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Josef Stalin (1942)

Josef Wissarionowitsch Stalin (russisch Иосиф Виссарионович Сталин / wiss. Transliteration Iosif Vissarionovič Stalin; geboren als Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili georgisch იოსებ ბესარიონის ძე ჯუღაშვილი; russisch Иосиф Виссарионович Джугашвили/wiss. Transliteration Iosif Vissarionovič Džugašvili, anhören/? – * 6. Dezemberjul. / 18. Dezember 1878greg.[1] in Gori, Gouvernement Tiflis, Russisches Kaiserreich, heute Georgien; † 5. März 1953 in Kunzewo bei Moskau, Sowjetunion, heute Russische Föderation) war ein sowjetischer kommunistischer Politiker georgischer Herkunft und Diktator der Sowjetunion von 1927 bis 1953.[2] Den Kampfnamen Stalin, der nach verschiedenen Deutungen[3] für „der Stählerne“ steht, nahm er 1912 an.

Ab 1899 war Stalin Berufsrevolutionär im Untergrund, oft auch in der Verbannung in Sibirien und im Exil, und stieg in dieser Zeit in den Führungszirkel der Bolschewiki auf. Von 1922 bis zu seinem Tod 1953 war er Generalsekretär des ZK der KPdSU, ab 1941 Vorsitzender des Rates der Volkskommissare (Regierungschef), ab 1946 Vorsitzender des Ministerrats der UdSSR und in den Jahren 1941 bis 1945 Oberster Befehlshaber der Roten Armee.

Während seiner Regierungszeit errichtete Stalin eine totalitäre Diktatur, ließ im Rahmen politischer „Säuberungen“ mehrere Millionen vermeintliche und tatsächliche Gegner verhaften, in Schau- und Geheimprozessen zu Zwangsarbeit verurteilen oder hinrichten sowie Millionen weiterer Sowjetbürger und ganze Volksgruppen besetzter Gebiete in Gulag-Strafarbeitslager deportieren. Viele wurden dort ermordet oder kamen durch die unmenschlichen Bedingungen ums Leben.

Unter Stalins Führung wurde das Konzept des Sozialismus in einem Land zum zentralen Grundsatz der sowjetischen Gesellschaft. Stalin ersetzte die unter Lenin und Leo Trotzki im Jahr 1921 eingeführte Neue Ökonomische Politik ab 1928 durch eine stark zentralisierte Kommandowirtschaft und startete eine Phase der Industrialisierung sowie Kollektivierung in Verbindung mit einer Entkulakisierung. Dies führte zu einer rapiden Transformation der UdSSR von einer Agrar- zu einer Industriegesellschaft. Entkulakisierung und Kollektivierung der Landwirtschaft trugen insbesondere in der Ukrainischen SSR (Holodomor) an der Wolga, im Kuban-Gebiet und in anderen Teilen der Sowjetunion zu Hungersnöten bei, denen ungefähr sechs Millionen Menschen zum Opfer fielen.[4] In der Kasachischen SSR kam die erzwungene Sesshaftmachung der nomadischen Bevölkerung hinzu. Die daraus resultierende Hungerkatastrophe von 1932/33 kostete circa 1,3 bis 1,5 Millionen Menschenleben.[5]

Als wichtiger Partner zuerst des nationalsozialistischen Deutschen Reiches im Rahmen des Hitler-Stalin-Pakts und später der Alliierten hatte Stalin starken Einfluss auf den Verlauf des Zweiten Weltkrieges sowie auf die Nachkriegsgestaltung Europas. Sein Regime und seine Interpretationen des Marxismus und des Leninismus werden als Stalinismus bezeichnet.

In den Nachfolgestaaten der Sowjetunion wirkt die jahrzehntelange Glorifizierung Stalins durch einen in der sowjetischen Geschichte einzigartigen Personenkult bis heute nach. Nach Stalins Tod leitete sein Nachfolger Nikita Chruschtschow mit der Entstalinisierung eine öffentliche Abrechnung mit Stalins Person und Wirken ein, die von späteren Regierungen nicht fortgeführt und teilweise zurückgenommen wurde. Eine Umfragereihe des Lewada-Zentrums zur Einstellung russischer Einwohner zu Stalin ergab im April 2001  38 Prozent „positiv“, 12 Prozent „gleichgültig“, 6 Prozent „schwer zu beantworten“ und 43 Prozent „negativ“; im März 2016 werteten nur noch 17 Prozent „negativ“, aber 32 Prozent „gleichgültig“ und 14 Prozent „schwer zu beantworten“, während der „positiv“-Anteil mit 37 Prozent fast unverändert blieb.[6]

DONE.

Stalins Rolle im Deutsch-Sowjetischen Krieg

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In den ersten Tagen nach dem Beginn des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion war Stalin für niemanden ansprechbar und wurde seiner selbstgewählten Position als Lenker der Sowjetunion überhaupt nicht gerecht.[7] Anastas Mikojan schrieb in seinen Memoiren, dass Stalin nicht wusste, „was er dem Volk sagen sollte“.[8] Stalin war immer noch überzeugt, dass die Deutschen keinen direkten Angriff wagen würden, sondern lediglich provozieren wollten. Er meinte sogar, dass sie selbst eigene Städte zum Zweck der Provokation bombardieren würden.[9]

Nach einer am 28. Juni stattfindenden Sitzung des Volkskommissariats für Verteidigung fluchte er schließlich: „Lenin hat unseren Staat geschaffen, und wir haben ihn verschissen.“[10] Diese Äußerung war das bemerkenswerte Eingeständnis seiner verhängnisvollen politischen Fehleinschätzung Hitlers. Stalin war überzeugt gewesen, den Konflikt mit Deutschland bis in das Jahr 1942 oder 1943 verschieben zu können, und hatte dem alles andere untergeordnet.[11] Sie zeigt, dass Stalin seine Fähigkeit zur Selbstkritik nicht komplett verloren hatte, obwohl er seit über einem Jahrzehnt keine Widerworte mehr aus den Reihen seiner Untergebenen erwarten musste. Auch wird deutlich, dass er den Ernst der Lage klar erkannt hatte.

Anstelle Stalins wandte sich Außenminister Wjatscheslaw Molotow als Erster an die Bevölkerung und informierte sie über den deutschen Angriff. Ein persönliches Auftreten Stalins in den ersten Tagen der später von der sowjetischen Geschichtsschreibung in Bezugnahme auf Napoléons Russlandfeldzug als Großer Vaterländischer Krieg bezeichneten Auseinandersetzung hätte nach Lesart der Führung der WKP(B) Stalins Politik der vergangenen Jahre zu stark als irrsinnig hervorgehoben.

Erst am 3. Juli meldete sich Stalin zu Wort und hielt eine Radioansprache, der im Gegensatz zu früheren Reden jegliches Pathos fehlte.[12] Viel erstaunlicher war allerdings der Inhalt der Rede. Neben der Verschleierung der tatsächlichen militärischen Situation an der Front war vor allem die verwendete Sprache Stalins ein Novum. Statt wie gewohnt mit „Genossen“ redete Stalin seine Zuhörer mit den Worten an:

„Товарищи! Граждане! Братья и сестры! Бойцы нашей армии и флота! К вам обращаюсь я, друзья мои!“

„Genossen! Bürger! Brüder und Schwestern! Kämpfer unserer Armee und Flotte ! An Euch wende ich mich, meine Freunde!“

Radioansprache Stalins, 3. Juli 1941[13]

Angesichts des bis dahin praktizierten Personenkultes um Stalin war diese Anrede, in der die Sowjetbürger faktisch auf Augenhöhe angesprochen wurden, sehr ungewöhnlich. In den Folgemonaten veränderte sich das Bild Stalins in der sowjetischen Propaganda völlig. Stalin trat in den Hintergrund, die wichtigste sowjetische Tageszeitung Prawda veröffentlichte nur noch alte Fotos des Diktators, Reden wurden von Stalin zunächst gar nicht mehr gehalten. Anstelle der ideologisch motivierten Propaganda trat eine patriotisch orientierte Kriegskampagne. Stalin verschwand größtenteils von Plakaten, aus Filmen usw. und wurde durch die allgegenwärtige Mutter Heimat (Rodina mat) ersetzt. Die seit der Oktoberrevolution praktizierten Verfolgungen der Russisch-Orthodoxen Kirche wurden von Stalin im Juli 1941 komplett unterbunden.[14]

