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Bajtkowo (deutsch Baitkowen, 1938–1945 Baitenberg) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, das zur Gmina Ełk (Landgemeinde Lyck) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck) gehört.

Bajtkowo
Bajtkowo führt kein Wappen
Bajtkowo (Polen)
Bajtkowo
Bajtkowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Ełk
Gmina: Ełk
Geographische Lage: 53° 45′ N, 22° 16′ OKoordinaten: 53° 44′ 30″ N, 22° 15′ 36″ O
Einwohner: 115 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 19-321[2]
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: NEL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 667: Nowa Wieś Ełcka/DK 65DrygałyBiała Piska/DK 58
Ruska Wieś/DK 16Mostołty → Bajtkowo
Schienenweg: PKP-Linie 219: Olsztyn–Ełk
Nächster int. Flughafen: Danzig



Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Bajtkowo liegt am Südufer des Großen Baitkowen-Sees (1938–1945 Großer Baitenberg-See, polnisch Jezioro Bajtkowskie) im südlichen Osten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, elf Kilometer südwestlich der Kreisstadt Ełk (Lyck).

GeschichteBearbeiten

Die Gründung des seinerzeit Baykau, nach 1495 Baytken, nach 1818 Baidtkowen und bis 1938 Baitkowen genannten Dorfes[3] erfolgte im Jahre 1493, als Ordenhochmeister Johann von Tiefen dem Paul Grabowski 40 Hufen für geleistete Kriegsdiensthilfe übertrug.[4] Im Ort bestand ein großes Gut. Am 27. Mai 1874 wurde Baitkowen Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk,[5] der – am 15. November 1938 in „Amtsbezirk Baitenberg“ umbenannt – bis 1945 bestand und zum Kreis Lyck im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905 Regierungsbezirk Allenstein) der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Jahr 1910 verzeichnete Baitkowen als Gutsbezirk 225 Einwohner.[6]

Am 30. September 1928 erfolgte die Umwandlung des Gutsbezirks Baitkowen in eine Landgemeinde. Die Einwohnerzahl war bis 1933 auf 244 gestiegen und belief sich 1939 – das Dorf war am 3. Juni 1938 in „Baitenberg“ umbenannt worden – auf nur noch 209.[7]

In Kriegsfolge kam das Dorf 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und erhielt die polnische Namensform „Bajtkowo“. Heute ist der Ort Sitz eines Schulzenamts (polnisch Sołectwo) und damit eine Ortschaft im Verbund der Gmina Ełk (Landgemeinde Lyck) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck), vor 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seitdem der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Amtsbezirk Baitkowen/Baitenberg (1874–1945)Bearbeiten

Zum Amtsbezirk Baitkowen (ab 1938: Amtsbezirk Baitenberg) gehörten bei seiner Errichtung 15 Dörfer. Am Ende waren es aufgrund struktureller Veränderungen noch zwölf:[5]

Name Änderungsname
1938 bis 1945
Polnischer Name Bemerkungen
Baitkowen Baitenberg Bajtkowo
Biallojohann (ab 1935:)
Weißhagen
Białojany
Bzdziellen zwischen 1888 und 1898 nach Mostolten eingemeindet
Cziernien (ab 1929:)
Dorntal
Ciernie
Karbowsken Siegersfeld Karbowskie
Mostolten Mostołty
Niekrassen Krassau Niekrasy
Romanken Maihof (Ostpr.) Romanki
Rostken
(Kirchspiel Baitkowen)
Waiblingen (Ostpr.) Rostki Bajtkowskie
Rymken Riemken Rymki 1928 nach Sdeden eingemeindet
Schnepien Schnippen Śniepie
Sdeden Stettenbach Zdedy
Sutzken (ab 1934:)
Morgengrund
Suczki
Talken Talki
Tratzen Trabenau Tracze 1928 nach Karbowsken eingemeindet

Am 1. Januar 1945 bildeten den Amtsbezirk Baitenberg die Orte: Baitenberg, Dorntal, Krassau, Maihof, Morgengrund, Mostolten, Schnippen, Siegersfeld, Stettenbach, Talken, Waiblingen und Weißhagen.

ReligionenBearbeiten

 
Kirche in Bajtkowo von Südosten

KirchengebäudeBearbeiten

Die Baitkowener Kirche wurde im Jahre 1895 eingeweiht.[8] Es handelt sich um ein neugotisches Bauwerk mit Ostapsis und Sakristeigebäude. Bis 1945 war sie Pfarrkirche des evangelischen Kirchspiels Baitkowen. Heute ist sie gottesdienstliches Zentrum der römisch-katholischen Pfarrei Bajtkowo und trägt den Namen Kościół Matki Bożej Różańcowej (deutsch Kirche der Mutter Gottes Rosenkranz).[9]

KirchengemeindeBearbeiten

EvangelischBearbeiten

Baitkowen war ab 1891 ein evangelisches Kirchdorf.[8] Das Kirchspiel zählte im Jahr 1925 insgesamt 2770 Gemeindeglieder, die in mehr als zwanzig Dörfern, Orten und Wohnplätzen lebten.[10] Die Pfarrei gehörte zum Kirchenkreis Lyck in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union.

Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung ließen nach 1945 die Kirchengemeinde ersterben. Die heute in Bajtkowo lebenden wenigen evangelischen Kirchenglieder gehören zur Kirchengemeinde in Ełk, einer Filialgemeinde der Pfarrei in Pisz (deutsch Johannisburg) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Römisch-katholischBearbeiten

Die vor 1945 in Baitkowen lebenden Katholiken waren in die Kirche St. Adalbert im Bistum Ermland eingepfarrt.[11] Aufgrund der Neuansiedlung polnischer Bürger besonders aus Ostpolen gelang es, in Bajtkowo eine katholische Gemeinde zu gründen, die ab 1946 das bisher evangelische Gotteshaus als ihre Kirche nutzte. Seit 1970 besteht hier eine eigene römisch-katholische Pfarrei[9] innerhalb des Dekanats Ełk – Matki Bożej Fatimskiej im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen.

VerkehrBearbeiten

 
Bahnstation Bajtkowo

Bajtkowo liegt verkehrsgünstig an der Woiwodschaftsstraße 667, die die beiden Regionen Ełk (Lyck) und Pisz (Johannisburg) miteinander verbindet.

Bajtkowo ist Bahnstation an der Bahnstrecke Olsztyn–Ełk (deutsch Allenstein–Lyck), die als Linie 219 von der Polnischen Staatsbahn (PKP) befahren wird.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bajtkowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku, 31. März 2011, abgerufen am 21. April 2019 (polnisch).
  2. Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2013, S. 11
  3. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Baitenberg
  4. Ruska Wieś – Reuschendorf, Bajtkowo – Baitkowen/Baitenberg
  5. a b Rolf Jehke: Amtsbezirk Baitkowen/Baitenberg
  6. Uli Schubert: Gemeindeverzeichnis, Landkreis Lyck
  7. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Lyck. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. a b Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen. Göttingen 1968, S. 123.
  9. a b Parafia Bajtkowo
  10. Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente. Göttingen 1968, S. 493.
  11. Baitkowen