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Unabhängigkeitsreferendum in Osttimor 1999

Beim Unabhängigkeitsreferendum in Osttimor am 30. August 1999 sollte die Bevölkerung Osttimors zwischen der völligen Unabhängigkeit des Landes und dem Verbleib bei Indonesien als Special Autonomous Region of East Timor SARET wählen.
Symbole auf dem Wahlschein für die Autonomie innerhalb Indonesiens und für die völlige Unabhängigkeit Osttimors mit der Flagge des CNRT Symbole auf dem Wahlschein für die Autonomie innerhalb Indonesiens und für die völlige Unabhängigkeit Osttimors mit der Flagge des CNRT
Symbole auf dem Wahlschein für die Autonomie innerhalb Indonesiens
und für die völlige Unabhängigkeit Osttimors mit der Flagge des CNRT

Beim Unabhängigkeitsreferendum in Osttimor am 30. August 1999 sollte die Bevölkerung Osttimors zwischen der völligen Unabhängigkeit des Landes und dem Verbleib bei Indonesien als Special Autonomous Region of East Timor SARET wählen. Trotz Gewalt und massiver Einschüchterungsversuche von Seiten indonesischer Kräfte entschied sich die deutliche Mehrheit der Stimmberechtigten für die Unabhängigkeit Osttimors.

Inhaltsverzeichnis

VorgeschichteBearbeiten

 
Demonstration für Osttimor im australischen Perth

Indonesien hatte die ehemalige portugiesische Kolonie neun Tage nach ihrer Unabhängigkeitserklärung am 28. November 1975 besetzt (Operation Seroja) und 1976 für annektiert erklärt, was international allgemein nicht anerkannt wurde. Es folgte ein Guerillakrieg zwischen der Armee Indonesiens (TNI) und der Unabhängigkeitsbewegung FRETILIN und ihrem bewaffneten Arm, der FALINTIL. Infolge der Besatzung starben mindestens 183.000 Menschen. Dachorganisation der timoresischen Bewegung war der Conselho Nacional de Resistência Timorense CNRT (Nationalrat des timoresischen Widerstandes). Er hatte sich 1998 in Portugal aus verschiedenen Gruppen und Parteien gebildet.[1][2]

 
Rücktritt von Indonesiens Präsident Suharto (1998)

Seit der Invasion Osttimors durch Indonesien hatte der Konflikt in der internationalen Politik und Aufmerksamkeit kaum Bedeutung. In den Vereinigten Staaten und den großen Staaten Europas spielte er nur eine Nebenrolle. In Japan, einem der wichtigsten Geber von Entwicklungshilfe an Indonesien wahrscheinlich noch weniger. Die Volksrepublik China hatte vermutlich den Konflikt gar nicht mehr auf der Agenda. Viel Unterstützung hatte die osttimoresische Unabhängigkeit in den kleinen Ländern Irland und Neuseeland.[3] Immerhin wiesen immer wieder Resolutionen des Weltsicherheitsrates auf sie illegale Besetzung Osttimors durch Indonesien hin. 1982 wurde der UN-Generalsekretär von der Generalversammlung der Vereinten Nationen dazu aufgefordert „Beratungen mit allen direkt beteiligten Staaten einzuleiten, um Wege für eine umfassende Lösung des Problems zu finden,“ doch Indonesien blockierte jeden Ansatz.[4]

Durch den Papstbesuch in Osttimor 1989, das von Max Stahl gefilmte Santa-Cruz-Massaker 1991 und dem Friedensnobelpreis für die Osttimoresen José Ramos-Horta und Bischof Carlos Filipe Ximenes Belo rückte der Osttimorkonflikt wieder in das Bewußtsein der Weltöffentlichkeit.[4] In Portugal und Australien nahm die öffentliche Anteilnahme stark zu. Den Politikern dieser Länder wurde bewusst, dass das Thema unterschiedlichste Wählergruppen vereinte: Links und Rechts, junge Studenten und alte Soldaten. In Australien kam es zu Solidaritätskundgebungen in Größen, die es seit dem Vietnamkrieg nicht mehr gegeben hatte. Entsprechend nahmen sich die Regierungen dieser Länder Osttimor wieder als Thema an.[3] Portugal gewann einige Verbündete, erst in der Europäischen Union, später auch in anderen Teilen der Welt, die Indonesien zu einer Lösung des Konfliktes drängten.[5]

In Indonesien kam das Regime unter Präsident Suharto durch die Wirtschaftskrise 1997 ins Wanken. Am 21. Mai 1998 musste Suharto zurücktreten.[4][6] Am 6. Juni 1998 schlug das Politik- und Sicherheitskomitee des neuen indonesischen Präsidenten Habibie eine Autonomielösung für Osttimor innerhalb Indonesiens vor.[7] Habibie nervte es, dass ausländische Politiker auf Besuchen regelmäßig von für ihn wichtigen Themen abwichen und auf Osttimor zur Sprache kamen. In der indonesischen Führung machte sich dank der diplomatischen Front und der internationalen Solidaritätsbewegung für Osttimor eine gewisse „Osttimor-Müdigkeit“ breit, vergleichbar mit dem Verdruss der Amerikaner am Ende des Vietnamkrieges.[8] Habibie störte sich zudem schon länger an den Kosten, die die Besetzung Osttimors und seine Entwicklung verursachten.[4] Der indonesische Präsident erklärte später, dass ein Brief von Australiens Premierminister John Howard vom 19. Dezember 1998, in dem er eine Lösung des Osttimorkonflikts forderte, der letzte Auslöser zum Entschluss für das Referendum gewesen sei. Der Brief stellte eine komplette Kehrtwende in der australischen Position dar. Das Land hatte bisher als einziges weltweit de facto die Annexion Osttimors durch Indonesien anerkannt, indem es mit der Besatzungsmacht im Timor Gap Treaty die Seegrenze zwischen Australien und dem besetzten Osttimor festlegte; Zugunsten Australiens. Nun drängte man auf das Selbstbestimmungsrecht des osttimoresischen Volkes. Howard folgte damit der Position der oppositionellen Australian Labor Party und der Meinung von 90 Prozent der Australier, die das bisherige Verhalten ihres Landes als Fehler ansahen. Habibie war verärgert und empfand den Howards Vorschlag, gleich Friedenstruppen in Osttimor zu stationieren als Beleidigung. Zudem verglich Howard Indonesien mit der Kolonialmacht Frankreich und ihrer Politik in ihrer Besitzung Neukaledonien, was Habibie zurückwies.[8][9]

Indonesische Entscheidung für das ReferendumBearbeiten

Am 27. Januar 1999 erklärte Habibie schließlich aufgrund des starken internationalen Drucks, dass seine Regierung nun eine Unabhängigkeit Osttimors in Betracht ziehen könne, falls die Osttimoresen die Autonomielösung ablehnen würden.[5] Habibie ging mit dem Vorschlag einer sofortigen Entscheidung sogar weiter, als Howard es in seinem Brief gefordert hatte. Der Australier hatte, wie auch der CNRT vorgeschlagen, Osttimor zunächst Autonomie zu gewähren und nach zehn Jahren Probezeit das Referendum durchzuführen. Doch Habibie war nicht bereit, politisch und finanziell weiter in die Provinz zu investieren, wenn Osttimor nach zehn Jahren sich dann verabschieden würden.[8][9]

Indonesien präferierte zunächst als Lösung eine UN-Mission, die die Stimmung im Land aufnehmen sollte und dann eine Entscheidung treffen sollte, gegebenenfalls in Kombination mit der Wahl eines repräsentativen Rates, der über die Frage abstimmt. Die Vereinten Nationen drängten aber auf eine direkte Volksbefragung, auch nach ihren Erfahrungen in Westpapua mit dem 1969 durchgeführten Act of Free Choice, bei dem 1000 Wahlmänner einstimmig für die Zugehörigkeit zu Indonesien gestimmt hatten. Finanzielle Einflussnahme und die Androhung von Folter hatten zu dem Ergebnis geführt.[4] Am 11. März 1999 einigten sich die Vereinten Nationen, Portugal und Indonesien auf ministerialer Ebene auf die Abhaltung eines Referendums über die Zukunft Osttimors. Am 21. April wurde die Einstellung der Gewalt zwischen den Konfliktparteien vereinbart. Die Organisation des Referendums übernahm die United Nations Mission in East Timor UNAMET. Zu diesem Zeitpunkt lebten in Osttimor etwa 85.000 Einwanderer aus Indonesien.[1][10]

Das indonesische Kabinett stand hinter Habibies Entscheidung. Die Meisten erwarteten durch Maßnahmen die Osttimoresen zu einer deutlichen Mehrheit von der Autonomielösung überzeugen zu können, beziehungsweise, dass es zu einem solch engem Ergebnis käme, dass man es in Frage stellen könnte. Bestärkt wurde der Glaube durch das Ergebnis der nationalen Wahl im Juli 1999, bei der die Kandidaten der Regierungspartei Golkar in Osttimor großen Rückhalt erhielten. Zu Verdanken war dies aber einer Kampagne des CNRT, mit der man in Jakarta Befürchtungen zerstreuen wollte, dass ein Referendum gegen Indonesien ausfallen könnte.[11] Selbst Francisco Lopes da Cruz, der ehemalige Präsident der União Democrática Timorense (UDT) und früherer indonesischer Gouverneur von Osttimor berichtete nach Jakarta, dass man ein Referendum gewinnen werde.[12] Mangels Erfahrung mit demokratischen Abstimmungen unter internationalen Beobachtungen dachte man in der indonesischen Regierung zudem, man könne bei Bedarf das Ergebnis korrigieren, so wie in Westpapua. Generäle erklärten in Interviews, dass man geglaubt habe, durch Einschüchterung die Zahl der registrierten Wähler unter 60 Prozent drücken könne, womit das indonesische Parlament, die Beratende Volksversammlung, einer Unabhängigkeit nie zustimmen würde. Der Wirtschaftsminister sah hingegen Vorteile, wenn die Ausgaben für Osttimor wegfallen würden. Der Verteidigungsminister und Militärchef General Wiranto sah vermutlich in Habibies Entscheidung einen Fehler, schwieg aber, um in zukünftigen Kämpfen um die Macht, Habibie einen fatalen Fehler vorwerfen zu können. Nur Außenminister Ali Alatas erhob energisch Einsprüche gegen ein Referendum, auch wenn er dank der CNRT-Finte an einem möglichen Sieg für die Autonomielösung glaubte.[11]

