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Burgstall (Landkreis Börde)

Gemeinde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Burgstall
Burgstall (Landkreis Börde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Burgstall hervorgehoben
Koordinaten: 52° 25′ N, 11° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Börde
Verbandsgemeinde: Elbe-Heide
Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 116,45 km2
Einwohner: 1489 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner je km2
Postleitzahl: 39517
Vorwahl: 039364
Kfz-Kennzeichen: BK, BÖ, HDL, OC, OK, WMS, WZL
Gemeindeschlüssel: 15 0 83 120
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Magdeburger Str. 40
39326 Rogätz
Website: www.elbe-heide.de
Bürgermeister: Carsten Miehe
Lage der Gemeinde Burgstall im Landkreis Börde
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Über dieses Bild

Burgstall ist eine Gemeinde im Nordosten des Landkreises Börde in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie ist Mitgliedsgemeinde der Verbandsgemeinde Elbe-Heide mit Sitz in der Gemeinde Rogätz.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde Burgstall im östlichen Bereich der Colbitz-Letzlinger Heide wird vom Dollgraben, einem der zahlreichen Tanger-Quellbäche, durchzogen. Sein offizieller Name ist Colbitzer Landbach, im Volksmund wird er Bäcke genannt. Seit einigen Jahren ist der Biber in diesem Gebiet wieder heimisch. Die waldreiche Umgebung nördlich von Burgstall steigt nach Nordwesten an und erreicht 117 m ü. NHN und grenzt an den östlichen Teil des großen Truppenübungsplatzes Altmark an. Die Stadt Tangerhütte liegt etwa 9 km entfernt. Die Gemarkung grenzt im Norden und Osten an den Landkreis Stendal. Nachbargemeinden im selben Landkreis sind Angern, Colbitz und Westheide.

GemeindegliederungBearbeiten

Ortsteile der Gemeinde sind

Als Wohnplätze der Gemeinde sind ausgewiesen:

  • Braunspforte
  • Förstereisiedlung
  • Siedlung
  • Steinberge

GeschichteBearbeiten

Die Familie von Bismarck wurde 1345 von den Wittelsbacher Kurfürsten von Brandenburg wegen besonderer Leistungen des Nicolaus von Bismarck im Verwaltungsdienst mit dem Schloss Burgstall belehnt.[2][3] 1562 musste sie Burgstall gegen Krevese und die ostelbischen Besitzungen Schönhausen und Fischbeck eintauschen und Burgstall wurde bis 1860 Sitz des Domänenamtes Burgstall. In der Zeit des Königreich Westphalen (1807–1813) war Burgstall Hauptort (chef-lieu) des Kanton Burgstall. Danach wurde zunächst die alte Verwaltungsgliederung wiederhergestellt. In der Kreisreform von 1816 kam Burgstall zum Kreis Wolmirstedt.

Die Kulturdenkmale der Gemeinde sind im örtlichen Denkmalverzeichnis eingetragen.

DDR (1949–1990)Bearbeiten

Bis 1990 unterhielt die Bezirksverwaltung Magdeburg des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR in Burgstall ein Ausbildungsobjekt für den Umgang mit Schusswaffen.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 2010 wurden Cröchern, Dolle und Sandbeiendorf nach Burgstall eingemeindet.[4]

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Im März 2016 wurde Carsten Miehe zum Bürgermeister gewählt.[5]

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 22. April 2010 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „Geviert von Silber und Rot; Feld 1: ein rotes Hifthorn mit goldenem Mundstück, Schallbecher und Beschlägen an rotem Riemen von einem trockenen roten Ast mit goldenen Schnittflächen herabhängend, Feld 2: gekreuzt eine goldene Sense und ein goldener Dreschflegel, Feld 3: eine schräge natürliche sechsendige silberne Hirschstange, die Zinken nach links oben gekehrt, die Rose unten besteckt mit goldenem Kleeblatt, Feld 4: ein roter Hirsch mit goldenem Geweih schreitend auf einer schwarz gefugten roten Zinnenmauer.“[6]

Das Wappen wurde vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und ins Genehmigungsverfahren geführt. Es verbindet Elemente der Wappen der vier Ortsteile Burgstall, Cröchern, Dolle und Sandbeiendorf. von Burgstall stammt das Hifthorn, von Sandbeiendorf Sense und Flegel, von Cröchern die Hirschstange und von Dolle der Hirsch auf der Mauer.[7]

Wappen des Ortsteils BurgstallBearbeiten

 
Wappen vom Ortsteil Burgstall

Das Wappen wurde am 29. März 1996 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „In Silber im Schildfuß eine rote Zinnmauer, dahinter rechts ein roter Zinnenturm, links begleitet von einem am roten Ast hängenden goldenen verzierten roten Posthorn.“

Abgeleitet vom Wappen sind die Farben Rot – Silber (Weiß).

Das Wappen wurde vom Heraldiker Günther Gembalski gestaltet.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge ist rot - weiß (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.[6]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

In Burgstall befindet sich eines der 25 Forstämter des Landes Sachsen-Anhalt sowie die Bundesforstverwaltung, welche aber in den folgenden Jahren nach Mahlwinkel umziehen wird. Die Kulturdenkmale der Gemeinde sind im örtlichen Denkmalverzeichnis eingetragen.

Vom Ort Burgstall aus führen Landstraßen nach Dolle an der Bundesstraße 189 (MagdeburgStendal), nach Tangerhütte sowie nach Angern/Rogätz. Der nächste Bahnhof befindet sich in dem 7 Kilometer entfernten Ort Mahlwinkel an der Strecke Magdeburg–Wittenberge. Die Altmark-Autobahn von Magdeburg nach Schwerin (im Bau) wird nahe Burgstall vorbeiführen und über eine eigene Anschlussstelle zwischen Dolle und Burgstall verfügen.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Wilhelm Lüders (1805–1857), Schriftsteller und Zeitungsredakteur in Hamburg, Leipzig, Stettin und Berlin; als Demokrat verfolgt und im Elend gestorben
  • Gunhild Erika Schröder, geborene Lauterbach (1913–2012), Mutter von Gerhard Schröder und Lothar Vosseler

LiteraturBearbeiten

  • Peggy Badelt und Anja Rau: Familienbuch Burgstall mit Dolle, Blätz, Mixdorf und Salchau (Landkreis Börde), Sachsen-Anhalt, 1645 bis 1814. Leipzig: AMF 2012 (= Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher der AMF 68)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2017 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Georg Schmidt: Das Geschlecht von Bismarck, Berlin 1908.
  3. Urkundensammlung der von Bismarck im Geheimen Staatsarchiv zu Berlin, bei Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis, I, XVII, 499
  4. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  5. http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/bm16/erg/gem/bm.15083120.20160313.ergtab.dr.html
  6. a b Amtsblatt des Landkreis Nr. 31/2010 (PDF; 355 kB)
  7. Jörg Mantzsch: Das Wappen der Gemeinde Burgstall, Dokumentation zum Genehmigungsverfahren, Hinterlegt beim Landkreis Börde 2010 (Gutachten: Landeshauptarchiv Magdeburg)