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Dennis Aogo [ˈdɛnɪs aˈʔoːɡo] (* 14. Januar 1987 in Karlsruhe) ist ein deutscher Fußballspieler. Er wird als Linksverteidiger oder im defensiven Mittelfeld eingesetzt, steht momentan bei Hannover 96 unter Vertrag und ist ehemaliger deutscher Nationalspieler.

Dennis Aogo
Dennis Aogo 2019.jpg
Dennis Aogo (2019)
Personalia
Geburtstag 14. Januar 1987
Geburtsort KarlsruheDeutschland
Größe 184 cm
Position Abwehr, Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1993–1994 Bulacher SC
1994–2000 Karlsruher SC
2000–2002 SV Waldhof Mannheim
2002–2004 SC Freiburg
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2004–2007 SC Freiburg Amateure/II 15 0(3)
2004–2008 SC Freiburg 94 (11)
2008–2013 Hamburger SV 131 0(2)
2013–2017 FC Schalke 04 65 0(0)
2017–2019 VfB Stuttgart 44 0(0)
2019– Hannover 96 4 0(0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2002–2003 Deutschland U16 14 0(2)
2003–2004 Deutschland U17 7 0(0)
2005–2006 Deutschland U19 5 0(2)
2006–2007 Deutschland U20 2 0(1)
2007–2009 Deutschland U21 25 0(4)
2010–2013 Deutschland 12 0(0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 14. November 2019

2 Stand: 2. Juli 2013

VereinskarriereBearbeiten

AnfängeBearbeiten

Aogo, Sohn eines nigerianischen Vaters und einer deutschen Mutter, wuchs in Karlsruhe-Oberreut auf und begann 1993 beim Bulacher SC mit dem Fußballspielen. Er wechselte mit sieben Jahren zum Karlsruher SC.[1] Er trainierte in der Zeit als U15- und U17-Spieler parallel zum KSC-Training oft beim FV Grünwinkel mit.[2] Von 2000 bis 2002 spielte er für den SV Waldhof Mannheim. 2002 wechselte er in die Freiburger Fußballschule. Am 27. Oktober 2004 absolvierte er sein erstes Bundesligaspiel für den SC Freiburg, als er beim Spiel gegen den Hamburger SV eingewechselt wurde. Für Freiburg erzielte er auch seinen ersten Bundesligatreffer, als er bei der 1:3-Auswärtsniederlage gegen den VfL Bochum am 19. Februar 2005 zum zwischenzeitlichen 1:2 traf.[3]

Hamburger SVBearbeiten

 
Dennis Aogo beim HSV (2009)

Zur Saison 2008/09 wechselte er zum damaligen Europapokalteilnehmer Hamburger SV, bei dem er einen Vierjahresvertrag unterschrieb. Am 26. Oktober 2008 erhielt Aogo gegen die TSG 1899 Hoffenheim seinen ersten Einsatz beim Hamburger SV. Am folgenden Spieltag stand er in der Startelf, da sowohl Marcell Jansen als auch Thimothée Atouba verletzungsbedingt nicht spielen konnten. Im Laufe der Saison erarbeitete er sich einen Stammplatz. Im UEFA-Pokal erreichte er mit dem HSV 2009 und 2010 das Halbfinale. Seinen ersten Pflichtspieltreffer für Hamburg erzielte Aogo im Zweitrundenspiel des DFB-Pokals gegen Eintracht Trier am 25. Oktober 2011, das der HSV mit 2:1 gewann.

Nach dem Vereinswechsel von David Jarolím nach Frankreich und Paolo Guerrero nach Brasilien war Aogo der dienstälteste Spieler im Profikader des HSV. Dies honorierte Trainer Thorsten Fink mit der Berufung in den Mannschaftsrat.

