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Hamburg-Groß Borstel

Stadtteil von Hamburg

Groß Borstel ist ein Stadtteil im Bezirk Hamburg-Nord der Freien und Hansestadt Hamburg. Groß Borstel liegt nördlich von Eppendorf und grenzt selbst im Norden an den Flughafen Hamburg.

Wappen von Hamburg
Groß Borstel
Stadtteil von Hamburg
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Über dieses Bild
Koordinaten 53° 36′ 49″ N, 9° 58′ 57″ OKoordinaten: 53° 36′ 49″ N, 9° 58′ 57″ O
Fläche 4,5 km²
Einwohner 8459 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 1880 Einwohner/km²
Postleitzahl 22297, 22335, 22453, 22529
Vorwahl 040
Bezirk Hamburg-Nord
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Im Norden wird Groß Borstel durch den Flughafen in Fuhlsbüttel begrenzt, im Südosten durch Alsterdorf, im Süden durch Eppendorf und Lokstedt und im Westen durch Niendorf.

Groß Borstel wird vom Bach Tarpenbek durchflossen, der in Eppendorf in die Alster mündet.

NameBearbeiten

Als Dorf wurde Groß Borstel erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte weist der Name vielfältige Varianten auf, so wurde er als Burstolde, Burstelde, Borstel, Bossel, Calebostel und Kahle Borstel in offiziellen und in privaten Urkunden ausgeschrieben. Die Grundbedeutung geht dabei auf Burstal zurück, wobei bur Haus und stel Stelle, aber nicht Stall, bedeutet.[1]

GeschichteBearbeiten

Das holsteinische Dorf Groß Borstel kam 1325 durch Kauf in den Besitz des Klosters Herwardeshude und gehörte damit zum außerhalb der Stadtmauern gelegenen hamburgischen Landgebiet.[2] Nach Auflösung des Klosters im Jahr 1530 gelangte Groß Borstel in den Besitz des Klosters St. Johannis.[3] Nach der Neueinteilung der hamburgischen Landgebiete im Jahr 1830 gehörte Groß Borstel zur Landherrenschaft der Geestlande. Am 1. Januar 1913 wurde Groß Borstel durch Eingemeindung ein Stadtteil Hamburgs.[4]

Der Hamburger Flughafen war zunächst als Flughafen Hamburg-Groß Borstel bekannt, da er direkt angrenzte. Mit dem Ausbau entstand das Terminal mit der Abfertigung auf der Ostseite des Platzes und der Flughafen wurde in Anlehnung an den dort angrenzenden Stadtteil in Hamburg-Fuhlsbüttel umbenannt. An der Südseite des Flughafens und damit angrenzend an Groß Borstel befindet sich seitdem das Betriebsgelände der Lufthansa Technik mit den großen Wartungshallen, oft auch noch als Luftwerft bezeichnet und so vor Ort ausgeschildert.

Umstritten ist das Stadtentwicklungsprojekt Groß Borstel 25.

PolitikBearbeiten

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft gehört Groß Borstel zum Wahlkreis Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Langenhorn. Die Bürgerschaftswahl 2015 führte zu folgendem Ergebnis:[5]

  • SPD: 48,3 % (–3,9)
  • CDU: 14,0 % (−4,8)
  • Grüne: 12,8 % (+1,3)
  • Linke: 8,0 % (+1,3)
  • FDP: 7,5 % (+0,9)
  • AfD: 5,5 % (+5,5)
  • Übrige: 3,9 % (–0,3)

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Das Stavenhagenhaus

Das Stavenhagenhaus () ist ein barocker Backsteinbau aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Seit 1651 hatten wohlhabende Hamburger Bürger den Frustberg in Groß Borstel zu ihrem Sommersitz gewählt. Etwa 50 Jahre später war der Park im Besitz des Platwerkers (Tuchhändlers) Eybert Tiefbrunn, der an die Stelle der alten Reetdachkate ein herrschaftliches Backsteinhaus, das heutige Stavenhagenhaus, errichtete. Über der Eingangstür ist das Relief seines Familienwappens zu sehen, das die Jahreszahl 1703 trägt.

Eine verspätete Eigentumsübertragung von seinem Vorgänger Johann John auf Eybert Tiefbrunn im Jahr 1704 ließ zunächst den Eindruck entstehen, dass bereits Johann John der Erbauer des Backsteinhauses sei. Ein Dokument des Klosters St. Johannes besagt jedoch, dass Tiefbrunn schon 1702 eine Anzahl Bäume im Frustbergpark für den Bau des Hauses fällen ließ und damit auch im Besitz des Parks gewesen sein muss.

