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Corte d’appello (dt. „Appellationsgerichtshof“) ist in Italien die Bezeichnung für Berufungsgerichte der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Die Appellationsgerichtshöfe entsprechen in etwa den Oberlandesgerichten Deutschlands und Österreichs. Im italienischen Gerichtsaufbau stehen sie unter dem Obersten Kassationsgerichtshof (Corte Suprema di Cassazione) in Rom und über den Landgerichten (Tribunale) und den Friedensgerichten. Gerichtsträger ist in Italien ausschließlich der Staat, die Regionen dienen nur als Grundlage für Gerichtsbezirke.

ZuständigkeitenBearbeiten

Die Appellationsgerichtshöfe werden in Zivil- und Strafsachen bei der Anfechtung von Urteilen der Landgerichte angerufen. Sie entscheiden immer als Kollegialgerichte.

Für besonders schwere Delikte wie Mord werden in jedem Appellationsgerichtsbezirk Schwurgerichte (Corte d’assise) eingerichtet, in der Regel bei den Landgerichten. Die Berufungsinstanz mit der Bezeichnung „Appellationsschwurgerichtshof“ (Corte d’assise d’appello) befindet sich bei den Appellationsgerichten (Corte d’appello). Die Schwurgerichte bestehen aus Berufsrichtern und ehrenamtlichen Richtern, nicht jedoch aus Geschworenen.

Bei jedem Appellationsgerichtshof gibt es eine Generalstaatsanwaltschaft (Procura Generale della Repubblica) mit einer Antimafia-Bezirksstaatsanwaltschaft (Direzione Distrettuale Antimafia – DDA).

Derzeit gibt es in Italien 26 Appellationsgerichtshöfe mit drei Zweigstellen. In der Regel befinden sie sich in den Hauptstädten der italienischen Regionen. Vor allem süditalienische Regionen haben oft mehr als ein Appellationsgericht. Auf Sizilien gibt es neben Palermo auch jeweils in Caltanissetta, Catania und Messina eines. Das norditalienische Aostatal fällt in den Zuständigkeitsbereich des Appellationsgerichts Turin (Piemont).

Bei den nachstehend genannten Appellationsgerichten und deren Zweigstellen befindet sich jeweils ein Strafvollstreckungsgericht (tribunale di sorveglianza) sowie jeweils ein Jugendgericht mit dazugehöriger Staatsanwaltschaft. In Jugendstrafsachen sind die Appellationsgerichte Berufungsinstanz.

AppellationsgerichteBearbeiten

Nachstehende Liste der Appellationsgerichte ist nicht alphabetisch, sondern geographisch nach Regionen von Nord nach Süd gegliedert. Als erste sind jeweils die Appellationsgerichte in den Regionalhauptstädten genannt, dann eventuell vorhandene weitere Gerichte oder Außenstellen. Rechts sind die in den Gerichtsbezirken der Appellationsgerichte vorhandenen Landgerichte (tribunali) angeführt, jedoch ohne die nachgeordneten Friedensgerichte in den Landgerichtsbezirken. Sind Gerichtsorte kursiv geschrieben, gibt es zum entsprechenden Gericht einen eigenen Artikel.

Regionen
Appellationsgerichtshöfe
Landgerichte in den Gerichtsbezirken der Appellationsgerichte und Regionen
Aostatal Turin ist zuständig Aosta
Piemont Turin Alessandria, Aosta, Asti, Biella, Cuneo, Ivrea, Novara, Turin, Verbania, Vercelli
Lombardei Mailand Busto Arsizio, Como, Lecco, Lodi, Mailand, Monza, Pavia, Sondrio, Varese
Brescia Brescia, Bergamo, Cremona, Mantua
Trentino-Südtirol Trient Trient, Rovereto
Trient, Außenstelle Bozen Bozen
Venetien Venedig Belluno, Padova, Rovigo, Treviso, Venedig, Verona, Vicenza
Friaul-Julisch Venetien Triest Görz, Pordenone, Triest, Udine
Emilia-Romagna Bologna Bologna, Ferrara, Forlì, Modena, Parma, Piacenza, Ravenna, Reggio nell’Emilia, Rimini
Ligurien Genua Genua, Imperia, La Spezia, Massa, Savona
Toskana Florenz Arezzo, Florenz, Grosseto, Livorno, Lucca, Pisa, Pistoia, Prato, Siena (LG Massa zu AGH Genua)
Marken Ancona Ancona, Ascoli Piceno, Fermo, Macerata, Pesaro, Urbino
Umbrien Perugia Perugia, Spoleto, Terni
Latium Rom Cassino, Civitavecchia, Frosinone, Latina, Rieti, Rom, Tivoli, Velletri, Viterbo
Abruzzen L’Aquila Chieti, L’Aquila, Pescara, Teramo (bis 2018 auch Avezzano, Lanciano, Sulmona, Vasto)
Molise Campobasso Campobasso, Isernia, Larino
Apulien Bari Bari, Foggia, Trani
Lecce Brindisi, Lecce
Lecce, Außenstelle Tarent Tarent
Kampanien Neapel Avellino, Aversa, Benevento, Neapel, Nola, Santa Maria Capua Vetere, Torre Annunziata
Salerno Nocera Inferiore, Salerno, Vallo della Lucania
Basilikata Potenza Lagonegro, Matera, Potenza
Kalabrien Catanzaro Castrovillari, Catanzaro, Cosenza, Crotone, Lamezia Terme, Paola, Vibo Valentia
Reggio Calabria Locri, Palmi, Reggio Calabria
Sizilien Palermo Agrigento, Marsala, Palermo, Sciacca, Termini Imerese, Trapani
Catania Caltagirone, Catania, Ragusa, Syrakus
Messina Barcellona Pozzo di Gotto, Messina, Patti
Caltanissetta Caltanissetta, Enna, Gela
Sardinien Cagliari Cagliari, Lanusei, Oristano
Cagliari, Außenstelle Sassari Nuoro, Sassari, Tempio Pausania

Siehe auchBearbeiten