Im August 2013 wurden Aogo und sein Mannschaftskamerad Tomás Rincón vom HSV für ein Spiel suspendiert, nachdem sie nach einer 1:5-Heimniederlage gegen die TSG 1899 Hoffenheim zwei trainingsfreie Tage zu einer Reise nach Mallorca genutzt hatten.[4]

FC Schalke 04Bearbeiten

 
Dennis Aogo beim FC Schalke 04 (2016)

Wenige Tage später wurde Aogo inklusive einer Kaufoption bis zum Ende der Saison 2013/14 an den FC Schalke 04 ausgeliehen.[5] Bei den Schalkern wurde er als linker Außenverteidiger und im defensiven Mittelfeld eingesetzt. Er gehörte zu den konstanteren Spielern des Kaders in einer Phase, in der die Leistung der Mannschaft sehr schwankte. Am 29. November 2013 zog sich Aogo im Training bei einem Zusammenstoß mit Ralf Fährmann einen Kreuzbandriss im linken Knie zu und fiel für den Rest der Saison aus.[6] Dennoch wurde er am 12. Februar 2014 von Schalke 04 fest verpflichtet. Er erhielt einen bis 2017 gültigen Vertrag mit einer Option auf ein weiteres Jahr.[7] Nach einer rund achtmonatigen Rehabilitation trat Aogo am 19. Juli 2014 bei einem Benefizspiel wieder an.[8]

Zur Saison 2014/15 war Aogo in der Hinrunde sowohl im defensiven Mittelfeld als auch als linker Außenverteidiger im Einsatz. In der Hinrunde verpasste er nur zwei Spiele. In der Champions League bestritt er alle sechs Gruppenspiele. Im Trainingslager in Doha während der Winterpause zog er sich eine Muskelverletzung zu und verpasste den Auftakt zur Rückrunde. Nach seiner Genesung und drei Spielen in der Liga verpasste er im März 2015 alle Pflichtspiele aufgrund von Rückenproblemen. Am 5. April 2015, dem 27. Spieltag, absolvierte er sein erneutes Comeback und bestritt bis Saisonende alle Ligaspiele. Am Ende der Saison hatte er in der Bundesliga 25 Spiele bestritten, in dem er eine Torvorlage gab.

Unter Trainer André Breitenreiter sicherte sich Aogo in der Hinrunde der Saison 2015/16 seinen Stammplatz als linker Außenverteidiger. Sein zum Saisonende 2016/17 auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert.

VfB StuttgartBearbeiten

 
Dennis Aogo im Trikot des VfB Stuttgart (2017)

Am 9. August 2017 wechselte Aogo zum VfB Stuttgart.[9] In der Saison 2017/18 kam er unter den Cheftrainern Hannes Wolf und Tayfun Korkut auf 29 Bundesligaeinsätze. Am Saisonende belegte der VfB den 7. Platz. In der Saison 2018/19 kam Aogo unter Korkut und dessen Nachfolgern Markus Weinzierl und Nico Willig 15-mal in der Bundesliga zum Einsatz. Der VfB belegte den Relegationsplatz und stieg nach der verlorenen Relegation gegen den 1. FC Union Berlin in die 2. Bundesliga ab. Anschließend verließ Aogo den Verein mit seinem Vertragsende.[10]

Hannover 96Bearbeiten

Zum Ende der Sommertransferperiode 2019/20 unterschrieb der ehemalige Stuttgarter einen Einjahresvertrag beim Mitabsteiger Hannover 96.[11]

NationalmannschaftBearbeiten

 
Aogo im Trikot der Nationalmannschaft

Am 23. März 2007 debütierte Aogo in der deutschen U21-Nationalmannschaft. Beim Spiel gegen Österreich stand er in der Startaufstellung. Sein größter internationaler Erfolg war der Gewinn der Europameisterschaft 2009 in Schweden unter Bundestrainer Horst Hrubesch. Im Finale gegen England kam Aogo sieben Minuten vor dem Ende zu einem Kurzeinsatz.

