Niners Chemnitz

deutscher Basketballverein
(Weitergeleitet von BV TU Chemnitz 99)
Niners Chemnitz
Gegründet 1999
Halle Chemnitz Arena
(5200 Plätze)
Homepage www.chemnitz99.de
Präsident Dr. Micaela Schönherr
Geschäftsführer Steffen Herhold
Trainer Rodrigo Pastore
Liga 2. Bundesliga ProA
2018/19: 1. Platz
Farben Orange / Dunkelrot / Weiß / Schwarz

Die Niners Chemnitz sind die 1. Herrenmannschaft des Basketball-Vereins „Niners Chemnitz e.V.“ aus Chemnitz, Sachsen, Deutschland. Die Sachsen spielen in der 2. Basketball-Bundesliga ProA.

GeschichteBearbeiten

Entstanden ist der Verein 1999 als „BV Chemnitz 99“ durch die Fusion der Vereine „BG Chemnitz“ und „Lok Chemnitz“. Im Jahr 2001 begann die BV Chemnitz 99 eine Kooperation mit der Technischen Universität Chemnitz, weshalb „TU“ zum Namen hinzugefügt wurde. Im Sommer 2002 folgte die Trennung von Herren- (BV TU Chemnitz 99) und Damenbereich (ChemCats). Aus der 99 im Vereinsnamen entwickelte sich über die letzten Jahre der Spitzname Niners für die erste Herrenmannschaft.

Mittlerweile wurde die Kooperation mit der Technischen Universität Chemnitz gelöst und der Verein heißt seit der Saison 2007/08 wieder „BV Chemnitz 99“. Im Vorlauf der Saison 2008/2009 wurde der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb der Bundesligamannschaft in eine Kapitalgesellschaft (Niners Chemnitz GmbH) ausgegliedert. Anschließend hat man das Teilnahmerecht an der ProA auf jene Kapitalgesellschaft übertragen.

Die Niners spielen seit der Saison 2002/2003 in der 2. Basketball-Bundesliga Süd und haben in der Saison 03/04 den 6. und 04/05 den 7. Platz belegt. In der Saison 2005/2006 belegten die Chemnitzer den 3. Platz.

Als 5. in der Abschlusstabelle der Saison 2006/2007 qualifizierte man sich für die neugeschaffene eingleisige ProA. In der Saison 2007/2008 belegte die Mannschaft dort nur den 15. Tabellenplatz und war somit einer von zwei sportlichen Absteigern in die 2. Bundesliga ProB. Da jedoch die SOBA Dragons Rhöndorf ihre ProA-Lizenz nach Ablauf der Saison an die AG 2. BBL zurückgaben, wurden diese nachträglich zum technischen Absteiger erklärt und die Lizenz ging auf die BV Chemnitz 99 über. Somit konnten die Niners auch in der Saison 2008/2009 in der ProA antreten, welche auf dem 7. Tabellenplatz beendet wurde. Die Konsolidierung konnte in der Saison 2009/2010 fortgesetzt werden, welche für die Niners ebenfalls auf dem 7. Tabellenplatz endete.

In der Saison 2010/2011 wurde das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte erzielt. Chemnitz beendete die Saison auf Platz drei und verpasste somit nur knapp den sportlichen Aufstieg in die Basketball-Bundesliga. Im Sommer 2011 wurde der damals 22-jährige Felix Schreier als neuer Cheftrainer eingesetzt. Er war seinerzeit der jüngste Cheftrainer in der Geschichte der ProA.[1] Schreier löste Torsten Loibl ab, der die Mannschaft von 2002 bis 2006 sowie im Jahr 2008 und in der Saison 2010/11 betreute. Auch 2011/2012 konnte der Verein die reguläre Saison auf Platz 3 der Tabelle abschließen und sich damit für die Playoffs qualifizieren, wo man den Düsseldorf Baskets im Viertelfinale mit 1:3 unterlag.

