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Universität Osnabrück

Universität in Deutschland

Die Universität Osnabrück ist eine öffentliche Universität in Osnabrück, Niedersachsen.

Universität Osnabrück
Gründung 1629 bzw. 1632 / 1974
Trägerschaft staatlich
Ort Osnabrück
Bundesland Niedersachsen
Land Deutschland
Präsident Wolfgang Lücke[1]
Studenten 14.000(WS 2016/17)[2]
Mitarbeiter 2.186 (2017)[3]
davon Professoren 217(2016)[3]
Jahresetat EUR 124,5 Mio. (2014) (Globale Landeszuweisung, Drittmittel- und Sondermittel und Studienbeiträge)[3]
Netzwerke Netzwerk Mittelgroße Universitäten
Website www.uni-osnabrueck.de

Sie besteht seit 1974 und ist in der heutigen Form aus einer Pädagogischen Hochschule, der Adolf-Reichwein-Hochschule, hervorgegangen, die seit 1953 ihren Sitz im Osnabrücker Schloss hatte.

Im Mittelpunkt der Forschung steht eine Vielzahl von interdisziplinären Studiengängen, die nur an wenigen deutschen Universitäten angeboten werden oder die es in dieser Form nur in Osnabrück gibt. Dazu gehören beispielsweise Steuerwissenschaften (LL.M. Taxation), Angewandte Systemwissenschaft und Cognitive Science. Zentrale interdisziplinäre Einrichtungen sind das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), das Interdisziplinäre Institut für die Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit sowie das Institut für Finanz- und Steuerrecht.

Seit 1999 finanziert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) einen biowissenschaftlichen Sonderforschungsbereich Membranproteine, mit dem die Universität in der biologischen Spitzenforschung vertreten ist. Mit dem Studienprogramm Cognitive Science hat sich die Universität Osnabrück ein international beachtetes Forschungsgebiet erschlossen. Auch das European Legal Studies Institute gehört in der Rechtsvergleichung und Rechtsvereinheitlichung zu den wichtigsten Forschungseinrichtungen Europas. Mehrere Graduiertenkollegs sowie ein internationales Promotionsprogramm in der Physik fördern die jungen Wissenschaftler. Der botanische Garten bietet sowohl Wissenschaftlern als auch Studierenden ausgezeichnete Arbeitsbedingungen.

Inhaltsverzeichnis

FachbereicheBearbeiten

Nachdem im Jahr 2015 die ehemals eigenständigen Fachbereiche 1 (Sozialwissenschaften) und 2 (Kultur- und Geowissenschaften) zu einem neuen Fachbereich zusammengeführt wurden, sind nun folgende neun Fachbereiche an der Universität Osnabrück ansässig:[4]

GeschichteBearbeiten

 
Kardinal Franz Wilhelm von Wartenberg – Gründer der Osnabrücker Universität 1629 bzw. 1632

Die 1974 errichtete Universität Osnabrück berief sich bei ihrer Gründung auf die 1629 bzw. 1632 vom Wittelsbacher Franz Wilhelm von Wartenberg in Osnabrück gründete Jesuitenuniversität, auch „Academia Carolina Osnabrugensis“ genannt. Diese war aus dem Gymnasium Carolinum entstanden. Von der Jesuitenuniversität übernahm die Osnabrücker Neugründung zunächst das Universitätswappen, das dahingehend geändert wurde, dass bei den abgebildeten christlichen Figuren der Heiligenschein entfernt wurde.

StandorteBearbeiten

 
AVZ-Gebäude am Westerberg

Die Universität Osnabrück verfügt nicht über einen zentralen Campus. Stattdessen sind sämtliche Gebäude vorrangig auf zwei Regionen in der Stadt (Stadtteile Innenstadt und Westerberg) verteilt. Das zentrale Gebäude und Verwaltungssitz ist das von dem protestantischen Fürstbischof Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg 1667 erbaute barocke Schloss Osnabrück am Rande der Altstadt. Geistes- und Wirtschaftswissenschaftliche Fachbereiche sowie das Juridicum befinden sich in unmittelbarer Nähe über den westlichen Teil der Innenstadt verteilt. Naturwissenschaftliche, mathematische und humanwissenschaftliche Fachbereiche sind etwa 20 Gehminuten entfernt auf dem „Campus Westerberg“ untergebracht. Dort befindet sich auch der botanische Garten sowie die Fachhochschule Osnabrück.[5] Bis 1995 gehörte die jetzt selbstständige Universität Vechta der Universität Osnabrück an. Der damalige Name des Standorts Vechta lautete „Universität Osnabrück – Abteilung Vechta“.

