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Cyber- und Informationsraum

Organisationsbereich der Bundeswehr

Der Cyber- und Informationsraum (CIR) der Bundeswehr wurde am 5. April 2017 als eigenständiger militärischer Organisationsbereich aufgestellt, ist jedoch keine eigene Teilstreitkraft.

Cyber- und Informationsraum
Logo des Cyber- und Informationsraumes
Aufstellung 1. April 2017
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr Kreuz.svg Bundeswehr
Typ Militärischer Organisationsbereich
Grobgliederung InternesVerbandsabzeichenKdoCIR.png Kommando Cyber- und Informationsraum
KdoStratAufkl.svg Kommando Strategische Aufklärung
COA FüUstgKdoBw.svg Kommando Informationstechnik der Bundeswehr
AGeoBw.jpg Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr
Stärke Aktive Soldaten: 13.403[1] (31. Oktober 2019)
davon Frauen:
1.260[2] (31. Oktober 2019)

Beorderte Reservisten: k. A.

Marsch Cyber Marsch (Sebastian Middel, Mai 2017)
Leitung
Inspekteur des Cyber- und Informationsraums Generalleutnant Ludwig Leinhos
stellv. Inspekteur des Cyber- und Informationsraums Generalmajor Jürgen Setzer

AufgabenBearbeiten

Truppengattungen des Cyber- und InformationsraumBearbeiten

Mit dem Wechsel von Teilen der Streitkräftebasis zum Cyber- und Informationsraum wurden diese Truppengattungen übernommen:

Unterstellte KräfteBearbeiten

Das Kommando Cyber- und Informationsraum in Bonn als höhere Kommandobehörde führt die Fähigkeitskommandos Kommando Strategische Aufklärung (KdoStratAufkl) in Gelsdorf und Kommando Informationstechnik der Bundeswehr (KdoITBw) in Bonn sowie das Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr (ZGeoBw) in Euskirchen.

Siehe auch Gliederung Kommando Cyber- und Informationsraum

GeschichteBearbeiten

Mit ihrem Tagesbefehl vom 17. September 2015 gab die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, die Aufstellung des neuen militärischen Organisationsbereich bekannt. Im November 2015 wurde der Aufbaustab CIR im Bundesverteidigungsministerium eingerichtet. Er erhielt den Auftrag, die Organisation von Verantwortung, Kompetenzen und Aufgaben im Bereich Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr neu zu überplanen. Der Abschlussbericht[3][4] wurde im April 2016 erstellt. Er empfahl folgende grundsätzliche organisatorische Maßnahmen:

  • Einrichtung einer Abteilung Cyber/IT (CIT) im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) zum 1. Oktober 2016 (Grundbefähigung)
  • Aufstellung eines militärischen Organisationsbereichs für den Cyber- und Informationsraum mit einem Inspekteur an der Spitze zum 1. April 2017 (Erstbefähigung)

Nach der Aufstellung der Abteilung Cyber- und Informationstechnik (CIT) im Bundesverteidigungsministerium am 5. Oktober 2016 in Berlin wurde dort die Verantwortung für die Themen Cyber und IT gebündelt.

Am 14. Oktober 2016 bestimmte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) den damaligen Leiter des Aufbaustabes Cyber- und Informationsraum (CIR), Generalmajor Ludwig Leinhos, als künftigen Inspekteur des neu aufzustellenden Organisationsbereiches CIR.[5] Zum stellvertretenden Inspekteur CIR und Chef des Stabes des KdoCIR wurde Brigadegeneral Michael Vetter ernannt.

Am 5. April 2017 stellte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit einem Indienststellungsappell das Kommando Cyber- und Informationsraum in Bonn offiziell in Dienst. Zudem übertrug sie Generalleutnant Ludwig Leinhos die Verantwortung über das Kommando.[6][7] Der neue militärische Organisationsbereich CIR hatte nunmehr seine Arbeit aufgenommen, um bis 2021 stufenweise seine volle Einsatzbereitschaft zu erreichen.[8]

Mit einem feierlichen Appell wurden am 30. Juni 2017, die bis dahin zur Streitkräftebasis gehörenden Fähigkeitskommandos, das Kommando Strategische Aufklärung und das Kommando Informationstechnik der Bundeswehr, in den militärischen Organisationsbereich CIR integriert[9][10].

UniformBearbeiten

 
Barettabzeichen

Im Cyber- und Informationsraum tragen alle Soldaten einheitlich ein dunkelblaues Barett mit dem neuen Barettabzeichen / Truppengattungsabzeichen CIR.

