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Hera
Die Kirche São Tiago de Hera
Der Suco Hera liegt im Osten des Verwaltungsamts Cristo Rei. Der Ort Hera liegt auf halbem Wege zwischen Dili und Metinaro.
Daten
Fläche 53,10 km²[1]
Einwohnerzahl 8.853 (2015)[1]
Chefe de Suco Simão Pedro Ribeiro
(Wahl 2009)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Acanuno 2.562
Ailoc Laran 1.691
Halidolar 2.054
Moris Foun 470
Mota Quic 1.659
Sucaer Laran 417
Hera (Osttimor)
Hera
Hera
Koordinaten: 8° 32′ S, 125° 41′ O

Der osttimoresische Ort und Suco Hera liegt im Verwaltungsamt Cristo Rei der Gemeinde Dili.

OrtsnameBearbeiten

Der Ortsname Hera stammt aus dem Mambai, das in der Region traditionell gesprochen wurde, bevor sich hier das Tetum etablierte. „Hera“ bedeutet „Erdspalte“.[2]

Der OrtBearbeiten

 
Der Markt von Hera

Hera liegt 16 km östlich der Landeshauptstadt Dili, im Osten des Sucos, auf einer Meereshöhe von 29 m. 10 km auf der Küstenstraße nach Osten erreicht man Metinaro (4 km Luftlinie).

Der Hafen wurde von 2000 bis 2003 ausgebaut, damit auch größere Fischerboote anlegen und die Bewohner mit Fisch versorgen können.

In Hera sind die Boote der osttimoresischen Marine stationiert. Zum Marinestützpunkt gehört auch eine Klinik. Außerdem gibt es im Ort eine Schule zur Vorbereitung auf die Sekundärstufe und eine Polizeistation.[3] Die römisch-katholische Kirche São Tiago de Hera ist Jakobus dem Älteren geweiht.

Der SucoBearbeiten

Hera
Orte Position[4] Höhe
Acanuno 8° 33′ S, 125° 39′ O 179 m
Ailelehun 8° 33′ S, 125° 37′ O 302 m
Ailoc Laran 8° 33′ S, 125° 41′ O 139 m
Airiti 8° 33′ S, 125° 39′ O 220 m
Bemanotolu 8° 32′ S, 125° 41′ O m
Beraka 8° 32′ S, 125° 41′ O 92 m
Berukulun 8° 33′ S, 125° 40′ O 133 m
Besidada 8° 33′ S, 125° 40′ O 52 m
Bidik 8° 33′ S, 125° 40′ O 52 m
Caremon 8° 34′ S, 125° 40′ O 389 m
Hera 8° 32′ S, 125° 41′ O 29 m
Jembatankik 8° 33′ S, 125° 40′ O 23 m
Lepos 8° 33′ S, 125° 41′ O 29 m
Liqirahu 8° 33′ S, 125° 39′ O 65 m
Lolesu 8° 33′ S, 125° 39′ O 169 m
Manoroni 8° 32′ S, 125° 41′ O 29 m
Mantarlido 8° 32′ S, 125° 40′ O m
Montensaun 8° 33′ S, 125° 40′ O 147 m
Mota Quic 8° 33′ S, 125° 40′ O 139 m
Pasir Putih 8° 31′ S, 125° 43′ O m
Raimia 8° 34′ S, 125° 39′ O 233 m
Sidara 8° 34′ S, 125° 40′ O ?