In der Spielzeit 2012/2013 erzielte das Team die schlechteste Platzierung seit 2008 und erreichte am Ende nur Platz 10. Die Playoffs als Saisonziel wurden somit verpasst. Ab 2013 finanziert ein anonymer Sponsor drei hauptamtliche Nachwuchstrainer für die nächsten zehn Jahre mit der Summe von einer Million Euro.[2] Im selben Jahr wurde die NINERS Academy als Nachwuchszentrum gegründet.

2013/2014 starteten die Chemnitzer mit sieben Siegen und nur einer Niederlage. Trotzdem reichte es am Ende nur für Platz elf und die Playoffs wurden erneut verpasst.

In der Saison 2014/15 trennte man sich nach einem Saisonstart mit einem Sieg und vier Niederlagen im Oktober von Trainer Schreier, sein Assistent Kai Buchmann wurde zum Chef befördert.[3] Im November 2014 wurde der Verein wegen des Verstoßes gegen eine Lizenzauflage hinsichtlich des Finanzplanes seitens der 2. Bundesliga mit einer Geldstrafe belegt,[4] die im Januar 2015 wieder aufgehoben wurde.[5] Mitte März 2015 war Buchmanns Amtszeit beendet, er wurde nach dem Abrutschen auf die Abstiegsränge durch den US-Amerikaner Pete Miller ersetzt, der ab April als Sportlicher Leiter fungieren sollte.[6] Die Niners erreichten letztlich den 13. Tabellenplatz.

Miller wechselte danach wie vorgesehen auf den Posten des Sportlichen Leiters, als neuer Cheftrainer wurde Ende Mai 2015 der Argentinier Rodrigo Pastore eingestellt.[7] Unter seiner Leitung wurden in der Saison 2015/2016 dank des siebten Tabellenplatzes am Ende der Punkterunde erstmals seit 2012 wieder die Playoffs erreicht. Dort unterlag man in der ersten Runde (Viertelfinale) mit 0:3-Siegen dem späteren Meister Jena.[8]

Im April 2017 vermeldeten die Sachsen die Verpflichtung von Konstantin Lwowsky, der zuvor jahrelang im Nachwuchs- und Profibereich des Bundesligisten Alba Berlin gearbeitet hatte. In Chemnitz übernahm Lwowsky das Amt des Sportlichen Leiters.[9] In der Saison 2016/17 schrammte man knapp am Aufstieg in die Basketball-Bundesliga vorbei: In der Halbfinalserie gegen Gotha legten die Chemnitzer zwei Siege vor, ein weiterer hätte zum Aufstieg gereicht. Allerdings verloren sie die verbliebenen drei Partien und verpassten damit die Endspielteilnahme sowie den Gang in die höchste deutsche Spielklasse.[10]

In der Saison 2018/19 stellten die Sachsen einen neuen Vereinsrekord auf, als sie die ersten neun Partien des Spieljahres gewannen.[11] Mitte November 2018 stand der Verein weltweit in der Presse, als Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen eines Chemnitz-Besuches eine Trainingseinheit zweier Jugendmannschaften besuchte.[12] Die Sachsen schlossen die Punktrunde 2018/19 als Tabellenerster ab.[13] In der Halbfinalserie trafen die Sachsen auf Hamburg, dort mussten sie sich im letzten und entscheidenden Spiel in eigener Halle mit 72:78 geschlagen geben, verfehlten somit den sportlichen Aufstieg in die Bundesliga.[14]