Die anfänglichen Niederlagen der Roten Armee waren auch zu einem großen Teil auf die „Säuberungen“ des bis dahin durchaus fähigen sowjetischen Offizierskorps zurückzuführen. Kommandeure, die Fehler gemacht oder in seinen Augen versagt hatten, ließ er degradieren, verhaften oder erschießen. Viele begingen Selbstmord. Der Kommandeur der sowjetischen Heeresgruppe Westfront, Dmitri Pawlow, und drei weitere Generäle, deren Truppen in den Anfangstagen des Krieges auch aufgrund der vorhergehenden Anweisungen Stalins von der Wehrmacht überrannt worden waren, wurden nach einem Prozess, dessen Urteil Stalin vorher festgelegt hatte, am 22. Juli 1941 wegen Pflichtversäumnis erschossen. Der ehemalige Chef der sowjetischen Luftstreitkräfte Pawel Rytschagow wurde am 24. Juni 1941 verhaftet, weil er in einer Besprechung am 9. April 1941 die sowjetischen Flugzeuge aufgrund mangelnder Flugsicherheit als “fliegende Särge” bezeichnet hatte. Stalin hatte die sowjetischen Luftstreitkräfte nach Kräften gefördert, ihr Zustand war sein persönliches Interesse.[15] Rytschagow wurde wegen seiner Stalins Wut erregenden Aussagen am 28. Oktober 1941 zusammen mit 20 weiteren Offizieren hingerichtet. Die Liste der für Stalins politisch-militärische Fehler im Sommer und Herbst 1941 in die Verantwortung genommenen Offiziere der Roten Armee ist lang. In den Jahren 1941 und 1942 wurden allein 15 Generäle der Roten Armee vom NKWD erschossen.[16]Der sowjetisch-russische Historiker Generaloberst Dimitri Wolkogonow urteilte in seiner im Jahr 1991 herausgegebenen Stalin-Biografie:

„Er, der die Hauptschuld an der [militärischen] Katastrophe [des Jahres 1941] trug, zeigte eine außerordentliche Härte gegenüber denen, die Opfer seiner Fehlkalkulationen wurden.“[17]

Stalin übernahm am 19. Juli das Amt des Volkskommissars für Verteidigung von Semjon Timoschenko und behielt es unter wechselnden Amtsbezeichnungen bis zum 3. März 1947. Stalin war der staatlich propagierte Antisemitismus des NS-Staats bekannt; die Ersetzung des Narkomindel Litwinow durch Molotow war auch wegen Litwinows jüdischer Herkunft erfolgt.[18] Nach dem deutschen Überfall unterließ Stalin es, die jüdische Bevölkerung der Sowjetunion vor der drohenden besonderen Gefahr zu warnen und ihre Evakuierung zu beschleunigen.

Stalin als militärischer Führer im Deutsch-Sowjetischen Krieg

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Zu Beginn des Großen Vaterländischen Krieges kam es immer wieder zu fatalen militärischen Fehleinschätzungen durch Stalin. Er erteilte sinnlose Durchhaltebefehle und untersagte seinen Generälen beispielsweise den Rückzug aus Kiew. Dies hatte im August und September 1941 die desaströse Niederlage in der Schlacht um Kiew zur Folge, die zum Verlust von über 700.000 Soldaten der Roten Armee führte.[19] Nach dem Schock der ersten Kriegswochen hatte sich Stalin die neue Situation eingestellt und veranlasste die Aktivierung aller greifbaren Ressourcen für die Kriegsanstrengungen. Als die deutsche Wehrmacht Mitte Oktober ihre Offensive in Richtung Moskau nach der Doppelschlacht bei Wjasma und Brjansk fortsetzte, blieben Stalin und Molotow in der Stadt, um in der aufkommenden Panik zu zeigen, dass sie den Krieg nicht verloren gaben. Am 7. November 1941 nahm Stalin in der Moskauer U-Bahn-Station Majakowskaja eine Parade einer unmittelbar danach an die Front gehenden Einheit der Roten Armee ab.

Da weder Hitler noch Stalin sich an das Kriegsvölkerrecht gebunden fühlten, wurde der Konflikt in den Worten des deutschen Historikers Baberowski zu einer “Gewaltorgie apokalyptischen Ausmaßes”.[20] Im ersten Kriegsjahr übte Stalin beispielsweise über den Politkommissar Lew Mechlis maximalen Druck auf die Führung der Roten Armee aus. Mechlis verbot im April 1942 den sowjetischen Truppen auf der Halbinsel Kertsch die Anlage von Verteidigungsstellungen um den Offensivgeist der Soldaten aufrecht zu erhalten. Im Ergebnis verlor die Rote Armee bis zum Juli 1942 die Halbinsel Krim komplett.[21] Der von Stalin initiierte Terror führte zum Einsatz von Menschenwellen gegen die angreifenden Deutschen, die dadurch entstehenden exorbitant hohen Verluste der Roten Armee interessierten weder die Generäle der Roten Armee noch etwa Stalin. (→Schlacht am Wolchow, →Schlacht von Rschew) Institutionalisiert wurde dieses Vorgehen am 16. August 1941 und am 28. Juli 1942 durch Stalins berüchtigte Befehle Nr. 270 (“Feiglinge und Deserteure müssen vernichtet werden”) und Nr. 227 (“Keinen Schritt zurück”). Als Stalin im September 1941 mitgeteilt wurde, dass die deutschen Angreifer in der Anfangsphase der Leningrader Blockade Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzten, reagierte er wie folgt:

„Mein Rat: keine Sentimentalität, sondern dem Feind und seinen freiwilligen und unfreiwilligen Helfern in die Fresse schlagen. Der Krieg ist unerbittlich und er bringt in erster Linie denjenigen die Niederlage, die Schwäche zeigen und Unentschlossenheit zulassen. [...]“[22]

In der Anfangsphase der Schlacht von Stalingrad wurde die Bevölkerung daran gehindert, die mit Flüchtlingen überfüllte Stadt zu verlassen, da Stalin der Meinung war, dass deren Verbleiben die Moral der kämpfenden Soldaten steigern würde.

Der sowjetische Sieg bei Stalingrad wurde von Stalin als welthistorischer Moment inszeniert. Nach den Niederlagen des ersten Kriegsjahrs lernte Stalin allmählich, militärisch-strategische Entscheidungen seinen Generälen zu überlassen, ohne dabei auf sein Vetorecht zu verzichten.[23] Vor dem Krieg akzeptierte Stalin lediglich Boris Schaposchnikow als Instanz in Fragen der Militärstrategie. Er unterhielt zu ihm ein besonderes Vertrauensverhältnis, nannte ihn lediglich beim Vor- und Vatersnamen und sprach mit ihm, ohne jemals die Stimme zu erheben, auch wenn er mit Schaposchnikows Meinung nicht einverstanden war. Im Laufe des Krieges erkannte Stalin, dass er von den Leistungen der ihm untergebenen Armeegeneräle abhängig war und gab ihnen in militärischen Belangen zunehmend freiere Hand. In der Planungsphase der sowjetischen Sommeroffensive des Jahres 1944 setzte der Armeegeneral Rokossowski seine Vorstellungen gegenüber Stalin durch und erwirkte eine Änderung der Planungen nach seinen Vorstellungen. Stalin beließ es dabei, die Offensive nach dem georgisch-russischen General Pjotr Iwanowitsch Bagration zu benennen.

Nach dem sowjetischen Sieg in der Schlacht bei Kursk (Sommer 1943) beschloss Stalin ein einziges Mal während des gesamten Krieges, die Front aufzusuchen. Mit einem getarnten Zug fuhr er am 2. August 1943 zur Kalininer Front, 170 km nordwestlich von Moskau. Da er weder mit Offizieren noch mit Soldaten sprach, „kann man nur annehmen, dass der einzige Zweck dieser Fahrt darin bestand, sich gegenüber Churchill und Roosevelt damit zu rühmen.“[24]

Während der Sommeroffensive von 1944 gelangte die Rote Armee bis Ende des Jahres an die Grenzen des NS-Staats. Wenige Monate später war mit der Schlacht um Berlin die Herrschaft des Nationalsozialismus beendet. Am 24. Juni 1945 nahm Stalin auf der Tribüne des Lenin-Mausoleums die Siegesparade ab, die von Marschall Schukow angeführt wurde. Nach dem Sieg über das Deutsche Reich ließ sich Stalin am 27. Juni 1945 zum Generalissimus ernennen.[25]

Während des Krieges las Stalin Bücher über Krieg und Strategie. In seiner Bibliothek besaß er die Arbeiten der führenden deutschen, französischen, russischen und sowjetischen Militärstrategen.[26] Besonders interessierten ihn Bücher über russischen Generäle Alexander Wassiljewitsch Suworow und Michail Illarionowitsch Kutusow.[27]

