspiel von John Allens Theatre of All Possibilities ging er mit Allen nach Amerika, um bei ihm Schauspielunterricht zu nehmen. Von 1972 bis 1974 lebte er auf Allens Farm bei Santa Fe. Wieder in Deutschland spielte er am Berliner Grips-Theater. 1986 spielte er in dem Sam-Shepard-Stück Fool For Love am Schauspielhaus Zürich. 2015 spielte Hoenig bei den Bad Hersfelder Festspielen unter der Regie von Dieter Wedel in einer Inszenierung von William Shakespeares Die Komödie der Irrungen.

Film und FernsehenBearbeiten

1975 gab Hoenig sein Filmdebüt in dem schwarzweißen Filmdrama Unter dem Pflaster ist der Strand von Helma Sanders-Brahms. Der Durchbruch gelang ihm 1981 durch Wolfgang Petersens Romanverfilmung Das Boot, in dem er den Funkmaat Hinrich spielte.

 
Heinz Hoenig bei der Arbeit zu Kopf oder Zahl mit Regisseur Benjamin Eicher, 2006

Mehrfach arbeitete Hoenig mit dem Regisseur Dieter Wedel zusammen, der ihn in seinen Mehrteilern in einer der Hauptrollen besetzte. Seine Spielpartner in den Mehrteilern waren Mario Adorf und Stefan Kurt. 1992 spielte er in Der große Bellheim die Rolle des skrupellosen Spekulanten Rottmann. In Der Schattenmann von 1995 gab er den frühpensionierten Polizisten Erich „King“ Grobecker, im Sechsteiler Der König von St. Pauli verkörperte er 1998 den Nachtclubbesitzer Sugar, und 2002 übernahm er die Rolle des Fraktionschefs Axel Ropert in Die Affäre Semmeling. Für seine schauspielerischen Leistungen in den Wedel-Mehrteilern wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. erhielt er 1996 den Bayerischen Fernsehpreis und 1997 zusammen mit Dieter Wedel und Stefan Kurt den Adolf-Grimme-Preis für Der Schattenmann.

Von 1998 und 2001 hatte er in der Sat.1-Krimireihe Stan Becker die Titelrolle eines ehemaligen Wuppertaler Polizeikommissars. Im März 2006 war Hoenig in der Auftaktfolge Rotkäppchen – Wege zum Glück der ProSieben-Märchenstunde an der Seite von Karl Dall und Christian Tramitz in einer komödiantischen Rolle als Finanzminister Eisenhans zu sehen. In Otto Waalkes’ Kinokomödien 7 Zwerge – Männer allein im Wald und 7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug, die 2004 bzw. 2006 in die Kinos kamen, spielte er den Zwergenanführer und späteren König Brummboss. Dietmar Klein besetzte ihn 2006 für seinen Zweiteiler Rose unter Dornen als vermögenden Hotelier Simon Wahlberg an der Seite von Valerie Niehaus in der Hauptrolle. 2009 war er als tschetschenischen Arzt Milos in dem Filmdrama Kopf oder Zahl unter der Regie von Timo Joh. Mayer und Benjamin Eicher in der Hauptrolle auf der Kinoleinwand zu sehen.

Zwischen 2008 und 2016 übernahm er mehrfach Gastrollen in der ZDF-Reihe Das Traumschiff. Seit 2018 ist Hoenig unregelmäßig als Onkel Mike in der ZDF-Krimireihe Herr und Frau Bulle an der Seite von Alice Dwyer und Johann von Bülow zu sehen. Im Sommer 2019 nahm Hoenig als Kakadu verkleidet an der ersten Staffel der ProSieben-Musikshow The Masked Singer. Er belegte den achten Platz von zehn Teilnehmern.[1] Von November 2020 bis Januar 2021 war er als Hauptdarsteller in der TVNOW-Serie Verbotene Liebe – Next Generation als Robert Verhoven zu sehen. Im Dezember 2021 war er neben Mirja Boes, Oliver Pocher, Judith Williams, Wigald Boning, Eko Fresh und Uwe Ochsenknecht Teil der Sat.1-Comedy Märchenstunde, bei der Märchen – ähnlich wie bei der ProSieben-Märchenstunde – satirisch aufs Korn genommen werden.[2]

