Marinekommando

Stab des Inspekteurs der Marine und die einzige höhere Kommandobehörde der Deutschen Marine

Das Marinekommando (MarKdo) ist der Stab des Inspekteurs der Marine und die einzige höhere Kommandobehörde der Deutschen Marine. Es wurde am 1. Oktober 2012 in Rostock aufgestellt.[1] Der offizielle Aufstellungsappell fand am 9. Oktober 2012 statt.[2]

Marinekommando
— MarKdo —

Wappen

Internes Verbandsabzeichen (Wappen)
Aufstellung 1. Oktober 2012
Staat Deutschland Deutschland
Streitkräfte Emblem Bundeswehr
Teilstreitkraft Emblem Deutsche Marine
Typ Höhere Kommandobehörde
Einheiten COA EF1.svg EinsFltl 1

COA EF2.svg EinsFltl 2
COA MFlgKdo.svg MFlgKdo
COA MUKdo.svg MUKdo

Unterstellung BMVg.svg GenInspBw
Sitz des Stabes Rostock Wappen.svg Rostock, Mecklenburg-Vorpommern
Führung
Inspekteur der Marine Vizeadmiral Jan Christian Kaack
Stv. Inspekteur der Marine und Befehlshaber der Flotte Vizeadmiral Frank Martin Lenski
Chef des Stabes Flottillenadmiral Axel Deertz

Im Marinekommando sind der bisherige Führungsstab der Marine sowie die beiden höheren Kommandobehörden Flottenkommando und Marineamt zusammengefasst. Der Hauptsitz des Marinekommandos befindet sich in Rostock. Weitere Teile sind in Glücksburg, Berlin und Wilhelmshaven stationiert.

AufgabenBearbeiten

Das Marinekommando ist die oberste Führungsinstanz der Marine.[3] Ihm unterstehen die Verbände der Marine truppendienstlich.

Außerdem hat das Marinekommando operative Führungsaufgaben. Dafür verfügt es über eine Operationszentrale (Maritime Operations Centre/MOC). Es dient als Betriebszentrum für den Inspekteur der Marine in seiner Verantwortung als Truppensteller für Einsätze und einsatzgleiche Verpflichtungen. Es ist bisher noch im ehemaligen Flottenkommando in Glücksburg untergebracht. Das neue MOC ist in Rostock in Bau. Zum MOC gehören unter anderem die deutsch-polnische U-Boot-Führungszelle und die SAR-Leitstelle.

Als zweite Führungseinrichtung innerhalb des Marinekommandos wird in Rostock das Baltic Maritime Component Command (BMCC) der NATO aufgebaut, das nach 2020 einsatzklar werden soll.[4] Es ist zugleich der Kernstab des in Aufstellung befindlichen neuen Einsatzstabs DEU MARFOR. BMCC und DEU MARFOR dienen der Führung auf der oberen taktischen Ebene. Sie sollen über besondere Expertise für Randmeeroperationen in der Ostsee verfügen und dafür eng mit dem Centre of Excellence for Operations in Confined and Shallow Waters in Kiel zusammenarbeiten.[5]

Zum 1. April 2020 trat eine Reorganisation des Marinekommandos in Kraft. Dabei wurden zwei neue, dem Kommando angehörende Kommandeure eingerichtet und die Führungskompetenz des Chefs des Stabes gestärkt.[6]

GliederungBearbeiten

Das Marinekommando wird vom Inspekteur der Marine im Dienstgrad eines Vizeadmirals geführt, dem ein Stellvertreter im gleichen Dienstgrad und der Chef des Stabes im Dienstgrad eines Konteradmirals zur Seite stehen. Es gliedert sich in fünf Abteilungen:

  • Einsatz
  • Planung, Konzeption
  • Personal, Ausbildung, Organisation
  • Einsatzunterstützung
  • Marinesanität

Hinzu kommen zentrale Stabselemente, darunter

  • der Beauftragte für das Havariewesen der Marine,
  • der Rechtsberater,
  • die Militärseelsorge
  • das Presse- und Informationszentrum der Marine
  • das Zentralbüro,
  • das Büro Berlin,
  • Controlling.