Die Urteile der Historiker über Stalins militärische Fähigkeiten gehen stark auseinander. Für den russischen Historiker Dmitri Wolkogonow war Stalin nicht der „geniale Militärführer“, wie ihn die sowjetische Propaganda darstellte. Er habe keine professionellen militärischen Kenntnisse gehabt, nie über „prognostische Fähigkeiten“ verfügt und die „Komplexität militärischer Operationen“ nicht begriffen.[28] Für den Historiker Evan Mawdsley war Stalin „weder ein militärisches Genie noch ein stümperhafter Dilettant“; er sei aber zweifellos ein „großer Kriegsherr“ und dazu noch ein siegreicher gewesen.[29] In einer Studie für die RAND Corporation kommt Raymond L. Garthoff zum Schluss, dass Stalins „allgemeine strategische Fähigkeiten“ „außer Diskussion“ stehen. Er nahm mit „einer unbestrittenen Autorität“ an der militärischen Planung in „beträchtlichen Maße teil“, entschied laut Garthoff aber niemals gegen den Rat seiner militärischen Berater.[30] Der damalige Militärattaché in der Französischen Botschaft in Moskau General Guillaume sah einen drastischen Kontrast zwischen den „maßvollen“ Worten Stalins und dem „heiseren Gebrüll“, mit dem Hitler seine Armeen antreiben wollte. Für ihn setzte Stalin den maßlosen Plänen Hitlers die kühle Vernunft des Dialektischen Materialismus gegenüber.[31]

Stalin und die Entwicklung der sowjetischen Atombombe bis zum August 1945

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Im März 1942 wurde die Erkenntnis der Möglichkeit zur Konstruktion einer auf Kernspaltungsprozessen basierenden Waffe erstmals durch NKWD-Chef Lawrenti Beria an Stalin herangetragen, nachdem das NKWD durch Auslandsspionage im Oktober 1941 den Stand des britischen Atombombenprojekts und insbesondere den Bericht der MAUD-Kommission erhalten hatte.[32] Einen Monat später schrieb unabhängig davon der sowjetische Kernphysiker Fljorow einen verzweifelten Brief an Stalin, um in dessen Beisein die Möglichkeit eines Kernwaffenprojekts zusammen mit weiteren sowjetischen Kernphysikern zu erörtern.[33] Obwohl der genaue Prozess von Stalins Entscheidungsfindung zum Start des sowjetischen Atombombenprojekts heute nicht mehr nachvollzogen werden kann, führten diese beiden Benachrichtigungen dazu, dass sich Stalin im Juli oder August 1942 dazu entschloss, dieses Projekt zu beginnen. Er beauftragte Molotow mit der Organisation der Details, der wiederum dem Kernphysiker Igor Kurtschatow Ende 1942 die wissenschaftliche Leitung des immer noch auf einem vergleichsweise kleinen Projekts übertrug.[34] Durch die für ihn positive Wendung der militärischen Lage ab Ende 1942 sah Stalin das Atombombenprojekt nicht als kriegsentscheidend im Kampf mit dem Dritten Reich an.[35] Dies änderte sich nicht bis zum Frühjahr 1945, als erneut durch Auslandsspionage Informationen über den aktuellen Stand des Manhattan-Projekts und insbesondere über die vermutete Zerstörungskraft einer Kernwaffe an die sowjetische Führung herangetragen wurden. Bis zum Trinity-Test und seiner kurz darauf erfolgenden Benachrichtigung darüber durch den US-Präsidenten Truman während der Potsdamer Konferenz Ende Juli 1945 war nach Einschätzung des irischen Historikers David Holloway weder Stalin noch der restlichen sowjetischen Führung die politisch-militärische Rolle, die Kernwaffen in Zukunft spielen würden, tatsächlich bewusst.[36] Als er im Beisein von Churchill von Truman über die Bombe informiert wurde, reagierte Stalin so unbeeindruckt, dass die beiden vermuteten, dass er nicht verstanden hätte, dass es sich um die Atombombe handelte.[37] Noch in Potsdam telefonierte Stalin sofort mit Kurtschatow und befahl ihm, die Arbeiten an der Bombe zu beschleunigen.[38] Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki Anfang August 1945 zeigten der sowjetischen Führung und der Weltöffentlichkeit endgültig die Zerstörungskraft der neuen Waffe.


Ab diesem Zeitpunkt wurde das Atombombenprojekt zu einer Angelegenheit höchster Priorität, der sich alle anderen Belange in der Sowjetunion unterzuordnen hatten. Der NKWD-Chef Berija wurde am 20. August 1945 mit der Leitung betraut und stellte durch die Zuweisung der Ressourcen des Gulag seine ausreichende Belieferung mit Uran aus allen Gebieten des sowjetischen Machtbereiches sicher. Stalin wies an, dass die sowjetische Kernwaffe bis zum Jahr 1950 hergestellt werden sollte.[39] Neben der Herstellung der eigentlichen Kernwaffe waren für Stalin auch die Entwicklung geeigneter Bombenflugzeuge und Raketen von herausragender Bedeutung.

Neuordnung Osteuropas durch Stalin

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Während des Kriegs veränderte sich auch der Terror. Von der Willkür des Großen Terrors der 1930er Jahre fand ein Übergang auf gezielten Terror gegen einzelne Volksgruppen der Sowjetunion statt, die verdächtigt wurden, mit den Deutschen zu paktieren. Millionen von Menschen, ganze Völker und Volksgruppen wie die Krimtataren, die Russlanddeutschen oder die Tschetschenen wurden in dieser Zeit als potenzielle Kollaborateure nach Kasachstan und Zentralasien deportiert, wo viele der Deportierten einen grausamen Tod starben. Die baltischen Staaten verloren etwa zehn Prozent ihrer Einwohner.

Auf der Teheran-Konferenz 1943 und der Konferenz von Jalta 1945 legten die drei Siegermächte – darunter Stalin – die Grenzen Europas nach der Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands fest. Daraufhin mussten mehrere Millionen Menschen in Osteuropa ihre Heimat verlassen (Vertreibung).

Josef Stalin wurde zweimal für den Friedensnobelpreis nominiert, einmal 1945 für seine Bemühungen um die Beendigung des Zweiten Weltkrieges und einmal 1948.[40]

Ehen und Familie

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Ketewan Swanidse

Stalins erste Frau Ketewan Swanidse, mit der er seit 1906 verheiratet war, starb im Jahre 1907 an Fleckfieber und enterohämorrhagischer Colitis. Sie hatte als Schneiderin für die Damen der russischen Garnison gearbeitet. Ihre Brüder hatten in Deutschland studiert. Anlässlich ihrer Beerdigung zeigte Stalin Betroffenheit, um den gemeinsamen Sohn Jakow (genannt Jascha) kümmerte er sich aber nicht.

Ab 1914 hatte Stalin eine Affäre mit dem 13-jährigen Bauernmädchen Lidia Pereprygina. Sie bekam zwei Kinder von ihm, deren erstes kurz nach der Geburt starb. Das zweite Kind wurde im April 1917 geboren und mit Stalins bürgerlichem Nachnamen als Alexander Dschughaschwili registriert.[41][42][43][44]

1919 heiratete Stalin Nadeschda Allilujewa, die 1932 vermutlich Suizid durch Erschießen beging. Mit ihr hatte er den Sohn Wassili Iossifowitsch Stalin (1921–1962), der später General wurde, und die Tochter Swetlana Iossifowna Allilujewa (1926–2011), die 1967 in die USA auswanderte, wobei sie ihre Kinder in der Sowjetunion zurückließ. Ihr Sohn Josef Allilujew, ein bekannter Kardiologe, starb 2008 im Alter von 63 Jahren in Moskau.[45]

Stalin war nicht bereit, seinen Sohn Jakow, der am 16. Juli 1941 in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten war, gegen den am 31. Januar 1943 in sowjetische Gefangenschaft geratenen deutschen Generalfeldmarschall Friedrich Paulus auszutauschen, da das sowjetische Soldatengesetz besagte, dass der sowjetische Soldat jede Gelegenheit zur Flucht nutzen müsse. Außerdem erklärte Stalin: „Man tauscht einen Soldaten nicht gegen einen General.“

Jakow Dschugaschwili kam am Abend des 14. April 1943 im Konzentrationslager Sachsenhausen zu Tode, als er in vermutlich suizidaler Absicht am elektrisch geladenen Lagerzaun hantierte. Ob er dabei vom Wachpersonal erschossen wurde[46][47] oder durch Strom starb,[48] ist ungeklärt.