UniversitätsbibliothekBearbeiten

 
Alt- (r.) und Neubau (l.) der Bereichsbibliothek B

Die Universitätsbibliothek (UB) Osnabrück besitzt rund 1,475 Millionen Bände (Monographien, Zeitschriften und andere Medien), dazu kommen noch über 12.000 E-Journals und über 100 Online-Datenbanken. Mit einem Erwerbungsetat von knapp einer Million EUR (plus Sondermittel) pro Jahr werden jährlich rund 30.000 neue Bände angeschafft. Von den Benutzern der UB werden jedes Jahr rund 350.000 Bücher ausgeliehen und 30.000 Fernleihbestellungen aufgegeben. Die Bibliothek unterteilt sich in vier Bereichsbibliotheken an vier Standorten: Die Bereichsbibliothek B für die Philologien und Kulturwissenschaften, die Bereichsbibliothek G für die Sozialwissenschaften, die Bereichsbibliothek J/W für die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und die Bereichsbibliothek N für die Naturwissenschaften. Die Bibliotheken B, G und J/W liegen zentral in der Innenstadt, die Bereichsbibliothek N befindet sich hingegen am Standort auf dem Westerberg. Studierende der Universität und der Fachhochschule Osnabrück sowie Lehrende, Schüler und Bewohner der Stadt und Region Osnabrück können die Angebote der UB in Anspruch nehmen. Hierfür benötigen sie einen Benutzerausweis, der für eine einmalige Gebühr von 5 EUR (Stand: 2012) zu erwerben ist. Neben den genannten Medien stehen den Nutzern darüber hinaus noch rund 700 Arbeitsplätze, Einzel- und Gruppenräume, PC-Arbeitsplätze für Recherchen und Zeitungsleseräume zur Verfügung.[6]

PartneruniversitätenBearbeiten

Die Universität Osnabrück pflegt, wie viele Universitäten Deutschlands, Kontakte zu anderen Hochschulen weltweit. Insgesamt hat die Universität und die verschiedenen Fachbereiche mehr als 90 Partneruniversitäten in Europa, Asien, Amerika, Ozeanien und Afrika. Neben gemeinsamen Forschungsprojekten steht vor allem der Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern im Vordergrund.[7]

Präsidenten der Universität OsnabrückBearbeiten

Name Amtszeit
Heinz-Dietrich Doebner kommissarischer Rektor 1973–1974
Manfred Horstmann kommissarischer Rektor 1974-1975
Rektor 1975–1979
Präsident 1979-1990
Rainer Künzel Präsident 1990–2004
Claus Rollinger Präsident 2004–2013
Wolfgang Lücke Präsident seit 2013

Bis 1979 war die Amtsbezeichnung des Leiters der Universität Osnabrück Rektor, danach Präsident.[8]

Verfasste StudierendenschaftBearbeiten

Als Teilkörperschaft des öffentlichen Rechts ist die Verfasste Studierendenschaft im Rahmen der studentischen Selbstverwaltung die Vertretung aller eingeschriebenen Studierenden gegenüber der Hochschule, der Hochschulleitung und der Öffentlichkeit.

Die Studierendenschaft wählt einmal im Jahr den Studierendenrat, der den Allgemeinen Studierendenausschuss wählt.

StudierendenratBearbeiten

StuRa-Wahl Januar 2017[9][10]
Wahlbeteiligung: 15,4 %
 %
30
20
10
0
15,41 %
3,18 %
6,00 %
n. k.
4,79 %
9,27 %
12,14 %
21,86 %
10,75 %
10,39 %
IRFANc
htw + friends
eose
SpuGg
Kleine Strolchej
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu Dezember 2015
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
+4,62 %p
+1,35 %p
-2,89 %p
-15,07 %p
+4,79 %p
+9,27 %p
-0,35 %p
-8,21 %p
-0,04 %p
+0,35 %p
IRFANc
htw + friends
eose
SpuGg
Kleine Strolchej
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Junge Union Hochschulgruppe
b Liberale Hochschulgruppe
c Islamischer Studierenden- und Akademikerbund
e Europäisch-Orientierte Studiengruppe
f Die PARTEI Hochschulgruppe
g Spaß und Geselligkeit
h Grüne Hochschulgruppe
i Juso & Unabhängige Hochschulgruppe
j Kleine Strolche – Linke Hochschulgruppe
5
5
11
6
4
2
3
2
7
4
11 
Von 49 Sitzen entfallen auf:

An der Wahl zum Studierendenrat vom 17. bis zum 19. Januar 2017 nahmen 2.232 von 14.449 wahlberechtigten Studierenden teil. Die Wahlbeteiligung lag mit 15,4 % 4,4 Prozentpunkte über der Wahlbeteiligung bei der vorherigen Wahl im Dezember 2015. Um die 45 Sitze im Studierendenrat bewarben sich neun Listen, dabei kandidierten die Junge Union Hochschulgruppe, die Liberale Hochschulgruppe, der Islamische Studierenden- und Akademikerbund, die Juso & Unabhängige Hochschulgruppe, Spaß und Geselligkeit und die Kleinen Strolche – Linke Hochschulgruppe erneut, während die PARTEI Hochschulgruppe und die Europäisch-Orientierte Studiengruppe zum ersten Mal antraten. Die htw + friends trat bei dieser Wahl nicht an.

Neben den 45 direkt gewählten Abgeordneten besteht der Studierendenrat aus vier Delegierten der Fachschafts-Koordinations-Konferenz.

