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Tatort: Am Ende des Flurs

Episode der Fernsehserie Tatort

Am Ende des Flurs ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom Bayerischen Rundfunk produzierte Beitrag wurde am 4. Mai 2014 im Ersten erstgesendet.

Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelAm Ende des Flurs
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
Bayerischer Rundfunk
EinordnungFolge 910 (Liste)
Erstausstrahlung4. Mai 2014 auf Das Erste
Stab
RegieMax Färberböck
DrehbuchCatharina Schuchmann, Max Färberböck
MusikVerena Marisa Schmidt
KameraMichael Wiesweg
SchnittSusanne Hartmann
Besetzung

HandlungBearbeiten

Lisa Brenner, die zahlreiche Verehrer hatte, ist aus dem 12. Stock gestürzt. Zunächst steht die Frage nach Mord oder Selbstmord, da sich im Bad des Opfers eine größere Menge an Antidepressiva befinden. Für die Herkunft und Verschreibung dieser Präparate findet sich allerdings keinerlei Bezug zum Opfer. Zudem finden sich Spuren einer zweiten Person, sodass die Ermittlungen weitergehen.

Batic und Leitmayr ermitteln und verhören mit Unterstützung des neuen Assistenten Kalli Hammermann die Männer, die regelmäßig mit Lisa Kontakt hatten. Hier entblättert sich ein breites Spektrum verschiedenster Verdächtiger von klassischen Ehemännern und Familienvätern auf Seitensprung, dem Bankangestellten Kevin Lischke, einem Türsteher mit Vorstrafenregister insbesondere auf dem Gebiet von Körperverletzungen, dem ehemaligen Sportstar Mike Hansen bis zum bekannten Brauereibesitzer und Wiesnwirt Toni Feistl als Freund besonderer Spielarten. In der Reihe der Verdächtigen fällt der Pensionär Harry Riedeck auf, dessen Beziehung zum Opfer eher als Unterstützer und Versorger statt als Kunde besteht.

Schon in der Anfangsphase der Ermittlungen stellt sich heraus, dass auch Leitmayr vor über einem Jahr mit der Toten ein Verhältnis hatte. Da er dies seinen Kollegen und Vorgesetzten verheimlicht hatte, wird er sofort vom Fall abgezogen und suspendiert. Er ermittelt trotzdem auf eigene Faust weiter, wobei er auch seine Enttäuschung über das ihm vorher unbekannte Doppelleben seiner ehemaligen Freundin verarbeiten muss. Am Ende des Films muss er auch noch erfahren, dass Lisa einmal von ihm schwanger gewesen war und, ohne ihn einzuweihen, das Kind abgetrieben hat.

Zwei Tage darauf wird Harry Riedeck im Keller seines Hauses mit vierzig Hammerschlägen ermordet. Die Fallanalytikerin Christine Lerch versucht eine Verbindung zwischen den beiden Fällen herzustellen. Zunächst verlaufen alle Spuren ins Leere. Leitmayr informiert seinen Kollegen Batic über seine eigenmächtigen Ermittlungen, was das Vertrauensverhältnis der Beiden trotzdem nicht verbessert. Der Film nimmt in der Endphase eine überraschende Wendung, als die parallelen Ermittlungen beider Ermittler zur unscheinbaren Nachbarin und Freundin des Opfers, Margot Höllerer, führen, die zudem von Beruf Apothekerin ist. Sie hat die Morde an Lisa Brenner wegen unerwiderter Liebe und am unbequemen Mitwisser Harry Riedeck begangen. In der Endszene sticht sie Leitmayr mit einem Messer nieder. Der Film endet mit der Anfahrt eines Rettungswagens, während Batic dem bewusstlosen Leitmayr erste Hilfe leistet.

NachwirkungBearbeiten

Einen Tag nach der Erstausstrahlung gab der Bayerische Rundfunk auf Grund der Anfragen vieler Zuschauer das „Überleben“ von Leitmayr bekannt, weitere zehn Tage später wurde im Internet eine nachgedrehte Szene Zwei Wochen später als Auflösung der Situation veröffentlicht.[1] Im folgenden Tatort mit den beiden Kommissaren wird die Verletzung nicht erwähnt.[2]

HintergrundBearbeiten

Die Hauptdarsteller Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl bekommen bei ihrem 67. Fall zwei neue Assistenten, die dauerhaft bleiben sollen. Das ist zum einen der Schauspieler Ferdinand Hofer als Assistent Kalli Hammermann und zum anderen Lisa Wagner als Christine Lerch, Leiterin der Operativen Fallanalyse.[3]

