Bundestagswahlkreis Halle

Bundestagswahlkreis in Sachsen-Anhalt, Deutschland

Der Bundestagswahlkreis Halle (Wahlkreis 72) ist ein Wahlkreis in Sachsen-Anhalt. Er umfasst die kreisfreie Stadt Halle (Saale) und vom Saalekreis die Gemeinden Kabelsketal, Landsberg und Petersberg.[1]

Wahlkreis 72: Halle
Bundestagswahlkreis 72-2013.svg
Staat Deutschland
Bundesland Sachsen-Anhalt
Wahlkreisnummer 72
Einwohner 270.400
Wahlberechtigte 214.668
Wahlbeteiligung 71 %
Wahldatum 24. September 2017
Wahlkreisabgeordneter
Name
Foto des Abgeordneten
Partei CDU
Stimmanteil 27,1 %

Bundestagswahl 2017Bearbeiten

Die Nachfolge von Christoph Bergner als direkt gewählter Abgeordneter übernimmt Christoph Bernstiel, der wie sein Vorgänger für die CDU kandidierte.[2]

Des Weiteren zogen Karamba Diaby, Petra Sitte und Frank Sitta über die Landesliste in den Bundestag ein. Alle Parteien mit über 5 % verloren Zweitstimmen, außer die AfD und FDP.

Die Wahlbeteiligung betrug 71 %. Das entspricht 152.485 der 214.668 Wahlberechtigten. Bei der Bundestagswahl 2013 war die Wahlbeteiligung noch 5,8 Prozentpunkte niedriger als 2017.

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in %
Christoph Bernstiel CDU 27,1 26,5
Karamba Diaby SPD 21,3 14,1
Petra Sitte Die Linke 20,3 19,2
Evelyn Nitsche AfD 17,3 17,8
Frank Sitta FDP 6,7 9,0
Grit Michelmann Bündnis 90/Die Grünen 3,6 7,0
Holger Wenzel Freie Wähler 1,7 1,0
Malte Hirschbach DIE PARTEI 1,5 1,9
Tassilo Timm MLPD 0,4 0,2
Tierschutzallianz 1,6
BGE 0,5
NPD 0,5
DiB 0,5
MG 0,3

Bei dem gleichzeitig zur Bundestagswahl 2017 stattfindenden Bürgerentscheid zur Nutzung der Hochhausscheibe A als Verwaltungsstandort entschieden sich die Wähler für „Ja“ (57,22 % zu 42,78 %).[3] Ende 2017 wurde das Gebäude von der Intown Gruppe gekauft. Somit entfiel die angesetzte Zwangsversteigerung. Sie sollte stattfinden, da der ehemalige britische Eigentümer nicht mehr existiert. Die Stadt Halle soll laut des Bürgerentscheids das Gebäude 30 Jahre lang mieten, sodass das Geschäft lukrativ für die Intown-Gruppe aussah, die die Hochhausscheibe A für eine Million Euro vom Zwangsverwalter kaufte.[4]

Bundestagswahl 2013Bearbeiten

Die 2009 direkt gewählte Abgeordnete Petra Sitte wurde erneut aufgestellt.[5] Christoph Bergner wurde auf Platz 2 der Landesliste der CDU gesetzt.[6] Die FDP Sachsen-Anhalt setzte Cornelia Pieper auf den Platz 1 der Landesliste.[7] Für die SPD kandidierte Karamba Diaby auf Platz 3 der Landesliste. Bündnis 90/Die Grünen nominierten Sebastian Kranich.[8]

Christoph Bergner erreichte die meisten Stimmen und wurde direkt gewählt; Petra Sitte wurde über die Landesliste ihrer Partei gewählt; Karamba Diaby wurde ebenfalls über die Landesliste seiner Partei gewählt. Diaby ist der erste deutsche Bundestagsabgeordnete mit afrikanischen Wurzeln.[9] Cornelia Pieper schied aus dem Bundestag aus, da ihre Partei die Fünf-Prozent-Quote verfehlt hatte.

Bei der Bundestagswahl 2013 waren 219.667 Einwohner wahlberechtigt; die Wahlbeteiligung lag bei 65,2 %.[10]

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in %
Christoph Bergner CDU 36,3 37,7
Petra Sitte Die Linke 25,5 24,4
Karamba Diaby SPD 23,3 17,9
Sebastian Kranich Bündnis 90/Die Grünen 3,7 7,2
Dirk Domicke AfD 3,4 4,2
Cornelia Pieper FDP 2,1 3,1
Stephan Schurig PIRATEN 2,1 2,5
Rolf Dietrich NPD 1,4 1,5
Martin Bauersfeld 0,9
Dietmar Weichler FREIE WÄHLER 0,9 0,8
Frank Oettler MLPD 0,3 0,2
Sonstige 0,4

Bundestagswahl 2009Bearbeiten

Bei der Bundestagswahl 2009 waren 223.268 Einwohner wahlberechtigt; die Wahlbeteiligung lag bei 62,6 %[11] Petra Sitte gewann das Direktmandat für Die Linke. Christoph Bergner (CDU) und Cornelia Pieper (FDP) zogen über die Landeslisten ihrer Parteien ebenfalls in den Bundestag ein.