Er hinterließ mit diesem Herrenhaus ein baugeschichtlich seltenes Beispiel eines Barockhauses aus seiner Zeit. Von 1794 bis 1822 war das Herrenhaus Sommersitz der Bankiersfamilie Berenberg-Gossler und ein Treffpunkt der Hamburger Gesellschaft. Im 19. Jahrhundert gehörten zu dem Anwesen 6,05 Hektar Land. Seit 1928/29 ist die Stadt Hamburg Eigentümerin, der Bau steht seit 1937 unter Denkmalschutz. Der Grundbesitz schrumpfte bis 1957 auf 4.800 Quadratmeter zusammen. 1962 wurde das Haus zu Ehren des niederdeutschen Dichters Fritz Stavenhagen auf den Namen Stavenhagenhaus getauft. Es dient als Stadtteilkulturzentrum und Veranstaltungsort für Musikkonzerte.[6] Bis März 1998 befand sich im ersten Stock eine öffentliche Bücherei.

In den Jahren 1927–29 erbaute Fritz Schumacher in der Borsteler Chaussee 301 das erste staatliche Altenheim in Hamburg.

An der Ecke Borsteler Chaussee / Schrödersweg steht die Kirche St. Peter, ein das Zentrum des Stadtteils prägendes Gebäude, das typisch für den Kirchenbau der Nachkriegszeit in Hamburg ist.

NaturdenkmälerBearbeiten

 
Das Eppendorfer Moor im Mai

In Groß Borstel liegt Hamburgs innenstadtnächstes Naturschutzgebiet, das Eppendorfer Moor. Es handelt sich dabei um einen Erlen- und Birkenbruchwald mit Nieder- und Hochmoorflächen, die vom Naturschutzbund Deutschland von Strauchbewuchs freigehalten werden, um die Restbestände von Lungen-Enzian und Glockenheide zu erhalten. Das Eppendorfer Moor ist das größte innerstädtische Moor Mitteleuropas.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Im Süden des Stadtteils verlaufen die Gleise der Güterumgehungsbahn Hamburg.

Im Westen verläuft in nord-südlicher Richtung die Bundesstraße 447 als Kollaustraße und verbindet damit die B 5 mit der Bundesautobahn 7. Im Osten des Stadtteils verläuft (ebenfalls in nord-südlicher Richtung) die B 433 (im Straßenverlauf Alsterkrugchaussee und Tarpenbekstraße genannt) die eine Verbindung von der B 5 mit der B 432 und der A 7 herstellt.

Durch folgende Buslinien im Hamburger Verkehrsverbund ist Groß Borstel an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen:

Von 1903 bis 1966 verband eine Straßenbahnlinie Groß Borstel mit der Hamburger Innenstadt (1903–1906 Linie 24, 1906–1910 Linie 17, 1910–1925 Linie 13, 1925–1929 Linie 6, 1929–1943 Linie 8, 1944–1954 Linie 14, 1954–1966 Linie 18). Die Endhaltestelle lag in der Borsteler Chaussee gegenüber der Einmündung Warnckesweg.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Auf dem Flughafengelände, das an Groß Borstel grenzt, befindet sich eine Werft der Deutschen Lufthansa.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Groß Borstel befindet sich im Geschwister Beschütz Bogen 20.

PersönlichkeitenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Traute Matthes-Walk: Groß Borstels Lustgärten. Die Geschichte der Parks und ihrer Bewohner. 1. Auflage 2006, Herausgegeben vom Kommunalverein von 1889 in Groß Borstel r.V. Hamburg. ISBN 978-3-00-019888-5
  • Traute Matthes-Walk: Groß Borstels Lustgärten, Teil 2: Die Geschichte der Parks und ihrer Bewohner. 1. Auflage 2012, Herausgegeben vov Traute Matthes-Walk Hamburg. ISBN 978-3-00-019888-5
  • Hakim Raffat: Grabhügel, Kriegerdenkmal, Nachdenkmal. Denkmal-Trilogie auf dem Licentiatenberg in Hamburg-Groß Borstel. 1. Auflage 2008, Herausgegeben vom Stadtteilarchiv Eppendorf. Vertrieb: Abera Verlag. Hamburg. ISBN 978-3-934376-86-1

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 46
  2. Franklin Kopitzsch, Daniel Tilgner (Hrsg.): Hamburg-Lexikon. 2., durchgesehene Auflage. Zeise Verlag, Hamburg 2000, ISBN 3-9805687-9-2, S. 186.
  3. Zit. nach Diersen: Aus der alten Landherrenschaft Hamm und Horn. S. 7 f.
  4. Wilhelm Melhop: Historische Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg von 1895-1920 : Mit Nachträgen bis 1923 ; Unter Benutzung amtl. Quellen. 1. Band. Otto Meißners Verlag, Hamburg 1923, DNB 560722532, S. 595.
  5. http://www.wahlen-hamburg.de/wahlen.php?site=left/gebiete&wahltyp=3#index.php?site=right/ergebnis&wahl=973&gebiet=31&typ=4&stimme=1&gID=5&gTyp=2
  6. Das Stavenhagenhaus in Stadtteilgeschichte auf der Webseite von Groß Borstel