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GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Der Ort liegt etwa 25 Kilometer westlich von Augsburg inmitten des Naturparks Augsburg-Westliche Wälder. Das Gemeindegebiet liegt bis auf kleine Randbereiche in der Landschaft der Reischenau.

Gemarkungen und GemeindeteileBearbeiten

Die Gemeinde besteht aus 10 Gemarkungen und hat 21 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

NachbargemeindenBearbeiten

Zusmarshausen im Norden, Horgau im Nordosten, Kutzenhausen im Osten, Ustersbach und Fischach im Süden, gemeindefreies Gebiet Schmellerforst und Ziemetshausen (Landkreis Günzburg) im Südwesten und Burtenbach (Landkreis Günzburg) im Westen.

GeschichteBearbeiten

Dinkelscherben entstand im 11. Jahrhundert auf einer Waldrodung. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1162. Vom 15. Jahrhundert bis zur Säkularisation 1803 war der Ort im Besitz des Domstifts Augsburg, dann kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

1862 bis 1929 gehörte Dinkelscherben zum Bezirksamt Zusmarshausen und ab 1929 zum Bezirksamt Augsburg, das ab 1939 dann als Landkreis Augsburg bezeichnet wurde.

Am 31. Juli 1928 ereignete sich der Eisenbahnunfall von Dinkelscherben, ein Auffahrunfall zweier Züge, verursacht durch eine Weichen- und Signalstörung. Dabei kamen 23[Anm. 1] Menschen ums Leben.

Im Zuge der kommunalen Neuordnung Bayerns wurde am 1. Juli 1972 die Gemeinde Anried eingemeindet.[3] Am 1. Januar 1977 kam Ettelried hinzu. Am 1. Mai 1978 folgten Breitenbronn, Fleinhausen, Grünenbaindt, Häder, Lindach, Oberschöneberg und Ried.[4]

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit 2014 Edgar Kalb (parteilos, Unabhängige Wählergruppe). Sein Vorgänger war Peter Baumeister (parteilos) (1996–2014).

MarktgemeinderatBearbeiten

Sitzverteilung im 20-köpfigen Marktgemeinderat (Stand 1. Mai 2019):

Die gegenwärtige Sitzverteilung unterscheidet sich vom Ergebnis der Kommunalwahl 2014, da die Gemeinderätin Evi-Madalenko Stuhler Ende 2017 von der Unabhängigen Wählergruppe zur SPD wechselte.[5]

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten von Rot und Silber, belegt mit einem grünen Blumenscherben, aus dem drei goldene Dinkelhalme wachsen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kirchturm der St.-Anna-Kirche in Dinkelscherben

Das Ortsbild wird dominiert von der katholischen Pfarrkirche St. Anna. Sie wurde 1507 errichtet und 1580 um einen Turm ergänzt. Im 18. Jahrhundert wurde das gesamte Gebäude barockisiert. Sehenswert ist auch die Burgkapelle, die als einziges Gebäude der Burg Zusameck bis heute erhalten wurde.[6]

BaudenkmälerBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Mit Eröffnung der Teilstrecken Augsburg–Dinkelscherben zum 26. September 1853 und Dinkelscherben–Burgau am 1. Mai 1854 erhielt Dinkelscherben über die somit entstehende Bahnstrecke Augsburg–Ulm, die ein Teil der Bayerischen Maximiliansbahn war, Anschluss an das Eisenbahnnetz. Zudem wurde am 15. Dezember 1894 die Lokalbahn Dinkelscherben–Thannhausen eröffnet, die die Gemeinden Thannhausen und Ziemetshausen mit der Hauptstrecke verband. Wegen der sinkenden Fahrgastzahlen wurde der Personenverkehr auf der Nebenbahn am 24. September 1966 eingestellt. Mitte der 1990er Jahre sank auch das Güteraufkommen, sodass der Güterverkehr zum 31. Januar 2000 eingestellt und die Strecke daraufhin abgebaut wurde.

Heute wird der dreigleisige Bahnhof Dinkelscherben durch den Fugger-Express bedient, der jeweils im Stundentakt als Regional-Express von Ulm nach München und als Regionalbahn von Dinkelscherben nach München verkehrt, sodass in Richtung München ein Halbstundentakt besteht.

Söhne des OrtesBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dinkelscherben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

AnmerkungenBearbeiten

  1. So: BOS: Rückblick 1928: Schweres Zugunglück im Bf Dinkelscherben. In: Drehscheibe online – unter Berufung auf die zeitgenössische Berichterstattung in der Neuen Augsburger Zeitung v. 1. August 1928; Hans Joachim Ritzau: Von Siegelsdorf nach Aitrang. Die Eisenbahnkatastrophe als Symptom – eine verkehrsgeschichtliche Studie. Landsberg 1972, S. 43 f., gibt 16 Tote an; die Homepage der Freiwilligen Feuerwehr (Memento vom 25. Dezember 2013 im Internet Archive) nennt zwölf Tote.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Dinkelscherben in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 20. August 2019.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 424.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 767.
  5. SPD Dinkelscherben – Gemeinderätin Evi Madalenko-Stuhler wechselt zur SPD, abgerufen am 19. Mai 2019.
  6. Heimatverein Reischenau (Memento vom 1. Juni 2009 im Internet Archive)