KaderBearbeiten

Kader der NINERS Chemnitz in der Saison 2019/2020
Spieler
Nr. Nat. Name Geburt Größe Info Letzter Verein
Guards (PG, SG)
1 Vereinigte Staaten  Chris Carter 07.05.1992 1,93 m SC Rasta Vechta
2 Vereinigte Staaten  Terrell Harris 25.09.1993 1,93 m Rostock Seawolves
3 Deutschland  Malte Ziegenhagen 08.04.1991 1,93 m (C)  medi bayreuth
4 Vereinigte Staaten  Virgil Matthews 17.07.1983 1,91 m Nürnberg Falcons
Forwards (SF, PF)
6 Deutschland  Luis Figge 02.06.1997 1,97 m Basketball Löwen Braunschweig
7 Deutschland  Jonas Richter 02.07.1997 2,05 m NINERS Academy
8 Deutschland  Jan Niklas Wimberg 11.02.1996 2,06 m Eisbären Bremerhaven
9 Deutschland  Dominique Johnson 04.08.1992 1,94 m PS Karlsruhe Lions
14 Vereinigte Staaten  Ivan Elliott 03.11.1986 2,03 m MHP Riesen Ludwigsburg
15 Deutschland  Leon Hoppe 05.01.2000 1,95 m DL NINERS Academy
Center (C)
17 Deutschland  Robin Lodders 30.11.1994 2,05 m ETB Wohnbau Baskets Essen
Trainer
Nat. Name Position
Argentinien  Rodrigo Pastore Cheftrainer
Italien  Francesco Briguglio Assistenztrainer
Vereinigte Staaten  Steven Hutchinson Assistenztrainer
Deutschland  Michael Wende Assistenztrainer
Legende
Abk. Bedeutung
(C)  Mannschaftskapitän
DL Doppellizenz
Quellen
Teamhomepage
Ligahomepage
Stand: 18. September 2019

ErfolgeBearbeiten

  • Saison 2001/2002 – Aufstieg in die 2. Basketball-Bundesliga-Süd
  • Saison 2006/2007 – Qualifikation für die 2. Basketball-Bundesliga – ProA
  • Saison 2011/2012 – Qualifikation für die erstmals ausgetragenen Playoffs in der ProA
  • Saison 2015/2016 – Qualifikation für die Playoffs in der ProA
  • Saison 2018/2019 – Meister der Punktrunde

TrainerchronikBearbeiten

Amtszeit Name
1999–2000 Deutschland  Torsten Loibl
2000–2001 Vereinigte Staaten  Colby Matney
2001–2002 Vereinigte Staaten  Mike Taylor
2002–2006 Deutschland  Torsten Loibl
2006–03/2007 Vereinigte Staaten  Mike Smith
03/2007–04/2007 Kroatien  Toni Radić
07/2007–11/2007 Spanien  Mauricio Parra
11/2007–12/2007 Deutschland  Jens Künze
12/2007–2008 Vereinigte Staaten  Bill Magarity
2008–12/2008 Deutschland  Torsten Loibl
01/2009–2010 Finnland  Anton Mirolybov
2010–2011 Deutschland  Torsten Loibl
2011–10/2014 Deutschland  Felix Schreier
10/2014–03/2015 Deutschland  Kai Buchmann
03/2015–05/2015 Vereinigte Staaten  Pete Miller
seit 07/2015 Argentinien Italien  Rodrigo Pastore

Spielstätte und FansBearbeiten

 
Die Cheerleader des Vereins

Ihre Heimspiele trugen die Niners in der Richard-Hartmann-Halle bis 2019 in Chemnitz aus, diese wurde am 16. August 2002 eröffnet und bietet 2632 Zuschauern (Sitz- und Stehplätze) Platz. Die Baukosten beliefen sich auf rund 10 Millionen Euro.

Die Statistiken sagen, dass die Spiele der BV Chemnitz 99 zu den meistbesuchten in der ProA gehören. In der Saison 2006/07 wurde am 6. Januar 2007 der bisherige Zuschauerrekord in der Hartmannhalle in Chemnitz erreicht, als zum Ostderby gegen die Science City Jena 3010 Zuschauer in die Richard-Hartmann-Halle pilgerten. In der Saison 2011/12 kamen beim Spiel gegen den FC Bayern München rund 2600 Menschen in die Halle, was die größte Auslastung seit vielen Jahren bedeutete.

Am 6. März 2010 wurde die erste Ausgabe von NINERS360, dem Videomagazin des Vereins, veröffentlicht. Inzwischen gibt es über 100 Ausgaben, die von der VideoVision GmbH in Chemnitz produziert werden.

Am 19. Dezember 2015 spielten die Niners erstmals in der Chemnitz Arena. Das Spiel fand vor der Rekordkulisse von 5.261 Zuschauern statt. Die Oettinger Rockets konnten sich in der Arena-Premiere mit 79:62 gegen die Niners Chemnitz durchsetzen. Ab der Saison 2019/20 wird der Club seine Partien in der Chemnitz Arena austragen.[15]

Die Cheerleader der Niners sind die Chemnitz Clovers.