Im Suco leben 8.853 Einwohner (2015), davon sind 4.610 Männer und 4.243 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 166,7 Einwohner/km². Im Suco gibt es 1.339 Haushalte.[1] Die meisten Einwohner sind Kaladi, Timoresen des westlichen Osttimor. Im Gegensatz zu den meisten anderen Sucos des Verwaltungsamts ist Hera nicht als urban definiert. An der Küste wird der als Amtssprache Osttimors übliche Dialekt Tetum Prasa gesprochen. Fast 72 % der Einwohner geben Tetum Prasa als ihre Muttersprache an. 6,5 % sprechen Lolein. Sie leben in Hera und Becora Leten, ein Subdialekt des Isní. Er wurde dort von Einwanderern aus Turiscai im 19. Jahrhundert eingeführt. Über 12 % sprechen Mambai, fast 8 % Makasae und Minderheiten Tetum Terik oder Nanaek.[5]

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Hera eine Fläche von 41,24 km².[6] Nun sind es 53,10 km².[1] Der Suco bildet den Osten des Verwaltungsamts Cristo Rei. Westlich liegen die ebenfalls zu Cristo Rei gehörenden Sucos Meti Aut, Camea und Becora. Im Osten befindet sich das Verwaltungsamt Metinaro mit seinem Suco Sabuli. Im Süden grenzt Hera an die zur Gemeinde Aileu gehörenden Sucos Talitu (Verwaltungsamt Laulara) und Acumau (Verwaltungsamt Remexio). Westlich von Hera mündet in der Regenzeit der Fluss Hahic in die Straße von Wetar, noch ein Stück weiter westlich fließt der Quik (Mota Quic). An der Küste bildet den westlichsten Punkt von Hera das Kap Fatu Cama. Nur etwas östlich liegt der Ponta Fatossídi, gefolgt vom Strand Dolok Oan, dem Ponta Fatomano, dem Ponta Séri Tútun und schließlich der Bucht von Hera.[7]

Im Osten des Sucos liegen um den Ort Hera herum die Orte Lepos, Ailoc Laran (Ailoc Loran, Ailoklaran), Beraka Berukulun, Besidada, Bemanotolu, Manoroni und Mantarlido. Im Zentrum des Sucos befinden sich die Orte Jembatankik, Bidik, Liqirahu, Mota Quic (Motaquic, Motaquia, Motakik), Caremon, Sidara, Acanuno (Acanunu, Akanunu), Montensaun, Airiti und Lolesu. Hier gibt es zwei Grundschulen und eine Sekundärschule.[3] Im Südwesten liegt der Ort Raimia. An der Grenze zu Meti Aut befindet sich der Ort Ailelehun (Ailelehu). Im Osten kam durch die Gebietsreform 2015 Pasir Putih von Sabuli zu Hera.[8]

Im Suco befinden sich die sechs Aldeias Acanuno (281 Einwohner, Schätzung von Januar 2000), Ailoc Laran (Allok Laran, 762), Hali Dolar (Halidolar, 778), Moris Foun, Mota Quic (887) und Sucaer Laran (Sakaer Laran, 705).[9]

GeschichteBearbeiten

 
Polizeistation in Hera
 
Hafen von Hera

Hera war eines der traditionellen Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Es erscheint auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.[10][11] 1867 leistete Hera den Portugiesen Waffenhilfe gegen das rebellierende Reich von Vemasse (siehe Die Rebellion in Vemasse, Lermean und Sanirin). Im Januar 1894 unterzeichnete der Liurai von Hera einen schriftlichen Vertrag über seinen Vasallenstatus gegenüber Portugal.[12]

Vor dem Referendum von 1999 und den damit verbundenen Unruhen lebten 6.069 im Suco Hera. Ein Großteil der Bevölkerung floh während der Unruhen in die Berge, als pro-indonesische Milizen die Bewohner ab Juli 1999 angriffen. Bis August hatten die meisten Menschen ihre Häuser verlassen. Markt und Hafen wurden am 6. August geschlossen. 30 Prozent von Hera wurde zerstört, viele Bewohner wurden getötet. Nach dem Eingreifen der INTERFET kehrten die Menschen in die Orte zurück. Im Januar 2000 lebten nur 3.413 Personen in Hera. Im Februar 2000 waren es schon wieder 3.734. 2006 lag die Bevölkerungszahl bei etwa 6.800.