 
Manuel Carrascalão bei der CNRT-Kampagne in Dili

Pro-indonesische Milizen (Wanra), die von indonesischer Armee und Polizei ausgebildet und ausgerüstet wurden,[13] reagierten auf die Ankündigung des Referendums mit massiver Einschüchterung und Bedrohung der Bevölkerung.[14] Regelmäßig drohten die Milizen, ein Meer aus Feuer würde auf Osttimor niedergehen, sollten sich die Einwohner für die Unabhängigkeit entscheiden.[13] Am 6. April 1999 verübten Wanras zusammen mit indonesischem Militär das Kirchenmassaker von Liquiçá, bei dem zwischen 61 und über 200 Menschen starben. Am 17. April kam es zu einem Massaker im Haus des Politikers Manuel Carrascalão, bei dem mindestens 14 Personen getötet wurden.[14] Daneben gab es zahlreiche weitere Morde mit einer kleineren Zahl von Opfern, so dass die Strategie des Militärs deutlich wurde, mit Einschüchterungen das Referendum zu beeinflussen.[15] Menschenrechtskommissarin Mary Robinson äußerte große Besorgnis über die angespannte Lage.[14]

Die Berichte des australischen Geheimdienstes über das Kirchenmassaker von Liquiçá beunruhigten Premierminister Howard derart, dass er Präsident Habibie zu einem Vier-Augen-Gespräch aufforderte. Am 27. April forderte Howard auf Bali von Indonesien erneut die Zusage, eine internationale Friedenstruppe nach Osttimor kommen zu lassen. Habibie lehnte erneut ab und drohte im Falle der Entsendung einer Friedenstruppe mit der sofortigen Aufgabe Osttimors und der Absage des Referendums, was zu einem Bürgerkrieg zwischen Integrationisten und Separatisten führen würde. Die Wahrscheinlichkeit eines Bürgerkrieges zweifeln Experten heutzutage an, da die Milizen nur mit Hilfe des indonesischen Militärs operieren konnten und nach dessen Abzug schnell ihre Aktivitäten einstellten. Auch seien die Milizen der FALINTIL klar unterlegen gewesen. Eurico Guterres, einer der prominentesten Milizenführer beklagte sich mal, dass selbst seine Leute zwar das Geld der Indonesier nehmen würden, dann aber trotzdem für die Unabhängigkeit stimmen würden. Habibie erklärte sich schließlich mit der Entsendung von 300 unbewaffneten UN-Polizisten einverstanden, entgegen dem Einspruch von Wiranto.[16]

Der Inhalt des ReferendumsBearbeiten

 
Der Wahlschein war für die Analphabeten mit Symbolen gekennzeichnet

Gemäß dem Abkommen zwischen Portugal und Indonesien vom 5. Mai 1999, das im Beisein von Kofi Annan unterzeichnet wurde, sollte die Bevölkerung Osttimors sich in dem Referendum für oder gegen eine Sonderautonomielösung innerhalb Indonesiens entscheiden. Für Analphabeten wurden die Alternativen auf dem Wahlschein mit den Flaggen Indonesiens („pro-Autonomie“) und des CNRT („contra“) dargestellt. Im Falle der Annahme der vorgeschlagenen Autonomie sollte Indonesien die neue Verfassung für die Special Autonomous Region of East Timor SARET, gemäß dem vorgeschlagenen Text, initialisieren und Portugal verpflichtete sich dafür zu sorgen, dass Osttimor von der Liste der Hoheitsgebiete ohne Selbstregierung der UN-Generalversammlung und von der Agenda des Weltsicherheitsrates und der Generalversammlung gestrichen wird.[10][17]

Im Falle der Ablehnung der Autonomielösung sollte Indonesien die Trennung von Osttimor, gemäß der Situation vor der Annexion am 17. Juli 1976 in die Wege leiten und die Hoheit über das Land an die Vereinten Nationen übergehen. Der UN-Generalsekretär Kofi Annan sollte dann Osttimor in die Unabhängigkeit führen. Unabhängig von der Entscheidung im Referendum sollten die Vereinten Nationen in der Übergangsphase zum letztendlichen Status eine adäquate Präsenz in Osttimor zeigen.[10]

Die Regierung der SARET sollte umfangreiche Vollmachten erhalten, Osttimor aber klar als Teil des indonesischen Territoriums definiert sein. Vor Entscheidungen der indonesischen Zentralregierung, die Osttimor betreffen, sollte die Regierung der autonomen Region konsultiert werden. Indonesien sollte für die äußere Verteidigung zuständig sein, weswegen auch die Streitkräfte Indonesiens weiterhin in Osttimor präsent sein sollten.[18]

Die Währungs- und Zollunion sollte bestehen bleiben und Indonesien verpflichtete sich die SARET bei ihrer wirtschaftlichen Entwicklung zu unterstützen. Ausländische Hilfe sollte über die Zentralregierung kanalisiert werden. Auch die Entscheidung über nationale Steuern blieb in der Hand der Zentralregierung, während man in der SARET lokale Steuern innerhalb der gesetzlichen Vorgaben hätte beschließen dürfen. Natürliche Ressourcen Osttimors sollten unter der Kontrolle der SARET bleiben, es sei denn, sie würden nach nationalem Recht als strategisch oder lebenswichtig klassifiziert. Für die Ausbeutung der Ressourcen sollten Kooperationen zwischen nationaler und lokaler Regierung möglich sein.[18]

Der Regierung der SARET sollte die Verantwortung über die nicht genannten Bereiche erhalten. Weiter wurde eingeschränkt, dass die gesetzlichen Arbeitnehmerrechte nicht eingeschränkt und Ämter und Posten in Regierung und Verwaltung nicht Osttimoresen vorbehalten werden dürften. Die Jurisdiktion der SARET beschränkte sich auf Verbrechen in Osttimor, mit der Ausnahme von Landesverrat, Terrorismus, Drogen und internationale Verbrechen.[18]

VorbereitungenBearbeiten

 
CNRT-Wahlkampfveranstaltung am 25. August 1999 in Dili

Am 5. Mai unterzeichneten Indonesien und Portugal ein Abkommen über die Ausführung des Referendums. Als Datum für die Abstimmung wurde zunächst der 8. August angestrebt. Die Abstimmung sollte direkt, geheim und allgemein durchgeführt werden.[19] Für die Sicherheit in Osttimor während des Referendums sollte Indonesien verantwortlich sein.[10][19] Die Atmosphäre während des Referendums sollte gemäß dem Abkommen „frei von Einschüchterung, Gewalt oder Einmischung von jeder Seite“ sein. Sowohl Indonesien als auch Portugal war es verboten, Werbekampagnen für ein Ergebnis durchzuführen.[19][17] Die UNAMET durfte aber eine Informationskampagne für die Wähler durchführen. Dies wurde über Fernseh- und Radiosendungen sowie gedrucktes Informationsmaterial betrieben.[17]

Ende Mai begann man mit dem Aufbau der UNAMET in Osttimor. Am 4. Juni wurde der UN-Stützpunkt in der Hauptstadt Dili eröffnet. Das Personal bestand aus acht regionalen UN-Beamten, 28 weiteren festen UN-Mitarbeitern, etwa 500 UN-Freiwilligen, 290 Polizisten, neun Presseoffizieren, 271 Verwaltungsangehörigen und 16 Sicherheitsbeamten aus über 70 Ländern. Die etwa 50 militärischen Verbindungsoffiziere folgten erst später im Juni. Etwa 4000 Osttimoresen spielten eine wichtige Rolle als lokale Helfer für den Wahltag als Übersetzer, in Verwaltung und Logistik und Wahlhelfer. Chef der UNAMET war der UN-Sonderbeauftragte für Osttimor Ian Martin. Noch im selben Monat erfolgte die Verteilung des UN-Personals auf alle 13 Distrikte Osttimors. Die seit April zunehmende Gewalt schwächte sich nach Ankunft der internationalen Beobachter und Medien etwas ab. Trotzdem blieb die Bedrohung. Bereits vor Eintreffen der UNAMET waren bis zu 40.000 Menschen gewaltsam aus ihren Häusern vertrieben worden, vor allem in den westlichen Distrikten. Die Zahl nahm durch die Aktivitäten der Milizen bis zum Referendum weiter zu. Die Wanras erhielten weiter Unterstützung von indonesischer Armee und Polizei. Zudem wurden sie in das Militärsystem immer mehr integriert und damit legitimiert. Eine Entwaffnung der Milizen kurz vor der Abstimmung war mehr zeremoniell als real. Bemühungen, Frieden zwischen den Konfliktparteien zu stiften, scheiterten auch deswegen, weil sie die Rolle der TNI nicht berücksichtigten.[20]

