Verbandsgemeinde Wittlich-Land

Verwaltungseinheit im Landkreis Bernkastel-Wittlich

Die Verbandsgemeinde Wittlich-Land ist eine Verwaltungseinheit in der Rechtsform einer Gebietskörperschaft im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Der Verbandsgemeinde gehören die Stadt Manderscheid sowie 44 eigenständige Ortsgemeinden an, der Verwaltungssitz ist in der Stadt Wittlich, die aber der Verbandsgemeinde nicht angehört. Im Verwaltungsgebiet leben 30.497 Einwohner.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Verbandsgemeinde Wittlich-Land
Verbandsgemeinde Wittlich-Land
Deutschlandkarte, Position der Verbandsgemeinde Wittlich-Land hervorgehoben

Koordinaten: 49° 59′ N, 6° 53′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Fläche: 397,54 km2
Einwohner: 30.497 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Verbandsschlüssel: 07 2 31 5008
Verbandsgliederung: 45 Gemeinden
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Kurfürstenstraße 1
54516 Wittlich
Website: www.vg-wittlich-land.de
Bürgermeister: Dennis Junk (CDU)
Lage der Verbandsgemeinde Wittlich-Land im Landkreis Bernkastel-Wittlich
Eifelkreis Bitburg-PrümLandkreis BirkenfeldLandkreis Cochem-ZellLandkreis VulkaneifelTrierLandkreis Trier-SaarburgRhein-Hunsrück-KreisBernkastel-KuesBraunebergBurgen (bei Bernkastel-Kues)ErdenGornhausenGraach an der MoselHochscheidKestenKleinichKommenLieser (Gemeinde)LösnichLongkampMaring-NoviandMinheimMonzelfeldMülheim an der MoselNeumagen-DhronPiesportÜrzigVeldenzWintrichZeltingen-RachtigBausendorfBengel (Mosel)Diefenbach (bei Wittlich)FlußbachHontheimKinderbeuernKinheimKrövReilWillwerscheidBettenfeldDierfeldEckfeldEisenschmittGipperathGreimerath (Eifel)GroßlittgenHasborn (Eifel)Karl (Eifel)LaufeldManderscheidMeerfeldMusweilerNiederöfflingenNiederscheidweilerOberöfflingenOberscheidweilerPantenburgSchladtSchwarzenborn (Eifel)WallscheidBerglichtBreitBüdlichBurtscheid (Hunsrück)DeuselbachDhroneckenEtgertGielertGräfendhronHeidenburgHilscheidHorathImmertLückenburgMalbornMerschbachNeunkirchen (Hunsrück)RorodtSchönberg (bei Thalfang)TallingThalfangBurg (Mosel)EnkirchIrmenachLötzbeurenStarkenburg (Mosel)Traben-TrarbachAltrichArenrathBergweilerBinsfeld (Eifel)Bruch (Eifel)DierscheidDodenburgDreisEsch (bei Wittlich)Gladbach (Eifel)HeckenmünsterHeidweilerHetzerath (Eifel)HupperathKlausen (Eifel)LandscheidMinderlittgenNiersbachOsann-MonzelPlatten (bei Wittlich)PleinRivenichSalmtalSehlem (Eifel)MorbachWittlichKarte
Über dieses Bild
Rathaus, Sitz der Verwaltung der Verbandsgemeinde Wittlich-Land

Die neue Verbandsgemeinde Wittlich-Land entstand am 1. Juli 2014 durch Eingliederung der bis dahin zur Verbandsgemeinde Manderscheid gehörenden Gemeinden in die bisherige Verbandsgemeinde Wittlich-Land.[2]

Verbandsangehörige GemeindenBearbeiten

Ortsgemeinde, Stadt Fläche (km²) Einwohner
Altrich 16,25 1.709
Arenrath 6,77 394
Bergweiler 13,22 865
Bettenfeld 17,27 683
Binsfeld 9,96 1.234
Bruch 8,63 480
Dierfeld 1,54 10
Dierscheid 2,42 180
Dodenburg 3,84 102
Dreis 11,26 1.402
Eckfeld 12,75 349
Eisenschmitt 10,84 301
Esch 2,29 409
Gipperath 4,87 229
Gladbach 3,60 362
Greimerath 3,75 237
Großlittgen 13,20 960
Hasborn 6,18 617
Heckenmünster 4,88 137
Heidweiler 10,29 162
Hetzerath 13,87 2.356
Hupperath 4,11 602
Karl 10,38 203
Klausen 9,22 1.396
Landscheid 30,20 2.152
Laufeld 6,10 524
Manderscheid, Stadt 10,06 1.402
Meerfeld 13,22 347
Minderlittgen 8,19 691
Musweiler 3,05 56
Niederöfflingen 8,17 429
Niederscheidweiler 7,83 262
Niersbach 12,82 699
Oberöfflingen 7,44 271
Oberscheidweiler 4,50 180
Osann-Monzel 16,58 1.721
Pantenburg 4,98 238
Platten 6,63 871
Plein 7,22 616
Rivenich 7,78 720
Salmtal 14,09 2.433
Schladt 4,96 137
Schwarzenborn 5,13 56
Sehlem 11,25 973
Wallscheid 5,95 340
Verbandsgemeinde Wittlich-Land 397,54 30.497

(Einwohner am 31. Dezember 2019)[1]

GeschichteBearbeiten

Die Verbandsgemeinde Wittlich-Land und die bisherige Verbandsgemeinde Manderscheid waren 1968 im Rahmen der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform aus mehreren aus der preußischen Zeit stammenden Ämtern entstanden.