Jakows Tochter Galina Dschugaschwili verstarb am 27. August 2007 im Alter von 69 Jahren in einem Moskauer Krankenhaus an Krebs. Jakows Sohn Jewgeni Dschugaschwili, ein pensionierter Oberst der Sowjetarmee, starb am 22. Dezember 2016 im Alter von 80 Jahren an akuter Herzinsuffizienz in Moskau.

Nachkriegszeit

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Stalin mit Roosevelt und Churchill (vorne sitzend, von rechts), während der Konferenz von Jalta 1945

In den Verhandlungen mit den westlichen Alliierten (Konferenzen von Jalta und Potsdam) erreichte Stalin Zugeständnisse, die den Machtantritt kommunistischer Parteien in mittel- und osteuropäischen Ländern begünstigten und so die Einflusssphäre der UdSSR weiter ausdehnten. Die von Stalin betriebene Außenpolitik führte zu einem scharfen Gegensatz zu der von den USA geführten westlichen Welt, der Kalte Krieg begann. Der Historiker Wilfried Loth vertritt die These, dass diese Politik Ausfluss eines legitimen sowjetischen Sicherheitsinteresses gewesen sei.[49] Dem widerspricht Hermann Graml, der Stalins Außenpolitik eher als ideologisch aufgeladene Version des traditionellen zaristischen Imperialismus deutet: Beide beschränkten die Objekte des jeweiligen Expansionsstrebens auf Europa und den Fernen Osten.[50]

Loth vertritt auf der Grundlage von Quellen aus ostdeutschen Archiven die These, dass Stalin versucht habe, eine Teilung Deutschlands und die Integration der Bundesrepublik in das westliche Militärbündnis zu verhindern: „Die sowjetischen Mitschriften einiger Unterredungen der SED-Führer mit dem Kremlchef zeigen einen Stalin, dem es um die Schaffung eines neutralen, keinem politischen Bündnis mit den Westmächten angehörenden Deutschlands ging.“[51] Insofern sei Stalins Angebot eines vereinten, entmilitarisierten und neutralen Deutschland, wie er es im März 1952 mit den Stalin-Noten unterbreitet habe, durchaus ernst gemeint gewesen. Die Ablehnung durch die Westmächte habe eine „Chance für die Einheit in Freiheit“ verspielt.[52] Andere Historiker sind dagegen überzeugt, dass Stalin keineswegs bereit gewesen wäre, die DDR aufzugeben: Peter Ruggenthaler dagegen sieht in Archivmaterial, das er in Moskau einsehen konnte, Belege dafür, dass es dem sowjetischen Diktator nur darum ging, die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und den Aufbau der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft zu stören: Dass er sie hätte verhindern können, habe Stalin nicht mehr geglaubt. Insofern sei die Stalin-Note nur ein „großer Bluff“ gewesen.[53]

Die Ausschaltung unabhängiger Sozialisten bzw. Kommunisten durch Schauprozesse in den von der UdSSR dominierten Ländern Osteuropas führte dort zur Alleinherrschaft stalinistischer Kräfte. 1948 kam es zum Bruch mit Marschall Tito, der einen Partisanenkampf gegen die nationalsozialistische deutsche und die faschistische italienische Besatzung im Zweiten Weltkrieg angeführt und die Föderative Volksrepublik Jugoslawien als einen von der Sowjetunion unabhängigen sozialistischen Staat etabliert hatte.

In der UdSSR und in den von ihr beherrschten ost- und mitteleuropäischen Staaten kam es erneut zu Säuberungen. Auch Geistliche, Angehörige nichtrussischer Völker und zahlreiche vermeintliche oder tatsächliche politische Gegner (Kosmopoliten, „Westler“, Zionisten) wurden inhaftiert und mitunter gefoltert; vielen Unschuldigen wurden Spionage oder „konterrevolutionäre Tätigkeit“ vorgeworfen. Im März 1949 wurde der Vorsitzende der Staatlichen Plankommission Gosplan Nikolai Wosnessenski aus dem Politbüro ausgeschlossen, im Oktober 1950 wurde er hingerichtet.

Im Zuge der Leningrader Affäre verloren circa 2000 Funktionäre der KPdSU ihre Posten. Einige der führenden Leningrader Kommunisten wurden zum Tode verurteilt. Rund 200 weitere wurden in Gulag-Lagern inhaftiert.

Am 10. März 1952 bot Josef Stalin den Westmächten (Frankreich, Großbritannien, USA) in einer Note Verhandlungen über die Wiedervereinigung und Neutralisierung Deutschlands an. Diese Note und die Erwiderungen Stalins auf die Antworten der Westmächte werden als Stalin-Noten bezeichnet und lösten eine innenpolitische Debatte in der Bundesrepublik aus. In der DDR wurden sie als Anzeichen gedeutet, die Sowjetunion sei bei außenpolitischen Kompromissen bereit, auf ihr Vorfeld in Osteuropa zu verzichten.

Zu seinem 72. Geburtstag im Jahre 1950 wurde Stalin in der DDR als Mann gewürdigt, „auf den alle friedliebenden Menschen der Welt blicken und hoffen.“[54] Derartige Formulierungen entsprachen dem damals herrschenden Personenkult um Stalin. So wurden in fast allen Sowjetrepubliken und Ostblockstaaten einige Städte nach Stalin benannt, daneben öffentliche Gebäude, Werke, Sportstätten, Straßen und anderes mehr. In den Schulen in der DDR gab es die obligatorische „Stalin-Ecke“, ein meist Altar-ähnlich gestalteter Tisch mit einem Foto Stalins, auf dem Schüler ihre Gaben der Dankbarkeit ablegten.[55] Viele dieser Ehrungen wurden erst geraume Zeit nach seinem Tod und nach der Entstalinisierung rückgängig gemacht.

Stalins Bibliothek

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Zum Zeitpunkt seines Todes umfasste Stalins Bibliothek etwa 25.000 Bücher. Das Herzstück seiner Datscha bildete ein 30 m² großer Bibliotheksraum und ein anliegendes Gebäude, aus dem das Personal ihm Bücher brachte. Auf zwei großen Schreibtischen, zu einem T geformt, stapelten sich Bücher, Manuskripte und Papiere. In seinem Arbeitszimmer im Kreml gab es an den mit Regalen gesäumten Wänden keinen Platz für Bilder. Stalin las ungefähr 300 bis 500 Seiten am Tag. Sein Lieblingsthema war Geschichte, gefolgt von marxistischer Theorie und Belletristik. Sein Lieblingsautor war Lenin. Stalin liebte und sammelte auch Karten aller Art. Donald Rayfield urteilte, dass es der häufigste Fehler von Stalins Gegnern war, zu unterschätzen, wie gut belesen er war.[56]

Am Abend des 28. Februar 1953 traf sich Stalin mit Lawrenti Beria, Georgi Malenkow, Nikolai Bulganin und Nikita Chruschtschow zum Abendessen mit begleitendem Trinkgelage auf seiner Datscha in Kunzewo. Die Unterredung, gegen deren Ende Stalin in einem langen Monolog seine Mitarbeiter heftig kritisierte, dauerte bis vier Uhr am Morgen des 1. März 1953. Nach der Verabschiedung seiner Gäste erlitt Stalin in seinem Zimmer unbemerkt einen Schlaganfall. Nachdem er am Morgen nicht erschienen war und nicht auf Klopfen an der Tür reagiert hatte, wagten es seine Mitarbeiter den ganzen Tag über nicht, sein Zimmer zu betreten, aus Angst, dass sie eines Anschlages auf den Diktator beschuldigt werden könnten. Erst um 23 Uhr wagte sich der diensthabende Mitarbeiter M. Starostin zu Stalin, den er in Pyjamahose und Unterhemd auf dem Fußboden liegend fand. Stalin war bei Bewusstsein, konnte sich aber kaum bewegen und nicht sprechen. Die Bediensteten legten ihn auf den Diwan, auf dem er das Bewusstsein verlor. Zunächst erschien Malenkow, dann um drei Uhr morgens am 2. März Beria. Dieser verbot den Leibwachen und Hausbediensteten zu telefonieren und entfernte sich mit Malenkow. Um 9 Uhr kamen Beria und Malenkow in Begleitung von Chruschtschow zurück, etwas später erschienen weitere Politbüromitglieder und Ärzte.