Vom 25. bis 30. Juni organisierten die osttimoresischen Bischöfe Carlos Filipe Ximenes Belo und Basílio do Nascimento das Dare-II-Friedens und Aussöhnungstreffen in Indonesiens Hauptstadt Jakarta, um ein Zusammenkommen der beiden Konfliktparteien zu erreichen. Teilnehmer war auch FALINTIL-Chef Xanana Gusmão, der zu diesem Zeitpunkt noch unter Hausarrest in Salemba/Jakarta stand. Erstmals seit 1975 traf er bei dieser Gelegenheit wieder mit seinem Mitstreiter José Ramos-Horta zusammen. Auch andere Unabhängigkeitsaktivisten konnten zu dem Treffen aus ihrem Exil im Ausland anreisen. Trotz einer „herzlichen Atmosphäre“ wurde kein Plan zur Verminderung der Feindseligkeiten zwischen den beiden Seiten beschlossen. Eine Reihe von Angriffen durch Milizen folgte bereits kurz nach dem Dare-II-Treffen.[21]

 
CNRT-Wahlkampfveranstaltung am 25. August 1999 in Dili

Aufgrund der angespannten Sicherheitslage wurde die Wählerregistrierung drei Tage verspätet vom 16. Juli bis 5. August durchgeführt.[22] Wahlberechtigt war, wer mindestens 17 Jahre alt war, in Osttimor geboren oder einen Elternteil hatte, der dort geboren wurde oder der Ehepartner hatte, auf den das zutraf.[23] Innerhalb von 22 Tagen erfasste man 451.792 Wähler, sowohl in Osttimor als auch in Übersee. Auch der geplante Abstimmungstermin vom 8. August musste auf den 30. August verschoben werden.[22][20][24] Ein Termin, der äußerst knapp war, da die indonesische Beratende Volksversammlung im September zusammenkommen würde und nur dieses die Legitimation hatte, das Ergebnis des Referendums in indonesisches Recht umzusetzen.[22] Indonesien schuf zur Vorbereitung die Task Force für die Durchführung des Volkskonsultation in Osttimor (indonesisch Satuan Tugas Pelaksanaan Penentuan Pendapat di Timor Timur,Satgas P3TT), die dem Ministerium für die Koordination politischer Angelegenheiten und Sicherheit unterstellt war. Als Vertreter des Militärs fungierte Generalmajor Zacky Anwar Makarim, der während des Referendums höchste Offizier in Osttimor. Die Task Force diente als Verbindung mit der UNAMET. Fast täglich fanden Treffen mit Vertretern der beiden Organisationen statt.[25] Die unabhängige Wahlkommission, die auf Basis des Abkommens vom 5. Mai geschaffen wurde, traf kurz nach Beginn der Wählerregistrierung in Dili ein. Sie bestand aus drei anerkannten internationalen Experten, die vom UN-Generalsekretär ernannt worden waren. Vorsitzender war Johann Kriegler, Mitglied der Wahlkommission Südafrikas. Beisitzer waren Pat Bradley, leitender Wahlbeamter für Nordirland und Bong-Suk Sohn, Kommissar der nationalen Wahlkommission Südkoreas.[26]

In der Weltöffentlichkeit fand das Referendum hohes Interesse. Etwa 600 Journalisten wurden bei der UNAMET akkreditiert. Die Vereinigten Staaten schufen in Dili einen konsularischen Ableger der Botschaft in Jakarta und eine Delegation des US-Kongresses besuchte Osttimor im August. Australien eröffnete in Dili ein Konsulat mit relativ großem Personal. Portugal und Indonesien entsandten beide Beobachterteams mit insgesamt 50 Mitgliedern, die bis zum Wahltag ganz Osttimor durchreisten. Weitere 2000 Beobachter wurden von der UNAMET akkreditiert, womit sie sich zu einem Verhaltenskodex verpflichteten, der sie zu neutralem Verhalten anhielt. Fast 500 Beobachter kamen mit Regierungsdelegationen aus Australien, Brasilien, Kanada, Chile, Irland, Neuseeland und Spanien sowie der Europäischen Union. Dazu kam eine große Zahl von Vertretern von Nichtregierungsorganisationen, sowohl internationale, als auch aus Indonesien und Osttimor selbst.[27] Darunter zehnn Wahlbeobachter der deutschen Menschenrechtsorganisation Watch Indonesia!, in Zusammenarbeit mit kirchlichen Hilfswerken.[4] Aus den beiden betroffenen Ländern wurden von der UNAMET rund 1700 Beobachter aus Nichtregierungsorganisationen akkreditiert. Viele kamen aus Studentenorganisationen oder waren politische Aktivisten, mussten aber ebenso die Neutralitätsverpflichtung unterzeichnen.[28] Das Carter Center und die International Federation for East Timor (IFET) hatten Beobachterteams auf Distriktebene. Seit der Besetzung Osttimors durch Indonesien 1975 hatte es nie eine solche intensive internationale Beobachtung gegeben.[27] Neben den neutralen Beobachtern ließ die UNAMET auch sogenannte „party agents“ zu, akkreditierte Beobachter des CNRT und der Dachorganisation der Milizen, der Vereinigte Front für Osttimor (UNIF). Sie durften am Tag der Abstimmung und der Auszählung beiwohnen.[28]

WahlkampfBearbeiten

UnabhängigkeitsbewegungBearbeiten

 
Flaggenzeremonie des CNRT bei der Wahlkampfveranstaltung

Die offizielle Wahlkampfzeit lief zwischen dem 14. August und dem 26. August. Zusammen mit der UNAMET wurden landesweit Zeitpläne erstellt, um die Veranstaltungen der beiden Seiten zu koordinieren und so Zusammenstöße zu vermeiden.[20][29]

Am 20. Juli berichtete Kofi Annan dem Weltsicherheitsrat, dass Aktivitäten von Milizen weiterhin Osttimoresen aus ihrem Heim vertrieben. Weiterhin wäre eine grundlegende Sicherheit und Freiheit nicht gewährleistet. Es gebe klar den Versuch, das Ergebnis des Referendums zu beeinflussen. Aktivitäten des CNRT würden eingeschränkt, und die Möglichkeit zum Zugriff auf unabhängige Medien sei für die Osttimoresen beschränkt, während die Pro-Autonomie-Kampagne bereits vor dem vereinbarten Zeitkorridor begonnen habe. Beamte würden ihre Büros und Budgets nutzen, um für die Autonomielösung zu werben. Außerdem würden Verwaltungsangestellte zu Gunsten der Autonomielösung unter Druck gesetzt.[22]

Die Führung des CNRT entschied sich bewusst für eine Kampagne auf kleinem Niveau. Zum einen wegen der Bedrohungslage durch die Milizen, zum anderen, weil man sich sicher war, dass 24 Jahre indonesische Besatzung den osttimoresischen Nationalismus ohnehin gestärkt hätten. Man konzentrierte sich daher mehr auf das Ziel der Aussöhnung innerhalb Osttimors, um ein stabiles und friedliches Umfeld für die Abstimmung zu schaffen. Im März 1999 forderte Xanana Gusmão die osttimoresischen Studenten auf, die treibende Kraft der Kampagne zu werden, da es für den CNRT selbst zu gefährlich erschien. Im April wurde das CNRT-Büro im Dili von Milizen zerstört, und die CNRT-Führung vor Ort musste untertauchen. Etwa 800 osttimoresische Studenten kehrten von indonesischen Universitäten nach Osttimor zurück, um die Kampagne der Unabhängigkeitsbefürworter zu unterstützen. Viele schlossen sich im Presidium Juventude Lorico Asuwain Timor Lorosa’e zusammen. Eine Ausnahme bildeten die Mitglieder des East Timor Students’ Solidarity Council (ETSSC), die sich vom CNRT und seinen Vertretern der Politikergeneration von 1975 abgrenzen wollten.[30] Später bekanntgewordene Unterlagen belegen, dass CNRT, ETSSC und die FRETILIN-Studentenorganisation OJETIL vom indonesischen Militär im Einsatzplan für das Referendum als „feindliche Kräfte“ geführt wurden.[29]

Die Studenten kehrten in ihre Heimatdörfer zurück oder gingen nach Dili. Sie konzentrierten sich auf Informationskampagnen und das Bekanntmachen der Symbole des CNRT, die als Zeichen für die Unabhängigkeit im Referendum verwendet werden sollten. Verteilt wurden Fotokopien, da lokale Druckereien sich scheuten, das Risiko einzugehen, Material für die Unabhängigkeitsbefürworter zu drucken. Mit Matebian Lian (deutsch Die Stimme des Matebian) wurde auch ein Radioprogramm etabliert, das allerdings im Untergrund arbeiten musste. Am 20. Mai töteten Mitglieder der Aitarak-Miliz in Hera zwei Studenten des ETSSC. An dem Mord sollen auch Soldaten der indonesischen Armee beteiligt gewesen sein. In Cova Lima brachten Laksaur-Milizionäre zwei weitere Studenten um. Der CNRT ordnete klar an, dass die Studenten nicht auf die Gewalt der Milizen reagieren durften. Man wollte jegliche Eskalation vermeiden, damit die indonesische Armee nicht behaupten könne, dass in Osttimor Bürgerkrieg herrsche, den man als Armee befrieden wolle.[30]

