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Graben (Lechfeld)

Gemeinde im Landkreis Augsburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Graben
Graben (Lechfeld)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Graben hervorgehoben
Koordinaten: 48° 11′ N, 10° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Augsburg
Höhe: 556 m ü. NHN
Fläche: 14,56 km2
Einwohner: 3963 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 272 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86836
Vorwahl: 08232
Kfz-Kennzeichen: A, SMÜ, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 72 149
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
86836 Graben
Website: www.graben.de
Bürgermeister: Andreas Scharf (Bündnis Lechfeld/CSU)
Lage der Gemeinde Graben im Landkreis Augsburg
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Über dieses Bild
Graben – Kirche

Graben ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Augsburg. Es ist der Heimatort der Familie Fugger.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Graben liegt etwa 20 Kilometer südlich von Augsburg zwischen Lech und Wertach auf dem Lechfeld. Etwa fünf Kilometer westlich von Graben befindet sich die Stadt Schwabmünchen.

Ortsteile[2]Bearbeiten

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

 
Via Claudia Augusta südlich von Graben

955 fand die Schlacht auf dem Lechfeld statt. 1063 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Graben als „ecclesia Grabon“. Der Ortsname wird als Bezug zu der römischen Fernwasserleitung gedeutet, welche, sofern die archäologischen Spuren richtig gedeutet sind, als Kanalleitung mit 2,5 m Tiefe und 7–8 m Breite und mit einem Gefälle von rund 3 Promille möglicherweise aus dem Hurlacher Quellreservoir kommend zur Wasserversorgung des 35 km entfernten Augusta Vindelicum angelegt worden und nach dem Abzug der Römer verfallen war.[3] Siehe dazu auch Anfänge des Augsburger Wasserbaus in der Römerzeit.
Graben liegt direkt auf der römischen Fernstraße Via Claudia Augusta, die heute noch deutlich sichtbar als Römerstraße exakt geradlinige durch den Ort und über die angrenzenden Felder verläuft.

Bischof Heinrich II. von Augsburg vermachte die Kirche mit 2 Hufen Acker dem Domkapitel zu Augsburg. Das Rittergeschlecht „derer von Graben“ herrschte um 1100 in Graben im Namen des Domkapitels. 1170 erwarben die Grafen von Marstetten Besitz in Graben. 1350 wurde in Graben ein Domherrenamt errichtet. Die Pfarrkirche wurde 1354 neu gebaut.

Im Jahre 1367 zog der Gräbinger Weber Hans Fugger nach Augsburg und wurde 1386 zum ersten Zunftmeister der Weber in Augsburg, wodurch der Grundstein für das spätere Wirtschaftsimperium der Fugger gelegt wurde. Die Symbole der beiden Fuggerlinien Fugger vom Reh und Fugger von der Lilie sind noch heute im Gemeindewappen von Graben vereinigt.[4] Das jeweilige Haupt der fürstlichen Linie Fugger-Babenhausen ist seit 1899 automatisch Ehrenbürger von Graben. Lukas Fugger zog 1504 nach Graben zurück. Im selben Jahr erfolgte der Umbau der Kirche von Graben.

Der Friedhof um die Kirche wurde 1513 zu einer Kirchenburg ausgebaut. Gräbinger Bauern nahmen 1525 am Bauernkrieg teil. 1625 herrschte die Pest im Dorf. 1635 trat sie wiederum auf. Graben hatte nur noch 80 Einwohner. Das schwedisch-französische Heer lagerte 1648 bei Graben. Ein erster Schulbetrieb in Graben ist 1769 nachzuweisen. 1772 gab es eine Fleckfieberepidemie (Faulfieber) mit 30 Toten. Napoleons Soldaten besetzten Graben im Jahr 1800.

Das Domstift Augsburg übte die Grund- und Ortsherrschaft in Graben bis 1803 aus. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

19. und 20. JahrhundertBearbeiten

Ab 1864 kam das Militär auf das zu Graben gehörende Lechfeld. Ab 1912 begann dort der militärische Flugbetrieb. Seit 7. Juli 1956 ist die Bundeswehr offiziell vor Ort. Seitdem ist Lagerlechfeld wieder Militärflugplatz und Heimat der Lehrgruppe A der Schule Informationstechnik der Bundeswehr und des Jagdbombergeschwaders 32.

1978 kam Graben durch die Gemeindegebietsreform zur Verwaltungsgemeinschaft Lechfeld. 1994 wurde der Ort wieder eine selbstständige Gemeinde.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Gemeinde wuchs von 1988 bis 2008 um 1601 Einwohner bzw. rd. 88 %.

PolitikBearbeiten

Seit 2008 ist Andreas Scharf Bürgermeister von Graben. Sein Vorgänger war Hans Winkler (CSU).

Die Sitzverteilung im 16-köpfigen Gemeinderat (Stand Kommunalwahl 2014) ist wie folgt:

  • CSU: 6 Sitze
  • Freie Wähler: 5 Sitze
  • Bündnis Lechfeld: 5 Sitze

BaudenkmälerBearbeiten

  • Pfarrkirche St. Ulrich und Afra

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

SchulenBearbeiten

  • Grundschule Graben

KindergärtenBearbeiten

  • Pfiffikus
  • Villa Kunterbunt

WirtschaftBearbeiten

2011 eröffnete der Internet-Versandhandel amazon.de ein Logistikzentrum im Gewerbegebiet Lechfeld, unmittelbar an der B 17.[5]  Im April 2012 waren dort 1200 Arbeitskräfte angestellt, in der Weihnachtszeit 2011 zusätzlich rund 1300 Kurzzeit-Beschäftigte.[6] Für die verkehrstechnische Erschließung, auch der ebenfalls dort angesiedelten Logistikzentren der Unternehmen Lidl, Aldi Süd (Kleinaitingen) und DHL, wurde im Oktober 2012 der Haltepunkt Graben (Lechfeld)-Gewerbepark an der Bahnstrecke Bobingen–Landsberg am Lech eröffnet.[7][8] Zudem plant BMW im Gewerbegebiet ein Ersatzteillager zu errichten, welches der Region 250 Arbeitsplätze verschaffen könnte.[9]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Graben (Lechfeld) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Graben in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 10. September 2018
  3. Christoph Bauer: Die Römerherrschaft in Vindelikien, in: Geschichte Schwabens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts (Handbuch der Bayerischen Geschichte, Band 3/2). München 2001, S. 60.
  4. HdBG: Wappengeschichte Graben
  5. Amazon gräbt das Lechfeld um. Abgerufen am 4. April 2012.
  6. "Wirtschaftswunder" im Augsburger Land. Landkreis extra vom 4. April 2012, S. 1.
  7. Neuer Haltepunkt Graben (Lechfeld)-Gewerbepark geht am 21. Oktober 2012 in Betrieb. (Memento vom 22. Januar 2013 im Webarchiv archive.is)
  8. Jetzt bekommt Amazon einen Bahnhof Artikel Businessforbusiness (B4B) Schwaben
  9. Artikel Logistikregion Lechfeld: Warum Amazon da ist und BMW kommt