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Tatort: Schneetreiben

Episode der Fernsehserie Tatort

Schneetreiben ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom Bayerischen Rundfunk produzierte Beitrag wurde am 18. Dezember 2005 im Ersten Programm der ARD erstgesendet.

Folge der Reihe Tatort
Originaltitel Schneetreiben
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
Bayerischer Rundfunk
Länge 88 Minuten
Einordnung Folge 617 (Liste)
Erstausstrahlung 18. Dezember 2005 auf Das Erste
Stab
Regie Tobias Ineichen
Drehbuch Claus Cornelius Fischer
Musik Fabian Römer
Kamera Thomas Hardmeier
Schnitt Vera van Appeldorn
Besetzung

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Nachts im Schneesturm kriecht ein fast nacktes Mädchen vor einem Geländewagen. Ein Fahrer steigt aus und schubst das Mädchen auf die Straße und wartet anschließend im Auto, bis sie in der Kälte liegenbleibt. Sie kann aber noch den Scheinwerfer des Autos beschädigen.

Am nächsten Morgen findet ein Förster das erfrorene Mädchen. Die Kommissare Batic und Leitmayr haben kaum Hinweise, lediglich die Scherbe des Scheinwerfers lässt Hinweise erhoffen. Eine Studienkollegin der Ermordeten identifiziert sie als Stefanie Thaller. Sie habe in einer Diskothek nahe dem Fundort am nördlichen Stadtrand Münchens gearbeitet. Im Zimmer der Studentin sind am Anrufbeantworter die Anrufe des Vaters der Studentin und eines Kris, der sie um Verzeihung bittet. Die Kommissare erfahren, dass Kris der Betreiber der Diskothek ist. Er wollte mit Stefanie eine Beziehung, aber sie war dagegen. Deshalb kam es zu einem Streit, nach dem Stefanie fluchtartig in der Nacht die Diskothek verließ.

In der Zwischenzeit informieren die Kommissare den Vater der Ermordeten, einen Fliegenden Händler, von dem Vorfall. Er ist schockiert und will mit dem Täter sprechen. In der Folge beobachtet er die Tätigkeiten der Polizei und bedrängt die jeweiligen Tatverdächtigen. Bei einem Ortstermin am Tatort beobachtet Leitmayr einen Porsche Cayenne in der Nähe. Er kann einen Teil des Kennzeichens erkennen. Da die gefundene Scherbe auch von einem Porsche Cayenne stammt, untersucht die Polizei alle Porsches mit dem bekannten Nummerndetail. Alle haben ein sicheres Alibi, nur der augenscheinlich vermögende Jung-Spekulant Oliver Hufland hat lediglich das Alibi seiner Freundin.

Bei ihm wohnt sein Freund Jasper Bruckner. Es stellt sich nach und nach heraus, dass die beiden aufstrebende Unternehmensberater waren, aber Insidergeschäfte betrieben hatten und deshalb entlassen wurden. Das entscheidende Indiz der Polizei war der Emailverkehr von Bruckner, den dieser entgegen den Anweisungen Huflands nicht gelöscht hatte. Am Tag der Tat erfuhren sie, dass sie tatsächlich zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurden. Hufland kaufte auch am Tag nach dem Mord bei einem Gebrauchtwagenhändler in Augsburg einen neuen Scheinwerfer. Es wird auch bekannt, dass Hufland in der damaligen Firma ein anderes Mädchen quälte, aber eine Anzeige keinen Erfolg brachte. Als die Kommissare Huflands Freundin mit diesem Mädchen konfrontieren, lässt sie sein Alibi platzen. Bei einer Vernehmung gesteht Bruckner die Tat, dass vor allem Hufland das Mädchen aus Frust misshandelte und im Schnee liegen ließ, er aber mitgemacht habe. Er erkennt, dass Hufland den ganzen Vorfall inszenierte, um Bruckner einen Mord anzuhängen als Rache für die Gefängnisstrafe. In einem Show-Down im nächtlichen Wald fährt Thaller, der Vater des ermordeten Mädchens, hinter den beiden Tätern her, und als Bruckner im Streit aussteigt, versucht er ihn anzusprechen, wobei dieser flieht und in die Isar fällt. Die Kommissare können Bruckner noch retten und verhaften ihn und Hufland, während Thaller allein im schneebedeckten Wald zurückbleibt.

In einer Nebenhandlung wird Menzinger von einer Punkerin fälschlicherweise beschuldigt, sie geschlagen zu haben. Er wird von der internen Fahndung kräftig in die Zange genommen und leidet sehr darunter, während Batic und Leitmayr von ihm Recherchen für ihren Fall einfordern. Menzinger besucht - gegen alle Regeln - das Mädchen zuhause und bittet sie, die Wahrheit zu sagen. Sie kommt dann tatsächlich zur Polizei und tut dies.

RezeptionBearbeiten

EinschaltquotenBearbeiten

Die Erstausstrahlung von Schneetreiben am 18. Dezember 2005 wurde in Deutschland von 9,06 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 24,3 % für Das Erste.[1]

KritikenBearbeiten

„Nicht einfach nur cool, nicht kühl, sondern frostig - ein Krimi, dessen Kälte schmerzt. […] Eine morbide Geschichte […] in beeindruckende, angsterzeugende Bilder gefaßt […]. Da treffen sich Menschen, aber sie begegnen sich nicht; sie reden - aber nicht miteinander.“

Hans-Heinrich Obuch: FAZ[2]

AuszeichnungenBearbeiten

Komponist Fabian Römer wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis 2006 in der Kategorie beste Musik für „Tatort: Schneetreiben“ ausgezeichnet.

Michael Brandner wurde für den Bayerischen Fernsehpreis 2006 als bester Schauspieler nominiert.[3]

Kameramann Thomas Hardmeier wurde für den Deutschen Kamerapreis, Kategorie bester Fernsehfilm, nominiert.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Schneetreiben. Tatort-Fundus, abgerufen am 16. Dezember 2012.
  2. Hans-Heinrich Obuch: Diese Eisheiligen kommen aus der Hölle. FAZ, 18. Dezember 2005, abgerufen am 20. Dezember 2012.
  3. Bayerischer Fernsehpreis. Nominierungen. Bavaria Film, 8. Mai 2006, abgerufen am 21. Juli 2013.

WeblinksBearbeiten