Die CNRT-Delegation zum Dare-II-Treffen kam mit Gusmão vom 1. bis 4. Juli in dem Haus zusammen, wo er seinen Hausarrest verbrachte. Man stellte ein eigenes Kampagnenteam auf, die Kommission für Planung und Koordination der Kampagne (portugiesisch Comissão de Planeamento e Coordenacão de Campanha CPCC). Man blieb bei der kleingehaltenen Kampagne, die sich auf einen Tür-zu-Tür-Wahlkampf und der Veröffentlichung der CNRT-Symbole beschränkte sowie dem Ziel, eine nationale Einheit und Stabilität zu erreichen. Die Flagge des CNRT (eine Ableitung von der Flagge der FALINTIL-Guerilla) war erst kurz vorher das erste Mal öffentlich in Osttimor gesetzt worden und noch nicht allen Osttimoresen bekannt. Der CPCC begann mit der Veröffentlichung einer Flugblattzeitung. Jeden zweiten Tag wurden 1300 Exemplare der Vox Populi verteilt. Dazu kam ein Radioprogramm unter demselben Namen.[30]

In den Distrikten Bobonaro, Ermera und Liquiçá konnte der CNRT aufgrund der Bedrohungen keine Büros eröffnen. Andere wurden schnell Ziel der Gewalt und zur Schließung gezwungen. So in Dili am 17. August, Manatuto am 19. August und Ainaro. Vor allem in der Zeit vom 14. zum 16. August kam es zu Morden an Unabhängigkeitsbefürwortern, weswegen der CNRT am 19. August schließlich seine Wahlkampfaktivitäten in den Distrikten einstellte. Am 25. August führte er seine einzige große Wahlkampfveranstaltung in Dili durch, während die Pro-Autonomie-Bewegung mehrere große Wahlkampfveranstaltungen durchgeführt hatte. Die CNRT-Veranstaltung, mit Tausenden Teilnehmern, verlief friedlich.[20][29]

Pro-Autonomie-BewegungBearbeiten

 
Wahlkampfveranstaltung der pro-indonesischen Mahidi-Miliz 1999

Den politischen Arm für die Pro-Autonomie-Bewegung bildete eine Reihe Anfang 1999 gegründeter Organisationen. Am 27. Januar 1999 gründeten sie das Forum für Einheit, Demokratie und Gerechtigkeit (indonesisch Forum Persatuan, Demokrasi dan Keadlian FPDK). Die Führung übernahm Domingos Maria das Dores Soares, der Regierungspräsident (Bupati) des Distrikts Dili. Im April wurde außerdem die Volksfront Osttimor (indonesisch Barisan Rakyat Timor Timur BRTT) gegründet mit Francisco Lopes da Cruz als Chef. Die am 23. Juni als Dachorganisation gegründete Vereinigte Front für Osttimor (UNIF) versammelte unter sich FPDK, BRTT und andere pro-indonesische Gruppen. Die neue Organisation stand unter der gemeinsamen Führung von Soares, Lopez da Cruz und Armindo Soares Mariano, dem Vorsitzenden des Provinzparlaments, dem Repräsentantenrat des Volkes (DPRD). João da Costa Tavares kommandierte die Milizen der UNIF, die in den „Streitkräften des Integrationskampfes“ (indonesisch Pasukan Pro-Integrasi PPI) alte Milizen und die Neugründungen von 1999 vereinigte.[31][32] Die Organisationen waren eng mit der Zivilverwaltung verbunden und wurde von ihr finanziert. Routinemäßig wohnten sie Treffen von Militär, Polizei und Regierung (Muspida) bei, obwohl sie keinen offiziellen Status hatten. In einer FPDK-Kampagne verunglimpfte man die UNAMET, was in der indonesischen Öffentlichkeit und über diplomatische Kanäle weit verbreitet wurde.[31]

Entgegen dem Abkommen vom 5. Mai führte die indonesische Zivilverwaltung Osttimors eine Kampagne für die Autonomielösung, bei der man mit Zwang und Anreizen arbeitete.[33] Osttimoresen wurden von Aktivisten und den Milizen gezwungen, sich öffentlich zu Indonesien zu bekennen, sowohl auf Demonstrationen, als auch durch das Setzen der Flagge Indonesiens vor deren Häuser. Ziel dieses Zwanges waren oft die Zivilangestellte der Verwaltung.[31] In einem Schreiben an die Beamten (Kepala Instansi Vertikal dan Otonomi) vom 28. Mai 1999 wies der Gouverneur an, dass Beamte, die Aktivitäten gegen die indonesische Regierung ausüben, entlassen werden müssten. Außerdem finanzierte die Zivilverwaltung die Milizen und pro-Autonomie-Kundgebungen, bei denen bewaffnete Milizionäre die Einwohner zur Anwesenheit zwangen.[33] Im Mai schrieb der indonesische Gouverneur Osttimors José Abílio Osório Soares die Regierungspräsidenten der Distrikte an, in denen er Budgetvorschläge für die „zivilen Verteidigungseinheiten“ (indonesisch Pam Swakarsa) und für „Ausgaben im Zusammenhang mit dem Autonomieplan“ einforderte. Jeder Distrikt erhielt vom Gouverneur einen Teil des staatlichen Sozialversicherungsfonds ausgezahlt, der wahrscheinlich in Teilen aus von der Weltbank bereitgestellten Mitteln bestand, um die Pro-Autonomielösung zu propagieren.[33]

Die Sicherheitslage vor der AbstimmungBearbeiten

Gemäß dem Abkommen vom 5. Mai wurden 300 unbewaffnete internationale Polizisten zur Unterstützung der UN-Wahlteams entsendet. Später wurden zusätzlich noch 50 militärische Verbindungsoffiziere entsandt, da man davon ausging, dass sie besser mit der TNI kommunizieren könnten. Osttimors Vertreter José Ramos-Horta blieb daher aus Protest der Unterzeichnung des Abkommens fern. Er warnte in einem Brief an Kofi Annan vor den Gefahren. Annan war sich des Problems bewusst. Er warnte, angesichts zunehmender Beschwerden, dass er die Abstimmung absagen würde, wenn die Sicherheitslage nicht akzeptabel sein sollte. Indonesien ging darauf nicht ein.[34]

Die Verantwortung für die öffentliche Sicherheit während des Referendums wurde im Abkommen der indonesischen Polizei übertragen. Institutionell war die Polizei gerade erst vom Militär abgetrennt worden und unterstand weiterhin General Wiranto. Die indonesische Armee sollte sich, gemäß Abkommen, „absolut neutral“ verhalten.[34] Den Verbindungsoffizieren der UNAMET gelang es nicht, genaue Informationen über Truppenstärke und Verteilung der indonesischen Streitkräfte zu erhalten. Man ging von etwa 15.000 Mann aus und bis auf Dorfebene in ganz Osttimor vertreten, was der Polizei aufgrund ihrer eigenen geringen Kapazität es schwer machte, unabhängig als Ordnungshüter aufzutreten, obwohl die Polizeikräfte für das Referendum auf 8700 Mann erhöht wurden. Viele davon waren aber Angehörige der Brimob, der Sondereinheit für Unruhen. Die Einheit war in Osttimor berüchtigt für ihre Gewalttätigkeit und ihre Rolle, bei zahlreichen schweren Menschenrechtsverletzungen in den 1990er-Jahren. Letztlich zeigte sich die Polizei als unfähig oder unwillig, die Gewalt während des Referendums einzudämmen. In der Regel traf sie nicht rechtzeitig im Falle von Übergriffen ein, noch konnte sie die Angreifer dingfest machen. Im Falle der Ermordung des Osttimoresen Bernadino Agusto Guterres am 26. August waren es sogar Mitglieder der Brimob, die den Mann in Becora (Dili) erschossen, während in der Nähe Milizen randalierten.[35]

 
Mitglieder der pro-indonesischen Laksaur-Miliz

Infolge der zahlreichen internationaler Beobachter im Lande kamen Großangriffe durch indonesische Armee und den Milizen zunächst seltener vor.[27] Die Milizen blieben aber bewaffnet und wurden nicht in ihrer Präsenz in den Dörfern gezügelt.[35] Sie wurden im Abkommen vom 5. Mai schlicht als zivile Schutzgruppen bezeichnet. Allein die Aitarak-Miliz im Distrikt Dili hatte 1521 registrierte Mitglieder.[13] Auch die regulären Truppen wurden nicht reduziert.[34] Selbst eine Kasernierung plante man im Abkommen vom 5. Mai weder für die indonesischen Kräfte, noch für die osttimoresische Guerilla der FALINTIL. Diese Frage war am 21. April, nach den Massakern im selben Monat, der Kommission für Frieden und Stabilität (KPS) unter General Wiranto überlassen worden. Sie bestand aus zwei Vertretern des CNRT, beziehungsweise der FALINTIL, zwei Befürwortern der Integration und Mitgliedern des indonesischen Militärs, Polizei und lokaler Verwaltung. Weder die Zivilgesellschaft, noch die Vereinten Nationen waren in die Arbeit der Kommission eingebunden. Die KPS erwies sich als ineffektiv, obwohl deren Mitglieder am 18. Juni eine Vereinbarung unterzeichnet hatten, in der man beiderseits erklärte, man würde auf alle Gewaltakte verzichten und alle Waffen einsammeln. Auch die Verantwortlichen für die Massaker im April wurden nicht zur Verantwortung gezogen.[35]

Im Juni 1999 warnte Oberst Tono Suratman, der militärische Oberbefehlshaber der indonesischen Armee in Osttimor, in einem Interview im australischen Fernsehen:

“I want to give you this message: If the pro-independence side wins, it is not going to be just the government of Indonesia that has to deal with what follows. The UN and Australia are also going to have to solve the problem and well, if this does happen, then there'll be no winners. Everything is going to be destroyed. East Timor won't not exist as it does now. It’ll be much worse than 23 years ago.”

