Valerie Niehaus

deutsche Schauspielerin

Valerie Niehaus (* 11. Oktober 1974 in Emsdetten, Nordrhein-Westfalen) ist eine deutsche Schauspielerin. Sie wurde durch die Verkörperung der Julia von Anstetten in der Seifenoper Verbotene Liebe bekannt.

Valerie Niehaus (2018)

LebenBearbeiten

Herkunft und AusbildungBearbeiten

Valerie Niehaus ist die Tochter des ehemaligen Siemens-Topmanagers Peter Niehaus und die Großnichte der Schauspielerin Ruth Niehaus (1925–1994), an deren 20. Todestag am 24. September 2014 sie bei der Einweihung der Ruth-Niehaus-Straße in Meerbusch die Laudatio hielt.[1]

1987 zog sie im Alter von 13 Jahren mit ihrer Familie nach München und wurde für den Fernsehmehrteiler Rote Erde entdeckt, wo sie im März 1990 in der Folge Heil Hitler oder Glück auf als Gerda zu sehen war. Am Tag, als sie ihr Abiturzeugnis erhielt, bekam sie einen Vertrag für die Seifenoper Verbotene Liebe, wo sie für zwei Jahre und 408 Folgen die Rolle der Julia von Anstetten spielte, die sich – ohne zu wissen, um wen es sich handelt – in ihren eigenen Bruder Jan Brandner (Andreas Brucker) verliebt hat. 1995 und 1996 wurde sie während ihren Soapzeit mit dem Bravo Otto-Preis in der Kategorie „TV-Star weiblich“ ausgezeichnet (jeweils Bronze). In dem Liebesfilm Rosamunde Pilcher: Stunden der Entscheidung (Erstausstrahlung: März 1997) war sie an der Seite von Timothy Peach als Christabel Lowyer, die in den USA studiert und in den Semesterferien zu ihren Eltern nach England fährt, in der weiblichen Hauptrolle zu sehen. Nach ihrem Ausscheiden aus der Serie studierte Niehaus von 1997 bis 1999 am Lee Strasberg Theatre and Film Institute in New York.

Film und FernsehenBearbeiten

Im Jahr 2000 kehrte Niehaus von New York nach Deutschland zurück. In Michael Karens Regiedebüt, dem Horrorthriller Flashback – Mörderische Ferien, übernahm sie im selben Jahr die Hauptrolle der traumatisierten Jeanette Fielmann, die in ihrer Kindheit beide Eltern verloren hat. Für diese Rolle wurde sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Simone Hanselmann mit dem New Faces Award nominiert. In dem Fernsehfilm Das Glück ist eine Insel (Erstausstrahlung: Mai 2001) war sie Saskia Janssen, die dem Umweltaktivist Jens Groote (Christian Kohlund), der auf einer Nordseeinsel eine Aufzuchtstation für verwaiste junge Robben betreibt, assistiert. Unter der Regie von Sharon von Wietersheim war sie als „personifizierter Sonnenschein“ Irina Burger in der Filmkomödie Das bisschen Haushalt (Erstausstrahlung: September 2003) in der Rolle einer Ehefrau eines erfolgreichen Managers zu sehen, die aus Liebe zu ihrem Mann ihre Journalistenkarriere an den Nagel hängt, den Haushalt führt und ihre Belange in den Hintergrund stellt.[2] In Dietmar Kleins zweiteiligen Melodram Rose unter Dornen (Erstausstrahlung: Januar 2006) spielte sie die Hauptrolle der alleinerziehenden Telefonistin Sofie Winter, die sich in den Hotelkönig Simon Wahlberg (Heinz Hoenig) verliebt und ihn schließlich heiratet. Von März bis Mai 2006 sah man sie als Anna Hoffmann in der Titelrolle der zehnteiligen ZDF-Fernsehserie Alles über Anna. In Joseph Vilsmaiers fiktionalem Drama Die Gustloff (Erstausstrahlung: März 2008) war sie die Tochter des Königsberger Buchhändlers Thomas Galetschky, Erika Galetschky, die im väterlichen Buchladen den Kapitän Hellmuth Kehding (Kai Wiesinger) im Jahr 1944 kennen und lieben lernt.[3] Von März 2009 bis April 2010 gehörte sie als Malerin Céline Charpentier zur Stammbesetzung der dreiteiligen ARD-Krimireihe Kommissar LaBréa mit Francis Fulton-Smith in der Titelrolle. In dem Fernsehfilm Eine Liebe in St. Petersburg (Erstausstrahlung: Oktober 2009) spielte sie die junge Berliner Anästhesistin Nora Sanders, die einen wichtigen Vortrag auf einem Kongress in St. Petersburg halten soll, nachdem sie frisch verlobt ist.