Kommandoführung und AbteilungsleiterBearbeiten

Stellvertreter des Inspekteurs der Marine
und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte
Nr. Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
5. Vizeadmiral Frank Martin Lenski 11. März 2022
4. Konteradmiral Jan Christian Kaack 23. Sep. 2021 11. März 2022
3. Vizeadmiral Rainer Brinkmann 23. Okt. 2014 23. Sep. 2021
2. Vizeadmiral Andreas Krause[7] 1. Aug. 2013 23. Okt. 2014
1. Vizeadmiral Heinrich Lange 1. Okt. 2012 30. Juli 2013
Chef des Stabes
Nr. Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
5. Flottillenadmiral Axel Deertz 11. März 2022
4. Konteradmiral Frank Martin Lenski 29. Sep. 2020 11. März 2022
3. Konteradmiral Karsten Schneider 21. Sep. 2018 29. Sep. 2020
2. Konteradmiral Thorsten Kähler 1. März 2015 21. Sep. 2018
1. Konteradmiral Klaus von Dambrowski[8] 1. Okt. 2012 28. Feb. 2015
Kommandeur Einsatzkräfte und Abteilungsleiter Einsatz
Nr. Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
4. Konteradmiral Jürgen zur Mühlen 1. Aug. 2017
3. Konteradmiral Jean Martens 1. Mai 2015 31. Juli 2017
2. Konteradmiral Hans-Christian Luther[9] 19. Mai 2014 30. Apr. 2015
1. Konteradmiral Michael Mollenhauer[10] 1. Okt. 2012 19. Mai 2014
Abteilungsleiter Planung und Konzeption
Nr. Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
2. Flottillenadmiral Ulrich Reineke 1. Nov. 2016
1. Flottillenadmiral Jürgen Mannhardt 1. Okt. 2012 1. Nov. 2016
Abteilungsleiter Personal/Organisation/Ausbildung
Nr. Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
2. Flottillenadmiral Andreas Mügge 1. Okt. 2019
1. Flottillenadmiral Rainer Endres[11] 1. Okt. 2012 30. Sep. 2019
Kommandeur Unterstützung und Abteilungsleiter Einsatzunterstützung
Nr. Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
4. Konteradmiral Christoph Müller-Meinhard 1. Okt. 2020
3. Konteradmiral Frank Martin Lenski 31. Jan. 2017 29. Sep. 2020
2. Konteradmiral Karl-Wilhelm Ohlms 14. Aug. 2014 31. Jan. 2017
1. Konteradmiral Horst-Dieter Kolletschke[12] 1. Okt. 2012 14. Aug. 2014
Abteilungsleiter Marinesanität
Nr. Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
2. Admiralarzt Stephan Apel[13] 17. März 2016 30. September 2022
1. Admiralarzt Hans-Wolfgang von der Heide-Kattwinkel 1. Okt. 2012 17. März 2016

Unterstellte Kräfte der MarineBearbeiten

Die dem Marinekommando nachgeordneten Kräfte der Marine sind truppendienstlich den Kommandeuren im Marinekommando bzw. dem Admiralarzt der Marine unterstellt.[6] Es sind zugeordnet:

Kommandeur Einsatzkräfte

Kommandeur Unterstützung

Admiralarzt der Marine

LiteraturBearbeiten

  • Axel Schimpf: Das Marinekommando in Rostock – Die Marine auf Zukunftskurs. In: Marineforum 1/2-2013, S. 22 ff.
  • Ulrich Reineke: Deutsche Marine auf dem Weg in die kommende Dekade. In: Marineforum 9-2017, S. 4 ff.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marinekommando nimmt die Arbeit auf. In: Hamburger Abendblatt. 1. Oktober 2012, abgerufen am 23. Mai 2014.
  2. Presse- und Informationszentrum Marine: Festakt zur Aufstellung des Marinekommandos. (Nicht mehr online verfügbar.) Bundeswehr, 9. Oktober 2012, archiviert vom Original am 14. Oktober 2012; abgerufen am 23. Mai 2014.
  3. Das Marinekommando. (Nicht mehr online verfügbar.) Marine, archiviert vom Original am 17. Januar 2017; abgerufen am 2. Juni 2022.
  4. Germany to Lead NATO Forces in the Baltic. In: The Trumpet. Abgerufen am 6. Februar 2022 (englisch).
  5. Ulrich Reineke: Deutsche Marine auf dem Weg in die kommende Dekade. In: Marineforum. 28. November 2017, abgerufen am 6. Februar 2022.
  6. a b Tagesbefehl zur Reorganisation des Marinekommandos. (PDF; 101 kB) Marinekommando, 31. März 2020, abgerufen am 6. Februar 2022.
  7. Presse- und Informationszentrum Marine: Personalwechsel in der Führungsebene der Deutschen Marine. Bundeswehr, 23. Oktober 2014, abgerufen am 29. Oktober 2014.
  8. Presse- und Informationszentrum Marine: Wechsel in der Führung des Marinekommandos. Bundeswehr, 19. Februar 2015, abgerufen am 22. Mai 2015.
  9. Presse- und Informationszentrum Marine: Personalwechsel in der Führungsebene der Deutschen Marine. Bundeswehr, 30. April 2015, abgerufen am 22. Mai 2015.
  10. Jelena Wiedbrauk (Presse- und Informationszentrum Marine): Verabschiedung nach fast 43 Jahren Marine. (Nicht mehr online verfügbar.) Bundeswehr, 22. Mai 2014, archiviert vom Original am 29. Oktober 2014; abgerufen am 23. Mai 2014.
  11. Presse- und Informationszentrum Marine: „Das Ende einer militärischen Vita“. (Nicht mehr online verfügbar.) Bundeswehr, 10. Oktober 2019, ehemals im Original; abgerufen am 31. Oktober 2019.@1@2Vorlage:Toter Link/www.marine.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  12. Wechsel in der Führungsebene der Bundesmarine. In: Die Welt. 14. August 2014, abgerufen am 28. Oktober 2014.
  13. Claudia Thiele: Wechsel an der Spitze des Marinesanitätsdienstes. (Nicht mehr online verfügbar.) Bundeswehr, 18. März 2016, archiviert vom Original am 1. April 2016; abgerufen am 1. April 2016.