„Ich möchte Ihnen diese Nachricht geben: Wenn die Seite der Unabhängigkeitsbefürworter gewinnt, wird nicht nur die Regierung Indonesiens mit den Folgen umgehen müssen. Die Vereinten Nationen und Australien werden ebenfalls das Problem lösen müssen und gut, wenn das passiert, dann wird es keine Sieger geben. Alles wird zerstört werden. Osttimor wird nicht mehr in der Form existieren, wie es heute es tut. Es wird viel schlimmer sein, als vor 23 Jahren.“[13]

Gleichzeitig betonte Suratmann, dass die indonesischen Sicherheitskräfte ihre Verantwortung zur Erhaltung von Ruhe und Ordnung ernst nähmen, ihre Zeit aber zu kurz gewesen sei, „nach 23 Jahren oder mehr innertimoresischer Gewalt“. Während der gesamten Wahlkampfzeit bestand das indonesische Militär darauf, dass die bewaffneten Milizen nur eine Antwort auf die FALINTIL seien. Die eigene Rolle bei der Gewalt ignorierte das Militär. Die UNAMET konnte aber nur zwei Vorfälle registrieren, bei denen Unabhängigkeitsbefürworter die Verantwortung trugen. Am 12. Juli tötete einer einen Pro-Integrations-Anhänger und ein Mitglied der Aitarak-Miliz wurde am 29. August in Becora umgebracht. Xanana Gusmão forderte daher eine Reduzierung der indonesischen Truppen in Osttimor und ihre Kasernierung, während General Wiranto die Entwaffnung der FALINTIL verlangte.[36]

Am 29. Juni griff die Miliz Dadarus Merah Putih (DMP) das UNAMET-Büro in Maliana an und am 4. Juli die Besi Merah Putih (BMP) einen Hilfskonvoi zwischen Liquiçá und Dili, obwohl dieser von Polizisten geschützt wurde.[35][21] Das Klima der Angst vertrieb bis Juni bereits 40.000 Menschen aus ihren Häusern. Bis Mitte Juli stieg die Zahl auf 60.000. Manche von ihnen waren Unabhängigkeitsaktivisten, die zum Ziel von Angriffen in ihren Heimatdörfern wurden, aber viele waren einfache Menschen, die vor Gewalt und Einschüchterungen flohen. In den größeren Ortschaften Osttimors und in Westtimor suchten sie Schutz.[22] Analysen der Vereinten Nationen kamen zu dem Schluss, dass die bewusst ausgelöste Massenflucht auch dazu dienen sollte, „den Eindruck zu erwecken, dass es eine große Unzufriedenheit betreffs des Referendums gäbe“, falls dieses zugunsten der Unabhängigkeit ausfallen sollte. Man hoffte, laut Erkenntnisse des australischen Nachrichtendienstes DIO, dass die Beratende Volksversammlung das Ergebnis dann zurückweisen würde.[15] Um das Referendum zu schützen, wies die Informationskampagne der UNAMET auf die geheime Stimmabgabe hin und dass die Vereinten Nationen auch nach dem Wahltag vor Ort bleiben würden.[22]

Am 7. Juli flog UN-Sonderbeauftragter Ian Martin nach Jakarta, um die Regierung direkt darauf hinzuweisen, dass den Vereinten Nationen die Verbindungen zwischen Militär und Milizen bekannt seien. Der diplomatische Druck brachte Indonesien dazu, die Sicherheitslage zu verbessern. Am 12. Juli Besuchte die indonesische Task Force, zusammen mit General Wiranto Osttimor. Die Gewalt nahm in den folgenden Tagen ab.[21] Oberst Suratman, der weiterhin Drohungen gegen die Unabhängigkeitsbewegung ausstieß, wurde auf Druck der UNAMET am 13. August 1999 als Oberbefehlshaber abgelöst. Stattdessen wurde er zum Brigadegeneral befördert und zum stellvertretenden Sprecher des TNI-Hauptquartiers ernannt.[37] Suratmans Nachfolger wurde Oberst Noer Muis.[36]

Obwohl es von Indonesien bei der Frage der Zahl der Sicherheitskräfte in Osttimor kein Entgegenkommen gab, erklärte die FALINTIL sich einseitig bereit, ihre Kämpfer in Lagern unter internationale Überwachung zu stellen. Man wollte damit belegen, dass man nicht die Quelle der Gewalt sei und das indonesische Militär so zu einer Gegenleitung bewegen. Am 12. August hatten sich alle 670 FALINTIL-Kämpfer in den Camps eingefunden, aber weder zog sich die Armee in die Kasernen zurück, noch wurden die Milizen entwaffnet. Zwar übergaben Milizionäre in Zeremonien in vier Distrikten zwischen dem 16. und 19. August einige Waffen der UNAMET, aber diese beobachtete, dass die Menge nur einen Teil der Gesamtwaffen der Milizen darstellte.[36]

 
Transport der Stimmzettel mit Hubschraubern

Am 18. August wurde die Delegation des US-Kongresses Zeuge von Gewalt in Suai. Generalmajor Makarim, der anscheinend neben seiner Aufgabe in der Task Force auch die Aktionen der Milizen leitete, wurde daraufhin abberufen. Ebenso die indonesischen Befehlshaber für Cova Lima und Bobonaro. Die Exzesse des Militärs wurden dadurch nicht gebremst.[36] Am 20. August wurde, wieder in Suai, eine Veranstaltung der Unabhängigkeitsbefürworter von Milizen angegriffen, in Manatuto wurden UN-Mitarbeiter durch Milizen bedroht.

Am 24. August zitierte Generalsekretär Kofi Annan aus einer Erklärung der unabhängigen Wahlkommission, dass die Wahlkampfzeit niemals „frei von Einschüchterung, Gewalt oder Einmischung (wie im Abkommen vom 5. Mai gefordert)“ gewesen sei.[36]

Während es bei der CNRT-Abschlussveranstaltung am 25. August in Dili friedlich blieb, kam es am nächsten Tag, dem letzten Tag der Wahlkampfzeit, beim letzten Aufmarsch der Autonomiebefürworter zu chaotischen Zuständen in Dili. Neben dem von Brimob erschossenen Bernadino Agusto Guterres wurden sieben weitere Menschen getötet. In der Nacht wurden die Büros des CNRT und der RENETIL niedergebrannt.[29]

Versuche bei binationalen Treffen zwischen Militärs aus Australien und Indonesien, die bekanntgewordenen Aktivitäten der indonesischen Armee in Osttimor anzusprechen, wurden von der australischen Regierung kritisiert. Man würde so die guten Beziehungen zu den indonesischen Streitkräften gefährden. UN-Generalsekretär Annan, dem die australischen Geheimdienstberichte bekannt waren, bat Australien im Geheimen, sich für den schlimmsten Fall vorzubereiten. Australien versetzte daraufhin 2000 Soldaten im Osttimor am nächsten gelegenen Darwin in Alarmbereitschaft.[16]

StimmabgabeBearbeiten

 
Transport der Stimmzettel mit Hubschraubern

Am 30. August, dem Tag der Abstimmung, bildeten sich schon bei Sonnenaufgang in ganz Osttimor lange Schlangen vor den Wahllokalen. Bei Sonnenaufgang waren es bereits 50 Prozent der Stimmberechtigten, die geduldig warteten. Viele der Wähler trugen zur Feier des Tages ihre beste Kleidung. Die Abstimmungszeit lief von 6:30 Uhr am Morgen bis 16:00 Uhr, doch an den meisten Orten waren bereits am frühen Nachmittag alle Stimmen abgegeben worden. Wer seine Stimme abgegeben hatte, ging schnell wieder nach Hause. Auch hier machte sich die bedrohliche Atmosphäre bemerkbar, auch wenn die Lage meistens friedlich blieb. In Atsabe wurden allerdings zwei osttimoresische UNAMET-Mitarbeiter von Milizionären ermordet.[20][38] Fünf Wahllokale gab es für Osttimoresen in Australien und Europa.[22] Trotz der Bedrohungslage lag die Wahlbeteiligung bei 98,6 % der registrierten Wähler.[20]

Noch bevor ausgezählt wurde, erklärte Indonesiens Außenminister Ali Alatas, dass die indonesische Regierung die Abstimmung anerkennen würde. Er nannte sie frei, friedlich und fair. Der Sprecher der Pro-Integrationsbewegung Basilio Araújo hingegen listete 37 angebliche Verstöße von UNAMET-Mitarbeiter auf und nannte das Referendum unfair. Die Wahlkommission prüfte anderthalb Tage, vom 2. bis zum 3. September und kam zu dem Schluss:[38]

“Whatever merit there might be in individual complaints regarding alleged misconduct and/or partiality on the part of the electoral staff, none of them, singly or collectively, impaired the process as such.”