Während der Unruhen von 2006 waren ab Ende April erneut die meisten Einwohner Heras auf der Flucht. Am 21. Mai kam es zu vereinzelten Schießereien in den Hügeln rund um Hera. Während die Kaladi in die Berge flohen, brachte sich die Minderheit der Firaku (ursprünglich aus dem Osten des Landes stammende Timoresen) im umzäunten Marinestützpunkt zusammen mit Firaku, die aus Dili geflohen waren, in Sicherheit.

Durch starke Regenfälle vom 10. zum 12. Januar 2010 und einer daraus entstehenden Überflutung wurden der Ort Hera und die Militärbasis schwer beschädigt.[13]

PolitikBearbeiten

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Simão Pedro Ribeiro zum Chefe de Suco gewählt[14] und am 9. Oktober 2009 in seinem Amt bestätigt.[15]

WirtschaftBearbeiten

 
Ziegen an der Küste von Hera
 
Der Strand Dolok Oan am Westende von Hera, nahe der Christusstatue von Dili

Neben Fisch, der im Meer gefangen wird, ernährt sich die Bevölkerung von ihren landwirtschaftlichen Erzeugnissen: Hühner, Eier, Ziegen, Schweine, Rinder, Büffel, Milch, Kokosnüsse, Auberginen, Jackfrucht, Cassava, Schlangenbohnen, Brotfrucht, Ananas, Mangos, Bananen und Gemüse.

Während der Gewaltwelle von 1999 wurden eine kleine Eisfabrik, ein Fernsehstudio und eine Werft für Fischerboote zerstört. Lange Zeit bot nur die Basis der osttimoresischen Marine einige Arbeitsplätze.

Am 29. November 2011 ging das Kraftwerk Hera mit sieben Generatoren und 119 MW Gesamtleistung[16] in Betrieb, das die Gemeinden Dili und Liquiçá mit Strom versorgt. Seit 2012 wird das Kraftwerk von der finnischen Firma Wärtsilä betrieben.[17] Heineken eröffnete in Hera 2018 eine Brauerei und Abfüllstation für Limonaden.[18]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Geoffrey Hull: The placenames of East Timor, in: Placenames Australia (ANPS): Newsletter of the Australian National Placenames Survey, Juni 2006, S. 6 & 7, (Memento des Originals vom 14. Februar 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.anps.org.au abgerufen am 28. September 2014.
  3. a b UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (Memento des Originals vom 3. Dezember 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/unmit.unmissions.org (PDF; 448 kB)
  4. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  5. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Hera (tetum; PDF; 8,1 MB)
  6. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Memento des Originals vom 5. Januar 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  7. Seeds of Life: Karte der Gemeinde Dili, abgerufen am 11. Oktober 2015.
  8. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  9. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (portugiesisch; PDF; 323 kB)
  10. TIMOR LORO SAE, Um pouco de história (Memento des Originals vom 13. November 2001 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/oecussi.no.sapo.pt
  11. East Timor – PORTUGUESE DEPENDENCY OF EAST TIMOR (Memento vom 21. Februar 2004 im Internet Archive)
  12. History of Timor – Technische Universität Lissabon (Memento des Originals vom 24. März 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/pascal.iseg.utl.pt (PDF; 824 kB)
  13. Timor News Network, 12. Januar 2010
  14. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 – Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  15. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 – Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  16. Timor-Leste thermal power stations managed and maintained by Finnish group, 12. Oktober 2017, abgerufen am 15. Januar 2018.
  17. Wärtsilä: Wärtsilä awarded Operations & Maintenance contract for power plant in Timor-Leste, 10. Juli 2012, abgerufen am 12. Juli 2012
  18. Diário de Notícias: Fábrica da Heineken em Timor-Leste inaugurada, investimento de 31 milhões de euros, 22. Januar 2018, abgerufen am 23. Januar 2018.

f1  Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap