Bahnhof Gelsenkirchen-Buer Nord

Bahnhof in Deutschland

Gelsenkirchen-Buer Nord ist ein Trennungsbahnhof in Gelsenkirchen-Buer. Er befindet sich am Abzweig der VzG-Strecke 2252 (Gelsenkirchen-Buer Nord – Marl Lippe) von der VzG-Strecke 2250 (Oberhausen-Osterfeld – Hamm [Westf] Rbf). Von 1905 bis 1998 diente die Betriebsstelle außerdem als Personenbahnhof; mit der Umstellung der hier verkehrenden Linie auf S-Bahn-Betrieb wurde die Zugangsstelle geschlossen und der verkehrstechnisch günstiger gelegene Haltepunkt Gelsenkirchen-Buer Nord Hp in Betrieb genommen. Dieser befindet sich östlich des ursprünglichen Bahnhofs auf dem Streckengleis nach Marl Lippe.

Gelsenkirchen-Buer Nord
Ehemaliges Empfangsgebäude, 2014
Ehemaliges Empfangsgebäude, 2014
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise (3)
Abkürzung EGBN
IBNR 8002224
Eröffnung 01. Mai 1905
Auflassung 24. Mai 1998 (Personenverkehr)
Lage
Stadt/Gemeinde Gelsenkirchen
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 35′ 4″ N, 7° 2′ 30″ OKoordinaten: 51° 35′ 4″ N, 7° 2′ 30″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

Lage und AufbauBearbeiten

 
Überführung der Gleise über die Königswiese, der linke Überbau war für die zweigleisige Ausfädelung nach Marl vorgesehen, 2014

Der Bahnhof befindet sich im Norden von Gelsenkirchen-Buer am Kilometer 17,6 der Hamm-Osterfelder Bahn. Die umgangssprachlich als V9 bezeichnete Strecke nach Marl Lippe fädelt am östlichen Bahnhofskopf aus dieser aus. Der Bahnhof verfügt über drei Hauptgleise, davon zwei durchgehende Hauptgleise. Das dritte Gleis wird als Abstellgleis vermietet.[1] Das Empfangsgebäude steht südlich der Gleise mit Ausgang zur Straße Zum Alten Bahnhof. Es wird seit 2013 von einem Stoffhändler genutzt.[2]

Westlich des Bahnhofs fädelt die V9 von der Hamm-Osterfelder Bahn aus. Der Haltepunkt der S-Bahn befindet sich an der V9 kurz hinter dem Einfahrsignal 48 G in Höhe der Straße Königswiese. Diese wird auf einer Brücke überquert und nördlich der Station als Polsumer Straße bezeichnet. Sie ist die direkte Verbindung von Buer in den Stadtteil Hassel, nach Polsum und Wulfen. Der Haltepunkt verfügt über einen einfachen Seitenbahnsteig und ist über einen Treppenaufgang sowie mit einer Aufzuganlage zu erreichen. Die Fläche zwischen Königswiese/Polsumer Straße und der Bahnstrecke dient als Park&Ride-Parkplatz.

Die Bahnstrecke nach Marl ist in Buer eingleisig angelegt, baulich aber für das zweite Streckengleis vorbereitet. Dieses würde östlich des Haltepunkts aus Richtung Marl zunächst die Hamm-Osterfelder Bahn unterqueren und anschließend parallel zu dieser verlaufen, so dass eine niveaufreie Trennung beider Strecken ohne Kreuzung des Gegengleises ermöglicht würde. Die Überführung dieses vierten Gleises über die Königswiese ist als Bauvorleistung erbracht. Der vorhandene Gleistrog diente einige Zeit als Ausziehgleis des Bahnhofs Buer Nord.

GeschichteBearbeiten

Gelsenkirchen-Buer Nord Hp
Bahnsteig, 2014
Daten
Betriebsstellenart Haltepunkt
Bahnsteiggleise 1
Abkürzung EGBU
IBNR 8002224
Preisklasse 6
Eröffnung 24. Mai 1998
Profil auf Bahnhof.de Gelsenkirchen-Buer_Nord
Lage
Stadt/Gemeinde Gelsenkirchen
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 35′ 14″ N, 7° 3′ 3″ O
Höhe (SO) 64 m ü. NHN
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

Der Bahnhof Buer Nord (nach 1949: Gelsenkirchen-Buer Nord) wurde zusammen mit der Hamm-Osterfelder Bahn am 1. Mai 1905 eröffnet.[3] Die hier abzweigende Strecke über Marl in Richtung Haltern am See ging am 27. September 1968 in Betrieb.[4] Die Deutsche Bundesbahn gab den durchgehenden Personenverkehr in Richtung Hamm zum Sommerfahrplan 1983 auf.[5] Die verbliebene Relation Haltern–Marl–Buer und weiter in Richtung Gladbeck und Bottrop blieb bestehen und wurde zum 24. Mai 1998 in das Netz der S-Bahn Rhein-Ruhr als Linie S9 einbezogen.[6] Um einen günstigeren Umstieg zu den übrigen öffentlichen Verkehrsmitteln zu ermöglichen, wurde der Personenhalt mit der Umstellung zur Straße Königswiese verlegt.[7] Der bisherige Bahnhof blieb als Betriebsstelle erhalten.

BedienungBearbeiten

SchienenverkehrBearbeiten

Der Haltepunkt wird stündlich von der Linie S9 der S-Bahn Rhein-Ruhr bedient. Es bestehen direkte Verbindungen nach Haltern am See, Marl, Gladbeck, Bottrop, Essen, Velbert und Wuppertal.

Linie Verlauf Takt
S 9 Haltern am See   Marl-Hamm Marl Mitte – GE-Hassel GE-Buer Nord Gladbeck West   Bottrop-Boy Bottrop Hbf   E-Dellwig Ost E-Gerschede E-Borbeck E-Borbeck Süd Essen West Essen Hbf     E-Steele E-Überruhr E-Holthausen E-Kupferdreh Velbert-Nierenhof Velbert-Langenberg Velbert-Neviges Velbert-Rosenhügel Wülfrath-Aprath W-Vohwinkel   W-Sonnborn W-Zoologischer Garten W-Steinbeck Wuppertal Hbf   60 min

Busse und StraßenbahnenBearbeiten

Die Bushaltestelle Gelsenkirchen-Buer Nord (S) wird von drei Tages- und einer Nachtbuslinie der Vestischen Straßenbahnen angefahren; hinzu kommt die Schnellbuslinie SB28 des Busverkehrs Rheinland, welche Buer mit Dorsten und Schermbeck verbindet (in Schermbeck besteht direkter Anschluss nach Wesel). Die Linien 212, 222, 243 und 244 sowie die Nachtbuslinie NE9 der Vestischen Straßenbahnen stellen die Anschlüsse in die benachbarten Ortsteile Resse und Hassel sowie nach Recklinghausen, Herten, Marl her. Über die weiter südlich gelegene Haltestelle Königswiese besteht ferner Anschluss zu weiteren Buslinien der Vestischen Straßenbahnen in Richtung Gladbeck.

Linie Verlauf
SB 28 Dorsten ZOB – Gelsenkirchen-Hassel – Gelsenkirchen-Buer Nord   – Gelsenkirchen-Buer Rathaus
Weiterfahrt in Dorsten ZOB als Linie SB18 nach Schermbeck
212 Herten Mitte – Westerholt – Gelsenkirchen-Hassel   – Gelsenkirchen-Buer Nord   – Gelsenkirchen-Buer Rathaus
222 Marl-Sinsen – Marl Mitte   – Polsum Ehrenmal – GE-Hassel – Gelsenkirchen-Buer Nord   – Gelsenkirchen-Buer Rathaus
244 Gelsenkirchen-Hassel Friedhof – Gelsenkirchen-Buer Nord   – Buer Rathaus – Gelsenkirchen-Resse Cäcilienhof
NE 9 Gelsenkirchen-Buer Rathaus – Gelsenkirchen-Buer Nord   – Herten-Westerholt – Herten Mitte

Der (alte) Bahnhof verfügte darüber hinaus bis 1984 über einen Straßenbahnanschluss, die gleichnamige Haltestelle befand sich etwa 100 Meter südlich des Empfangsgebäudes am Nordring und trägt seit der Verlegung im Jahr 1998 den Namen Gerhart-Hauptmann-Straße. Die Haltestelle ging zusammen mit dem Abschnitt Buer – Gladbeck der Vestischen Kleinbahnen (ab 1940: Vestische Straßenbahnen) am 1. März 1925 in Betrieb.[8] Ab 1978 war sie für zwei Jahre Endpunkt der Vestischen Linie 10 (ab 1. Januar 1980: Linie 210) nach Recklinghausen Hauptbahnhof. Mit der weiteren Verkürzung dieser Linie nach Herten übernahm zum 1. Oktober 1980 die Linie 302 der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen (Bogestra) den Abschnitt Buer Rathaus – Buer Nord. Die Verbindung wurde vier Jahre darauf, am 30. Juni 1984, endgültig aufgegeben. Hintergrund der Einstellung waren fehlende Ersatzteile für eine Weiche am Rathaus Buer; die Strecke gehörte bis zuletzt den Vestischen Straßenbahnen, welche ohnehin den Schienennahverkehr aufgab.[9]

Mit dem Wegfall der Straßenbahn entstand am Rathaus Buer der heute noch gegebene Umsteigezwang für Fahrgäste, die von Norden kommend weiter in den Gelsenkirchener Süden fahren. Am Rathaus Buer enden jeweils die Buslinien der Vestischen und die Busse und Straßenbahnen der Bogestra.[10] Ziele wie die Fachhochschule Gelsenkirchen, Erle, die Veltins-Arena, die ZOOM Erlebniswelt sowie das Gelsenkirchener Stadtzentrum mit dem Hauptbahnhof sind somit nicht umsteigefrei zu erreichen. Der Ortsverband der Grünen in Gelsenkirchen forderte daher im Jahr 2010, die Straßenbahnlinie 302 der Bogestra vom Rathaus Buer bis zum (neuen) Bahnhof Buer Nord zu verlängern, um einen Teil der genannten Ziele direkt anzubinden.[11] Der Mittelstreifen auf der Königswiese wurde noch bis zum 29. Mai 1977 von den Straßenbahnen der Vestischen Straßenbahnen genutzt.[12]

StellwerkBearbeiten

 
Ehemaliges Stellwerk Buf, 2007

Der Bahnhof verfügte bis 2012 über ein Relaisstellwerk der Bauart SpDrL30 von Standard Elektrik Lorenz.[13] Seit 2007 erfolgt die Steuerung und Überwachung der Weichen und Signale vom Stellwerk Of in Oberhausen-Osterfeld.[14] Neben dem alten Stellwerk entstand ein Bereichsrechner, der neben dem Bahnhof auch die Anst Marl CWH an der VzG-Strecke 2252 sowie die an der VzG-Strecke 2250 gelegenen benachbarten Betriebsstellen Gladbeck West und Westerholt steuert.[15]

ZukunftBearbeiten

Es ist geplant, die Linie S9 ab 2019 im 30-Minuten-Takt zu fahren und den Linienverlauf ab Gelsenkirchen-Buer Nord zu teilen. Dabei soll abwechselnd ein Kurs nach Marl–Haltern und der andere nach HertenRecklinghausen fahren.[16] Da die S9 in Richtung Recklinghausen die Hertener Bahn benutzen muss, an der sich derzeit kein Bahnsteig befindet, muss die Station Gelsenkirchen-Buer Nord ausgebaut werden. Die zeitnahe Umsetzung dieser Überlegung ist aber nach einem Pressebericht nicht sicher.[17]

WeblinksBearbeiten

Commons: Bahnhof Gelsenkirchen-Buer Nord – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

NRWbahnarchiv von André Joost:

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gleise in Serviceeinrichtungen (EGBN), DB Netz AG (PDF)
  2. Simone Büter: Wir über uns. SeruKid, abgerufen am 6. Dezember 2014.
  3. André Joost: BetriebsstellenArchiv Gelsenkirchen-Buer Nord. In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 7. Dezember 2014.
  4. André Joost: Streckenarchiv Gelsenkirchen-Buer Nord – Abzw Lippe. In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 7. Dezember 2014.
  5. André Joost: Streckenarchiv Oberhausen-Osterfeld Süd – Hamm (Westf). In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 7. Dezember 2014.
  6. André Joost: Linieninfo S9 Haltern – Bottrop – Essen – Wuppertal. In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 7. Dezember 2014.
  7. André Joost: BetriebsstellenArchiv Gelsenkirchen-Buer Nord Hp. In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 7. Dezember 2014.
  8. Ralph Bernatz: Der Weg zur Vestischen. In: Die Vestische. Legendäre Straßenbahn zwischen Lippe und Emscher 1901–1982. Straßenbahn Magazin Special Nr. 25. GeraMond, München 2013, ISBN 978-3-86245-255-2, S. 16–27.
  9. Klaus Oehlert-Schellberg: Die Vestischen Straßenbahnen. Verlag Kenning, Nordhorn 1995, ISBN 3-927587-49-4, S. 56–62.
  10. TagNetz Gelsenkirchen. (PDF) Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, Dezember 2016, abgerufen am 6. Mai 2017.
  11. Grüne wollen „302“ bis Buer Nord führen. In: www.derwesten.de. 24. Februar 2010, abgerufen am 21. November 2014.
  12. Thomas Risse: In den Sand gesetzt. In: Die Vestische. Legendäre Straßenbahn zwischen Lippe und Emscher 1901–1982. Straßenbahn Magazin Special Nr. 25. GeraMond, München 2013, ISBN 978-3-86245-255-2, S. 66–71.
  13. André Joost: StellwerksArchiv Gelsenkirchen-Buer Nord Buf. In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 7. Dezember 2014.
  14. André Joost: StellwerksArchiv Oberhausen-Osterfeld Süd Of. In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 7. Dezember 2014.
  15. André Joost: StellwerksArchiv Gelsenkirchen-Buer Nord ESTW-A. In: NRWbahnarchiv. Abgerufen am 7. Dezember 2014.
  16. Michael Bresgott: Mit der S 9 ohne Umsteigen von Gladbeck nach Recklinghausen. In: www.derwesten.de. 25. Mai 2015, abgerufen am 29. Juli 2015.
  17. Wolfgang Laufs: S 9 nach Recklinghausen: Halt in Buer ab 2019 ist fraglich. In: www.derwesten.de. 6. Mai 2016, abgerufen am 7. Mai 2016.