„Unabhängig von der Begründetheit einzelner Beschwerden in Bezug auf mutmaßliches Fehlverhalten und/oder Befangenheit des Wahlpersonals beeinträchtigte keine dieser Beschwerden einzeln oder gemeinsam den eigentlichen Prozess.“[38]

AuszählungBearbeiten

 
Transport der Stimmzettel mit Hubschraubern

Die abgegebenen Wahlscheine wurden zur Auszählung nach Dili gebracht.[20] Mit dieser Maßnahme wollte man das Wahlgeheimnis schützen. Eine regionale, auf die Distrikte bezogene Auswertung des Stimmverhaltens konnte es daher nicht geben. Am Nachmittag des 30. Augusts brachten UNAMET-Mitarbeiter, unter Beobachtung der UN-Polizei, die abgegebenen Stimmzettel zu den Distrikthauptquartieren. Dort wurden sie unter Bewachung durch die UN-Polizei über Nacht eingelagert und am nächsten Tag von UNAMET-Mitarbeitern und UN-Polizei per Hubschrauber oder Autokonvoi in das Auszählungszentrum in Dili überführt. In Maliana wurde der UN-Hubschrauber beschossen und in Gleno und Atsabe kam es zu Gewalt und Einschüchterungsversuche durch Milizen, gegenüber den UNAMET-Teams, die die Wahlurnen transportierten.[39]

Sowohl die Stimmabgabe in mehreren Orten, als auch die Auszählung in Dili wurde von Beobachtern aus Portugal, Indonesien und anderen Ländern überwacht.[27] Das Auszählzentrum befand sich im Dili-Museum im Stadtteil Comoro. Ausgezählt wurde ohne Unterbrechung, rund um die Uhr, von UNAMET-Offiziellen aus dem ganzen Land. Von den großen Medien verließen die meisten Vertreter Osttimor noch am Tag der Stimmabgabe, ebenso einige internationale Beobachter. Währenddessen verschärfte sich die Sicherheitslage immer mehr.[39]

Am 1. September trafen Milizen in Dili ein und griffen Unabhängigkeitsbefürworter nahe dem UNAMET-Stützpunkt im Stadtteil Balide an. Ausländische Kameraleute filmten, wie ein Mann, der zu fliehen versuchte, von Milizionären eingefangen und zu Tode gehackt wurde. Hunderte Osttimoresen suchten im Colégio de São José, neben dem UNAMET-Stützpunkt Schutz. Auch im Distrikt Ermera kam es zu weiterer Gewalt, weswegen die UNAMET ihr Personal nach Dili evakuierte. Am 2. September umzingelten Milizionäre das UNAMET-Büro in Maliana, schossen in Rage und brannten Häuser nieder. Zwei UNAMET-Mitarbeiter wurden getötet.[39]

ErgebnisbekanntgabeBearbeiten

 
Auszählung

Man ging, nach Rücksprache mit der Task Force, davon aus, dass die Sicherheitslage besser bei Tageslicht unter Kontrolle gehalten werden könnte, wenn das Endergebnis des Referendums bekannt gegeben würde. Es wurde daher zeitgleich von UN-Generalsekretär Kofi Annan in New York (am 3. September abends) und UN-Sonderbeauftragter Ian Martin im Mahkota Hotel in Dili (am 4. September morgens um 9:00 Uhr) verkündet. Eine deutliche Mehrheit von 344.580 Stimmen (78,5 %) hatte sich für die Unabhängigkeit ausgesprochen, gegenüber 94.388 Stimmen (21,5 %) für die Autonomielösung.[20][39] Die Wahlkommission erklärte:[39]

“The Commission was able to conclude that the popular consultation had been procedurally fair and in accordance with the New York Agreements, and consequently provided an accurate reflection of the will of the people of East Timor. There can be no doubt that the overwhelming majority of the people of this troubled land wish to separate from the Republic of Indonesia.”

„Die Kommission gelangte zu dem Schluss, dass die Volkskonsultation verfahrensrechtlich fair und im Einklang mit den New Yorker Abkommen war und somit den Willen der Bevölkerung von Osttimor zutreffend widerspiegelte. Es besteht kein Zweifel, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung dieses unruhigen Landes sich von der Republik Indonesien trennen möchte.“[39]

FolgenBearbeiten

Verbrannte ErdeBearbeiten

 
Von pro-indonesischen Milizen niedergebrannte Schule in Wecian/Dotik (2000)

Wenige Stunden nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Abstimmung startete das indonesische Militär die Operation Donner (indonesisch Operasi Guntur) zur Bestrafung der Illoyalität der Osttimoresen.[40] Ziel war auch, den anderen Unabhängigkeitsbewegungen in Aceh, Westpapua und den Südmolukken zu zeigen, das Unabhängigkeit nur zu einem zu hohen Preis zu bekommen sei.[41] Die Vereinten Nationen hatten keine Pläne für diesen Fall, trotz mehrfacher Warnungen der Osttimoresen und durchgesickerter Dokumente mit den Plänen für den „Notfall“, in denen die Vertreibung der Bevölkerung und die Zerstörung Osttimors vorgesehen wurden.[4] Präsident Habibie warf den Vereinten Nationen vor, das Ergebnis zu früh bekannt gegeben hätten. Der Plan sei eigentlich gewesen, es bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am 7. September zu verkünden.[42]

Die enttäuschten Gegner der Unabhängigkeitsbewegung, die Wanra und die indonesische Armee massakrierten in vielen Landesteilen Menschen und hinterließen nach ihrem Abzug verbrannte Erde. Die meisten der 1200 bis 1500 durch indonesisches Militär und Milizen umgebrachten Menschen, wurden nach der Stimmabgabe getötet. 70 % der Bevölkerung musste aus ihren Häusern fliehen oder wurden von den Indonesiern nach Westtimor zwangsdeportiert, Häuser und Infrastruktur zerstört.[43]

 
Luftbild von den Zerstörungen in Dili
 
US-Verteidigungsminister William Cohen im Gespräch mit australischen Soldaten in Darwin, die nach Osttimor verlegt werden sollen (Sept. 1999)

Xanana Gusmão forderte in seiner Rede nach der Bekanntgabe des Ergebnisses zu Zurückhaltung auf:

“I appeal to all the people to hide yourselves, to not go out because the evil people who kill us, within these years still want to continue to do so, seeking to wipe out the Maubere people. I know, I have heard that Indonesian military in all places are shooting indiscriminately. I appeal that all people remain calm or leave their homes. Let them burn our homes, it doesn’t matter. Let them rob the things that individually we have sweated for, it doesn’t matter. I appeal to all the guerrillas, to commander Ruak, to all regional commanders, all my brothers and sisters to maintain your positions to not react to all of these things. We starve, we thirst, for 23 years and today I appeal, again to my dear brothers and sisters, to continue to endure. Endure the hunger. In order to save the people. Endure the thirst in order to save our country… I appeal to the commanders of the militias – João Tavares, Câncio de Carvalho, Eurico Guterres, Joanico, Edmundo, and others as well. I appeal to all brothers and sisters to think properly. We can create a new Timor Lorosa’e in love and peace.”

„Ich appelliere an alle Menschen, sich zu verstecken und nicht hinauszugehen, weil die bösen Menschen, die uns töten, dies in diesen Jahren noch immer tun wollen, um das Volk der Maubere auszulöschen. Ich weiß, ich habe gehört, dass das indonesische Militär an überall wahllos schießt. Ich appelliere, dass alle Menschen ruhig bleiben oder ihre Häuser verlassen. Lasst sie unsere Häuser verbrennen, das ist egal. Lasst sie die Dinge rauben, für die jeder einzelner von uns geschwitzt hat, es ist egal. Ich appelliere an alle Guerillas, an Kommandeur Ruak, an alle regionalen Kommandeure, an alle meine Brüder und Schwestern, an Ort zu bleiben und nicht auf all diese Dinge zu reagieren. Seit 23 Jahren hungern wir, es dürstet uns und heute appelliere ich wieder an meine lieben Brüder und Schwestern, es weiter zu ertragen. Erträgt den Hunger. Um die Menschen zu retten. Erträgt den Durst, um unser Land zu retten… Ich appelliere an die Kommandeure der Milizen - João Tavares, Câncio de Carvalho, Eurico Guterres, Joanico, Edmundo und die anderen auch. Ich appelliere an alle Brüder und Schwestern, genau nachzudenken. Wir können ein neues Osttimor in Liebe und Frieden erschaffen.“[44]

Am 6. September erklärte General Wiranto den militärischen Notstand für Osttimor. In derselben Nacht verhängte Habibie mit dem Präsidialdekret Nr. 107 von 1999 das Kriegsrecht für das Gebiet.[42] Taur Matan Ruak, nach Gusmão die Nummer Zwei in der FALINTIL und mit den anderen Guerilleiros in den Sammellagern, erklärte am 7. September, er könne seine Leute nicht mehr zurückhalten, auszubrechen und ihre Familien schützen. Dies hätte den Bürgerkrieg ausgelöst, den die indonesischen Militärführung wollte, um eine internationale Intervention zu verhindern.[44] Australien ergriff nun die Initiative und drängte die USA nun massiv, einzugreifen. Diese erhöhte nun ihrerseits den Druck auf die indonesische Regierung und garantierte Australien und der internationalen Eingreiftruppe militärische Rückendeckung.[45]

Habibie und sein Kabinett gaben schließlich am 12. September dem Druck nach und erklärten sich bereit, Friedenstruppen in Osttimor zuzulassen.[42][45] Armeechef Wiranto hatte noch zwei Tage zuvor für diesen Fall mit einem Staatsstreich gedroht.[46] Am 15. September verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Resolution 1264, mit der die Entsendung der internationalen Eingreiftruppe ermöglicht wurde.[47] Am 20. September landeten die ersten australischen Einheiten der internationalen Truppe INTERFET auf dem Flughafen Dili. 22 Staaten beteiligten sich an der Aufgabe, das Land zu befrieden, darunter auch Deutschland. Zu direkten Zusammenstößen zwischen INTERFET und indonesischer Armee kam es nicht. Sie zog aus Osttimor ab und hinterließ ein zerstörtes Land. Mit den Milizen kam es bis September 2000 zu 16 oder 17 bewaffneten Zusammenstößen, die auch zu Verwundungen oder Tod von Beteiligten führten. Viele Vorfälle fanden über die Grenze zu Westtimor statt.[48]