Am 21. Januar 2010 wurde Aogo von Bundestrainer Joachim Löw erstmals in den A-Kader der Nationalmannschaft berufen, um an einem Leistungstest im Hinblick auf die WM 2010 in Südafrika teilzunehmen. Am 6. Mai 2010 berief Löw ihn in den erweiterten Kader für die WM 2010. Am 13. Mai 2010 gab Aogo sein Debüt in der A-Nationalmannschaft. Beim Spiel gegen Malta stand er in der Anfangsformation. Am Ende schaffte er es in den endgültigen Kader. Bei der Weltmeisterschaft 2010 kam Aogo beim 3:2-Sieg gegen Uruguay im Spiel um Platz 3 als linker Verteidiger zum Einsatz.

Obgleich Aogo beim HSV in der Saison 2011/12 schwache Leistungen bot, hielt Löw an ihm fest und berief ihn gegen Frankreich in den Kader für das erste Testspiel im Jahr 2012.[12] Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Kapitän Philipp Lahm rutschte Aogo in die Startelf[13] und stand nach der 1:2-Niederlage im Fokus der Kritik.[14] Für die EM 2012 in Polen und der Ukraine wurde er daraufhin nicht berücksichtigt.

Im Mai 2013 erhielt er nach einem Jahr wieder eine Nominierung für die DFB-Auswahl, als er von Löw für die Spiele im Rahmen der USA-Reise gegen Ecuador und gegen die Vereinigten Staaten nominiert wurde.[15] Am 29. Mai 2013 hatte Aogo in Boca Raton beim 4:2-Sieg gegen Ecuador seine Rückkehr in die Nationalmannschaft nach einem Jahr.[16] Am 2. Juni 2013 bestritt Aogo sein bisher letztes Länderspiel für Deutschland gegen die USA.

SpielweiseBearbeiten

Aogo spielt sowohl auf der Position des linken Außenverteidigers, als auch im defensiven Mittelfeld. Geschätzt werden sein Umgang mit dem Ball am Fuß, seine läuferischen Fähigkeiten und seine gute taktische Ausbildung.[17] Ex-Jugendbundestrainer Horst Hrubesch sagte über Aogo, er habe „einen guten linken Fuß, [sei] clever, taktisch flexibel und [könne] einen guten Diagonalball spielen“.[18] Früher wurde sein Spiel in der Vorwärtsbewegung bemängelt. Gegenwärtig gilt er als Spieler, der gleichzeitig in der Defensive für Stabilität und in der Offensive für Akzente sorgen kann. Kritisiert wird sein manchmal langsamer, da zu lässiger Spielaufbau. Dies führt Aogo auf seine nigerianische Herkunft zurück, da in Nigeria der Fußball durch einen Mix aus technischer Versiertheit und zugleich einer gewissen Lässigkeit interpretiert werde.[19] Aogo sticht zudem bei Standardsituationen hervor.

ErfolgeBearbeiten

Nationalmannschaft

Auszeichnungen

SonstigesBearbeiten

Während seiner Zeit beim SC Freiburg leistete Aogo ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Seniorenheim ab.[20] Seit Februar 2011 war Dennis Aogo als Darsteller der Werbespots von nutella im Fernsehen zu sehen.[21]

Aogo, dessen Vater sehr gläubig und dessen Großvater Pastor in Nigeria gewesen war,[22] ist überzeugt davon, dass er aus der Bibel und christlichen Büchern Kraft gewinnt. „Ich bin dabei, mich komplett zu bekehren“, erklärte Aogo, „ich möchte es von jetzt an richtig durchziehen nach christlichen Gesetzen zu leben. Konsequent. Der Glaube gibt mir sehr viel Kraft.“[23]

Als Schalker Spieler entschied sich Aogo für eine Wohnung in Düsseldorf, um auf der Straße nicht sofort erkannt zu werden und „daher relativ in Ruhe auch etwas Privates unternehmen“ zu können.[24] Seit Ende 2016 ist er Vater einer Tochter.[25]

