Dare (Dili)

Siedlung in Osttimor
Dare
Verlassene Kirche bei Dare
Daten
Fläche 17,33 km²[1]
Einwohnerzahl 2.994 (2015)[1]
Chefe de Suco Gil Araújo
(Wahl 2016)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Casnafar 117
Coalau I 510
Coalau II 282
Fatu Naba 281
Fila Beba Tua 325
Fuguira/Bauloc 207
Leilaus 208
Lemorana 295
Nahaec 511
Suca Lau 258
Der Suco Dare.
Dare (Osttimor)
Dare
Koordinaten: 8° 36′ S, 125° 34′ O

Dare ist ein osttimoresischer Suco Dare im Verwaltungsamt Vera Cruz (Gemeinde Dili). „Dare“ bedeutet auf Mambai „Zitronenbaum“.[2]

GeographieBearbeiten

Dare
Orte Position[3] Höhe
Casnafar 8° 36′ S, 125° 32′ O 101 m
Bematua 8° 36′ S, 125° 34′ O 587 m
Dare 8° 36′ S, 125° 34′ O 495 m
Fatu Naba 8° 36′ S, 125° 35′ O 645 m
Laulara Lama 8° 36′ S, 125° 33′ O 558 m
Leilaus 8° 36′ S, 125° 33′ O ?
Nahaec 8° 36′ S, 125° 35′ O 545 m
 
Im Gebiet der Aldeia Suca Lau

Der Suco Dare bildet den Süden des Verwaltungsamts Vera Cruz. Östlich befindet sich der Suco Balibar, nördlich die Sucos Lahane Oriental, Vila Verde und Bairro Pite und nordöstlich der Suco Manleuana. Im Westen reicht Dare bis an die Gemeinde Liquiçá, im Süden grenzt es an die Gemeinde Aileu. Die Südgrenze von Dare bildet größtenteils der Fluss Bemos, der später als Beinas in den Rio Comoro mündet, der wiederum der Westgrenze zu Liquiçá folgt. Im Norden Dares entspringen zwei weitere Flüsse, die in der Regenzeit nach Norden abfließen. Der Maloa folgt dann der nordwestlichen Grenze zwischen Vera Cruz und Dom Aleixo.[4][5] Seit der Gebietsreform 2015 hat Dare eine Fläche von 17,33 km².[1]

Neben dem Ort Dare liegen im Suco die Ortschaften Casnafar (Kasanafar), Fatu Naba (Fatunabe, Fatunaba), Laulara Lama, Leilaus, Nahaec (Nahaek) und Bematua (Bemarua).[5][6] Der Suco wird in zehn Aldeias unterteilt: Im Nordosten liegen Nahaec, Fatu Naba und Suca Lau und im Norden Fuguira/Bauloc und Lemorana. Das Zentrum bilden Coalau II, Fila Beba Tua und südlich Coalau I. Im Westen befinden sich Leilaus und Casnafar.[5][7]

Nördlich vom Ort Dare befindet sich ein katholisches Schulzentrum mit Grundschule und Prä-Sekundarschule, im Ort eine Krankenstation. In Fatu Naba gibt es eine zweite Grundschule.[8] Dort liegt auch das Mahnmal zur Schlacht um Timor. Es wurde von australischen Veteranen 1969 errichtet und ist den Timoresen gewidmet, die den australischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg im Kampf gegen die japanischen Invasoren unterstützten. Zwischen 1942 und 1945 starben durch die Kämpfe und die Besatzung 40.000 Timoresen. Das Mahnmal besteht nur aus einem Betonblock mit zwei Flaggenmasten, an denen die Flaggen Australiens und Osttimors hängen. Außerdem gibt es zwei Bronzetafeln: Eine von 1969 auf Portugiesisch, eine von 1999 auf Englisch, die australische Soldaten nach der Krise in Osttimor 1999 hinzufügten. 2009 wurde das Denkmal von australischen Soldaten neu errichtet, weil das alte bereits zerfiel.[8] Seit 2010 gehören dazu auch ein Museum und ein Café.[9][10]

EinwohnerBearbeiten

 
Feierlichkeiten in Dare (2018)

Im Suco leben 2994 Einwohner (2015), davon sind 1528 Männer und 1466 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 172,7 Einwohner/km². Im Suco gibt es 437 Haushalte.[1] Über 96 % der Einwohner geben Tetum Prasa als ihre Muttersprache an. Minderheiten sprechen Mambai oder Lolein.[11]

GeschichteBearbeiten

 
Australisches Mahnmal zum Zweiten Weltkrieg

1951 wurde das Priesterseminar Nossa Senhora da Fatima von Soibada nach Dare verlegt. Das Colégio de São José wurde davon 1983 als eigene Institution abgetrennt und befindet sich nun in Balide.

Am 10. Juni 1980 griffen FALINTIL-Einheiten unter anderem militärische Einrichtungen der indonesischen Besatzung in Dare und Fatu Naba an. Es war der erste größere Angriff, auch „levantamento“ (portugiesisch Erhebung, Aufstand) genannt, seit 1978. Das indonesische Militär tötete als Vergeltung daraufhin über 100 Menschen, die in der Nähe des Überfallsort lebten, und folterte oder verbannte Angehörige von Widerstandskämpfern auf die als Gefängnisinsel benutzte Insel Atauro.[12]

1999 kam es während der Gewaltwelle nach dem Unabhängigkeitsreferendum zu massiven Ausschreitungen in Dare. Von „wahllosem Töten“ durch pro-indonesische Milizen und indonesische Spezialeinheiten wurde berichtet.[13][14]

PolitikBearbeiten

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde José dos Santos zum Chefe de Suco gewählt.[15] Bei den Wahlen 2009 gewann Abel dos Santos[16] und 2016 Gil Araújo.[17]

WeblinksBearbeiten

Commons: Dare (Dili) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Geoffrey Hull: The placenames of East Timor, in: Placenames Australia (ANPS): Newsletter of the Australian National Placenames Survey, Juni 2006, S. 6 & 7, (Memento vom 14. Februar 2017 im Internet Archive) abgerufen am 28. September 2014.
  3. Atlanten der zwölf Gemeinden und der Sonderverwaltungsregion Osttimors, Stand 2019 (Direcção-Geral de Estatística DGE).
  4. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  5. a b c Direcção-Geral de Estatística: Atlas der Gemeinde Dili, abgerufen am 21. Dezember 2020.
  6. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (Memento vom 3. Dezember 2011 im Internet Archive) (PDF; 448 kB)
  7. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (portugiesisch; PDF; 323 kB)
  8. a b Australisches Verteidigungsministerium, 29. Mai 2009, Dare Memorial
  9. Secretaria de Estado da Cultura: Opening of the Dare Memorial: Cafe and Museum, 18. März 2010 (Memento vom 4. Februar 2016 im Internet Archive)
  10. Timor Tourism: Australian World War II Memorial (Memento vom 16. Dezember 2015 im Internet Archive), abgerufen am 24. November 2015.
  11. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Dare (tetum; PDF; 8,1 MB)
  12. „Part 3: The History of the Conflict“ (Memento vom 7. Juli 2016 im Internet Archive) (PDF; 1,4 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  13. Tagesspiegel, 12. September 1999, Jakarta gibt der UN grünes Licht für die Durchsetzung der Wahlentscheidung vom 30. August
  14. Tagesspiegel, 12. September 1999, Überlebende berichten von Gräueltaten in der Hauptstadt Dili
  15. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 – Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  16. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 – Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  17. Jornal da República: Lista Naran Xefe Suku Eleito 2016, 2. Dezember 2016, abgerufen am 17. Juni 2020.

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