Zuschauerentwicklung in der 2. BBL
Saison Zuschauerschnitt /
Heimspiel
Halle
2002/03 1350 Richard-Hartmann-Halle
2003/04 1704
2004/05 1807
2005/06 1955
2006/07 1737
2007/08 1521
2008/09 1631
2009/10 1284
2010/11 1709
2011/12 1780
2012/13 1754
2013/14 1870
2014/15 1987
2015/16 1971
2016/17 2271
2017/18 2322
2018/19 2600
2019/20 Chemnitz Arena

AusrüsterBearbeiten

Offizieller Ausrüster der der Niners war von 2007 bis 2009 JAKO. In der Saison 2009/2010 stattete Spalding die Niners aus. Von 2010 bis 2015 wurde Spielkleidung sowie Trainingsanzüge, Shooting Shirts und andere Sportartikel wieder von der Berliner Firma ISKAY zur Verfügung gestellt, die bereits vor 2007 langjähriger Ausrüster der Niners war. Seit dem Sommer 2015 ist owayo der Ausrüster der Niners.

EhrungenBearbeiten

Die Niners wurden mit dem Chemmy als „Mannschaft des Jahres“ 2016, 2017 und 2018 von Chemnitz ausgezeichnet.[16][17]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG: Ich bin kein Torsten Loibl II. Abgerufen am 27. Januar 2017.
  2. Basketball: Anonyme Millionenspende für Zweitligisten
  3. 2. Basketball-Bundesliga | NINERS CHEMNITZ beurlauben Cheftrainer Felix Schreier. Abgerufen am 27. Januar 2017.
  4. 2. Basketball-Bundesliga | Strafe NINERS CHEMNITZ im Rahmen der Lizenzierung 13/14. Abgerufen am 1. April 2017.
  5. 2. Basketball-Bundesliga | Strafe NINERS CHEMNITZ aufgehoben. Abgerufen am 1. April 2017.
  6. 2. Basketball-Bundesliga | Pete Miller übernimmt Trainerposten der NINERS von Kai Buchmann. Abgerufen am 27. Januar 2017.
  7. 2. Basketball-Bundesliga | NINERS CHEMNITZ – Rodrigo Pastore wird neuer Headcoach. Abgerufen am 27. Januar 2017.
  8. Hattrick gegen Chemnitz: Jena zieht ins Playoff-Halbfinale - Jenaer Nachrichten. In: Jenaer Nachrichten. (jenaer-nachrichten.de [abgerufen am 27. Januar 2017]).
  9. NINERS Chemnitz - detail. Abgerufen am 4. April 2017.
  10. DPA-RegiolineGeo: Basketball: Oettinger Rockets Gotha: Aufstieg in Basketball-Bundesliga. In: Focus Online. 3. Mai 2017, abgerufen am 14. Oktober 2018.
  11. Chemnitz 99 - NINERS mit neuem Vereinsrekord. Abgerufen am 18. November 2018.
  12. Merkel-Besuch in Chemnitz - Die Kanzlerin schaut Basketball. In: Deutschlandfunk. (deutschlandfunk.de [abgerufen am 18. November 2018]).
  13. 2. Basketball Bundesliga | Tabelle ProA. Abgerufen am 30. März 2019.
  14. Liveticker: Niners verpassen Chance um Aufstieg in die Basketball-Bundesliga | Freie Presse - Chemnitz. Abgerufen am 30. April 2019.
  15. NINERS Chemnitz beziehen neue Heimat. In: stadionwelt.de. 16. August 2019, abgerufen am 20. August 2019.
  16. Sport Chemmy hat neue Besitzer. In: sachsen-fernsehen.de. 12. März 2017, abgerufen am 13. März 2017.
  17. Chemnitzer Sportler des Jahres mit Chemmy geehrt. In: freiepresse.de. 4. Mai 2019, abgerufen am 5. Mai 2019.