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GeographieBearbeiten

Räumliche LageBearbeiten

Pfalzel liegt im Nordosten der Stadt westlich der Mosel. Es zählt etwa 3500 Einwohner.

Ähnlich wie der gegenüberliegende Ortsbezirk Ruwer liegt Pfalzel im Hochwassergebiet der Mosel. Seit einigen Jahren schützt ein teilweise mobiler Hochwasserschutz zur schnellen Installation die Häuser an der Mosel bis zu einem Pegel von über elf Metern. Die massiven Schutztore am Moselradweg sind nicht zu übersehen.

Benachbarte StadtbezirkeBearbeiten

GeschichteBearbeiten

 
Pfalzel um 1500
 
Am 24. Dezember 1944 greifen amerikanische B-26 die Pfalzeler Brücke an.
 
Pfalzel im Jahre 1956
 
Pfalzel auf einer Ansichtskarte von 1976
 
Pfalzel auf einer Ansichtskarte von 1976

Kaum einer der früher eigenständigen Trierer Stadtteile kann auf eine ähnlich vielfältige Geschichte zurückblicken wie Pfalzel. Der Name geht auf das lateinische Wort „palatiolum“ (= kleine Pfalz) zurück und war ursprünglich die Bezeichnung für eine palastartige Burganlage aus dem 4. Jahrhundert, die sehr wahrscheinlich in engem Bezug zum kaiserlichen Hof in Trier stand. Die bis heute erhaltenen Mauern der Anlage reichen zum Teil bis ins zweite Obergeschoss.

Im 7. Jahrhundert wurde in dem Gebäude ein Nonnenkloster gegründet, das 1027 in ein Kanonikerstift umgewandelt wurde. Der Stiftsbering wurde mit Torhaus, Kreuzgang, Kapellen und Wirtschaftsgebäuden ergänzt. Burg und Stift wurden bis zum 16. Jahrhundert mit einer eindrucksvollen, bis heute erhaltenen Wallmauer umgrenzt und um Zehntscheune, ein kurtrierisches Amtshaus sowie Münzstätte und Mühle ergänzt.

Unter Erzbischof Albero von Montreuil (1131–1152) wurde mit der Errichtung einer Burganlage im Westteil des Palatiolums begonnen. Ein vorheriger Burgenbau ist durch die Schriftquellen nicht fassbar. Die Pfalzeler Burg diente den Trierer Erzbischöfen wiederholt als Ausweich- und „Gegenresidenz“, wenn es mit der Stadtgemeinde Triers zu Auseinandersetzungen kam.

Im Umfeld der Burg entwickelte sich eine zivile bäuerliche Ansiedlung, die, mit eigener Wehrmauer gesichert, im Jahr 1346 Stadtrecht erlangte. Während der Kriegszüge Ludwigs XIV., der 1673 Trier besetzte, wurden die Wehranlagen Pfalzels jedoch nach und nach geschleift.

In der preußischen Zeit ab 1815 gehörten unter anderem Biewer und Ehrang zur Bürgermeisterei Pfalzel. Biewer wurde 1930 abgetrennt und nach Trier eingemeindet, Pfalzel blieb jedoch zunächst selbständig.

Am 1. März 1968 kam es zur Vereinigung der beiden selbstständigen Gemeinden Ehrang und Pfalzel zu einer Großgemeinde. Nur ein Jahr später jedoch, am 7. Juni 1969, wurde die Gemeinde Ehrang-Pfalzel in die Stadt Trier eingegliedert.[1] Pfalzel und Ehrang/Quint sind seitdem Bezirke der Stadt Trier.

Das Amt Pfalzel umfasste in kurtrierischer Zeit 54 Ortschaften rund um Trier.

PolitikBearbeiten

Ortsbeirat
5
2
6
Insgesamt 13 Sitze
  • SPD: 5
  • CDU: 2
  • UBT: 6

Ortsvorsteherin von Pfalzel ist seit dem 15. Juli 2014 Margret Pfeiffer-Erdel (FWG, später Unabhängige Bürgervertretung Trier (UBT)).

Seit den Kommunalwahlen am 26. Mai 2019 ist die UBT mit sechs Sitzen stärkste Kraft im Ortsbeirat. Die SPD folgt mit fünf Sitzen und die CDU mit zwei.[2]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Der Stadtteil hat zahlreiche historische Bauwerke:

  • die Ringmauer (weitgehend erhaltene Stadtbefestigung), besonders der in den 1530er Jahren angelegte Artilleriewall mit sechs Rondellen
  • die Stiftskirche über der Südostecke des Palatoliums
  • das angeblich älteste bewohnte Steinhaus Deutschlands
  • Reste der bischöflichen Burg (Torturm im westlichen Mauerzug der Befestigung)
  • ehemaliges kurtrierisches Amtshaus (16. Jh.)
  • ehemaliges Nonnenkloster, um 710 gegründet (später im 12. Jh. Kanonikerstift)

Weiterhin ist auf dem Spielesplatz das technische Wunderwerk einer Heißluft-Wasserpumpe zu besichtigen.

Pfalzel bewahrt in seinem Ortsgrundriss und im Baubestand alle Elemente, die die kontinuierliche Besiedlung seit der Spätantike und das Wachstum durch die Jahrhunderte erkennen lassen. Rund um die römische Palastanlage, die Stiftskirche und die bischöfliche Burg sind die Straßen und Gassen von Häusern gesäumt, die die Vielfalt der Baustile von der Renaissancezeit bis heute zeigen. Von den einst sechs mächtigen Bastionen der Wallmauer ist heute vor allem die Moselbastion noch sehr gut erhalten.

Infrastruktur und WirtschaftBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT). Im Nahverkehr in Trier verbindet montags bis freitags die Linie 7 im 30-Minuten-Takt Pfalzel mit Trier, von wo man alle Haltepunkte und Ortschaften erreichen kann. In der Nacht und am Wochenende fährt auf gleicher Relation die Linie 87, ebenfalls im 30-Minuten-Takt.

Autobahnanschlüsse zu den Bundesautobahnen A602, A64 sowie A1 befinden sich in unmittelbarer Nähe. Die Innenstadt von Trier ist mit dem Auto in etwa 15 Minuten zu erreichen. Seit April 2007 existiert mit der Eröffnung eines Neuabschnitts der Bundesstraße 53 eine Ortsumgehung der Stadtteile Biewer und Ehrang.

Der Bahnhof Pfalzel liegt an der Eifelbahn Richtung Gerolstein und der Moselstrecke nach WittlichKoblenz. Es verkehren folgende Linien des Schienenpersonennahverkehrs:

Linie Bezeichnung Linienverlauf Taktfrequenz
RB 22 Eifel-Express Köln Messe/DeutzKölnEuskirchenJünkerathGerolsteinBitburg-ErdorfEhrangPfalzelTrier

(Köln Messe/Deutz – Gerolstein als RE 22)

60 min

(in der HVZ Verstärkerzüge bis Gerolstein/Jünkerath)

RB 81 Moseltal-Bahn KoblenzCochemBullay(DB)WittlichPfalzel – Trier 60 min
RB 82 Elbling-Express Wittlich – Pfalzel – Trier – Konz MittePerl 60 min

(Wiitlich – Trier nur Mo–Fr)

Die Pfalzeler Eisenbahnbrücke über die Mosel ist verkehrstechnisch von großer Bedeutung, da über sie der gesamte Bahnverkehr zwischen Köln/Koblenz und Trier durchgeführt wird.

WirtschaftBearbeiten

  • Pfalzel liegt in unmittelbarer Nähe zum Hafen der Stadt Trier, wo sich zahlreiche Unternehmen und die Industrie angesiedelt haben.
  • Am Ortsrand von Pfalzel steht ein großes Werk der Firma Michelin.

Schulen und KindergärtenBearbeiten

  • Gregor-von-Pfalzel Grundschule Trier (Pfalzgrafenstraße)
  • Schulzentrum Mäusheckerweg (G8-Gymnasium, Realschule+ und auslaufende Hauptschule)
  • Kindergarten St. Adula (Stiftstraße)

Persönlichkeiten des OrtesBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Memento vom 31. Dezember 2016 im Internet Archive), S. 198 (PDF; 2,6 MB) (Internetarchiv)
  2. Stadt Trier - Ortsvorsteherin/Ortsbeirat. Abgerufen am 31. Juli 2019.
  3. Projekt Gutenberg