Nach der GewaltBearbeiten

 
Xanana Gusmão nach seiner Rückkehr nach Osttimor in Aileu

Am 19. Oktober 1999 erkannte die indonesische Beratende Volksversammlung das Ergebnis des Referendums an und entließ Osttimor aus dem indonesischen Staat. Osttimor kam unter UN-Verwaltung.[42] Der Verlust Osttimors hatte für Indonesiens Präsidenten Habibie Konsequenzen. Wollte er sich national und international als Demokrat darstellen, war er letztlich gezwungen, der demokratischen Entscheidung der Osttimoresen zu folgen. Die Entlassung Osttimors in die Unabhängigkeit war aber für die meisten Indonesier ein Schritt zu weit. In Surabaya stürmten 400 Demonstranten das australische Konsulat. Man warf dem Nachbarstaat Neokolonialismus vor. Auch vor Vertretungen anderer Staaten wurde demonstriert. Habibie gelang es nicht das Militär auf seine Linie zu bringen und die Vorwürfe aus dem Militär, Habibie würde die Einheit des Landes gefährden, taten ein übriges. Die Ablehnung gegen Habibie wurde so groß, dass er auf eine Kandidatur zur Wiederwahl 1999 verzichtete.[4][11][49][50] Neuer indonesischer Präsident wurde am 20. Oktober Abdurrahman Wahid.[42]

Doch auch die Ambitionen Wirantos auf das Präsidentenamt wurden durch das Verhalten des Militärs in Osttimor vorerst zerstört.[11] Der australische DIO war im September 1999 zum Schluss gekommen, dass das indonesische Militär das Ziel hatte, Osttimor als Teil Indonesiens zu erhalten und so seine und Wirantos Position im politischen System Indonesiens zu stärken und Habibie die Schuld für die Misere zuzuschieben.[15] Wiranto und die Anhänger des entlassenen Kopassus-Chefs Prabowo Subianto verkannten völlig die Situation. Sie verstanden nicht, dass unter Beobachtung der Weltgemeinschaft Lügen, die in der Vergangenheit Erfolg hatten, nicht mehr funktionierten.[49] Man konnte nicht Glauben machen, dass die Gewalt auf innere Kämpfe beruhe und das indonesische Militär nur minimal eingriff, wenn der australische Geheimdienst das Gegenteil verkündete und Kameras westlicher Sender indonesische Soldaten filmten, die Befehle an Milizionäre zum Schießen auf Zivilisten ausstellten. Auch wurden indonesische Soldaten dabei gefilmt, wie sie ihre Uniformen gegen osttimoresische Zivilkleidung wechselten und ihren militärischen Haarschnitt mit Perücken im Che Guevara-Stil bedeckten.[51]

 
Indonesiens Präsident Joko Widodo zu Gast bei seinem Amtskollegen Taur Matan Ruak in Dili (2016)

FALINTIL-Chef Xanana Gusmão durfte am 22. Oktober 1999 aus der indonesischen Gefangenschaft in seine Heimat zurückkehren.[48] Am 20. Mai 2002 erhielt Osttimor seine Unabhängigkeit zurück. Gusmão wurde von 2002 bis 2007 Osttimors Präsident und von 2007 bis 2015 Premierminister.

Die im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen und der Regierung Osttimors gegründete Empfangs-, Wahrheits- und Versöhnungskommission von Osttimor (CAVR) sammelte später Zeugenaussagen, Beweise und Berichte zu Menschenrechtsverletzungen während des gesamten Osttimorkonflikts. Am 31. Oktober 2005 übergab die CAVR an Präsident Xanana Gusmão einen über 2000 Seiten starken Bericht namens Chega! (genug, stop) über die Auswirkungen der indonesischen Besatzung und die Menschenrechtsverletzungen zwischen 1974 und 1999. Im November wurde eine Kopie dem Nationalparlament Osttimors und am 20. Januar 2006 den Vereinten Nationen ausgehändigt.[52]

Entgegen der Befürchtungen der Vergangenheit, haben die politischen Führer Osttimors keinen kommunistischen Staat gegründet, sondern demokratische Strukturen aufgebaut.[53] In Südostasien gilt Osttimor als das demokratischste Land,[54] mit der größten politischen Freiheit.[55] Osttimor und Indonesien führen gutnachbarliche Beziehungen.

BewertungBearbeiten

Rechtliche FragenBearbeiten

 
Reste eines indonesischen Militärpostens in Metinaro (Osttimor)

Der Osttimorkonflikt wurde, neben dem Kosovokrieg, zu einem der beiden Fälle 1999, die die Frage aufwarfen, wann die internationale Staatengemeinschaft eingreifen darf, um Menschenrechtsverletzungen zu verhindern und wann ein Volk das Recht auf Unabhängigkeit von einem anderen Staat hat.

Osttimor hat die größtmögliche Legitimation zur Unabhängigkeit erreichen können. Die Annexion durch Indonesien 1975 wurde, außer von Australien, international niemals anerkannt. Das Unabhängigkeitsreferendum wurde unter Aufsicht der Vereinten Nationen, mit Einverständnis von Indonesien durchgeführt. Die Abstimmung wurde international überwacht und die Bevölkerung entschied sich bei einer fast hundertprozentigen Beteiligung mit deutlicher Mehrheit für die Unabhängigkeit, obwohl den Menschen die Konsequenzen klar waren. Entsprechend wurde der neue Status Osttimors ohne Widerspruch weltweit anerkannt.[56]

UN-General-Sekretär Kofi Annan sagte in seiner Ansprache bei den Feiern zur Wiederherstellung der Unabhängigkeit Osttimors am 20. Mai 2002:

“I salute you people of East Timor for the courage and perseverance you have shown. Yours has not been an easy path to independence. You should be very proud of your achievement. That a small nation is able to inspire the world and be the focus of our attention is the highest tribute I can pay to you.”

„Ich salutiere Euch, dem Volk von Osttimor für den Mut und die Ausdauer, die Sie gezeigt haben. Ihr Weg zur Unabhängigkeit war nicht einfach. Sie sollen sehr stolz auf Ihre Leistung sein. Dass eine kleine Nation die Welt inspirieren und im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit stehen kann, ist der höchste Tribut, den ich Ihnen zollen kann.“[57]

Hier stellt sich nur die Frage, wie schnell die Staatengemeinschaft hätte Eingreifen müssen, um die Bevölkerung zu schützen, auch ohne die Zustimmung Indonesiens.[56]

Im Falle des Kosovo führte die NATO vom 28. Februar 1998 bis zum 10. Juni 1999 Luftschläge gegen Jugoslawien durch, zu dem der Kosovo allgemein anerkannt gehörte. Ein UNO-Mandat gab es hier nicht. Als Legitimation dienten die Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen durch jugoslawische Sicherheitskräfte gegen die Zivilbevölkerung. Erst mit der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates wurde die Übergangsverwaltungsmission der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK) eingerichtet. Über den zukünftigen Status des Kosovo konnte man sich nicht einigen. Noch immer haben nicht alle UN-Mitglieder den Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt. Auch nicht das ehemalige Mutterland Serbien.[56][58]

Valerie Epps, Juraprofessorin an der Suffolk University Law School kommt zu dem Schluss, dass angesichts der unterschiedlichen Bewertungen der Fälle internationale Mechanismen notwendig sind, die entscheiden, wann „extreme Umstände“ bestehen, die eine militärische Intervention und eine Sezession rechtfertigen. Staatliche Souveränität und Territoriale Integrität würden dann als Werte hinter gleiche Behandlung und das Recht auf Selbstverwaltung zurückgestellt.[58]

Bewertung der Unabhängigkeit OsttimorsBearbeiten

 
„Willkommen im jüngsten Land der Welt“. Begrüßungsplakat am Flughafen Dili (2000)

Kritik an der Bewältigung des Konflikts durch Referendum und dem Aufbau eines relativ stabilen unabhängigen Staates betraf die wirtschaftlichen Daten Osttimors bei seiner Entlassung in die Unabhängigkeit 2002. Osttimor war den Daten nach der ärmste Staat Asiens, 41 % der Bevölkerung lebte unter der Armutsgrenze, 60 % der Erwachsenen waren Analphabeten, 40 % der Kinder mäßig oder stark unterernährt. 2003 schrumpfte die Wirtschaft um drei Prozent, weil ein Teil der internationalen Präsenz abgezogen wurde. Ursprung der Probleme waren aber nicht die Vereinten Nationen, sie bestanden schon seit langem und konnten in der kurzen Zeit der UN-Verwaltung nicht gelöst werden. Angesichts der enormen Aufgabe des Aufbaus einer kompletten staatlichen Verwaltung aus dem Nichts, waren die Erwartungen vieler Kritiker zu hoch gegriffen, kritisierte der Chef der UN-Übergangsverwaltung Sérgio Vieira de Mello.[59] Von 2000 bis 2011 hat Osttimor jedoch seine Entwicklungsstufe um 20 % gesteigert, mehr als jedes andere Land auf der Welt.[60] Die Analphabetenrate lag 2015 nur noch bei 15,7 %.[61] 2008 lobte die UNICEF Osttimor, da es zwischen 1990 und 2006 die Kindersterblichkeit um 40 % gesenkt habe.[62] Allein von 2004 bis 2010 sank sie von 80 auf 44 Todesfälle bei 1000 Geburten.[63][64] Ein Grund für die sinkenden Raten bei der Kindersterblichkeit ist die zunehmende medizinische Versorgung.[65]

