Trier Hauptbahnhof

Bahnhof in Deutschland

Der Trierer Hauptbahnhof ist ein Durchgangsbahnhof, der ungefähr 500 Meter östlich der Trierer Innenstadt und der Porta Nigra liegt.

Trier Hbf
Empfangsgebäude und Bahnhofsvorplatz
Daten
Lage im Netz Kreuzungsbahnhof
Bahnsteiggleise 5
Abkürzung STR
IBNR 8000134
Preisklasse 2
Eröffnung 1878
Profil auf Bahnhof.de Trier-Hbf-1030720
Lage
Stadt/Gemeinde Trier
Land Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 45′ 25″ N, 6° 39′ 7″ OKoordinaten: 49° 45′ 25″ N, 6° 39′ 7″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz

Hier halten täglich mehr als 170 Züge. Man erreicht Trier aus Richtung

GeschichteBearbeiten

 
Der Bahnhof mit erstem Empfangsgebäude um 1880
 
Das zweite Empfangsgebäude

Der Bahnhof wurde 1878 mit dem Bau der Moselstrecke im Zuge der Kanonenbahn BerlinMetz eröffnet. Er erhielt zunächst den Namen „Trier rechts der Mosel“.[6] Trier hatte seit der Eröffnung der Saarstrecke 1860 bereits einen Bahnhof am linken Moselufer, den späteren Bahnhof Trier West, der 1871 über die Eifelstrecke auch mit Köln verbunden wurde. Dieser Bahnhof wurde in „Trier links der Mosel“ umbenannt. Wegen der günstigen Lage zum Stadtzentrum wurde der spätere Hauptbahnhof aber bald zum wichtigsten Bahnhof der Stadt und erhielt 1903[7] seinen heutigen Namen.

Das erste Bahnhofsgebäude von 1877 war ein Provisorium, das in technischem Fachwerk erbaut wurde. 1883 begann der Bau eines neuen, größeren Gebäudes im Wilhelminischen Stil aus lothringischem Sandstein, dessen Südflügel am 8. Juni 1885 eingeweiht wurde. Danach wurde das ursprüngliche Gebäude abgerissen.[8] 1886 wurde auch der Nordflügel fertig gestellt. Anlässlich der Heilig-Rock-Wallfahrt 1933 wurde ein Umbau des Hauptbahnhofs vorgenommen, der bereits seit mehreren Jahren geplant war.[9] Zu den bleibenden Veränderungen zählten Umbauten im Inneren des Empfangsgebäudes,[10] die Installation einer Glasfront mit einer großformatigen Uhr am Haupteingang[11] sowie die Errichtung zweier Terrassen längs der stadtseitigen Außenfront des Gebäudes.[12] Das Empfangsgebäude wurde im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombenangriff am 20. September 1944 zerstört.[13]

Nach dem Ende des Krieges wurde der Personenverkehr am 25. Juli 1945 wieder aufgenommen, zunächst wurde nur die Strecke KarthausWaldrach über Ruwer befahren.[14] Vor dem zerstörten Trierer Hauptbahnhof war eine provisorische Baracke errichtet worden, die acht Jahre existierte,[15] ehe 1950 bis 1953 ein Neubau des Architekten Thomas Hoffmann entstand.[16]

Heutiges EmpfangsgebäudeBearbeiten

 
DB-Reisezentrum Trier Hbf
 
Zug am Bahnsteig 12/13
 
Eisenbahnnetz Raum Trier 1937

Im Jahre 2005 wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten im Bahnhofsbereich begonnen, um ihn an den Standard anderer Intercity-Express-Bahnhöfe anzupassen.