Aogo unterstützt die Initiative Common Goal.[26]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dennis Aogo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Aufsteiger Aogo: So bin ich wirklich, www.bild.de vom 16. Januar 2010
  2. Nationalspieler zu Besuch beim FV Grünwinkel 1910 e. V. (Memento vom 2. Dezember 2013 im Internet Archive), http://fv-gruenwinkel.de/ vom 28. Juli 2010
  3. Spielbericht auf transfermarkt.de, abgerufen am 8. Dezember 2018.
  4. Aogo und Rincón nicht im Kader für Hertha-Spiel (Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive) hsv.de, abgerufen am 23. August 2013
  5. Perfekt: HSV leiht Dennis Aogo an Schalke 04 aus (Memento vom 29. August 2013 im Webarchiv archive.today) Offizielle Internetpräsenz des HSV; abgerufen am 29. August 2013
  6. Frank Leszinski: Reha beendet: Aogo freut sich aufs Comeback. Artikel vom 17. Juli 2014 im Portal recklinghaeuser-zeitung.de, abgerufen am 19. Juli 2014
  7. Vertrag bis 2017: Dennis Aogo bleibt ein Schalker Offizielle Internetpräsenz des S04; abgerufen am 12. Februar 2014
  8. Aogo steht vor Comeback (Memento des Originals vom 22. Juli 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sport1.de. Artikel vom 19. Juli 2014 im Portal sport1.de, abgerufen am 19. Juli 2014
  9. Der VfB verpflichtet Dennis Aogo VfB Stuttgart 9. August 2017
  10. Keine Vertragsverlängerung, vfb.de, 11. Juni 2019, abgerufen am 11. Juni 2019.
  11. Neuzugänge mit viel Erfahrung: Aogo und Stendera verstärken 96, hannover96.de, abgerufen am 3. September 2019
  12. Was will Jogi mit Cacau und Aogo?
  13. Aogo steht im Fokus
  14. Aogo schlechter Lahm-Vertreter (Memento vom 3. März 2012 im Internet Archive) in: sportschau.de vom 3. März 2012
  15. Löw beruft Max Kruse. In: Stern vom 16. Mai 2013
  16. Deutschland – Ecuador 4:2 Spielbericht; abgerufen am 15. Juli 2013
  17. Dennis Aogo, Goal.com.
  18. 11 Freunde.de: Der Casting-Gewinner: Chance für Dennis Aogo, abgerufen am 2. Juni 2010.
  19. Eins zu Eins: Dennis Aogo – „Privat habe ich keine Lust über Fußball zu reden“. In Schalker Kreisel Ausgabe #15: S04 – Mainz S. 20–28.
  20. S. W. R. Sport, S. W. R. Sport: Der linke Dennis Aogo. Abgerufen am 22. Januar 2019.
  21. Werben & Verkaufen: Nutella: Die neue Kampagne von Aimaq & Stolle | W&V. Abgerufen am 22. Januar 2019.
  22. Oliver Arnhold, Constantin Klein: Zwischen Abseits und Jenseits – Fußball und Religion. Materialien für die Klassen 8–12. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, ISBN 978-3-525-77685-8, S. 27 (online)
  23. Hamburger Abendblatt- Hamburg: Dennis Aogo: „Ich bin bekehrt und lebe nach Gottes Gesetz“. 13. Oktober 2009, abgerufen am 22. Januar 2019 (deutsch).
  24. Aogo: „Ich bin keiner, der wegläuft“ (Memento des Originals vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.reviersport.de. Interview vom 5. September 2013 im Portal reviersport.de, abgerufen am 25. Oktober 2013
  25. Schalke: Mitspieler schenken ihm den Schnullerjubel: Aogo: „Ein unglaublicher Moment für mich“. kicker.de vom 25. November 2016. Abgerufen am 11. Dezember 2016.
  26. BVB-Star Kagawa spendet als erster Revierprofi ein Prozent des Gehalts. In: nrz.de. Funke Mediengruppe, 27. Oktober 2017, abgerufen am 27. Oktober 2017.