Hauptmenü öffnen

Gitta Connemann

deutsche Politikerin (CDU), MdB
Gitta Connemann

Gitta Connemann (geb. Saathoff, * 10. Mai 1964 in Leer in Ostfriesland) ist eine deutsche Politikerin (CDU). Seit 2002 ist sie Mitglied des Bundestages. Im Januar 2015 wurde sie zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt.[1]

LebenBearbeiten

BiographieBearbeiten

Nach dem Abitur 1983 am Teletta-Groß-Gymnasium Leer machte Connemann zunächst eine Lehre zur Verkäuferin in einem Schuhfachgeschäft in Leer und absolvierte anschließend ab 1984 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Osnabrück und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, welches sie 1990 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Nach dem Referendariat legte sie 1993 das zweite Staatsexamen ab und war danach als Rechtsanwältin in einer Wirtschaftskanzlei in Darmstadt tätig. 1995 wechselte sie als Syndika zum Arbeitgeberverband Landwirtschaft und Genossenschaften Weser-Ems. Von 2001 bis 2012 war sie als selbständige Rechtsanwältin in Leer tätig.

Connemann ist evangelisch, kinderlos und wiederverheiratet.[2] Sie ist Ostfriesin[3] und engagiert sich insbesondere für die friesische Kultur.[4]

PolitikBearbeiten

1996 trat sie in die CDU ein und wurde in den Rat der Samtgemeinde Hesel gewählt, dem sie bis 1999 angehörte. Seit 2001 ist sie Mitglied im Kreistag des Landkreises Leer.

Seit 2002 ist Connemann Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis Unterems. Sie folgte auf Rudolf Seiters. Hier war sie von 2003 bis 2007 Vorsitzende der Enquête-Kommission „Kultur in Deutschland“.[5] Sie ist stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe und gehört dem Vorstand des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an.

Connemann ist stets als direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Unterems in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte sie hier 47,1 % der Erststimmen, bei der Bundestagswahl 2009 45,2 % der Erststimmen.[6] Ihr Ergebnis konnte sie in der folgenden Bundestagswahl 2013 mit 54,7 % der Erststimmen deutlich ausbauen.[7] 2017 erzielte sie mit 50,0 % der Erststimmen Rang 13 der besten Erststimmenergebnisse.[8]

Bis 2015 war sie ordentliches Mitglied im Bundestagsausschuss Ernährung und Landwirtschaft und dessen Vorsitzende.[9]

Mitte 2014 war sie eine von insgesamt fünf Bundestagsabgeordneten, die gegen die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns stimmten.[10]

2014 wurde sie vom DGB-Regionalverband Ostfriesland-Nördliches Emsland als Rednerin zu einer Veranstaltung anlässlich des Antikriegstages an der Gedenkstätte Esterwegen ausgeladen. Zuvor hatte sie in einem Interview Verständnis für das Vorgehen des Israelischen Militärs im Gaza-Konflikt 2014 gezeigt.[11]

Als stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist sie für die Themen Landwirtschaft und Ernährung, Kirchen und Petitionen zuständig.

Am 15. Dezember 2016 erhielt Connemann das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für ihre besonderen Verdienste um das Gemeinwohl, das ihr von Bundestagspräsident Norbert Lammert überreicht wurde.[12]

 
DOT Vorstand mit Gitta Connemann (mitte) und Herry Nentwig (rechts)

Sie zählt zu den 75 Unionsabgeordneten – 68 von der CDU (26,9 % aller CDU-Abgeordneten) und 7 von der CSU (12,5 % aller CSU-Abgeordneten) – die im Juli 2017 für die Gleichgeschlechtliche Ehe gestimmt haben.[13]

Unter dem Namen "Das Schwarze Sofa" veranstaltet Connemann regelmäßig Veranstaltungen im Wahlkreisgebiet. So hatte sie beispielsweise Julia Klöckner und Wolfgang Bosbach (beide ebenfalls Mitglied der CDU) zu Gast.

Anfang 2018 war Connemann Mitglied der Sondierungsgruppe der CDU zu einer neuerlichen Bildung einer Großen Koalition zwischen Union und SPD.[14]

WahlergebnisseBearbeiten

Bundestagswahl 2002 2005 2009 2013 2017
Erststimmen in % 47,4 47,1 45,2 54,7 50,0
Zweitstimmen der CDU in % 41,7 40,5 39,1 48,8 42,4

MitgliedschaftenBearbeiten

Seit 2010 ist sie Vizepräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Sie ist außerdem Mitglied im Beirat des American Jewish Committee Berlin und Mitglied im Kuratorium der Aktion Sühnezeichen.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bekanntmachung der CDU Landesgruppe Niedersachsen vom 13. Januar 2015
  2. Connemann und Dählmann sagen „Ja“. In: Ostfriesen-Zeitung, 24. August 2015
  3. Gitta Connemann: „Ich bin Ostfriesin!“
  4. Connemann: „Wir Friesen sind ein Volk in verschiedenen Staaten, Friesland ist unsere Heimat.“
  5. Jenseits der Tagespolitik – die Enquete-Kommissionen. (Memento vom 8. Dezember 2015 im Internet Archive) In: bundestag.de, abgerufen am 2. Dezember 2015.
  6. Endgültiges Ergebnis der Wahl zum 17. Deutschen Bundestag. (Memento vom 22. Oktober 2012 im Internet Archive) In: bundeswahlleiter.de, abgerufen am 17. September 2012.
  7. Der Bundeswahlleiter: Ergebnisse Unterems - Der Bundeswahlleiter. Abgerufen am 14. Januar 2018.
  8. Bundestagswahl 2017: Alle Ergebnisse. In: Spiegel Online. 24. September 2017 (spiegel.de [abgerufen am 14. Januar 2018]).
  9. Mitglieder des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft. (Memento vom 27. April 2015 im Internet Archive) In: bundestag.de, abgerufen am 18. September 2014.
  10. Flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro. In: abgeordnetenwatch.de. 10. Juli 2015 (abgeordnetenwatch.de [abgerufen am 14. Januar 2018]).
  11. Connemann ausgeladen: DGB befürchtet Eklat. In: Ems-Zeitung, 6. August 2014.
  12. Hohe Auszeichnung: Gitta Connemann erhält Bundesverdienstkreuz. In: Neue Osnabrücker Zeitung, 15. Dezember 2016, abgerufen am 3. Januar 2017.
  13. DW: Ehe für alle: Welcher Abgeordnete dafür und welcher dagegen stimmte. In: welt.de. 30. Juni 2017, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  14. Friederike Kahmann: Gitta Connemann nimmt in Berlin an Sondierungen teil. (noz.de [abgerufen am 14. Januar 2018]).