  • In die Bahnsteige wurden blindengerechte Noppenpflastersteine an den Rand der Bahnsteige gelegt, um die Bahnsteigkante zu markieren.
  • Das Bahnhofsgebäude wurde renoviert und umgebaut, Einzelhandel und die Gastronomie reorganisiert.
  • Es wurden Aufzüge zum barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen eingebaut.
  • Umgestaltung und Auffrischung des Bahnhofsviertels (nicht abgeschlossen)

Ende 2010 wurde festgestellt, dass einzelne Fassadenplatten am Eingangsportal des Empfangsgebäudes einsturzgefährdet sind, woraufhin dieser Teil des Gebäudes als Sicherungsmaßnahme eingerüstet wurde.[16] 2014 wurde mit der Neueindeckung des Daches und Ausbesserungen an der Fassade begonnen. Außerdem wurde die Bahnsteigüberdachung an den Gleisen 10 und 11 Nord abgerissen. Sie soll nur an Gleis 11 teilweise wieder aufgebaut werden und an Gleis 10 Nord stattdessen zwei Wetterschutzhäuschen errichtet werden.[17] Das Gerüst am Eingangsportal konnte im Winter 2015/16 wieder entfernt werden.

InfrastrukturBearbeiten

Der Bahnhof besitzt fünf Bahnsteiggleise und vier Gütergleise. Die Gleise 10 Nord und 10 Süd sind Kopfgleise, die restlichen Bahnsteiggleise sind Durchgangsgleise. Der Bahnsteig an Gleis 11 hat eine Länge von 437 Metern und eine Höhe von 76 Zentimetern, der Mittelbahnsteig an den Gleisen 12 und 13 ist 380 Meter lang und ebenfalls 76 Zentimeter hoch.[18] Die Gleise 12 und 13 sind über einen Fußgängertunnel erreichbar. Ein barrierefreier Zugang ist zu allen Bahnsteigen möglich.

PersonenverkehrBearbeiten

FernverkehrBearbeiten

 
Blick aufs Stellwerk

Von 2005 bis Dezember 2011 gab es eine Intercity-Express-Verbindung in Tagesrandlage von und nach Berlin. Der Zug startete morgens in Trier, der Gegenzug kehrte in den Abendstunden zurück. Im Volksmund war er als Kasterexpress bekannt, dies bezog sich auf Bernhard Kaster, den örtlichen Bundestagsabgeordneten. Ferner verkehrten bis 2014 zwei Intercity-Zugpaare der Linie 35 morgens über die Moselstrecke in Richtung Koblenz und weiter nach Emden/Norddeich Mole, in Gegenrichtung am späten Nachmittag über die Mosel-Syretal-Strecke nach Luxemburg.[19] Nachdem diese beiden Zugpaare nicht mehr über Koblenz hinaus nach Trier verkehrten, gab es in Trier bis Dezember 2017 keinen Schienenpersonenfernverkehr mehr.

Die Deutsche Bahn hielt im Jahr 2015 aus fahrplantechnischen Gründen eine erneute Anbindung an den Fernverkehr nicht vor 2030 für möglich.[20][21] Seit dem 10. Dezember 2017 betreibt die luxemburgische CFL eine tägliche Verbindung von Luxemburg über Trier und Koblenz bis nach Düsseldorf. Von Trier bis Koblenz verkehrt der Zug als Regional-Express der Linie RE 11. Ab Koblenz fährt der Zug als Intercity der Linie 37 weiter nach Düsseldorf.[22]

RegionalverkehrBearbeiten

Im Schienenpersonennahverkehr bedienen die Züge des Regional-Express (RE) und der Regionalbahn (RB) die Städte im Umkreis von etwa 200 Kilometern Richtung Koblenz/Köln, Saarbrücken/Mannheim und Luxemburg/Metz. Der Trierer Hauptbahnhof ist einer der großen Regionalbahnknoten in Rheinland-Pfalz.