In der Sat.1-Filmkomödie Sind denn alle Männer Schweine? (Erstausstrahlung: September 2010) war sie neben Oliver Mommsen als Scheidungsanwältin Maja Nielsen, die nach einem Stromschlag die Gedanken von Männern hören kann, in der Hauptrolle zu sehen. In dem deutsch-österreichischen Weihnachtsfilm Die Liebe kommt mit dem Christkind (Erstausstrahlung: Dezember 2010) sah man sie in der weiblichen Hauptrolle der Richterin Annemarie Eggert, die auf der Flucht vor ihrem untreuen Freund Felix (Hary Prinz) ist und mit ihrem Sohn Peter (Nico Liersch) von Wien nach Sankt Gilgen zieht. In dem ARD-Melodram Garmischer Bergspitzen (Erstausstrahlung: Dezember 2010) übernahm sie als Hebamme Christa Sailer, welche zeitgleich mit ihrem Mann Karl Sailer (Timothy Peach) ihren Job in der Klinik nach einer Auseinandersetzung mit der Chefärztin Dr. Ranke (Heike Trinker) verliert, die weibliche Hauptrolle.[4] In der zweiteiligen Filmbiografie Der Mann mit dem Fagott (Erstausstrahlung: September 2011) war sie als junge Schauspielerin Gitta zu sehen, die den Musiker Udo Jürgens (David Rott) während seiner Zeit als Barmusiker in Salzburg kennenlernt und ihn später heiratet.[5] In der Filmkomödie Überleben an der Wickelfront (Erstausstrahlung: Mai 2012) war sie als Anwältin Esther Lindemann, die Mutter von Zwillingen geworden ist, aber aufgrund der Leitungsübernahme einer neuen Kanzlei keine Jahresauszeit nehmen kann und will, zu sehen. Eine Doppelrolle übernahm sie in der Sat.1-Verwechslungskomödie Mich gibt’s nur zweimal (Erstausstrahlung: Oktober 2012); sie spielte zum einen die Produktionsdesignerin Katrin und zum anderen den Androiden Kate.[6] In dem Weihnachts-Fernsehfilm Beutolomäus und der falsche Verdacht (Erstausstrahlung: Dezember 2012) mit der fiktiven KiKA-Weihnachtsfigur Beutolomäus war sie als Künstlerin Liliane Lercke in der Rolle der Filmmutter des Protagonisten Louis (Tim Rietz) zu sehen. In dem ARD-Fernsehfilm übernahm Niehaus in Die Spionin (Erstausstrahlung: Dezember 2013) die Rolle der deutschen Agentin Vera von Schalburg.[7] In dem komödiantischen Sat.1-Ensemblefilm Frauenherzen (Erstausstrahlung: September 2015) war sie an der Seite von Nadeshda Brennicke, Anna Fischer, Julia Hartmann, Marie Schöneburg und Julia Dietze als Hausfrau Karo Richter in einer von sechs weiblichen Hauptrollen zu sehen.[8]

Von Februar 2016 bis April 2019 übernahm Niehaus an der Seite von David Rott (2016) und Matthias Weidenhöfer (2017 bis 2019) die durchgehende Hauptrolle der Rechtsmedizinerin Dr. Katrin Stoll in der ZDF-Krimiserie Die Spezialisten – Im Namen der Opfer.[9][10] In Folge 37 wird sie von der IEK-Leitung Dr. Dorothea Lehberger (Katy Karrenbauer) beurlaubt, weil der Ausbruch des Schwerverbrechers Zoch, der einst ihren Bruder tötete, die Arbeit Stolls zu sehr beeinflusste. Insgesamt war Niehaus in 40 Folgen zu sehen, in den anderen acht Folgen ist sie selbst nicht zu sehen, es fällt lediglich im Zusammenhang mit der Entführung Zochs ihr Name. In dem Fernsehfilm Meine fremde Freundin (Erstausstrahlung: November 2017), spielte sie Andrea Bredow, eine Mitarbeiterin des Hannoveraner Gesundheitsamts, die sich mit ihrer neuen Arbeitskollegin Judith Lorenz (Ursula Strauss), die vorgibt, von ihrem neuen Arbeitskollegen Volker Lehmann (Hannes Jaenicke) vergewaltigt worden zu sein, anfreundet.[11] Für die ARD-Freitagsfilmreihe Daheim in den Bergen stand sie in der Folge Schwesternliebe (Erstausstrahlung: April 2019) in einer Doppelrolle als Zwillingsschwestern Leonie und Lena Assmann vor der Kamera.