Am 28. September 2010 erließ die Landesregierung das „Erste Gesetz zur Kommunal- und Verwaltungsreform“ mit dem Ziel, Leistungsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Verwaltungskraft der kommunalen Strukturen zu verbessern. Bezüglich der Verbandsgemeinden wurde festgelegt, dass diese mindestens 12.000 Einwohner (Hauptwohnung am 30. Juni 2009) umfassen sollen.[3] Die Verbandsgemeinde Manderscheid hatte am Stichtag 7.943 Einwohner.[4] Innerhalb der bis zum 30. Juni 2012 befristeten sogenannten Freiwilligkeitsphase kam ein freiwilliger Zusammenschluss der Verbandsgemeinde Manderscheid mit einer benachbarten Gebietskörperschaft nicht zustande.

Am 20. Dezember 2013 wurde per Landesgesetz verfügt, dass die Verbandsgemeinde Manderscheid am 1. Juli 2014 in die Verbandsgemeinde Wittlich-Land eingegliedert wurde.[2]

Beide Verbandsgemeinden hatten hierzu beim rheinland-pfälzischen Verfassungsgerichtshof in Koblenz eine Normenkontrollklage eingereicht. Am 11. Januar 2016 wurden die Klagen vom Verfassungsgerichtshof abgelehnt.[5]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf das heutige Gebiet der Verbandsgemeinde Wittlich-Land; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][6]

Jahr Einwohner
1815 13.059
1835 18.618
1871 20.117
1905 21.164
1939 22.952
1950 24.531
Jahr Einwohner
1961 24.904
1970 26.968
1987 26.743
1997 29.427
2005 29.700
2017 30.162
 
Einwohnerentwicklung der VG Wittlich-Land von 1815 bis 2017

PolitikBearbeiten

VerbandsgemeinderatBearbeiten

Der Verbandsgemeinderat Wittlich-Land besteht aus 40 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Verbandsgemeinderat:[7]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP ÖDP FWG AfD Gesamt
2019 6 17 6 2 8 1 40 Sitze
2014 6 17 2 2 1 8 36 Sitze
2009 8 16 4 8 36 Sitze
2004 8 18 2 8 36 Sitze
1999 10 20 6 36 Sitze
  • FWG = FWG Wittlich-Land e. V.

BürgermeisterBearbeiten

Hauptamtlicher Bürgermeister bis 2014 war Christoph Holkenbrink, CDU. Zum Bürgermeister der neuen Verbandsgemeinde wurde am 8. Juni 2014 in einer Stichwahl Dennis Junk (CDU) mit 55,44 % in dieses Amt direkt gewählt.[8] Seine achtjährige Amtszeit begann am 1. Juli 2014.

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: Geviert, 1: in Silber rotes Balkenkreuz, belegt mit einer silbernen Lilie, 2: in Rot zwei goldene ineinander verschlungene Ringe übereinander, 3: in Rot silbernes sechsspeichiges Rad, 4: in Gold roter Zickzackbalken, Schildbord 14-fach schwarz-silbern gestückt.

Wappenbegründung:[9]

  • Das rote Balkenkreuz in silbernem Feld deutet auf die Zugehörigkeit zum ehemaligen Kurfürstentum Trier hin. Die im Balkenkreuz aufgelegte silberne Lilie, Symbol der Mutter Gottes, bezieht sich auf die Marienverehrung im Wallfahrtsort Klausen.
  • Die beiden Ringe aus dem Wappen der Abtei Himmerod besagen, dass durch Eintracht kleine Dinge wachsen.
  • Das sechsspeichige Wagenrad verweist auf das ambulante Händlergewerbe im Raum Binsfeld/Landscheid.
  • Der rote Zick-Zack-Balken im goldenen Feld symbolisiert die Grafschaft Manderscheid.
  • Der 14-fach schwarz-silbern gestückte Schildbord erklärt die Zugehörigkeit des Bezirks Trier zum früheren Freistaat Preußen.

Der Verbandsgemeinderat Wittlich-Land hatte am 22. September 2016 die Einführung eines neuen Wappens für die Verbandsgemeinde beschlossen. Der Entwurf wurde mit Urkunde vom 8. November 2016 von der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich genehmigt.[9]

WirtschaftBearbeiten

Bei Hetzerath (Eifel) befindet sich der Industriepark Region Trier.

WeblinksBearbeiten

Commons: Verbandsgemeinde Wittlich-Land – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. a b Landesgesetz über die Eingliederung der Verbandsgemeinde Manderscheid in die Verbandsgemeinde Wittlich-Land vom 20. Dezember 2013
  3. Erstes Landesgesetz zur Kommunal- und Verwaltungsreform vom 28. September 2010 (PDF; 685 kB)
  4. Datenbank bei rlpDirekt, KommWis GmbH (Memento vom 28. April 2015 im Internet Archive)
  5. Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz: Urteil vom 11. Januar 2016 – Aktenzeichen: VGH N 10/14; VGH N 25/14 (Memento vom 24. Juni 2016 im Internet Archive)
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  7. Der Landeswahlleiter RLP: Verbandsgemeinderatswahl 2019 Wittlich-Land. Abgerufen am 11. August 2019.
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen der hauptamtlichen Bürgermeister
  9. a b Wappenbeschreibung auf den Seiten der Verbandsgemeinde Wittlich-Land (Memento vom 20. Dezember 2016 im Internet Archive) (Internetarchiv)