 
Blick von DHL-Packstation auf Gleis 12/13 und Empfangsgebäude
Linie Strecke Taktfrequenz Bezeichnung
RE1 Koblenz – Cochem – Bullay – Wittlich – Trier – Merzig – Saarlouis – Völklingen – Saarbrücken – Homburg – Kaiserslautern – Neustadt – Mannheim  stündlich Südwest-Express
RE11 (Düsseldorf–) Koblenz – Cochem – Bullay – Wittlich – Trier – Wasserbillig – Sandweiler-Contern – Luxemburg stündlich DeLux-Express
RE12 Köln Messe/Deutz Köln – Euskirchen – Gerolstein – Bitburg-Erdorf – Trier einzelne Züge Eifel-Mosel-Express
RE16 Trier – Konz Mitte Perl – Apach Sierck-les-Bains – Thionville – Metz einzelne Züge Trier-Lorraine-Express
RB22 Köln Messe/Deutz – Köln – Erftstadt – Euskirchen – Gerolstein – Bitburg-Erdorf – Trier stündlich Eifel-Express
RB71 Trier – Konz – Merzig – Saarlouis – Völklingen – Saarbrücken – St. Ingbert – Homburg (–Kaiserslautern) stündlich Saartal-Bahn
RB81 Koblenz – Cochem – Bullay – Wittlich – Trier stündlich Moseltal-Bahn
RB82 (Wittlich –) Trier – Konz Mitte – Wellen – Perl stündlich Elbling-Express
RB83 Wittlich – Trier – Wasserbillig – Sandweiler-Contern – Luxemburg stündlich

(Stand: 2021)

Die Züge der Linien RE 1 und RE 11 verkehren zwischen Koblenz und Trier in Doppeltraktion und werden in Trier entsprechend geflügelt.

Es wird angestrebt, den Zugverkehr zwischen Trier und Metz über die Obermoselstrecke ab 2024 deutlich zu verbessern. Dazu soll ein neuer, zweistündlich verkehrender Regional-Express zwischen Trier und Metz eingeführt werden.[23] Hierzu sollen mehrsystemfähige Fahrzeuge des Typs Alstom Coradia Polyvalent eingesetzt werden.[24]

 
Blick auf den Busbahnhof am Bahnhofsvorplatz


Busverkehr

Busverkehr (ZOB)

Abends und am Wochenende ist der Hauptbahnhof die zentrale Haltestelle des Sternbusverkehrs. Jeder Stadtteil von Trier kann ab dort ohne Umsteigen erreicht werden.

Bahnhofsvorplatz und UmgebungBearbeiten

Vor dem Bahnhof, in Verlängerung der heutigen Kürenzer Straße, befand sich ab 1903 die Endstation der privat betriebenen Moselbahn (Bullay–Trier). Ab Mai 1966 fuhr das „Saufbähnchen“, wie es im Volksmund genannt wurde, in den Hauptbahnhof ein, ehe der Personenverkehr 1968 auf dieser Strecke endete.[25]

1890 wurde in Trier eine Pferdebahn eröffnet, die von Beginn an den heutigen Hauptbahnhof anfuhr. 1905 ersetzte die Straßenbahn die Pferdebahn. An der Stelle des heutigen Busbahnhofs vor dem Hauptbahnhof befand sich eine Station für die Straßenbahn, die ihrerseits 1951 vollständig von Obussen ersetzt worden war.

Um 1980 entstand direkt neben dem Empfangsgebäude ein neues Dienstgebäude, in dem Praxis- und Übungsräume der DB, eine Kantine, die Bahnhofsmission und im Erdgeschoss eine Ladenzeile untergebracht wurden.[26]

Während früher in direkter Umgebung zum Bahnhof Hotels vorherrschend waren (inklusive Gebäude, die nicht mehr existent sind, u. a. das Hotel Reichshof[27] und ein Hotel an der Kurve Moltkestraße/Kürenzer Straße), wird der Bahnhofsvorplatz heute überwiegend vom Einzelhandel dominiert. Am südlichen Ende wird er vom Einkaufszentrum Alleencenter abgegrenzt. Durch einen Expertenworkshop der Stadt Trier liegen umfassende Planungen zur Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes (insbesondere der Park- und Verkehrsleitsituation) vor. Hierbei sollen ein insgesamt übersichtlicher Hauptbahnhof mit neuem Busterminal und gegebenenfalls eine Über- oder Unterführung nach Trier-Gartenfeld entstehen.[28][29]

StraßenverkehrBearbeiten

Vom Hauptbahnhof führt die Bahnhofstraße zum Alleenring. Hier stößt sie auf Ostallee und Theodor-Heuss-Allee, sowie Christophstraße und Balduinstraße. Des Weiteren zweigt hier auch die Straße In der Reichsabtei ab. Die Trierer Innenstadt ist fußläufig in wenigen Minuten zu erreichen. Direkt am Bahnhof befinden sich ein Taxistand und ein Busbahnhof, an dessen nördlichem Ende die Kürenzer Straße verläuft.