Der Film wurde vom 3. September 2013 bis zum 4. Oktober 2013 in München gedreht.[4] Bereits im März 2014 stellte der Bayerische Rundfunk ein gut dreiminütiges Video auf YouTube zur Besetzung der Rolle des Assistenten Kalli Hammermann ein.[5]

RezeptionBearbeiten

EinschaltquotenBearbeiten

Die Erstausstrahlung von Am Ende des Flurs am 4. Mai 2014 wurde in Deutschland von 9,33 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 26,4 % für Das Erste.[6] Im ORF 2 sahen zeitgleich 623.000 die Folge in Österreich, was einem Marktanteil von 20 % entspricht.[7]

KritikenBearbeiten

„Ein Krimi, der die Ermittler im emotionalen Ausnahmezustand zeigt, ohne die gängigen Erregungstechniken zu bedienen. Erstaunlich, wie uns die alten Münchner Buben auch nach 25 Jahren noch aus dem 'Tatort'-Trott ins Ungewisse reißen können.“

„Sehr liebevoll auch die Auswahl der Schauspieler: Die beiden Grauköpfe haben einen neuen nassforschen Kollegen, Kalli Hammermann, der entfernt so aussieht wie Philipp Lahm mit acht. Die tolle Lisa Wagner ist als Fallanalytikerin dabei, ein Rabe spielt einen Raben.“

„Doch der Anfang ist grandios, vor allem, wenn man schon weiß, dass Leitmayr das Opfer kennt. Denn dann wird seine somnambule Stimmung am Tatort zum schauspielerischen Kabinettstück. Ein großer Auftritt von Udo Wachtveitl, eines Ermittlers würdig, der uns ans Herz gewachsen ist und nun vielleicht herausgerissen werden soll. Denn wozu brauchte man denn gleich drei neue Kräfte in München, solange es dort das dynamische Duo gibt?“

MusikBearbeiten

Das Stück Love Letters wurde in der Version von Ketty Lester aus dem Jahr 1962 verwendet. Der Song Dreaming My Dreams With You von Country-Sänger Waylon Jennings erreichte nach der Erstausstrahlung im Fernsehen die deutschen Single-Charts. Es wurde posthum der einzige Chart-Hit des Sängers in Deutschland.[11][12][13]

AuszeichnungenBearbeiten

Barbara de Koy wurde für ihre Darstellung der mordenden Apothekerin Margot Höllerer 2014 mit der Auszeichnung der Deutschen Akademie für Fernsehen und 2015 mit dem Deutschen Schauspielerpreis ausgezeichnet – in beiden Fällen als beste Schauspielerin in einer Nebenrolle.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Leitmayr lebt: BR löst "Tatort"-Ende im Netz auf. In: DWDL.de. 16. Mai 2014. Abgerufen am 15. Juni 2014.
  2. Spiegel Online Kultur: ARD-"Tatort" aus München: TV-Kommissar Leitmayr überlebt Messerattacke, abgerufen am 5. Mai 2014.
  3. Lisa Wagner und Ferdinand Hofer ergänzen Hauptcast. In: Pressemitteilungen. Bayerischer Rundfunk, 31. März 2014, abgerufen am 28. April 2014.
  4. Tatort: Am Ende des Flurs bei crew united
  5. Lydia Leiert, Undine Fratz, Boris Berg: Tatort aus München - Der neue Assi. YouTube, 20. März 2014, abgerufen am 24. April 2014: „Ferdinand Hofer spielt Kalli Hammermann, den neuen Assistenten vom Münchner Ermittler-Duo Batic und Leitmayr.“
  6. Sidney Schering: Primetime-Check: Sonntag, 4. Mai 2014. Quotenmeter.de, 5. Mai 2014, abgerufen am 5. Mai 2014: „Dies führte zu überragenden 26,4 […] Prozent Marktanteil.“
  7. Teletest vom 4. Mai 2014
  8. Christian Buß: Prostitutions-"Tatort" aus München. Männer, die auf Frauen starren. Spiegel Online, 2. Mai 2014, abgerufen am 3. Mai 2014.
  9. Holger Gertz: Wenn ein Leben zerbricht. Süddeutsche Zeitung, 4. Mai 2014, abgerufen am 4. Mai 2014: „[…] Kroetz […]: 'Bonditsch, Herr Batic, is a Kunst.'“
  10. Andreas Platthaus: Für die Freunde der großen Oper. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. April 2014, abgerufen am 5. April 2014: „Die Kommissare erinnern an lässige Zeiten und Franz Xaver Kroetz brilliert als bajuwarischer Lebemann.“
  11. Chartstatistik für Waylon Jennings auf charts.de
  12. Chartstatistik für "Dreaming My Dreams With You" azf chartsurfer.de
  13. Chart-Kommentar für 16. Mai 2014 auf germanchartblog