Einige Stunden später wurde eine Regierungsmitteilung veröffentlicht, in der mitgeteilt wurde, dass Stalin Gehirnblutungen erlitten hatte, die lebenswichtige Teile des Gehirns erfassten. Am 5. März 1953 um 21:50 Uhr verstarb Stalin im Alter von 74 Jahren.[57][58]

Einige der angesehensten und bekanntesten Mediziner der UdSSR waren in den Monaten vor seinem Tod beschuldigt worden, an einer imaginären Ärzteverschwörung beteiligt gewesen zu sein, die sich zum Ziel gesetzt habe, die oberste sowjetische Politik- und Militärführung zu vergiften. Diese Verdächtigungen standen im Mittelpunkt einer antisemitischen Kampagne, die Stalin benutzen wollte, um eine Säuberung und Umstrukturierung des Sicherheitsapparats zu legitimieren.[59] Nach Ansicht mehrerer Forscher lief die Kampagne auch auf eine Deportation der sowjetischen Juden nach Sibirien hinaus.[60] Nach Stalins Tod wurde die Kampagne abgebrochen und die Ärzte rehabilitiert. Laut Wjatscheslaw Molotows Erinnerungen, die 1991 veröffentlicht wurden, hat Beria ihm gegenüber behauptet, er habe Stalin vergiftet.[61]

Die Trauerbezeugungen unter orthodoxen Kommunisten in aller Welt waren außerordentlich. Im Gedränge während der Beisetzung Stalins auf dem Roten Platz am 9. März 1953 kamen mehr als 500 Menschen zu Tode.[62] An den Trauerfeiern in Moskau nahm aus der DDR eine Delegation mit folgenden Mitgliedern teil: Otto Grotewohl, Walter Ulbricht, Paul Scholz, Wilhelm Zaisser, Anton Ackermann, Edith Baumann, Wilhelmine Schirmer-Pröscher, Paul Sztob, Alfred Baumann, Heinz Glaser und Rudolf Appelt. Nach den Trauerzeremonien wurde Stalins Leiche ins Lenin-Mausoleum gebracht, das acht Monate lang für Besucher geschlossen blieb. Der Leichnam wurde in dieser Zeit einbalsamiert und anschließend neben Lenins Leiche in einem gläsernen Sarg aufgebahrt. Im Zuge der Entstalinisierung ließ Chruschtschow den Toten am 31. Oktober 1961 aus dem Mausoleum entfernen und in der Nekropole an der Kremlmauer beisetzen.[63]

Rezeption

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Volksrepublik China (1949)

Sowjetunion

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Stalins Grab an der Kremlmauer (1965)

Nach Stalins Tod trat ein Prozess der Entstalinisierung ein. Auf dem XX. Parteitag der KPdSU im Februar 1956 distanzierte sich Nikita Chruschtschow in der Geheimrede Über den Personenkult und seine Folgen von Stalin. Er kritisierte dabei vor allem die Verbrechen, die Stalin an anderen Kommunisten verübt hatte, und nicht das diktatoriale System als solches. Nach Stalins Tod wurden die Bedingungen in den Arbeitslagern verbessert. In der Folge kam es wenigstens formell zur Auflösung des Gulags, zur Freilassung und teilweisen Rehabilitierung politischer Häftlinge sowie 1955 zur Entlassung der verbliebenen deutschen Kriegsgefangenen. Die Zensur wurde merklich gelockert, was zu lebhaften Diskursen und neuen Impulsen führte (Tauwetter-Periode). Aber bereits mit der blutigen Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands im November 1956 machte die Moskauer Führung die Grenzen des Entstalinisierungsprozesses deutlich.

Anlässlich einer erneuten Abrechnung mit Stalin auf dem XXII. Parteitag der KPdSU im Oktober 1961 wurde seine Leiche aus dem Lenin-Mausoleum entfernt und sein Name verschwand aus der Öffentlichkeit. So erhielt Stalingrad den neuen Namen Wolgograd. Der Prozess der Entstalinisierung vollzog sich nun auch in allen anderen Ostblockstaaten. Straßen wie die Stalinallee in Ost-Berlin wurden umbenannt, sein dortiges Denkmal beseitigt. Wirtschaftlich zeichnete sich die Entstalinisierung durch eine Abkehr von der massiven Förderung der Schwerindustrie zugunsten einer Politik aus, die sich stärker am Konsumbedarf der Bevölkerung orientierte. In der Folge verbesserten sich die Lebensbedingungen der Bevölkerung. Der sowjetische Staatssozialismus verlor ohne Zwangsarbeit und erzwungen hohe Arbeitsleistungen allmählich den Anschluss an die Weltwirtschaft.

Erst unter Leonid Breschnew, der vorsichtig eine Rehabilitierung Stalins versuchte (Neostalinismus), wurde 1969 anlässlich Stalins 90. Geburtstag eine Büste an seinem Grab an der Kremlmauer angebracht. Unter Michail Gorbatschow hingegen setzte in der Sowjetunion eine grundsätzliche Kritik an Stalin ein, die weit über die Kritik in der Phase der Entstalinisierung hinausging. Gleichwohl ist in Russland während der Sowjetzeit und danach die Bezeichnung Väterchen Stalin weit verbreitet geblieben.[64]

Russland

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Jährlich werden seit 2006 in einer von Memorial organisierten Veranstaltung „Wiederkehr der Namen“ jeweils am 29. Oktober zwölf Stunden lang Namen von Opfern der Repression Stalins verlesen. Die Teilnehmer „vereint die Hoffnung, dass so die gesellschaftliche Rehabilitierung Stalins gestoppt werden kann“.[65]

Die positive Sicht auf Stalin in Russland erfuhr einen Aufschwung – bis hin zum Status als „Superstar“ (Irina Scherbakowa) – vor allem ab 2012[66] durch die Glorifizierung des großen Vaterländischen Krieges. Putin habe den Stolz der Russen auf ihr Land teilweise durch Rehabilitierung Stalins wieder hergestellt, schrieb Alexander J. Motyl schon 2009.[67] Der zelebrierte Sieg über den Nationalsozialismus hätte – jedoch nach Konstantin Kaminskij bis 2012 – nicht immer direkt mit einer Verehrung Stalins in Zusammenhang gestanden.[68] In Jakutsk in Ostsibirien[69] und zahlreichen anderen Regionen inklusive der Krim wurden ab 2013 mindestens 70 Stalin-Denkmäler neu erbaut. Zu denen, die sich positiv auf Stalin beziehen, zählen Veteranenverbände und der ehemalige Bürgermeister von Moskau Juri Luschkow. Russlands Präsident Wladimir Putin und Ministerpräsident Dmitri Medwedew verteidigen Stalins Herrschaft als historische Notwendigkeit, hatten Stalin aber vor dem Jahr 2011 auch einen Verbrecher genannt.[70] Noch 2008 hatten die Kommunisten gefordert, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche Stalin heilig spreche.[71]

2008 wurde Stalin in einer Umfrage des russischen Staatsfernsehens Rossija 1 nach der wichtigsten Figur der russischen Geschichte mit knappem Abstand, mit leichten Manipulationen gegen Stalin,[72] hinter Alexander Newski und Pjotr Stolypin auf den dritten Platz gewählt.[73] Im Jahr 2017 haben 40 Prozent der Russen Stalin absolut positiv gesehen. Die Information durch Fernsehen und Propaganda habe – nach Irina Scherbakowa – die öffentliche Meinung von den historischen Fakten losgelöst.[66] 46 Prozent äußerten sich in Umfragen im Jahr 2017 positiv zu Stalin, im Vergleich zu 28 Prozent im Jahr 2012. 79 Prozent hatten die Verbrechen des Regimes 2012 für „unentschuldbar“ gehalten, im Jahr 2017 nur noch 39 Prozent. 46 Prozent der russischen Jugendlichen hatten im Herbst 2017 noch nie etwas von politischer Repression in den 1930er und 1940er Jahren gehört.[74] Lew Gudkow interpretiert die Verklärung Stalins nicht als Zufall, sondern als gezielte Politik. Stalin sei Symbol für eine Weltmachtrolle. Sowjetsymbole wie die Nationalhymne wurden seit dem Machtantritt Wladimir Putins subtil eingesetzt, um sie politisch zu nutzen.[75] Die hohe positive Bewertung Stalins in Umfragen verstärkte sich nochmals im Jahr 2019; 70 Prozent der Russen bewerten die Rolle Stalins für das Land positiv. Ein Grund wurde im Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit gesehen, dies aufgrund des in Russland ausgeprägten Gefälles zwischen armer Land- und reicher Stadtbevölkerung.[76] Eine böse Ironie liege darin, dass das Lewada-Zentrum, das diese Umfragen durchführe, seine Berichte als „ausländischer Agent“ markieren müsse, einem absolut stalinistischen Begriff für angebliche Volksfeinde, bemerkte die Nowaja gaseta.[77]

Staaten des Warschauer Vertrags

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Bis zur Aufdeckung der Verbrechen Stalins entstanden in den verschiedenen Staaten vor allem Denkmale, aber auch zahlreiche öffentliche Einrichtungen erhielten seinen Namen, darunter auch mehrere Städte. In der DDR erhielt die bei Fürstenberg (Oder) neu gegründete Stadt den Namen Stalinstadt. In Polen hieß Katowice zeitweilig Stalinogród, in Ungarn das heutige Dunaújváros Sztálinváros, in Rumänien trug Brașov den Namen Orașul Stalin, in Bulgarien hieß Warna Stalin. Alle diese Namensänderungen wurden Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre rückgängig gemacht.