Cyber-Forschungszentrum (Universität der Bundeswehr München)Bearbeiten

Die Bundeswehr investiert 160 Mio € in den Aufbau eines Cyber-Forschungszentrums an der Universität der Bundeswehr in Neubiberg bei München. Die Forschung wird auf fünf Säulen stehen: Cyber Defence, Smart Data, Mobile Security, e-Health sowie Schutz kritischer Infrastrukturen.[11] Der erste Jahrgang des neuen Masterstudiengangs „Cyber Sicherheit“ beginnt im Jahr 2018 mit voraussichtlich zunächst 70 Studierenden.

Es wurden 13 neue Professuren geschaffen, von denen bereits im Sommer 2016 wurden elf neue W3-Professuren ausgeschrieben. Die neu eingestellten Professoren sollen dann von 67 wissenschaftlichen Mitarbeitern, Technikern und Verwaltungsangestellten unterstützt werden. Dazu kommen weitere rund 200 wissenschaftliche Drittmittel-Mitarbeiter.

Aktuell entsteht ein Neubau mit mehr als 7.000 Quadratmeter, in dem Laboratorien für Cyber-Sicherheit eingerichtet werden, unter anderem für digitale Forensik, Malware-Analyse und Cyber-Lagebild. Zusätzlich werden auch die Kapazitäten der Studentenwohnheime ausgebaut.[12]

Nukleus des neuen Cyber-Forschungszentrums ist das bereits bestehende „Forschungsinstitut Cyber Defence und Smart Data“ (CODE), das Innovationskompetenzen von Forschungsinstitutionen, Unternehmen und Providern sowie ziviler und militärischer Cyber-Sicherheit bündelt.[13]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bundesministerium der Verteidigung: Stärke: Militärisches Personal der Bundeswehr Bundeswehr, 20. November 2019, abgerufen am 20. November 2019 (Stand: 31. Oktober 2019).
  2. Susanne Lopez/Frank Bötel: Aktuelle Zahlen: Frauen in der Bundeswehr Bundeswehr, 20. November 2019, abgerufen am 20. November 2019 (Stand: 31. Oktober 2019).
  3. Abschlussbericht Aufbaustab für Kommando Cyber- und Informationsraum. (PDF; 776 kB) 26. April 2016, abgerufen am 27. April 2016.
  4. Auftrag: Cyber-Verteidigung. Bundesministerium der Verteidigung, 26. April 2016, abgerufen am 27. April 2016.
  5. Erster Cyber-Inspekteur der Bundeswehr nominiert. Bundesministerium der Verteidigung, 14. Oktober 2016, abgerufen am 16. Oktober 2016.
  6. Bundeswehr startet neues Cyberkommando. In: Zeit Online. 5. April 2017, abgerufen am 5. April 2017.
  7. Wie weit dürfen deutsche Cyberkrieger gehen? In: Spiegel Online. 5. April 2017, abgerufen am 5. April 2017: „Der Leiter des Cyberkommandos, General Ludwig Leinhos, sagte kurz vor dem offiziellen Start, allein in den ersten neun Wochen des Jahres seien die Bundeswehrrechner mehr als 284.000 Mal Ziel von Cyberattacken gewesen.“
  8. Aufstellung Kommando CIR: Ein Meilenstein deutscher Sicherheits- und Verteidigungspolitik. BMVg Presse- und Informationsstab, 6. April 2017, abgerufen am 6. April 2017.
  9. Sebastian Wanninger: Zusammenführen was zusammengehört – Unterstellungswechsel im Cyber- und Informationsraum. Bundeswehr, 30. Juni 2017, abgerufen am 4. Juli 2017.
  10. Jörg Sauerwein: Neue Cyberarmee der Bundeswehr feiert offiziellen Startschuss. WDR, 30. Juni 2017, abgerufen am 4. Juli 2017.
  11. Cyber-Forschungszentrum. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 3. August 2017; abgerufen am 3. August 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundeswehrkarriere.de
  12. Anja Reiter: Bundeswehr-Uni: Campus für Cyber-Krieger | ZEIT Campus. In: Die Zeit. 2. August 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 3. August 2017]).
  13. Universität der Bundeswehr München (Hrsg.): Satzung des Forschungsinstituts Cyber Defence und Smart Data der Universität der Bundeswehr München. München 2017.