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Barbara Ludwig 2009

Barbara Christa Ludwig (* 8. Februar 1962 in Karl-Marx-Stadt) ist eine deutsche SPD-Politikerin und seit 2006 Oberbürgermeisterin von Chemnitz.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Nach dem Abschluss der Polytechnischen Oberschule 1978 absolvierte Ludwig von 1978 bis 1982 am Institut für Lehrerbildung in Auerbach/Vogtl. eine Ausbildung zur Grundschullehrerin. Von 1983 bis 1994 war sie als Erzieherin und Lehrerin tätig. 1990 bis 1994 war sie Lehrerin am staatlichen Schulversuch des Chemnitzer Schulmodells, an dessen Gründung sie beteiligt war.

Barbara Ludwig hat eine Tochter.

PolitikBearbeiten

Seit 1991 ist sie SPD-Mitglied. Barbara Ludwig war von 1994 bis 2001 Mitglied des Sächsischen Landtages. Ab September 2001 war sie Dezernentin für Gesundheit, Soziales und Kultur der Stadt Chemnitz. Nach der Landtagswahl in Sachsen 2004 war Ludwig an den Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer großen Koalition beteiligt. Zum Verhandlungsauftakt berichtete die Sächsische Zeitung, dass aus CDU-Kreisen eine 2002 geschehene Unfallfahrt Ludwigs mit Todesfolge lanciert worden sei, und spekulierte, dass sie daher nicht mehr als Kandidatin als Sozialministerin gelte.[1] Nach Abschluss der Regierungsbildung wurde sie von Ministerpräsident Georg Milbradt am 11. November 2004 zur Ministerin im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst berufen.[2]

Am 25. Juni 2006 gewann sie die Wahl zur Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz und wurde damit Nachfolgerin von Peter Seifert (SPD), der am 1. August 2006 in den Ruhestand ging. Aufgrund einer Klage Martin Kohlmanns gegen seine Nichtzulassung als Kandidat zur Wahl konnte sie ihr Amt, wie am 19. Juli 2006 bekanntgegeben wurde, nicht fristgerecht antreten und wurde daher am 13. September 2006 vom Chemnitzer Stadtrat mit 39 von 51 Stimmen zur Amtsverweserin gewählt. Sie konnte damit alle Rechte und Pflichten sowie den Titel einer Oberbürgermeisterin führen, jedoch ihr Stimmrecht im Stadtrat nicht ausüben.[3] Nach der Zurückweisung der Klage Kohlmanns durch den 4. Senat des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts wurde Ludwig am 8. Juni 2007 Oberbürgermeisterin. Bei der Oberbürgermeisterwahl am 16. Juni 2013 verfehlte sie mit einem Ergebnis von 46,56 % knapp die absolute Mehrheit,[4] so dass zwei Wochen später ein zweiter Wahlgang notwendig wurde, in dem sie nach Rückzug der Bewerber von Bündnis 90/Die Grünen, Volkmar Zschocke, und der Linken, Miko Runkel, mit 63,84 % der Stimmen im Amt bestätigt wurde.[5]

 
Barbara Ludwig (2. von rechts) mit Inge Posmyk und Matthias Steiner bei der Verleihung des Chemmy 2008

Am 26. Oktober 2007 wurde Ludwig vom Parteitag der SPD in den Bundesvorstand gewählt. Sie war vorher Mitglied im Präsidium des Bundesvorstandes der SPD.

Ludwig war Kuratoriumsmitglied des Weltkulturerbes Dresdner Elbtal.

KontroversenBearbeiten

Ludwig stand 2008 und 2009 wegen des Chemnitzer Stadtumbauprozesses, während dessen sanierungsfähige, denkmalgeschützte Gründerzeitzeilen abgerissen wurden, die zuvor die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg und die DDR-Zeit überstanden hatten, öffentlich in der Kritik und räumte Fehler ein.[6]

Der Chemnitzer Bürgermeister für Bildung, Jugend, Soziales, Kultur und Sport, Philipp Rochold, erhob im August 2017 Vorwürfe, dass Chemnitz „Riesen-Probleme mit Korruption“ habe. Nachdem Rochold wegen Äußerungen Ludwigs in der Freien Presse über das deswegen laufende Disziplinarverfahren Anzeige erstattet hatte, begannen das Landeskriminalamt Sachsen und die Generalstaatsanwaltschaft Dresden Ermittlungen gegen sie wegen des Verdachts des Geheimnisverrats. Diese wurden im Frühjahr 2018 eingestellt.[7][8] Die Wahl eines neuen Beigeordneten musste im August 2018 verschoben werden, weil die Stadtverwaltung notwendige Abläufe versäumt hatte.[9]

EhrungenBearbeiten

Für die „sehr positive Entwicklung der Stadt“, die sie maßgeblich vorangetrieben habe, verlieh ihr der Landtagspräsident Matthias Rößler am 16. Juni 2018 die Sächsische Verfassungsmedaille.[10]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gunnar Saft: Milbradt öffnet sein Kassenbuch, in: Sächsische Zeitung vom 29. September 2004.
  2. 11. November 2004, Sachsen: Vier Neulinge im Kabinett Milbradt abgerufen am 5. Februar 2009.
  3. Chemnitz Amtsblatt - Rathaus Journal, 26. Juli 2006 (PDF; 813 kB)
  4. Amtliches Endergebnis der Oberbürgermeisterwahl vom 16. Juni 2013
  5. Amtliches Endergebnis der Oberbürgermeisterwahl vom 30. Juni 2013
  6. WELT online: Deutschland verliert sein architektonisches Gedächtnis. 17. November 2008
  7. Mandy Fischer: Landeskriminalamt ermittelt gegen Oberbürgermeisterin, Freie Presse Online vom 27. Oktober 2017, abgerufen am 29. August 2018.
  8. Mandy Fischer: Ermittlungen gegen Ludwig: Akten erneut geschlossen, Freie Presse Online vom 5. Juni 2018, abgerufen am 29. August 2018.
  9. Beigeordneten-Wahl im Stadtrat vertagt, Freie Presse vom 29. August 2018, abgerufen am 29. August 2018.
  10. Verleihung der Sächsischen Verfassungsmedaille 2018, Pressemitteilung Sächsischer Landtag, abgerufen am 29. August 2018.