Abgewiesene Klage eines Stalin-Enkels

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Der Stalin-Enkel Jewgeni Dschugaschwili klagte gegen die russische Zeitung Nowaja gaseta, die 2009 über Stalins Massenmorde geschrieben hatte. Um „Ehre und Würde“ des Diktators wiederherzustellen, klagte der Enkel auf Unterlassung und ein Schmerzensgeld von 10 Millionen Rubel (220.000 €). Er verlor im Oktober 2009 den Prozess am Moskauer Basmanny-Gericht, das sonst eher durch Verfolgung von Regimekritikern bekannt ist. Da tausende Auftragsmorde belegt sind, dürfen die Medien darüber berichten. Der Prozess und sein Zustandekommen wurde unterschiedlich kritisiert; die Menschenrechtsorganisation Memorial nannte seinen Ausgang einen „Sieg der Vernunft“.[78]

Ehemalige Staaten der Sowjetunion

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Georgien

2013 führte die Universität von Tiflis eine Umfrage unter der Bevölkerung durch, die darauf schließen ließ, dass 45 % der Befragten positiv über Stalin dachten.[79]

Ukraine

Das Institut für Soziologie in Kiew führte eine ähnliche Umfrage in der Ukraine im Februar 2013 durch. 37 % der Ukrainer hatten demnach eine negative Meinung über Stalin und 22 % eine positive. Der Rest äußerte sich neutral. Eine positive Einstellung hatten in der Ostukraine 36 % und in der Südukraine 27 %. In der Westukraine lag die Ablehnung bei 64 % und in der Zentralukraine bei 39 %.[80] In der Altersgruppe von 18–29 hatten 16 % eine positive Einstellung zu Stalin.[80]

Im Frühjahr 2010 erklärte ein ukrainisches Gericht die durch Stalins Politik verursachte Hungersnot zwischen 1932 und 1933 zum Völkermord (Holodomor).[81][82]

Im Frühjahr 2010 wurde eine Stalinstatue in Saporischschja aufgestellt.[82] Im Dezember 2010 wurde sie durch Unbekannte in die Luft gesprengt.[83]

Im Februar 2016 wiederholte das Institut für Soziologie in Kiew die Umfrage. Demnach hätten 38 % eine negative Einstellung, 26 % eine neutrale und 17 % eine positive (19 % verweigerten die Antwort).[84]

Armenien

2012 ergab eine Umfrage in Armenien, dass 72 % nicht in einem Land leben wollten, das von jemandem wie Stalin regiert würde.[85]

Litauen
 
Die Stalin-Statue im Grutas-Park

Im Grūtas-Park in der Nähe des Kurorts Druskininkai gibt es neben vielen Skulpturen aus der Zeit der Sowjetunion auch eine Bronzestatue von Stalin. Für Opfer der Sowjet-Herrschaft symbolisieren die Statuen Angst, Deportation und den Tod von Freunden und Verwandten, sodass der Park nach Ansicht vieler Litauer das Geschehene verharmlost.[86][87][88][89][90] Der Unternehmer Viliumas Malinauskas erhielt für die Gründung des Parks 2001 den Ig-Nobelpreis in der Kategorie „Frieden“.[91]

Deutschland

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Chöre mit einem Porträtbild Stalins auf der Bühne, Leipzig, 1950

In Deutschland beziehen sich aktuell die Kleinparteien Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) und die 1990 in Ost-Berlin gegründete Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) sowie der Historiker Kurt Gossweiler (1917–2017) positiv auf Stalin. 1992 erklärte Sahra Wagenknecht, die damals die Kommunistische Plattform in der PDS vertrat, in einem Artikel für die Programmdiskussion ihrer Partei, Stalins Politik müsse „in ihrer Ausrichtung, ihren Zielen und wohl auch in ihrer Herangehensweise als prinzipientreue Fortführung der Leninschen gelten“.[92] Sie bezweifelte, dass es historisch realisierbare Alternativen dazu gegeben habe. Zudem behauptete sie, unter Stalin sei in Russland eine erfolgreiche Industrialisierung und damit die „Überwindung von Elend, Hunger, Analphabetismus, halbfeudalen Abhängigkeiten und schärfster kapitalistischer Ausbeutung“ gelungen.[93] Auf schwere öffentliche Kritik an diesen Aussagen hin erklärte sie wiederholt, sie habe damit keinesfalls Stalins Verbrechen rechtfertigen oder gar leugnen wollen. Diesbezügliche spätere Erklärungen würden in den Medien missachtet.[94] Seitens der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) werden Stalins Rolle bei der Industrialisierung und militärischen Verteidigungsfähigkeit der Sowjetunion gleichfalls gelobt, aber auch die unter seiner Amtszeit begangenen Verbrechen kritisiert. Die Partei verweist jedoch darauf, dass auch Persönlichkeiten wie Churchill und Albert Einstein die Moskauer Prozesse verteidigten.[95]

  • Gesetz des Maximalprofits, zeitweiliges Theorem des Marxismus-Leninismus, formuliert in Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR von 1952

Werkausgaben

  • Werke. 13 Bände. Dietz Verlag, Berlin 1950–1955 (Das neue Wort, Stuttgart 1951–1955). Band 13 endet mit dem 31. Januar 1934. Diese Werkausgabe wurde nach Stalins Tod nicht beendet.
  • Ausgewählte Werke in zwei Bänden. Verlag Roter Morgen, Dortmund 1979, enthält im 2. Band u. a.: Der Marxismus und die Fragen der Sprachwissenschaft, Juni/Juli 1950.
  • Werke. 16 Bände (Bände 1–15 + Bd. 17). Verlag Roter Morgen, Hamburg 1971, Dortmund 1976 bzw. 1979. Stalin-Werke. Diese Ausgabe der KPD/ML (Roter Morgen) ist der Versuch, die abgebrochene Ausgabe von 1950 ff. aus der DDR zu ergänzen. Der Band 14 geht von Februar 1934 bis zum 1. Mai 1945, der Band 15 (Roter Morgen 1971) enthält Geschichte der kommunistischen Partei der Sowjetunion, Kurzer Lehrgang von 1938 und Band 17 (Roter Morgen 1973) die Jahre 1945–1952.
  • J. W. Stalin: Werke. Verlag Olga Benario und Herbert Baum, Offenbach 2003, ISBN 3-932636-72-4.

Einzelausgaben, Textsammlungen, Briefe

  • Über Dialektischen und Historischen Materialismus. Vollständiger Text und kritischer Kommentar von Iring Fetscher. Diesterweg, Frankfurt/Berlin/Bonn 1956.
  • Die unheilige Allianz. Stalins Briefwechsel mit Churchill 1941–1945. Rowohlt, Reinbek 1964.
  • Fragen des Leninismus. Oberbaumverlag, Berlin 1971.
  • Der Marxismus und die nationale und koloniale Frage. Verlag Rote Fahne, Köln 1976, ISBN 3-8106-0013-X.
  • Über den großen Oktober. Verlag Rote Fahne, Köln 1977, ISBN 3-8106-0059-8.
  • Über die Opposition (1921–1927). Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1979.
  • Über den Großen Vaterländischen Krieg der Sowjetunion. Dritte Ausgabe: Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau 1946.
  • Über den Kampf um den Frieden: eine Sammlung ausgewählter Aufsätze und Reden. Dietz Verlag Berlin 1954 (Bücherei des Marxismus-Leninismus, Band 43).
  • Zu den Fragen des Leninismus. Eine Auswahl. Fischer-Bücherei, Frankfurt/Hamburg 1970.
  • Schriften zur Ideologie der Bürokratisierung. Rowohlt, Reinbek 1970, ISBN 3-499-45258-8.
  • Stalin. Briefe an Molotow. 1925–1936. Siedler, Berlin 1996, ISBN 3-88680-558-1.
  • David Reynolds, Vladimir Pechatnov (Hrsg.): The Kremlin Letters: Stalin’s Wartime Correspondence with Churchill and Roosevelt. Yale University Press, New Haven 2018, ISBN 978-0-300-22682-9.

