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Lolotoe (Verwaltungsamt)

Verwaltungsamt in Osttimor
Verwaltungsamt Lolotoe
Lolotoe (Verwaltungsamt) (Osttimor)
Red pog.svg
Grenzposten im Suco Lebos, Lolotoe
Verwaltungssitz Lolotoe (Deudet)
Fläche 172,72 km²[1]
Einwohnerzahl 6.845 (2015)[1]
Sucos Einwohner (2015)[1]
Deudet 454
Gildapil 1.208
Guda 966
Lebos 966
Lontas 612
Lupal 1.058
Opa 1.581
Übersichtskarte
Verwaltungsgliederung von Bobonaro
Lage der Gemeinde Bobonaro

Lolotoe ist ein osttimoresisches Verwaltungsamt (portugiesisch Posto Administrativo) in der Gemeinde Bobonaro. Der Verwaltungssitz befindet sich im Suco Deudet im Ort Lolotoe.[2]

GeographieBearbeiten

 
Städte und Flüsse von Lolotoe

Bis 2014 wurden die Verwaltungsämter noch als Subdistrikte bezeichnet. Vor der Gebietsreform 2015 hatte Hato-Udo eine Fläche von 169,31 km².[3] Nun sind es 172,72 km².[1]

Lolotoe liegt im äußersten Süden der Gemeinde Bobonaro. Im Süden und Osten grenzt es an die Gemeinde Cova Lima, im Norden an die Verwaltungsämter Bobonaro und Maliana und im Westen an das indonesische Westtimor.

Das Verwaltungsamt teilt sich in sieben Sucos: Deudet, Gildapil (Gilapil), Guda, Lebos, Lontas, Lupal (Lupai) und Opa. Im Norden von Gildapil liegt der Berg Leber (1403 m).

Für das Gebiet wird mit 2.837 mm die größte jährliche Niederschlagsmenge in Osttimor angegeben.[4]

EinwohnerBearbeiten

Im Verwaltungsamt leben 6.845 Menschen (2015), davon sind 3.383 Männer und 3.462 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 39,6 Einwohner/km².[1] Der Altersdurchschnitt beträgt 20,7 Jahre (2010,[3] 2004: 18,6 Jahre[6]). Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Nationalsprache Bunak. Lolotoe ist eines der Zentren der Bunak in Osttimor.[6] Als Zweitsprache ist die Amtssprache Tetum weit verbreitet. Bahasa Indonesia wurde während der Besatzungszeit verwendet, die Älteren sprechen noch Portugiesisch. Dieses wird auch in den Schulen unterrichtet.[7]

GeschichteBearbeiten

Im 18. Jahrhundert beteiligte sich das Reich von Lolotoe an der Cailaco-Rebellion gegen die Portugiesen.[8]

1999 kam es im damals von Indonesien besetzten Osttimor zu einer Gewaltwelle durch pro-indonesische Milizen (Wanra) und dem indonesischen Militär, die das anstehende Unabhängigkeitsreferendum zu Gunsten der Besatzer entscheiden wollten. Ende Mai war davon auch der damalige Subdistrikt Lolotoe betroffen. Es kam zu willkürliche Verhaftungen, Missbrauch, Vergewaltigungen, Folter und Mord.[9]

Indonesische Soldaten und Mitglieder der Miliz Kaer Metin Merah Putih (KMP) trieben Mitglieder und vermeintliche Unterstützer des CNRT zusammen, der Dachorganisation der Unabhängigkeitsbewegung Osttimors. Viele wurden geschlagen und gefoltert. Frauen wurden in einem genannten Rape houses vergewaltigt. 2005 fand man in Lolotoe ein Massengrab mit 30 Unabhängigkeitsbefürwortern, die hier umgebracht wurden.

Anfang 2010 gab es Berichte, dass Bewaffnete, die sich als Ninjas verkleidet haben, die Bevölkerung in den Distrikten Cova Lima und Bobonaro terrorisieren. Unter anderem wurde ihnen der Mord an einem 15-jährigen Mädchen im Suco Gildapil zur Last gelegt. Timoresische Polizei (PNTL) und Armee (F-FDTL) entsandten daraufhin Einheiten, um gegen die Verbrecher vorzugehen.[10]

PolitikBearbeiten

Der Administrator des Verwaltungsamts wird von der Zentralregierung in Dili ernannt. 2015 war dies Almeiro dos R. Pereira.[11]

WirtschaftBearbeiten

70 % der Haushalte im Verwaltungsamt bauen Kaffee an, womit Lolotoe das Anbauzentrum im Gemeinde ist. Außerdem pflanzen 84 % Maniok, 85 % Mais, 79 % Gemüse, 70 % Kokosnüsse und nur 5 % Reis.[12]

PartnerschaftBearbeiten

Seit 2009 gibt es eine Partnerschaft mit dem australischen Mount Alexander Shire.[13]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lolotoe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Jornal da República: Diploma Ministerial n.o 24/2014 de 24 de Julho – Orgânica dos Postos Administrativos (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  3. a b Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (Memento vom 12. August 2011 im Internet Archive) (PDF; 2,5 MB)
  4. Asian Development Bank: TIM: District Capitals Water Supply Project – Rehabilitation of Lake Lehumo, September 2011, abgerufen am 23. Februar 2014.
  5. a b Seeds of Life
  6. a b Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (Memento vom 13. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 14 MB)
  7. Bobonaro District Development Plan 2002/2003 (Memento vom 28. März 2009 im Internet Archive) (PDF-Datei; 566 kB)
  8. History of Timor (Memento vom 24. März 2009 im Internet Archive) (PDF; 824 kB) – Technische Universität Lissabon
  9. 1999 Crimes against humanity in East Tiomor (Memento vom 2. Februar 2010 im Internet Archive)
  10. Wikinews, 24. März 2010, „Ninjas“ in Timor-Leste?
  11. Ministério da Administração Estatal: Administração Municipal (Memento vom 1. Juni 2016 im Internet Archive)
  12. Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (Memento vom 9. April 2015 im Internet Archive) (PDF; 9,8 MB)
  13. Bendigo Advertiser, 31. Dezember 2008, Ties to Timor

Koordinaten: 9° 10′ S, 125° 16′ O