Diedorf

Gemeinde im Landkreis Augsburg

Diedorf ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Augsburg.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Diedorf
Diedorf
Deutschlandkarte, Position des Marktes Diedorf hervorgehoben

Koordinaten: 48° 21′ N, 10° 46′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Augsburg
Höhe: 485 m ü. NHN
Fläche: 33,25 km2
Einwohner: 10.521 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 316 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86420
Vorwahlen: 08238, 0821
Kfz-Kennzeichen: A, SMÜ, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 72 130
Marktgliederung: 8 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Lindenstr. 5
86420 Diedorf
Website: www.markt-diedorf.de
Erster Bürgermeister: Peter Högg[2] (Wir für Diedorf)
Lage des Marktes Diedorf im Landkreis Augsburg
AugsburgLandkreis Aichach-FriedbergLandkreis DachauLandkreis Dillingen an der DonauLandkreis Donau-RiesLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis GünzburgLandkreis Landsberg am LechLandkreis OstallgäuLandkreis StarnbergLandkreis UnterallgäuLandkreis Neuburg-SchrobenhausenSchmellerforstAdelsriedAllmannshofenAltenmünsterAystettenBiberbach (Schwaben)BobingenBonstetten (Schwaben)DiedorfDinkelscherbenEhingen (Landkreis Augsburg)EllgauEmersackerFischachGablingenGersthofenGessertshausenGraben (Lechfeld)GroßaitingenHeretsriedHiltenfingenHorgauKleinaitingenKlosterlechfeldKönigsbrunnKühlenthalKutzenhausenLangenneufnachLangerringenLangweid am LechMeitingenMickhausenMittelneufnachNeusäßNordendorfOberottmarshausenScherstettenSchwabmünchenStadtbergenThierhauptenUntermeitingenUstersbachWalkertshofenWehringenWeldenWestendorf (Landkreis Augsburg)ZusmarshausenKarte
Über dieses Bild

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Der Ort liegt rund acht Kilometer westlich von Augsburg. Durch das Gemeindegebiet fließt die Schmutter.

GemeindegliederungBearbeiten

Es existieren acht amtlich benannte Gemeindeteile Anhausen, Biburg, Diedorf, Hausen, Kreppen, Neudeck, Oggenhof und Willishausen.[3] Es gibt die Gemarkungen Diedorf, Anhausen, Biburg, Diedorf und Willishausen.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Diedorf wurde im Jahr 1056 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war bis zum 13. Jahrhundert im Besitz der Herren von Diedorf, bis diese ausstarben. Im Jahre 1264 erwarb das Dominikanerinnenkloster St. Katharina in Augsburg von Reichsmarschall Heinrich von Pappenheim und seiner Frau deren Güter und die Vogtei in Diedorf. 1579 bezeichnete sich das Kloster als Dorfherr. Nach der Säkularisation kam der Ort 1806 zum Königreich Bayern.

Geschichte ab 19. JahrhundertBearbeiten

1860 wurde Diedorf eine selbständige Pfarrei.

Die Gemeinde wurde am 2. März 1996 zum Markt erhoben.

Das Schmuttertal-Gymnasium Diedorf besteht seit 2010.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Anhausen, Biburg und Willishausen in die Gemeinde Diedorf eingegliedert.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 7.600 auf 10.469 um 2.869 Einwohner bzw. um 37,8 %.

PolitikBearbeiten

Seit 2014 ist Peter Högg (Wir für Diedorf) Erster Bürgermeister; dieser wurde am 15. März 2020 bei einem Mitbewerber mit 53,4 % wieder gewählt. Sein Vorgänger war Otto Völk (1990–2014).

MarktgemeinderatBearbeiten

Sitzverteilung im 24-köpfigen Marktgemeinderat (Stand Kommunalwahl 2020):

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Diedorf hat folgende Partnergemeinden:

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Gespalten von Rot und Silber mit einem gesenkten, von Silber und Blau gespaltenen Wellenbalken; vorne ein halbes goldenes, mit acht silbernen Messern besetztes Rad am Spalt, hinten an einem Stiel mit zwei Blättern eine rote heraldische Rose mit goldenen Butzen.“[5]

Wappengeschichte: Im Zuge der Gemeindegebietsreform entstand 1978 die heutige Gemeinde Diedorf aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Anhausen, Biburg, Hausen, Willishausen und Diedorf. Die neu entstandene Gemeinde wünschte ein Wappen, in dem Elemente aus den integrierten Gemeinden vertreten sein sollten. Das halbe Katharinenrad – das Rad ist ein Attribut der hl. Katharina – war Bestandteil des ehemaligen Diedorfer Wappens von 1958. Es erinnert an die Grundherrschaft des Dominikanerinnenklosters St. Katharina in Augsburg. Der Ort war bis zum 13. Jahrhundert im Besitz der Herren von Diedorf, bis diese keine Nachkommen mehr hatten. 1264 erwarb St. Katharina von Reichsmarschall Heinrich von Pappenheim und seiner Frau deren Güter und die Vogtei in Diedorf. 1579 bezeichnete sich das Kloster als Dorfherr. 1716 richtete das Kloster im Ort eine Benefiziatenstelle ein. Es hatte die Niedergericht über alle Güter innerhalb der Gemarkung Diedorfs inne auch über diejenigen, die unter fremder Herrschaft standen. Die gestielte Rose ist dem ehemaligen Ortswappen von Willishausen entnommen. Sie weist auf die bischöflichen Kämmerer von Wellenburg hin, die ebenfalls Grundherren im Gemeindegebiet waren. Aus ihrem Familienwappen stammt die heraldische Rose.Der Wellenbalken stellt die Schmutter dar, die durch das Gemeindegebiet fließt. Die Schildfarben Rot und Silber weisen auf das Hochstift Augsburg hin, das im Gemeindegebiet reich begütert war.[6] Dieses Wappen wird seit 1979 geführt.[7]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Auf dem Gelände der Grund- und Mittelschule befindet sich die von einer amateurastronomischen Vereinigung betreute Sternwarte Diedorf. In der Nähe der Sternwarte steht außerdem ein Stück Berliner Mauer.