Literatur

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In der Datenbank RussGUS werden weit über 1000 Publikationen mit Bezug auf Stalin nachgewiesen. Rezensionen zu neuer wissenschaftlicher Literatur finden sich bei Neuerscheinungen zu Stalin. In: sehepunkte, 6, 2006, Nr. 10.

Filme und Ausstellungen

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Filme
Ausstellung
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Commons: Josef Stalin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

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Einzelnachweise

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  1. Iossif Dschugaschwili wird in den Aufzeichnungen der Uspenski-Kirche in Gori als am 6. Dezember 1878 geboren aufgeführt. Dieses Datum wird auch in seinem Schulzeugnis, seiner umfassenden zaristischen Polizeikarteikarte und allen anderen erhaltenen Dokumenten der vorrevolutionären Ära genannt. Stalin selbst gab noch 1920 handschriftlich den 18. Dezember 1878 als Geburtsdatum an. Nachdem er die Macht im Jahre 1922 übernommen hatte, änderte sich das Datum ohne Erklärung zum 21. Dezember (alter Kalender: 9. Dezember) 1879; dieses war das fortan in der Sowjetunion verwendete und gefeierte Datum.
  2. Bernd Marquardt: Universalgeschichte des Staates. LIT Verlag, Wien 2009, S. 500; Ute Becker: Die Chronik. Geschichte des 20. Jahrhunderts bis heute. Wissen Media Verlag, München 2006, S. 125.
  3. Josef Stalin. Tabellarischer Lebenslauf im LeMO (DHM und HdG) Igal Halfin: Terror in My Soul: Communist Autobiographies on Trial. Harvard University Press, 2003, ISBN 0-674-01032-9, S. 15 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Nicolas Wert: Ein Staat gegen sein Volk. In: Stéphane Courtois u. a. (Hrsg.): Das Schwarzbuch des Kommunismus. 4. Auflage. München 1998, S. 178–188.
  5. Simon Ertz: The Kazakh Catastrophe and Stalin’s Order of Priorities, 1929–1933: Evidence from the Soviet Secret Archives, in: Stanford’s Student Journal of Russian, East European, and Eurasian Studies, Volume 1, Spring 2005, S. 1–14 (Memento vom 3. September 2006 im Internet Archive), hier S. 1. Andere Stellen sprechen von 1,5 bis 1,7 Millionen Todesopfern sowie bis zu 42 % der Bevölkerung, die dem Hunger zum Opfer fielen. Siehe Boris Barth: Genozid. Völkermord im 20. Jahrhundert. Geschichte, Theorien, Kontroversen. Beck, München 2006, (Beck'sche Reihe, Bd. 1672), S. 143, ISBN 3-406-52865-1.
  6. ФИГУРА СТАЛИНА В ОБЩЕСТВЕННОМ МНЕНИИ РОССИИ. In: Lewada-Zentrum. 25. März 2016, abgerufen am 14. Januar 2017 (russisch).
  7. Jörg Baberowski: Verbrannte Erde - Stalins Herrschaft der Gewalt. Verlag C. H. Beck München 2012, ISBN 978-3-406-63254-9, S. 417
  8. Anastas I. Mikojan: Tak bylo. Moskau 1999, S. 389.
  9. Richard Overy: Russlands Krieg 1941–1945. Reinbek 2003, S. 126.
  10. Zitiert nach Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2008, S. 309.
  11. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2008, S. 373.
  12. Isaac Deutscher: Stalin. Eine politische Biographie. Reinbek 1992, S. 590.
  13. Radioansprache des Vorsitzenden des Staatlichen Verteidigungskomitees J. V. Stalin, 3. Juli 1941. 1000dokumente.de (abgerufen am 22. April 2023)
  14. Jörg Baberowski: Verbrannte Erde - Stalins Herrschaft der Gewalt. Verlag C. H. Beck München 2012, ISBN 978-3-406-63254-9, S. 419
  15. Mawdsley: Josef Stalin. In: Förster: Kriegsherren der Weltgeschichte. S. 327.
  16. Jörg Baberowski: Verbrannte Erde - Stalins Herrschaft der Gewalt. Verlag C. H. Beck München 2012, ISBN 978-3-406-63254-9, S. 425
  17. Dimitri Wolkogonow: Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt. Econ-Taschenbuch-Verlag, Düsseldorf/Wien 1993, S. 572–580, das Zitat S. 578.
  18. Sergej Slutsch: Stalin und Hitler 1933-1941: Kalküle und Fehlkalkulationen des Kreml, S. 81
  19. David M. Glantz: Barbarossa - Hitler's Invasion of Russia, 1941, The History Press Ltd. 2001, ISBN 978-0-7524-1979-4, S. 132
  20. Jörg Baberowski: Verbrannte Erde - Stalins Herrschaft der Gewalt. Verlag C. H. Beck München 2012, ISBN 978-3-406-63254-9, S. 422
  21. Jörg Baberowski: Verbrannte Erde - Stalins Herrschaft der Gewalt. Verlag C. H. Beck München 2012, ISBN 978-3-406-63254-9, S. 423
  22. Jörg Baberowski: Verbrannte Erde - Stalins Herrschaft der Gewalt. Verlag C. H. Beck München 2012, ISBN 978-3-406-63254-9, S. 447
  23. Helmut Altrichter: Stalin - Der Herr des Terrors., Verlag C. H. Beck, München 2018, ISBN 978-3-406-71982-0, S. 262–264
  24. A. Beevor: Der Zweite Weltkrieg. München 2014, S. 554.
  25. David R. Marples, Alla Hurska: Joseph Stalin. A Reference Guide to His Life and Works. Rowman & Littlefield, Lanham 2022, ISBN 978-1-5381-3360-6, S. XXIII.
  26. Geoffrey Roberts: Stalin's Library. A Dictator and his Books. Yale University Press 2022, S. 9.
  27. Dmitri Antonowitsch Wolkogonow: Stalin. Triumph und Tragödie. Düsseldorf 1993, S. 630 f. Nach Bericht des französischen Militärattachés in Moskau General A. Guillaume hat Stalin bereits 1932 an Schaposchnikows Lehrgängen für Strategie teilgenommen. A. Guillaume: Warum siegte die Rote Armee. Baden-Baden 1949, S. 165.
  28. Dmitri Antonowitsch Wolkogonow: Stalin. Triumph und Tragödie. Düsseldorf 1993, S. 611.
  29. Evan Mawdsley: Josef Stalin. In: Stig Förster, Markus Pöhlmann, Dierk Walter (Hrsg.): Kriegsherren der Weltgeschichte. München 2006, S. 324 ff.
  30. Raymond L. Garthoff: Die Sowjetarmee. Wesen und Lehre. Köln 1955. S. 220 ff.
  31. A. Guillaume: Warum siegte die Rote Armee. Baden-Baden 1949, S. 154 ff.
  32. Holloway: Stalin and the Bomb. The Soviet Union and Atomic Energy, 1939–1956. Yale University Press, New Haven/London 1994, ISBN 978-0-300-06664-7, S.84
  33. Holloway: Stalin and the Bomb. The Soviet Union and Atomic Energy, 1939–1956. Yale University Press, New Haven/London 1994, ISBN 978-0-300-06664-7, S.78
  34. Holloway: Stalin and the Bomb. The Soviet Union and Atomic Energy, 1939–1956. Yale University Press, New Haven/London 1994, ISBN 978-0-300-06664-7, S.87
  35. Holloway: Stalin and the Bomb. The Soviet Union and Atomic Energy, 1939–1956. Yale University Press, New Haven/London 1994, ISBN 978-0-300-06664-7, S.90
  36. Holloway: Stalin and the Bomb. The Soviet Union and Atomic Energy, 1939–1956. Yale University Press, New Haven/London 1994, ISBN 978-0-300-06664-7, S.115
  37. Holloway: Stalin and the Bomb. The Soviet Union and Atomic Energy, 1939–1956. Yale University Press, New Haven/London 1994, ISBN 978-0-300-06664-7, S.117-118
  38. Holloway: Stalin and the Bomb. The Soviet Union and Atomic Energy, 1939–1956. Yale University Press, New Haven/London 1994, ISBN 978-0-300-06664-7, S.122
  39. Holloway: Stalin and the Bomb. The Soviet Union and Atomic Energy, 1939–1956. Yale University Press, New Haven/London 1994, ISBN 978-0-300-06664-7, S.129
  40. The Nomination Database for the Nobel Peace Prize, 1901–1956.
  41. Oleg V. Khlevniuk: Stalin: new biography of a dictator. Yale University Press, London 2015, ISBN 978-0-300-16388-9, S. 30.