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in %
Petra Sitte Die Linke 33,7 31,7
Christoph Bergner CDU 30,9 26,9
Johannes Krause SPD 16,3 15,8
Cornelia Pieper FDP 8,6 11,6
Claudia Dalbert Bündnis 90/Die Grünen 8,1 8,7
Andrea Machleid NPD 1,8 1,6
Frank Oettler MLPD 0,7 0,4
Piraten 3,1
DVU 0,2

Bundestagswahl 2005Bearbeiten

Die Bundestagswahl 2005 hatte folgendes Ergebnis:

Direktkandidat Partei Erststimmen in % Zweitstimmen in % Bundestagswahl 2002
Zweitstimmen in %
Christel Riemann-Hanewinckel SPD 36,0 33,6 42,0
Christoph Bergner CDU 24,8 20,4 24,5
Petra Sitte Die Linke. 27,4 26,8 17,2
Cornelia Pieper FDP 4,9 9,0 8,0
Dietmar Weihrich Bündnis 90/Die Grünen 3,5 7,2 5,9
Andrea Machleid NPD 1,7 1,7 0,8
REP 0,2
Frank Oettler MLPD 0,8 0,6
Offensive D 0,1
Pro DM 0,5
Helmut Gobsch Einzelbewerber 0,9
Die Tierschutzpartei 0,9
GRAUE 0,7

Bisherige AbgeordneteBearbeiten

Direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Halle bzw. Halle-Altstadt waren:

Jahr Name Partei Erststimmen in %
2017 Christoph Bernstiel CDU 27,1
2013 Christoph Bergner CDU 36,3
2009 Petra Sitte Die Linke 33,7
2005 Christel Riemann-Hanewinckel SPD 36,0
2002 Christel Riemann-Hanewinckel SPD 39,4
1998 Christel Riemann-Hanewinckel SPD 40,7
1994 Christel Riemann-Hanewinckel SPD 33,1
1990 Uwe-Bernd Lühr FDP 34,5

GeschichteBearbeiten

Von 1990 bis 2002 umfasste der Wahlkreis 291 Halle-Altstadt die Stadt Halle (Saale) ohne das Gebiet der ehemaligen kreisfreien Stadt Halle-Neustadt, das zum Wahlkreis 292 Halle-Neustadt – Saalkreis – Köthen gehörte. Seit der Wahlkreisreform von 2002 umfasste der Wahlkreis 73 Halle die gesamte Stadt Halle. Da Sachsen-Anhalt zur Bundestagswahl 2009 einen Wahlkreis verlor und außerdem in Sachsen-Anhalt im Jahre 2007 eine größere Kreisreform stattfand, wurden die meisten Wahlkreise zur Bundestagswahl 2009 neu abgegrenzt. Zum Wahlkreis Halle kamen die Gemeinde Kabelsketal und zwei Verwaltungsgemeinschaften aus dem ehemaligen Saalkreis hinzu, die zuvor dem Bundestagswahlkreis Bernburg – Bitterfeld – Saalkreis zugeordnet waren. Zur Bundestagswahl 2013 erhielt der Wahlkreis die Nummer 72.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Amtliche Wahlkreiseinteilung 2013 (Memento des Originals vom 28. Juli 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundeswahlleiter.de
  2. DIE WELT: Wahlergebnis Halle: Das Ergebnis im Wahlkreis 72 - Bundestagswahl 2017. In: DIE WELT. 24. September 2017 (welt.de [abgerufen am 25. Januar 2018]).
  3. Bürgerentscheid zur Nutzung der Hochhausscheibe A als Verwaltungsstandort~~. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 26. Januar 2018; abgerufen am 25. Januar 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ris.halle.de
  4. mdr.de: Hochhaus Scheibe A an Immobilienfirma verkauft | MDR.DE. (mdr.de [abgerufen am 25. Januar 2018]).
  5. Meldung von 15. März 2013, abgerufen am 31. Mai 2013
  6. Ergebnisse der Vertreterversammlung der CDU (PDF; 53 kB) (Memento vom 22. Juli 2013 im Internet Archive), ohne Datum, abgerufen am 31. Mai 2013
  7. Information auf der Seite der Landes-FDP, ohne Datum, abgerufen am 31. Mai 2013
  8. Meldung vom 14. Februar 2013, abgerufen am 31. Mai 2013
  9. Chris Cotrell: A German From Senegal Vies to Break a Barrier. nytimes.com, 31. Mai 2013, abgerufen am 31. Mai 2013
  10. Amtliches Wahlkreisergebnis 2013 (Memento des Originals vom 25. September 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundeswahlleiter.de
  11. Wahlergebnis 2009