 
Teilstück der Berliner Mauer

KirchengebäudeBearbeiten

Im Ort Diedorf gibt es vier kirchliche Bauten:

  • Katholische Kirche St. Bartholomäus: 1736 anstelle eines früheren Gotteshauses errichtet; das Untergeschoss des alten Kirchturms stammt vom Vorgängerbau aus spätromanischer Zeit. Im Obergeschoss des Turmes befinden sich Reste mittelalterlicher Fresken. Bis 1967 war St. Bartholomäus Pfarrkirche, heute ist sie eine beliebte Hochzeitskirche.
 
Die Kirche St. Bartholomäus
  • Katholische Kirche Herz Mariä: Nach den Plänen des Mindelheimer Architekten Josef Ruf errichtet und 1967 eingeweiht. Der Grundriss des Kirchenbaus entspricht einem geschwungenen Kreisbogen, der dem menschlichen Herzen nachempfunden ist. Der nach oben spitz zulaufende Turm hat eine Höhe von 76 m und ist weithin sichtbar. Er stellt eines der markantesten Gebäude der Marktgemeinde Diedorf dar.
  • Katholische Kapelle St. Leonhard und Wolfgang: 1766 errichtet; liegt direkt neben der heutigen B 300. Der Bau wird dem Augsburger Hofbaumeister Ignaz Paulus zugeschrieben. Die Fresken im Inneren schuf Fridolin Kohler, das Gemälde hl. Wolfgang u. hl. Leonhard mit der Muttergottes ist eine Arbeit von Franz Joseph Maucher.
  • Evangelisch-lutherische Immanuelkirche: am 4. Dezember 2005 eingeweiht. Im modernen Stil als transparenter Rundbau mit viel Glasflächen erbaut. Die Kirche befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Eukitea-Theaters an der Lindenstraße.

Ebenfalls sehenswert ist die sog. Lourdesgrotte am Bürgerpark. Sie ist eine Stiftung der Diedorfer Familie Kraus und wurde 1908 eingeweiht.

 
Die Lourdesgrotte in Diedorf

Maskenmuseum Michael StöhrBearbeiten

Zur Sammlung des privaten „Internationalen Maskenmuseums“[8] in Diedorf gehören mehr als 5000 alte, getragene Masken aus allen Kontinenten und Kulturkreisen.

BaudenkmälerBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Am 26. September 1853 wurde der durch Diedorf führende Abschnitt AugsburgDinkelscherben der Bahnstrecke Augsburg–Ulm als Teil der Bayerischen Maximiliansbahn eröffnet, und am 1. Mai 1854 wurde schließlich die Gesamtstrecke der Maximiliansbahn von Ulm nach München fertiggestellt. Heute wird der zweigleisige Haltepunkt Diedorf (Schwab) durch den Fugger-Express bedient, der jeweils im Stundentakt als Regional-Express von Ulm nach München und als Regionalbahn von Dinkelscherben nach München verkehrt, sodass zwischen Dinkelscherben und München ein Halbstundentakt besteht.

Durch Diedorf läuft auch die Bundesstraße 300. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens ist seit Jahrzehnten der Bau einer Ortsumfahrung parallel zur Bahnstrecke geplant. Aktuell (Stand Oktober 2018) läuft eine Variantenuntersuchung.[9]

BildungBearbeiten

In Diedorf sind eine Grund- und Mittelschule sowie ein Gymnasium ansässig.[10]

WirtschaftBearbeiten

Es gibt rund 1000 Gewerbetreibende, davon 300 Betriebe mit mehreren Mitarbeitern. Die größten in Diedorf ansässigen Unternehmen sind:

  • Kühl Gruppe (Entsorgung und Recycling)
  • Keimfarben (Hersteller von Silikatfarben)
  • Borscheid + Wenig (kunststoffverarbeitender Automobilzulieferer)
  • Kemmler Baustoffzentrum
  • Autohaus Mayrhörmann
  • Nussbaum Reisen (Busunternehmen)
  • Proteco (Eventagentur)
  • Böhme Eventmarketing
  • Schüßler GmbH (Erdbewegung/Transporte)

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Weitere Persönlichkeiten mit Bezug zu DiedorfBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Diedorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Diedorf – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Marktgemeinderat. Gemeinde Diedorf, abgerufen am 6. Juni 2020.
  3. Gemeinde Diedorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 19. August 2019.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 768.
  5. Eintrag zum Wappen von Diedorf in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  6. Zitat Eintrag zum Wappen von Diedorf in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  7. Eintrag zum Wappen von Diedorf in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte m.w.N.
  8. Infos zum Maskenmuseum Michael Stöhr in Diedorf, abgefragt 2. Januar 2017.
  9. Umfahrung Diedorf: Kommt die nächste Sackgasse?. Augsburger Allgemeine, erschienen am 18. Oktober 2018, abgerufen am 19. Mai 2019.
  10. Markt Diedorf: Markt Diedorf | Unsere Schulen |. Abgerufen am 25. November 2017.