Miroslav Nemec

deutscher Schauspieler und Musiker
Miroslav Nemec (2018)
Miroslav Nemec (2012)

Miroslav Nemec (* 26. Juni 1954 in Zagreb) ist ein deutscher Schauspieler, Autor und Musiker. Seit 1991 ist er vor allem als Hauptkommissar „Ivo Batic“, Teil des Münchner Ermittlerduos Batic und Leitmayr, aus der Krimireihe Tatort bekannt.

WerdegangBearbeiten

Miroslav Nemec wurde in einer kroatischen Familie als Sohn eines Bankangestellten geboren. Nach der Scheidung seiner Eltern kam er mit zwölf Jahren zu Verwandten nach Freilassing. Er besuchte das Gymnasium in Traunstein und gründete mit 15 Jahren die Schülerband Asphyxia, in der er noch heute als Leadsänger und Keyboarder mitwirkt.

Am Mozarteum in Salzburg studierte Nemec Musik mit dem Schwerpunkt klassisches Klavier. 1973 nahm er die deutsche Staatsbürgerschaft an und machte schließlich seinen Abschluss als Fachlehrer für Musik. Anschließend besuchte er die Schauspielakademie in Zürich.

Seit 1977 spielte er Theater, unter anderem an den Bühnen der Stadt Köln und Essen, an der Oper Frankfurt (Spielzeit 1992/93 als Puck in der Britten-Oper Ein Sommernachtstraum), am Münchner Volkstheater und am Bayerischen Staatsschauspiel in München.

Im Laufe der Zeit wandte er sich allerdings mehr und mehr der Arbeit vor der Fernsehkamera zu. So sah man ihn unter anderem in der Fernsehserie Die Wiesingers als Schwiegersohn der Münchner Brauereifamilie und in der Serie Liebling Kreuzberg als Staatsanwalt und Gegenspieler von Manfred Krug. Bei Derrick und Der Alte trat er als Bösewicht auf, wechselte schließlich die Seiten und ist seit 1991 mehrmals im Jahr als Kriminalhauptkommissar „Ivo Batić“ im Tatort gemeinsam mit Udo Wachtveitl zu sehen.

In der Miro Nemec Band ist er Sänger, Gitarrist und Keyboarder. Mit beiden Gruppen spielt er für den Förderverein Hand-in-Hand. Diesen hat er 1994 mit einigen Kollegen für Kriegswaisenkinder in Ex-Jugoslawien ins Leben gerufen.

Miroslav Nemec hat zwei Töchter, eine aus der ersten Ehe, die nach einem Jahr geschieden wurde. 2013 heiratete er seine Lebensgefährtin, mit der er seit 2000 in München lebt. 2011 legte er autobiografische Erzählungen unter dem Titel Miroslav – Jugoslav vor.[1] Im Februar 2012 wurde er zum zweiten Mal Vater.[2][3]

Außerdem engagiert er sich als ehrenamtlicher Botschafter der Stiftung Kinderhospiz Mitteldeutschland Nordhausen e. V. in Tambach-Dietharz, ferner ist er Mitglied im Förderkreis der Stiftung der Deutschen Polizeigewerkschaft und im Bundesverband Schauspiel (BFFS).[4]

FilmografieBearbeiten

  • 1984: Die Wiesingers (Fernsehserie)
  • 1985: Aktenzeichen XY … ungelöst – Folge 174 (Mladen P., Filmfall 2) und Folge 179 (Filmfall 1, Milan)
  • 1986: Weißblaue Geschichten – Die Fremde (Fernsehserie)
  • 1987: Nichts ist wie es ist
  • 1987: Dies Bildnis ist zum Morden schön
  • 1987: Die glückliche Familie (Fernsehserie)
  • 1988: Derrick – Die Stimme (Fernsehserie)
  • 1988: Polizeiinspektion 1 – Nachtgeschäfte (Fernsehserie)
  • 1988: TatortGebrochene Blüten (mit Götz George)
  • 1989: Tatort – Der Pott (mit Götz George)
  • 1989: Derrick – Die Kälte des Lebens (Fernsehserie)
  • 1989: Der Alte – Betriebsunfall (Fernsehserie)
  • 1989: Forsthaus Falkenau – Der Standort des Auerhahns (Fernsehserie)
  • 1990: The Wonderbeats
  • 1990: Jolly Joker (Fernsehserie)
  • 1990: Liebling Kreuzberg (Fernsehserie)
  • 1990: SOKO 5113 – Der Knastkönig (Fernsehserie)
  • 1990: Weißblaue Geschichten – Die Tuba (Fernsehserie)
  • seit 1991: Tatort (Fernsehreihe; einzelne Folgen → siehe Batic und Leitmayr#Folgen)
  • 1991: Das serbische Mädchen
  • 1991: Stahlkammer Zürich (Fernsehserie)
  • 1992: Die Zeit danach
  • 1992: Die Distel
  • 1993: Salzburger Nockerln (Fernsehserie)
  • 1994: Ohne Schein läuft nichts (Fernsehserie)
  • 1994: Die Notärztin (Fernsehserie)
  • 1994: Heimatgeschichten – Auch Erben will gelernt sein (Fernsehserie)
  • 1994: Der Salzbaron (Fernsehserie)
  • 1994: Wildbach – Spionin aus Liebe (Fernsehserie)
  • 1995: Café Meineid – Marilyn (Fernsehserie)
  • 1995: Der Alte – Nichts geht mehr (Fernsehserie)
  • 1995: Inseln unter dem Wind (Fernsehserie)
  • 1996: Dr. Schwarz und Dr. Martin – Herztöne (Fernsehserie)
  • 1996: Solange es die Liebe gibt (Fernsehserie)
  • 1997: Der Fahnder – Hütchenspiel (Fernsehserie)
  • 1997: Herz über Kopf
  • 1997: Joy Fieldings Mörderischer Sommer
  • 1997: Der große Lacher

AuszeichnungenBearbeiten

 
Miro Nemec (rechts) mit Udo Wachtveitl bei der Grimme-Preisverleihung 2011

WerkeBearbeiten

HörbücherBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Miroslav Nemec – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Miroslav Nemec veröffentlicht seine autobiographischen Erzählungen presseanzeiger.de
  2. “Tatort” -Star Miroslav Nemec ist wieder Vater geworden t-online.de, 25. Februar 2012. Abgerufen am 26. Februar 2012.
  3. “Tatort”-Star Miroslav Nemec: Er nimmt eine Baby-Auszeit bunte.de. Abgerufen am 26. Februar 2012
  4. BFFS-Mitgliederliste, Bundesverband Schauspiel, bffs.de abgerufen am 8. Dezember 2015