Niehaus wirkt daneben in diversen ZDF-Comedysendungen mit. Ab 2015 war sie in insgesamt 30 Folgen der Comedy-Serie Sketch History zu sehen.[12] Seit Juni 2018 ist sie sowohl unter ihrem eigenen Namen als auch unter dem Pseudonym Saskia Lindemann-Engelhardt Teil der Besetzung in der heute-show.[13] In Jan Böhmermanns Weihnachtsfilm Böhmermanns perfekte Weihnachten (Erstausstrahlung: Dezember 2018) spielte sie die Single-Frau Bettina Rüstlinger, die den Dalai Lama und Ai Weiwei an der Zimmerwand hat und auf Sinnsuche in Eckart-von-Hirschhausen-Büchern ist.[14][15]

PrivatesBearbeiten

Valerie Niehaus ist geschieden und hat einen Sohn (* 2002). Sie lebt in Berlin.

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

KinoBearbeiten

FernsehenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Valerie Niehaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marcel Romahn: Meerbusch: Erste Straße nach Schauspielerin benannt. In: RP Online. Abgerufen am 25. September 2014.
  2. Tilmann P. Gangloff: Valerie Niehaus, Gedeon Burkhard, Tim Bergmann, von Wietersheim. Einfach nett! Filmkritik bei tittelbach.tv, abgerufen am 2. August 2020.
  3. Valerie Niehaus als Erika Galetschky. bei tv.orf.at; abgerufen am 24. Juni 2019.
  4. Garmischer Bergspitzen. In: Augsburger Allgemeine. Abgerufen am 10. Dezember 2010.
  5. Schauspielerin Valerie Niehaus: Jetzt darf sie sogar Udo Jürgens verführen. In: RP Online vom 27. September 2011; abgerufen am 24. Juni 2019.
  6. Charmante Doppelrolle: Valerie Niehaus in der SAT.1-Komödie "Mich gibt's nur zweimal" am 30. Oktober 2012, um 20.15 Uhr. In: presseportal.de. Abgerufen am 25. Oktober 2012.
  7. Marie-Luise Braun: Valerie Niehaus ist „Die Spionin“ im Ersten. In: Neue Osnabrücker Zeitung. Abgerufen am 27. Dezember 2013.
  8. Anja Rützel: Sat.1-Komödie "Frauenherzen": Stöckelziege, Moppeline und der Rest. In: Spiegel Online. Abgerufen am 14. Januar 2014.
  9. "Schnitt für Schnitt" zur Wahrheit: ZDF dreht Krimiserie mit Valerie Niehaus und David Rott. In: presseportal.de. Abgerufen am 29. Juli 2015.
  10. Matthias M. Machan: Valerie Niehaus: "Ich mache TV aus tiefster Überzeugung". In: Prisma.de. Abgerufen am 2. Oktober 2018.
  11. Heike Hupertz: TV-FILM „MEINE FREMDE FREUNDIN“: Ein Mann unter Verdacht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Abgerufen am 8. November 2017.
  12. David Denk: Neue Show "Sketch History" im ZDF: Brutus, du dumme Sau. Abgerufen am 9. Oktober 2015.
  13. heute-show vom 5. Oktober 2018. Abgerufen am 12. November 2018.
  14. "Böhmermanns perfekte Weihnachten" mit Nazi-Oma und Hipster-Familie. In: Focus.de. Abgerufen am 18. Dezember 2018.
  15. Jürn Kruse: Böhmermann-Weihnachten im ZDF: Die neuen „Hoppenstedts“. In: taz.de. Abgerufen am 13. Dezember 2018.