Allgemeiner StudierendenausschussBearbeiten

Der Studierendenrat hat folgende Referenten gewählt[11]:

Referat Name Liste
Referat für Finanzen Kevin Diercks Juso HSG
Referat für Soziales Rabea Mette Grüne HSG
Referat für Öffentlichkeit Wiebke Glaw
Referat für Kultur Felix Siebert SpuG
Referat für Studierende am Westerberg Eric Lanfer
Referat für Medien und Technik
Referat für Politische Bildung Nils Bauer
Benjamin Theen
 
SpuG
Referat für Allgemeine Angelegenheiten der Studierendenschaft Laura Boese
Lukas Diekmann
Özlem Etdöger
Philipp Neubarth
 
 
 
Juso HSG
Referat für Verkehr und Ökologie Marius Brockmöller
Daniela Hermes
Referat für Fachschaften Christian Freericks

Autonome ReferateBearbeiten

An der Universität Osnabrück gibt es drei autonome Referate, deren Referenten jeweils von den von ihnen vertretenen Studierenden direkt gewählt werden.

  • Autonomes Schwulen*referat
  • Autonomes Referat für Lesben* und andere Frauen*
  • Autonomes Referat für ausländische Studierende

AuszeichnungenBearbeiten

Grundzertifikat 2008 „audit familiengerechte hochschule“Bearbeiten

Die Universität Osnabrück wurde am 28. April 2008 von der berufundfamilien gemeinnützigen GmbH mit dem „Grundzertifikat 2008 audit familiengerechte hochschule“ ausgezeichnet. Ziel der Auditierung und Zertifizierung ist durch eine familiebewusste Universität die besten Köpfe des Landes zu gewinnen. Bisher wurden unter anderen der Arbeitskreis „Studieren mit Kind“, der Initiativkreis Kinderbetreuung, zwei Kindertagesstätten und viele weitere wichtige Institutionen gegründet und Maßnahmen geschaffen.[12]

Bilder der UniversitätsgebäudeBearbeiten

Bekannte Professoren und AbsolventenBearbeiten

Hier ist eine Liste von bekannten derzeitigen und ehemaligen Professoren sowie Absolventen.

ProfessorenBearbeiten

Bekannte Absolventen (Auswahl)Bearbeiten

  • André Berghegger (* 1972), deutscher Politiker (CDU) (Student der Rechtswissenschaften)
  • Engin Fırat (* 1970), türkischer Fußballtrainer (Student der Sportwissenschaften)
  • Olaf Fritsche (* 1967), deutscher Schriftsteller (Student der Biophysik)
  • Helmut Gels (* 1952), Bürgermeister von Vechta (Student der Rechtswissenschaften)
  • Thomas Gerdiken (* 1960), deutscher Pianist und Sänger/Ehrenbürger der Stadt New Orleans (Student der Musik und Geographie)
  • Natalie Hof (* 1986), deutsche Pokerspielerin und Moderatorin (Studentin der Pädagogik und Theologie)
  • Heinz Rudolf Kunze (* 1956), deutscher Schriftsteller und Rocksänger (Student der Germanistik und Philosophie)
  • Oliver Lowin (* 1974), deutscher Politiker (SPD) (Student der Rechtswissenschaften)
  • Hubert Müller (1936–1995), deutscher katholischer Theologe (Student der Philosophie und der Katholischen Theologie)
  • Bernd Schlömer (* 1971), deutscher Politiker (FDP, ehemals Vorsitzender Piratenpartei) (Student der Sozialwissenschaften)
  • Martin Schwanholz (* 1960), deutscher Politiker (SPD) (Student der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften)
  • Wolfgang Spickermann (* 1959), deutscher Althistoriker (Student der Philosophie und katholischen Theologie)
  • Michael Timme (* 1971), Professor (Student der Rechtswissenschaften)
  • Rainer Werning (* 1949), Publizist (Student der Sozialwissenschaften)
  • Christian Wulff (* 1959), deutscher Politiker (CDU) und 10. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland (Student der Rechtswissenschaften)

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Präsidentenwechsel an der Universität Osnabrück. Universität Osnabrück, 1. Oktober 2013, abgerufen am 2. Oktober 2013.
  2. Zahlen/Daten/Fakten zur Universität Osnabrück, abgerufen am 30. August 2017
  3. a b c Zahlen/Daten/Fakten zur Universität Osnabrück, abgerufen am 30. August 2017
  4. Weitere Informationen findet man unter: Fachbereiche. Letzte Aktualisierung: 8. Mai 2015.
  5. Weitere Informationen findet man unter: Lageplan der Universitätsgebäude. Stand: 8. Mai 2015.
  6. Kurzeinführung der UB (PDF; 882 kB), abgerufen am 10. Januar 2009.
  7. Vergleiche ebenfalls: Partneruniversitäten. Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2008.
  8. Die Uni in Zahlen: Faltblatt mit Informationen über die Universität Osnabrück, 2016.
  9. Wahlergebnis StuRa-Wahl Januar 2017
  10. Wahlergebnis StuRa-Wahl Dezember 2015
  11. AStA Mai 2016
  12. www.beruf-und-familie.de (PDF; 104 kB), vom 28. April 2008.

Koordinaten: 52° 16′ 23″ N, 8° 2′ 30″ O