MusikBearbeiten

Im November 2001 erschien bei der Ariola Hoenigs Debütalbum Familienbande, bei der er zehn Schlagerlieder interpretierte.[3]

Soziales EngagementBearbeiten

 
Heinz der Stier in Berlin-Steglitz

Hoenig ist der Gründer der Initiative Heinz der Stier, einer Organisation, die sich um psychisch traumatisierte Kinder und Jugendliche kümmert und diese zu einem Abenteuerurlaub nach Mallorca und zu medienpädagogischen Maßnahmen in den Harz einlädt, um ihnen neue Horizonte, auch für ihr späteres Berufsleben, zu eröffnen. Für dieses Engagement wurde er 2005 von Kinderlachen mit dem Kind-Award ausgezeichnet. Die Spenden für Heinz der Stier werden von der Deutschen Kinderhilfe e. V. direkt verwaltet.

PrivatesBearbeiten

Heinz Hoenig war ab 1988 verheiratet und hat aus dieser Ehe zwei Kinder. Am 25. März 2012 verstarb seine Frau Simone im Alter von 52 Jahren.[4] Mit seiner zweiten, 33 Jahre jüngeren Ehefrau Annika, die er am 30. März 2019 heiratete[5], bekam er im Dezember 2020 einen Jungen, zudem brachte seine zweite Ehefrau eine Tochter mit in die Ehe.[6] Er lebt in Blankenburg im Harz.[7]

Im Dezember 2002 veröffentlichte Hoenig seine Autobiografie Meine Freiheit nehm ich mir: Erinnerungen an 50 wilde Jahre bei Bastei Lübbe unter der Mitwirkung des Journalisten Paul Barz. Das Werk erschien auch von ihm selbst eingesprochen als Hörcassette und als Audio-CD.

FilmografieBearbeiten

KinofilmeBearbeiten

FernsehfilmeBearbeiten

Fernsehserien und -reihenBearbeiten

Theater (Auswahl)Bearbeiten

DiskografieBearbeiten

Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  DE   AT   CH
2001 Familienbande
Ariola
Erstveröffentlichung: 26. November 2001

AutobiografieBearbeiten

  • Heinz Hoenig, Paul Barz: Meine Freiheit nehm ich mir. Erinnerungen an 50 wilde Jahre. Lübbe, Bergisch Gladbach 2002, ISBN 3-7857-2104-8 (auch als Hörcassette und als Audio-CD).

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 3: F – H. John Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 698.

WeblinksBearbeiten

Commons: Heinz Hoenig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „The Masked Singer 2019“: Enttarnt: Der Kakadu ist Heinz Hönig. TV Movie, 11. Juli 2019, abgerufen am 11. Juli 2019.
  2. Timo Niemeier: "Comedy Märchenstunde" in Sat.1: "Schillerstraße" light. In: dwdl.de. 6. Dezember 2021, abgerufen am 7. Dezember 2021.
  3. Heinz Hoenig – Familienbande bei Discogs
  4. Simone Hoenig ist tot: Heinz Hoenigs Ehefrau an Herzversagen gestorben. Focus, 2. April 2012, abgerufen am 2. April 2012.
  5. Schauspiel-Star Heinz Hoenig hat geheiratet – sie ist 33 Jahre jünger. In: www.bildderfrau.de. Funke Digital GmbH / Bild der Frau Digital, 12. Juli 2019, abgerufen am 24. März 2021.
  6. Durch den Hintereingang zur Hochzeit. Goslarsche Zeitung, 4. April 2019, abgerufen am 5. April 2019.
  7. TV-Star Heinz Hoenig hat JA gesagt. BILD, 3. März 2019, abgerufen am 27. Dezember 2019.