So sieht die Mehrheit der Kommentatoren Osttimor als einen überwiegenden Erfolg,[59] auch wenn der Schutz der Bevölkerung, vor und nach dem Referendum klar misslang.[4] Der letztendlich erfolgreiche Aufbau des Staates Osttimor gelang aufgrund der vielen positiven Faktoren für die Vereinten Nationen nach dem Referendum, auf die keine andere Mission sonst sich stützen konnte. Die Rolle der Vereinten Nationen war in anderen Konflikten, wie zum Beispiel beim Wiederaufbau im Irak deutlich kleiner. Hier war zum Beispiel der politische Wille zur Ausweitung von UN-Maßnahmen innerhalb der irakischen Regierung, der Bevölkerung und, aufgrund der Sicherheitslage, auch bei den Vereinten Nationen selbst bescheiden. Die osttimoresische Bevölkerung hatte selbst für den „Regimewechsel“ gestimmt, so dass die Vereinten Nationen von ihr und ihrer Führung umfassend unterstützt wurden. Osttimor war zudem während der UN-Verwaltung frei von internen Konflikten.[59]

Strafverfolgung und Bedeutung für IndonesienBearbeiten

 
Grafitto in Dili (2013)

Der frühere Vorsitzende des indonesischen Verfassungsgerichts Mahfud erklärte 2019 mit Blick auf die Unruheprovinz Aceh, dass Referenden für Teile des heutigen Indonesiens nicht in Frage kämen. Osttimor sei ursprünglich nicht Teil Indonesiens gewesen, weil verschiedene Kolonialmächte die Gebiete beherrschten. Daher durfte Osttimor über seinen Status abstimmen. Im Falle Westpapuas, wo 1969 ein Referendum durchgeführt wurde, bei dem das Ergebnis zu 100 % für den Anschluss an Indonesien stimmte, sei die Verfassung Indonesiens noch nicht konsolidiert gewesen.[66]

Das Scheitern des Plans des indonesischen Militärs, durch das Chaos Osttimor im Staatenverbund zu halten und General Wiranto an die Spitze Indonesiens zu bringen, hat den Einfluss des Militärs im Land geschwächt, wenn auch nicht beendet. Ein Haftbefehl gegen Wiranto von 2004 des Special Panels for Serious Crimes (SPSC), das die Menschenrechtsverletzungen in Osttimor verfolgte, ignorierte Indonesien, beziehungsweise wurde er vom osttimoresischen Generalstaatsanwalt Longuinhos Monteiro nicht an Interpol weitergeleitet.[67] Später trat Wiranto, ebenso wie der ehemalige Kopassus-Chef Brigadegeneral Prabowo, mehrmals zu Präsidentenwahlen als Kandidat an und bekleidete wichtige Ministerämter. Trotzdem sieht man Indonesien durch die Schwächung des Militärs heute als demokratischer und stabiler, als wenn es 1999 unter das Regime von Wiranto gekommen wäre. Osttimors Regierung achtete in den Jahren nach der Unabhängigkeit darauf, durch einen Versöhnungprozess die demokratischen Nachfolger Habibies nicht zu gefährden.[51]

Das Ausbleiben der strafrechtlichen Verfolgung der Verantwortlichen der Gewalt von 1999 (mit Ausnahme von Tätern auf der unteren Ebene) wird von vielen Seiten kritisiert.[68][69] Auch 20 Jahre nach den Ereignissen waren die Wunden nicht verheilt. 2019 musste der osttimoresische Fernsehsender GMN TV die Ausstrahlung eines Interviews mit Eurico Guterres absagen, nachdem es gegen die Ankündigung in den sozialen Netzwerken großen Protest gab. Guterres hatte sich, wie die anderen führenden Köpfe der Milizen, nach Indonesien abgesetzt. Zwar wurde er zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, verbrachte aber nur zwei Jahre in Haft.[70] Proteste gab es auch, als die Kommission für die Feierlichkeiten des zwanzigjährigen Jubiläums unter Xanana Gusmâo entschied, dass der neue Park an der Brücke von Bidau Lecidere den Namen Jardín B. J. Habibie erhalten soll.[71]

2015 rief die Regierung Osttimors unter Premierminister Rui Maria de Araújo die Politik des „Ent-trauern der Nation“ (tetum Dez-lutu Nasional) oder „Ablegen des Schwarzen“ aus. Die Erinnerung an die Vergangenheit solle nun mehr in Gedenken vollzogen werden, als wie bisher in Trauer. Kritiker merken an, dass viele Familien mit der Trauer noch nicht abschließen können, da die sterblichen Überreste ihrer Verwandten noch nicht gefunden wurden. Von vielen Opfern der Besatzung fehlt jede Spur, auch vom Volksheld Nicolau Lobato, dessen Todestag am 31. Dezember 2015 den Abschluss des Dez-lutu Nasional darstellen sollte.[72]

Kritik an der Umsetzung des ReferendumsBearbeiten

 
Zerstörungen in Dili (2000)

Hugh White, 1999 stellvertretende Sekretär für Strategie im australischen Verteidigungsministerium, kritisierte 2008 die Zurückhaltung Australiens bei der Forderung nach der Entsendung einer internationalen Friedenstruppe im April 1999. Man habe trotz der Geheimdienstberichte auf diese Weise „die letzte Chance verpasst, die Katastrophe vom September 1999 zu verhindern“.[16] Auch die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Mary Robinson erklärte im Nachhinein, man hätte bereits vor dem Referendum UN-Truppen entsenden sollen.[4] Andere Experten gehen davon aus, dass die Vereinigten Staaten die Verbrechen vor und nach dem Referendum hätten verhindern können, hätten sie nicht erst im September den politischen, militärischen und wirtschaftlichen Druck ausgeübt, wie sie es taten, als es um die Entsendung der INTERFET ging.[73] Auch der rot-grünen, deutschen Bundesregierung werden Versäumnisse vorgeworfen. Man habe die guten Kontakte Indonesiens nicht genutzt.[4]

Allgemein kommt man zu dem Schluss, dass es ein Fehler war, das Referendum ohne grundlegender internationaler Militärpräsenz durchzuführen, zumal kein Osttimorese Zweifel daran hatte zu wissen, was passieren würde.[74][4] In Maliana verschwand am Vortag des Referendums die gesamte Bevölkerung aus der Stadt, kam um 4 Uhr morgens zur Stimmabgabe aus den Bergen, um danach wieder zu verschwinden. Trotz dem Wissen über die Gefahr gingen die Osttimoresen wählen.[74] Es ist eher nicht nachvollziehbar, wie lange es dauerte bis die Vereinten Nationen dies erkannten und die Eingreiftruppe schickten. Die bisherige indonesische Politik und der Einfluss des Militärs hätten schon zu Beginn erkennen lassen müssen, dass es zu Gewalt kommen würde. Doch gegen entsprechende Maßnahmen gab es international zu großen Widerstand. Auch von Deutschland, das traditionell gute Beziehungen zu Indonesien hat und dessen Politik den Osttimorkonflikt lange ignorierte. Erst der öffentliche Druck, entstanden durch Berichterstattung in den Medien, Nichtregierungsorganisationen und der katholischen Kirche zeigte Wirkung.[4]

Als Lehren für zukünftige Volksbefragungen zur Lösung von Konflikten kommt man zu drei Ergebnissen:

  • Nur, wenn es im Interesse aller Parteien ist, zusammen zu arbeiten, kann man gegebenenfalls auf militärischen Schutz beim Referendum verzichten
  • Wo die Interessen der Konfliktparteien klar auseinandergehen, sind Wähler in akuter Gefahr
  • In diesem Fall kann eine neutrale Ordnungskraft großangelegte Repressalien gegen Wähler verhindern.[74]

Anfang 1999 sah man sich aber weder bei den Vereinten Nationen, noch in Australien dazu fähig, dem viertgrößten Land der Welt und respektiertem Mitglied der Staatengemeinschaft zu sagen, wenn es Sicherheitsgarantien abgibt, dass man der Landesregierung nicht glaube. So die Aussage eines UN-Mitarbeiters im Jahr 2000.[48]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

BelegeBearbeiten

HauptbelegeBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Frédéric Durand: Three centuries of violence and struggle in East Timor (1726–2008), Online Encyclopedia of Mass Violence
  2. Tirto.id: Mengingat Referendum, Jalan Panjang Kemerdekaan Timor Leste, 31. August 2016, abgerufen am 1. August 2019.
  3. a b Braithwaite, Charlesworth, Soares 2012, S. 106–107.
  4. a b c d e f g h i j k l m Monika Schlicher: Intervention in Asien: Das Beispiel Osttimor – Konfliktlösung ohne ausreichende Prävention, März 2004, In: Prof. Thomas Hoppe (Hrsg.): Schutz der Menschenrechte, Zivile Einmischung und militärische Intervention – Analysen und Empfehlungen, Projektgruppe Gerechter Friede der Deutschen Kommission Justitia et Pax, 2004 / Verlag Dr. Köster, Berlin, Kapitel 6, S. 257–300.
  5. a b David Stevens: Strength through diversity: The combined naval role in Operation Stabilise, Working paper No. 20, Sea Power Centre – Australia (Memento vom 10. September 2012 im Internet Archive)
  6. Ruth Elizabeth Nuttall: The Origins and Onset of the 2006 Crisis in Timor-Leste, S. 85, Doktorarbeit, The Australian National University, Februar 2017, abgerufen am 31. Juli 2019.
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