Der Vorplatz bietet direkt vor dem Hauptgebäude Kurzzeitparkplätze und Abstellplätze für Motorräder. Zudem befinden sich am westlichen Ende und im südlich gelegenen Parkhaus Ostallee weitere Parkmöglichkeiten.

LiteraturBearbeiten

  • Sebastian Schnitzius: Entwicklung der Eisenbahn im Trierer Raum. Herausgegeben von der Deutschen Bundesbahn, 1984.
  • Reichsbahndirektion Trier (Hrsg.): Die Wallfahrt zum hl. Rock in Trier 1933 und die Reichsbahn, 1933.

WeblinksBearbeiten

Commons: Trier Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Helmut Schiffhauer: 1860 und 1878 ... als die Eisenbahn kam
  2. Königliche Eisenbahndirektion in Trier. Zeittafel: Errichtungen – Bezeichnungen – Auflösungen. In: bahnstatistik.de. Abgerufen am 25. Juni 2017.
  3. Hans-Hermann Reck: Die Stadterweiterung Triers, 1990, S. 326 f.
  4. Reichsbahndirektion Trier, S. 22
  5. Reichsbahndirektion Trier, S. 22
  6. Reichsbahndirektion Trier, S. 33
  7. Reichsbahndirektion Trier, S. 62
  8. Schnitzius, S. 41
  9. Schnitzius, S. 48
  10. Schnitzius, S. 50
  11. a b Frank Auffenberg: Bahn will Portal des Hauptbahnhofs sanieren. In: volksfreund.de. 11. Juni 2012, abgerufen am 25. Juni 2017.
  12. Marcus Stölb: Verzögerungen am Trierer Hauptbahnhof – Termin für Fertigstellung noch ungewiss. In: volksfreund.de. 24. Februar 2015, abgerufen am 25. Juni 2017.
  13. Bahnsteiginformationen Station Trier Hbf. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 9. Dezember 2015; abgerufen am 23. Februar 2012.
  14. Bahn koppelt Trier vom Fernverkehr ab – Mehr Busse und Regionalzüge sollen Nahverkehr verstärken. In: eifelzeitung.de. 22. Oktober 2014, abgerufen am 13. November 2016.
  15. Bahnchef: Vor 2030 gibt es keinen Fernverkehr mehr in der Region. In: volksfreund.de. 29. März 2015, abgerufen am 13. November 2016.
  16. Bis spätestens 2030 neue IC-Bahnverbindung ab Trier. In: volksfreund.de. 18. März 2015, abgerufen am 13. November 2016.
  17. Eine Art Fernverkehr: Ab Dezember fährt täglich ein Zug von Luxemburg über Trier nach Düsseldorf. Abgerufen am 11. Dezember 2017.
  18. Startschuss für die Ausschreibung der grenzüberschreitenden Schienenverbindungen mit Frankreich. Abgerufen am 21. Februar 2021 (deutsch).
  19. Alstom soll 39 weitere Coradia Polyvalent-Züge für die Region Grand Est liefern, einschließlich 30 grenzüberschreitende Züge zwischen Frankreich und Deutschland. Abgerufen am 21. Februar 2021.
  20. Schnitzius, S. 56
  21. Schnitzius, S. 61
  22. Eintrag zu Ehemaliges Hotel Reichshof in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier; abgerufen am 26. Januar 2016.
  23. Bahnübergang Trier – Freier Zugang für alle Bürger! Abgerufen am 25. Juni 2017.
  24. Kein Durchbruch in Sicht. (Nicht mehr online verfügbar.) 16vor, 26. Juni 2007, archiviert vom Original am 25. Oktober 2007; abgerufen am 26. Juni 2007.