  42. Stephen Kotkin: Stalin. Paradoxes of Power, 1878–1928. Allen Lane, London 2014, ISBN 978-0-7139-9944-0, S. 155.
  43. Simon Sebag Montefiore: Young Stalin. Weidenfeld & Nicolson, London 2007, ISBN 978-0-297-85068-7, S. 282–293.
  44. Robert Service: Stalin: a biography. Macmillan, London 2004, ISBN 0-333-72627-8, S. 107.
  45. Stalins Enkel in Moskau gestorben. In: Märkische Oderzeitung, 3. November 2008, S. 4.
  46. Historical Notes: The Death of Stalin’s Son. In: Time Magazine, 1. März 1968 (englisch).
  47. Schieß doch. In: Der Spiegel. Nr. 9, 1969, S. 74–75 (online).
  48. Thomas Cushing: Stalins Sohn fühlte sich verstoßen. In: Der Spiegel. Nr. 13, 1968, S. 92–95 (online).
  49. Wilfried Loth: Die Teilung der Welt. Geschichte des Kalten Krieges 1941–1955. dtv, München 1980, referiert nach Hermann Graml: Die Alliierten und die Teilung Deutschlands. Konflikte und Entscheidungen 1941–1948 Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-596-24310-6, S. 69.
  50. Hermann Graml: Die Alliierten und die Teilung Deutschlands. Konflikte und Entscheidungen 1941–1948 Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1985, S. 79.
  51. Wilfried Loth: Die Sowjetunion und die deutsche Frage. Vandenhoeck & Ruprecht 2007, S. 75–76.
  52. Wilfried Loth: Stalins ungeliebtes Kind. Warum Moskau die DDR nicht wollte. Rowohlt, Berlin 1994, ISBN 3-87134-085-5, S. 177–184.
  53. Peter Ruggenthaler: Stalins großer Bluff. Die Geschichte der Stalin-Note in Dokumenten der sowjetischen Führung. Oldenbourg, München 2007, ISBN 978-3-486-58398-4, S. 43 f. u.ö.
  54. J. W. Stalin – 72 Jahre. In: Kraftfahrzeugtechnik 12/1951, S. 273.
  55. Stefan Trinks: Der Diktator röhrt im Zoo. Opfergaben für den Altar des großen Führers: Eine Ausstellung in Hohenschönhausen beleuchtet den Stalin-Kult in Deutschland. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. Februar 2018, S. 12.
  56. Geoffrey Roberts: Stalin's Library. A Dictator and his Books. Yale University Press, 2022, S. 1, 2, 71, 72, 77, 91.
  57. Der seltsame Tod des Josef Stalin. In: Zeitblende. SRF, 24. Februar 2018.
  58. Aussage bei Dmitri Wolkogonow: Autopsy for an Empire. The Seven Leaders Who Built the Soviet Regime. Englische Übersetzung des russischen Originals; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  59. Matthias Vetter: Verschwörung der Kremlärzte. In: Wolfgang Benz (Hrsg.) Handbuch des Antisemitismus, Bd. 4: Ereignisse, Dekrete, Kontroversen. de Gruyter Saur, Berlin/New York 2011, ISBN 978-3-598-24076-8, S. 417; David R. Shearer und Vladimir Khaustov: Stalin and the Lubianka. A Documentary History of the Political Police and Security Organs in the Soviet Union, 1922–1953. Yale University Press, New Haven/London 2014, ISBN 978-0-300-21071-2, S. 307 (beides abgerufen über De Gruyter Online).
  60. Edvard Radzinsky: Stalin. The First In-depth Biography Based on Explosive New Documents from Russia's Secret Archives. Doubleday, New York 1996, S. 560 mit weiteren Belegen; Timothy Snyder: Bloodlands: Europa zwischen Hitler und Stalin. C.H. Beck, München 2011, S. 370.
  61. Felix Tschujew: Сто сорок бесед с Молотовым. Terra, Moskau 1991, ISBN 5-85255-042-6. Übersetzung ins Englische: Felix Chuev: Molotov Remembers: Inside Kremlin Politics. Herausgegeben von Albert Resis. Ivan R. Dee, Chicago 1993, ISBN 1-56663-027-4.
  62. Maximilien Rubel: Josef W. Stalin, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1975, S. 124.
  63. Fotos von Stalins Grab an der Kremlmauer. In: knerger.de, abgerufen am 21. Dezember 2022.
  64. Ludmila Lutz-Auras: Auf Stalin, Sieg und Vaterland! Politisierung der kollektiven Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Russland. Dissertation, Universität Rostock. Springer VS, Wiesbaden 2012, S. 128.
  65. Moskau: Namen der Stalin-Opfer werden öffentlich verlesen, RBTH, 1. November 2016
  66. a b The October Revolution 100 years on: 'Russia hasn't dealt with the past', dw, 24. Oktober 2017
  67. Alexander J. Motyl: Russland: Volk, Staat und Führer: Elemente eines faschistischen Systems, Osteuropa Vol. 59, No. 1, Am Rad drehen: Energie, Geschichte, Ideologie (Jan. 2009), S. 119
  68. Konstantin Kaminskij: / Stalin 2.0. Stalin-Kult in den russischen Medien des 21. Jahrhunderts. In: Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte 16 (2012), S. 165–188.
  69. Russland: Neues Stalin-Denkmal in Sibirien enthüllt. In: Spiegel Online. 8. Mai 2013, abgerufen am 9. Juni 2018.
  70. Stefan Creuzberger: Stalinismus und Erinnerungskultur. In: Bundeszentrale für politische Bildung: Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 49–50/2011, 30. November 2011.
  71. KP fordert heiligen Stalin, ntv, 21. Juli 2008, was entschieden abgelehnt wurde.
  72. Johannes Voswinkel: Stalin für alle. In: Die Zeit. 3. Mai 2010, abgerufen am 17. Februar 2015.
  73. Stalin zum drittgrößten Russen aller Zeiten gewählt. In: Spiegel Online. 28. Dezember 2008, abgerufen am 17. Februar 2015.
  74. Смейся, палач! (deutsch: „Lachen, Henker!“), Nowaja gaseta, 5. März 2018.
  75. Wieso es in Russland wieder salonfähig ist, Stalin zu verehren. In: NZZ, 24. Oktober 2017: Putin äußerte sich 2009 über Stalin in dem Sinne, dass er die Repression jener Zeit verurteilte, aber dem Diktator zugleich die Absolution erteilte: „Was man auch immer sagen mag – der Sieg wurde erreicht. Niemand kann heute einen Stein auf jene werfen, die das Land zu diesem Sieg führten.“
  76. Stalin statt Gerechtigkeit, Nowaja gaseta, 18. April 2019.
  77. Die Rückkehr des Führers. Nowaja gaseta, 23. Juni 2021.
  78. Manfred Quiring: Stalin-Enkel scheitert mit Unterlassungsklage. In: Die Welt. 14. Oktober 2009, abgerufen am 17. Februar 2015.
  79. Georgia divided over Stalin ‘local hero’ status in Gori”. BBC News. March 5, 2013.
  80. a b Ставлення населення України до постаті Йосипа Сталіна Attitude population Ukraine to the figure of Joseph Stalin, Kyiv International Institute of Sociology (1. März 2013) (ukrainisch)
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  88. Georges Hausemeier: Schöne Grüße von Väterchen Stalin: Der Geschichtepark von Grutas in Litauen, in: FAZ, 25. Februar 2010
  89. http://www.planet-wissen.de/kultur/baltische_staaten/litauen/pwiediesowjetischevergangenheit100.html
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  91. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 26. Januar 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.improbable.com
  92. Sahra Wagenknecht: Marxismus und Opportunismus – Kämpfe in der Sozialistischen Bewegung gestern und heute. (Weißenseer Blätter, 4/1992, S. 12–26).
  93. Christoph Jünke: Der lange Schatten des Stalinismus: Sozialismus und Demokratie gestern und heute. ISP, 2007, ISBN 978-3-89900-126-6, S. 113.
  94. Hans-Dieter Schütt (Hrsg.): Zu jung, um wahr zu sein: Gespräche mit Sahra Wagenknecht. Dietz, Berlin 1995, ISBN 3-320-01874-4, S. 40.
  95. Robert Steigerwald: Kein negativer, kein positiver Stalin-Kult. Artikel in der UZ, 2013. (news.dkp.suhail.uberspace.de), abgerufen am 27. Dezember 2020